Was ist der Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne und was will er? – eine Retrospektive

Vor einigen Wochen sprach mich unser Meister vom Stuhl an, ob ich nicht etwas zum „Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne“ (kurz F.z.a.S.) in meinem Blog schreiben möchte.

Man muss wissen, dass ich mich seit meiner Aufnahme, sehr viel mit der Geschiche des F.z.a.S. beschäftige und die Loge zur Wahrheit nun mal die Mutterloge dieses Freimaurerbundes ist.

Ich möchte jedoch nicht dem Freimaurer Wiki oder anderen Abhandlungen Konkurrenz machen und so möchte ich euch einen Text vorstellen, welchen der F.z.a.S. in den ersten Jahren seines Bestehens (der F.z.a.S. wurde 1907 gegründet) an Suchende sowie Interessenten herausgegeben hat. Die hier vorgestellte 3. Auflage mit kleinen Änderungen fand ich in den Archiven des Freimaurer Museums in Bayreuth wieder. Ich gebe hier den Text unverändert und unkommentiert wieder. Mag sein dass er stellenweise schwer verständlich ist, aber es lohnt sich zu lesen…

Ich möchte hiermit gerne aufzeigen wie gespalten die Freimaurerei damals leider wahr (und immer noch ist, wenn auch nicht mehr so schlimm wie damals) und welche Ideen und Vorstellungen unsere Gründer angetrieben haben.

Natürlich sind einige der Punkte sehr radikal beschrieben, aber durchaus für den ein oder anderen auch noch heute so gültig. Die Idee, eine einheitliche Freimaurerei zu schaffen, welche losgelöst von den Dogmen der Religion ist, ist sicherlich immer noch sehr ansprechend für dein ein oder anderen Suchenden.

Ich jedenfalls setze mich weiterhin für eine Freimaurerei ein, die nicht nur über Toleranz redet, sondern sie auch lebt. Auch über die unterschiedlichen Ausprägungen hinweg. Lasst uns gemeinsam am Tempel bauen…..nicht nur darüber reden!

Und nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen, darüber Nachdenken und eigene Rückschlüsse und Konsequenzen für einen selbst zu ziehen…

Was ist der Freimaurerbund zu aufgehenden Sonne und was will er?

Ein Wort zur Aufklärung für Suchende…

Sehr geehrter Herr!

Sie interessieren sich für die Bestrebungen unseres Bundes und wünschen Aufklärung über dieselben. Wir sind bereit, ihnen solche zu geben. Gehen Sie mit unseren Bestrebungen einig, so wird Ihnen Derjenige, von welchem Sie diese Schriftchen erhalten haben, den Weg zu uns zeigen. Weichen aber ihre Anschauungen von den Unsrigen soweit ab, dass sie uns nicht als Gleichdenkende betrachten können, so geben Sie das kleine Heftchen dem Absender zurück. Wie werden diese Rücksendung niemals als eine unfreundliche Handlung betrachten, wohl aber die unberechtigte Zurückbehaltung.

Unser Bund ist ein Bund des Friedens. Wir wissen, dass die Weltanschauungen der Menschen sehr verschieden sind und achten alle Bestrebungen, welche sich die kulturelle Hebung und Förderung der menschlichen Gesellschaft als Ziel gesetzt haben, mögen die eingeschlagenen Wege auch von den Unsrigen abweichen. Aber wir sind der Ansicht, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn der Entwicklung der Menschheit keine Hindernisse in Form starrer Dogmen in den Weg gelegt werden und betrachten es als unsere Aufgabe an der Beseitigung dieser Hindernisse mitzuarbeiten und für eine freie Bahn zu kämpfen. Dadurch ist der Bund auch ein Bund der Arbeit und des Kampfes.

In diesem Sinne führen wir einen Kampf nach zwei Fronten:

– Orthodoxe Kirchen

– Orthodoxes Logentum

Gegen die Kirche, die den starren Bibelglauben fordert, den Glauben an die Wahrheit ihrer Dogmen und dafür die ewige Seligkeit verspricht; die noch stets jede wissenschaftliche Wahrheit unterdrücken wollte, welche nicht mit ihren Dogmen übereinstimmte und die noch heute das freie Denken knechten will.

Gegen das orthodoxe Logentum, welches den Bibelglauben verherrlicht und den Glauben an die Existenz des persönlichen Gottes als Baumeister aller Welten fordert. Das Logentum, welches sich selbst als Bollwerk gegen den sogenannten „Unglauben“ bezeichnet und dadurch nicht mehr im Dienste der Wissenschaft und Wahrheit, sondern im Dienst der Kirche steht; das Logentum, welches an veralteten Ritualen haftet und in ihnen allein echte und wahre Freimaurertum erblickt, Andersdenkende aber, welche an diesem Ritual rütteln wollen den Vorwurf der Unwissenheit, des Unverstandes macht.

Also nicht gegen Religionen kämpfen wir, sondern gegen die Orthodoxie und für eine mit der Wissenschaft im Einklang stehende, dogmenfreie Religion der Meschlichkeit. Nicht gegen die Freimaurerei und ihren hohen ethischen Gehalt, sondern gegen das orthodoxe Logentum, für eine freiere und zeitgemäßere Form der Freimaurerei.

Aber wir wollen auch nicht – wie eine gewisse Kategorie von Freidenkern – alles im Sturm niederreißen, denn wir wissen, dass es nicht allen Menschen möglich ist, das ihnen seit Jahrtausend Vererbte und in Fleisch übergegangene, nun plötzlich aus ihrem Leben einfach streichen zu können. Schritt um Schritt müssen wir vorrücken und die Binde, welche Pfaffentum und Geistesknechtschaft unseren Brüdern um die Augen gelegt, langsam und vorsichtig entfernen, so wie der Arzt den bisher Blinden nicht plötzlich aus der Nacht der Finsternis in das helle Licht der Sonne führen darf, ohne dem Patienten schwersten Schaden zuzufügen, den ganzen Heilprozeß aber zu gefährden.

Wir dürfen nicht, wie es von anderer Seite bedauerlicher Weise geschehen ist Schulkindern auf der Straße oder im Eisenbahnwagen sagen: „Eure Lehrer lügen, eure Eltern lügen, es gibt keinen Gott, es gibt kein Jenseits!“

Erst müssen wir Eltern und Lehrer für uns gewinnen und durch sie den Kindern eine Moral beibringen lassen, die des frommen Kirchenglaubens nicht bedarf, dann müssen wir ihnen die Kirchen- und Religionsgeschichte von dem allein richtigen gesellschaftlichen Standpunkt aus begrifflich machen und den bisherigen Bibelglauben als eine glücklich überwundene Etappe in der Kulturgeschichte der Meschnheit darstellen, als eine der vielen Sprossen in der Stufenleiter der Entwicklung. Etwas anderes ist für uns die ca. 2000 Jahre alte Geschichte des Christentums nicht gegenüber den Jahrmillionen der Entwicklungsgeschichte der Menschheit.

Aber auch die Eltern und Lehrer gewinnen wir nicht im Sturm und durch gehässige Angriffe. Weises Maßhalten ist auch hier nützlicher als brutales Losschlagen. Weil noch von so vielen die reine Wahrheit in abstrakter Form nicht vertragen werden kann, deshalb wollen wir sie in symbolische Formen kleiden. Der Dichter Em. Giebel sagt:

„Willst du den Unsinn überwinden,

Lern ein Symbol der Wahrheit finden;

Die Welt wird nie das Abgeschmackte

Aufgeben für das blos Abstrakte.“

In diesem Dichterwort finden wir unser Programm!

„Den Unsinn zu überwinden, durch Symbole der Wahrheit.“ Nicht nur an den Verstand der Menschen appellieren, sondern auch ihrem Gemüt Rechnung tragen. Mag die Zukunft vielleicht einmal solche „Nur-Verstandesmenschen“ erzeugen, wie sie manche haben wollen, die übergroße Mehrheit der Menschheit unserer Tage hat neben dem abstrakten Verstand auch noch Herz und Gemüt und wir wollen uns freuen, dass dem so ist und wollen es uns stets angelegen sein lassen, nicht nur den Verstand, sondern auch Herz und Gemüt der Wahrheit dienstbar zu machen.

Was sind denn nun aber Symbole der Wahrheit? Die Antwort soll uns das Ritual unseres Bundes geben. Desselbe soll in symbolischer Form wiederspiegeln:

1. Dass wir der Wissenschaft dienen und ihre Befreiung von kirchlicher Bevormundung erstreben wollen.

2. Das wir allen unseren Handlungen von den Geboten der Meschlichkeit, der Rechtlichkeit und Gerechtigkeit leiten lassen wollen, ohne die biblische Hoffnung auf Lohn oder Furcht vor Strafe.

3. Dass wir lernen, unsere Pflichten gegen unsere Familie, gegen unsere Bbr., gegen unsere Mitmenschen mit Eifer und Beständigkeit treu und gewissenhaft zu erfüllen, einzig geleitet von dem Bewußtsein, dass nur durch treue Pflichterfüllung jedes Einzelnen die Gesellschaft einer glücklichen Zukunft entgegen geführt werden kann.

4. Dass wir uns der Schönheit und Genüsse dieser Welt in den uns vom Natur und von der Rücksicht auf uns selbst und unsere Mitmenschen gezogenen Grenzen erfreuen dürfen, ohne Furcht vor Sünde und Höllenstrafen.

5. Dass wir lernen nach treuer Pflichterfüllung getrost dem Tod ins Auge zu sehen, da der Tod nicht das Ende unserer Urstoffe, sondern nur eine Verwandlung derselben bedeutet, unser sogenannter „Geist“ aber nicht in einem Jenseits, sondern auf Erden in unserer Umgebung, in unseren Nachfolgern weiter leben wird d.h. was der Einzelne auf geistigem Gebiet geschaffen, alle Eindrücke die er erweckt, alle Beispiele die er gebenen, sie werden sich wie ein Wellenschlag fortpflanzen von Generation zu Generation, anregend, befruchtet und schönere Taten gebärend.

Wer aber ein solches Leben gelebt, der hat nicht umsonst gelebt und kann verzichten auf ein persönliches Weiterleben nach dem Tod.

Und diesem Leben wollen wir uns und unserer Brr. heranbilden, befähigen und stärken. Dazu sollen uns dienen unsere rituellen Arbeiten, die damit verbundenen Vorträge, zur Verkehr mit Gleichgesinnten und das Studium geeigneter Lektüre. Die Wahrheiten aber, die wir im engen Kreise vertrauter Brr. in uns aufgenommen, wollen wir dann hinaustragen in unsere Familie, in unserer Umgebung.

Es erübrigt uns noch, unser Verhältnis zu den alten Freimaurerlogen kurz zu skizzieren.

Diese zerfallen in erster Linie in zwei Hauptrichtungen:

1. Die „blauen“ oder Johannislogen, welche nur drei Grade kennen.

2. Die „roten“ oder Hochgradlogen, welche in mehr als drei Graden arbeiten.

Die unter 1 genannten Logen zerfallen wieder unter sich in „Christliche“ und „Humanitäre“. Die Christlichen stehen, wie schon der Name sagt, streng auf dem Boden des Christentums und ihr Ritual basiert auf biblischen Sagen und Erzählungen. Die „humanitären“ Logen haben zwar in der Hauptsache die dieselben Grundlagen und Erklärungen für ihr Ritual, nehmen aber auch Andersdenkende (Israeliten p.p.) auf. Beide Richtungen stehen aber auf dem Boden des Dualismus und Theismus.

Die roten oder Hochgradlogen teilen sich in verschiedene einzelne Riten, die ihre Herkunft teils auf den Tempelritter-Orden, teils auf morgenländische Geheimbünde usw. zurückführen und in 4, 7, 33 ja sogar in 96 Graden arbeiten.

Außer diesen Spaltungen, die teilweise sogar unter sich gegenseitig „anerkennenden“ Verbänden jeden engeren Verkehr ausschließen, besteht eine weitere Trennung zwischen den sich gegenseitig anerkennenden und den von diesen „nicht anerkannten“ Logen und Riten. Die ganze Freimaurerei stellt keineswegs die einheitliche Vereinigung dar, welche der Laie in ihr vermute. Darin aber sind sie wohl fast alle einig, dass sie dem Theismus und Dualismus d.h. dem Glauben an die Existenz des persönlichen Gottes und der unsterblichen Seele huldigen und dadurch unterscheiden sie sich alle durch eine Tiefe, vorläufig und auf absehbare Zeiten unüberbrückbare Kluft von unserem, auf wissenschaftlicher Weltanschauung beruhenden Freimaurerbund.

Unser Bund soll sich unabhängig und auf eigenen Füßen stehend weiter entwickeln wie er sich gegründet und bisher entwickelt hat. Die Mithilfe jedes ehrenhaften Mannes ist uns dabei erwünscht, welcher auf einem ähnlichen Boden allgemeiner Weltanschauung steht und seine Kräfte unseren idealen Bestrebungen widmen will. Wer nur persönliche, finanzielle Vorteile in unserem Bund sucht, bleibe demselben lieber fern, denn er wird doch nicht auf seine Rechnung kommen, sondern bald wieder abfallen.

Wer aber ein offenes Auge hat, für die Mängel unserer Zeit und an ihrer Besserung mitarbeiten will, wer an dem vergleichenden Studium anderer Religionen teilnehmen möchte, um sich ein freieres Urteil und einen weiteren Blick über Religionsfragen zu verschaffen, wer sich in die Wunder und Schönheiten der Natur vertiefen möchte, wie sie uns der Forschergeist der Wissenschaft täglich offenbart; wer seinen und seiner Mitmenschen Geist veredeln, seinen und ihren Horizont erweitern, sein und ihr Herz für alles Schöne, Gute und Wahre öffnen will, der klopfe an unsere Türe und

„Wer da klopfet, dem wird aufgetan!“

Die Kosten sollen in mäßigen Grenzen gehalten werden. Ein eigenes Bundes-Organ „Sonnenstrahlen“ vermittelt den Verkehr der Brr. und Logen untereinander.

Es bestehen z.Zt. Bundeslogen oder sind in Bildung begriffen in fast allen größeren Städten Deutschlands sowie in Ungarn und in der Schweiz. Konsulate Einzelbrüder und Vertrauensmänner hat der Bund in Österreich-Ungarn, in der Schweiz, in Italien, den deutschen Kolonien Afrikas, sowie in Transvaal, Ägypten, Nord- und Südamerika. So ist begründet Hoffnung vorhanden, dass wir bald in allen Kulturstaaten der Erde vertreten sein werden.

Freimaurer und Emanzipation

Es ist immer wieder interessant zu erleben mit welchen Vorurteilen die moderne Freimaurerei zu kämpfen hat. Immer mal wieder kommt es zu leider oft einseitigen Wortgefechten und Diskussionen mit sogenannten emanzipierten Frauen. Ich möchte hier kurz von einem Erlebnis erzählen.

Am letzten Wochenende haben in Nürnberg die sogenannten Stadtverführungen stattgefunden. Bei dieser Veranstaltung wird auch das Nürnberger Logenhaus für alle Interessenten geöffnet und Brüder der Nürnberger Logen versuchen einen Vortrag über die Freimaurerei in Form eines Wechselgespräches vorzutragen. Im Anschluss haben die Besucher die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Brüder vor Ort zu stellen. Bisher gab es immer sehr interessante Fragen und somit auch einen regen Austausch. Auch dieses Jahr war dies der Fall. Jedoch waren während des letzten Vortrages auch zwei sehr emanzipierte Damen anwesend.

Diese machten uns zum Vorwurf, dass wir nur leere Phrase von uns geben würden und bewusst einen Teil der Menschheit (nämlich alle Frauen) ausgrenzen würden. Wir würden uns nicht für deren Gedanken interessieren und sie bewusst unterdrücken. Leider waren die Damen nicht zu einem Gespräch bereit und verließen sehr schnell das Gebäude.

Liebe Frauen, lasst mich bitte eines klarstellen im Namen aller meiner Brüder Freimaurer:

Wir schätzen den weiblichen Teil der Bevölkerung sehr. Unsere Frauen, Lebensgefährtinnen und Freundinnen ebenso wie alle anderen Frauen. Warum ist dann die Freimaurerei ein Männerbund? Dazu muss gesagt werden, dass dies nicht der Fall ist. Es gibt auch Freimaurerinnen (http://www.freimaurerinnen.de/) unter der Leitung der FGLD – Frauen-Großloge von Deutschland. Hier können sich auch Frauen freimaurerisch betätigen. Die Frauenlogen handeln nach den gleichen Prinzipien wie wir Männern, nämlich Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (hier: „Schwesterlichkeit“), Toleranz und Humanität. Ebenso arbeiten die Frauen in ihrem Tempelarbeiten nach den gleichen Ritualen wie wir Männer. Aber eben getrennt von uns Männern. Was wiederum gar nicht so unlogisch erscheint, wenn man die Freimaurerei aus einem geschichtlichen Blickwinkel betrachtet. In den Anfangsjahren (seit 1717) wurde dieser Zusammenschuss zur Großloge in England als reiner Männerbund gegründet. Denn leider war es damals noch so, dass die Stellung der Frau in der Gesellschaft nicht ansatzweise eine gleichberechtigte Rolle eingenommen hat. Glücklicherweise änderte sich dies im Laufe der Jahre auch wenn leider oftmals Frauen immer noch heutzutage in unserer Gesellschaft benachteiligt werden. Als aus dem Gesichtspunkt der Tradition ist es daher leicht verständlich, dass es nach wie vor einen reinen Männerbund gibt und eben aber auch einen reinen Frauenbund.

Natürlich mag nun der ein oder andere anmerken, dass es auch gemischte Logen gibt. Doch zum einen werden diese nicht von der Großloge anerkennt und sind somit irregulär und zum anderen ist die Halbwertszeit dieser Logen nicht sonderlich hoch. Leider zerfallen gemischte Logen durchaus sehr häufig an den inneren Spannungen der Mitglieder untereinander. Es „menschelt“ eben hier stellenweise etwas mehr als in den regulären Logen. Dennoch finden Interessenten an gemischten Logen, unter der Prämisse dass sie nicht anerkannt sind, einen Ort um sich freimaurerisch zu betätigen.

Ich denke man sollte auch nicht vergessen einem positiven Aspekt der geschlechtlich getrennten Logen deutlich zu machen. Innerhalb der eigenen Reihen können durchaus offener diverse private Dinge besprochen werden, welche dann auch in der Loge bleiben. Hier können sich Brüder als auch Schwestern auf einer gleichen Gefühlsebene austauschen und müssen sich nicht verstrecken.

Von daher liebe Frauen und vor allem auch emanzipierte Frauen: Wir Freimauer wollen von allen Menschen, dass sie ihren Verstand nutzen und zur Verbesserung der Gesellschaft beitragen. Das natürlich über Standesgrenzen als auch Geschlechter Grenzen hinweg.  Wir schätzen sehr die Gedanken und Ideen unserer Frauen an unserer Seite.

Von daher finden sie, die interessierten Damen, sicherlich die passende Gruppe in der Freimaurerei. Und lassen sie sich bitte nicht blenden von den alten Traditionen. Freimaurerei ist ein Männerbund, steht aber auch Frauen offen. Ich wünsche ihnen alles Gute für ihre Suche. Und jede Dame, die detaillierter dies besprechen will, ist herzlichst zu den Gästeabenden eingeladen.  

Wir sind anders…unser Tattoo

Foto 6 Unser Logen-Tattoo

Wir sind schon immer anders gewesen als die meisten unserer Freimaurer Brüder. Man muss dazu wissen, dass die Loge zur Wahrheit die Mutterloge des nicht mehr existenten „Freimaurerbundes zur aufgehenden Sonne“ (kurz: F.z.a.S) ist und wir in gewissen Weise sehr stolz auf unsere Geschichte sind. Einige uns besuchende Brüder wissen sicher, dass sich unseren Arbeiten von denen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland unterscheiden. (In Kürze werde ich für alle Interessierten hier einen Artikel über die Geschichte des F.z.a.S einstellen, aber noch schreibe ich daran).

Ich möchte die sommerlichen Temperaturen kurz nutzen um euch allen von einer Begebenheit in unserer Loge zu erzählen, welche vor allem unsere tiefe Verbundenheit untereinander deutlich macht.

Im Frühjahr 2013 kam die Idee einiger Brüder auf, sich ein „Logen-Tattoo“ stechen zu lassen. Einige Entwürfe wurden dazu erstellt, aber letztendlich entscheiden wir uns für den oben sichtbaren Entwurf eines unserer Brüder (Vielen Dank noch einmal, eine tolle Arbeit). Die Idee war dabei, dass alle Brüder das gleiche Motiv auswählten und somit alle ein sichtbares Zeichen tragen.

So kam es also, dass sich 7 Brüder an einem Samstag Ende April in einem Tattoo-Studio in der Nähe von Nürnberg trafen und sich dort das Motiv unter die Haut stechen ließen. Natürlich, damit es von profanen Personen nicht gesehen wurde, fanden wir einen Termin ohne Publikumsverkehr und es waren nur die Logenbrüder anwesend. Das Ganze war mehr ein Ausflug und hatte einen gemeinschaftlichen Charakter, vor allem als wir gegen 9h mit Essen und Getränken in dem Studio eintrafen. Das ganze basiert natürlich auf freiwillige Basis. Wir haben niemanden gezwungen, obwohl wir kurz überlegt haben, das Tattoo bei der Aufnahme in unsere Loge als „Muss-Kriterium“ mit einzubauen (kleiner Scherz).

Abschließend noch ein paar Bilder des Tages. Natürlich hoffen wir Brüder anderer Logen auch zu ähnlichen Ideen zu animieren.

Wir sind jedenfalls alle Stolz darauf und tragen es gerne. Die Brüder auf den Bildern haben ihre Freigabe erteilt (Danke an Alex und Thorsten).

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Frigus Crescit 2 – wird es doch wärmer?

Was für ein seltsames Bild muss es sein, wenn ein junger Mann in Hemd und Anzughose neben einer Obdachlosen mit ihrem Hund inmitten des Ku´damm sitzt und sich unterhalten…so geschehen gestern Abend. Davon möchte ich euch gern berichten:

Wieder einmal zogen mich die sommerlichen Temperaturen nach außen auf die Straßen der Stadt Berlin.  Ich hatte ja noch von meinem Besuch von vor 14 Tagen einen Sack mit Hundefutter bei mir, der für die Junge Frau mit dem kleinen Hund gedacht war. Es freut mich um so mehr dass ich nun berichten kann, dass ich sie mit ihrem Hund an etwa der gleichen Stelle wie vor zwei Wochen wiedergefunden habe. Natürlich wollte ich nicht nur das Hundefutter übergeben und nutzte die Zeit um mich etwas mit ihr zu unterhalten.

Karin, und ihre Hündin Mücke hatte mir dann ihre tragische Geschichte erzählt. Eigentlich kommt sie aus Basel und kam der Liebe wegen nach Berlin. Da sie die Stadt bereits von früheren Besuchen kannte und ihr das Flair hier gefiel, zog sie zu ihrem späteren Mann. Leider verfiel dieser dem Alkohol und es kam zu häuslicher Gewalt. So entschied sie sich über Nacht zu flüchten und lebt seit dem letzten Herbst mit ihrer Hündin auf der Straße. Zwar hat sie Anlaufstellen, bei denen sie 3x die Woche übernachten und sich frisch machen kann, doch ist sie den Rest der Woche auf der Straße. Leider kommt für sie als Schweizerin kein Amt auf und ein Rückzug kommt für sie aktuell nicht in Frage. Karin versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und hängt leider etwas in der Luft. Sie würde sich freuen wenn sie in ihrem alten Job als Altenpflegerin wieder arbeiten könnte oder auch über jede andere seriöse Arbeit. Denn dann kann sie zum Amt gehen und sich offiziell wieder anmelden. Zudem gestand sie, dass die Wohltätigkeiten der Mitmenschen meist eher erfolgen, weil sie Mitleid mit Mücke hätten.

Diese Worte trafen den Idealisten in mir ziemlich…Ein Mensch der vor Gewalt in die Obdachlosigkeit flüchtet und gerade versucht das Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Sollte man denn da nicht die Augen aufmachen und eine helfende Hand reichen? Ich denke ja…ich werde dies zumindest versuchen wo ich kann. Sollte gerade ein Bruder aus Berlin dies lesen und eine Idee haben, so wäre ich dankbar für jeden Hinweis und Unterstützung. Wir sind vielleicht Einzelne aber zusammen eine Gruppe, die sicherlich etwas erreichen kann. Und meinen Idealismus möchte ich hier nicht verlieren.

Leider traf sich Karin dann gestern mit ihrer „Übernachtungsmöglichkeit“ und so mussten wir das Gespräch nach 20min beenden. Natürlich nicht ohne sie etwas zu unterstützen. Ich hoffe, dass dies nicht das letzte Gespräch gewesen ist. Natürlich gibt es viele Menschen die Hilfe brauchen. Aber warum nicht einfach mal damit anfangen, wenn man schon am Ende jeder Tempelarbeit durch den Meister vom Stuhl an die Tugenden eines Freimaurers erinnert wird.

Gehen wir mal hinaus und bewähren uns als Freimaurer…

Lebenslinien

Wer kennt das nicht aus seinem eigenen Leben? Man geht durch die Strassen der Stadt und plötzlich trifft man einen alten Bekannten, einen längst vergessenen Freund, eine alte Liebe.

Mal einfach so… Doch was ist wenn es so bestimmt war und sich einfach Lebenslinien kreuzen müssen? Ich denke dass es so etwas gibt. Lebenslinien die sich ab und zu schneiden müssen, die nicht aneinander vorbei laufen können.

Momente der Freude, Momente an denen man über das nachdenkt was wir „Zufall“ nennen.

Man stelle sich vor dass man einen guten Freund hat, damals aus dem Studium. Doch die Zeit, die Lebensumstände und die Arbeitssituation machten es unmöglich, dass man sich noch gesehen hat. Man hat zwar mal an den anderen gedacht, sogar versucht ihn über die Möglichkeiten der modernen Kommunikation zu erreichen, doch gelangte dies nicht.

Letztes Wochenende entschloss ich mich kurzfristig in meiner Heimatstadt ein Fest zu besuchen, das Bardentreffen in Nürnberg. Klar war bei dem schönen Wetter der letzten Tage auch rund 200.000 Mitmenschen unterwegs um in die Musik und das besondere Flair zu tauchen. Zufällig ergab es sich aber, dass ich meinen Geldbeutel vergessen hatte, Freunde nicht nicht fertig gewesen sind und sich so meine Ankunft massiv verzögerte. Selbst nach meinem Eintreffen lief es wenig rund. Anstellen fürs Essen, Getränke die erst gemixt werden mussten und ähnliches weiteres.

Doch plötzlich geht eben genau der vermisste Freund an mir vorbei. Auch er war „zufällig“ unterwegs.

Zufall? Bei solchen Umständen? Das liebe Brüder und Leser mag ich nicht glauben. Ich denke es gibt Lebenslinien eines jeden Menschen. Mal laufen sie parallel zueinander her und mal kreuzen sie sich. Leider lassen sie sich nicht beeinflussen und werden durch äußere Einflüsse bestimmt.

Aber wenn sie sich zufällig in Zeit und Raum schneiden, dann ist es etwas besonderes für uns. Momente die uns viel bedeuten – Danke für die Lebenslinien und deren Schnitte…passen wir zukünftig etwas besser auf.

Ein Teil des großen Ganzen

Dies ist ein Gedanke für alle lieben Menschen die von uns gegangen sind:

Wie ein Blatt in Mitten des grünen Waldes,

Wie ein Tropfen In einem stürmischen Ozean,

Wie ein Sandkorn in der weiten Wüste,

Wie ein Lufthauch in einem Sturm,

Wie ein Buchstabe in einem Buch,

Wie ein Lichtstrahl an einem sonnigen Tag,

Wie ein Ton in einer ganzen Oper,

– bleibst du immer ein Teil des großen Ganzen. Nie vergessen, nie alleine…

Frigus Crescit – es wird kälter…

Leider ist es wahr. Trotz des Hochsommers, der gerade mit knapp 30 Grad auf uns einwirkt. Denn ich spreche hier nicht von den sommerlichen Temperaturen außen, sondern von dem Umgang der Menschen untereinander.

Ich möchte euch von einem Erlebnis heute Abend in Berlin erzählen. Ich bin auf dem Weg zum Abendessen auf dem Ku´damm unterwegs und sehe eine Frau, etwa 30 Jahre alt mit ihrem kleinen Hund auf einer Decke an einer Säule sitzen. Auf einem Schild vor ihr stand: „Freue mich über Geld für Essen oder Hundefutter. Kein Alkohol, da ich Antialkoholikerin bin!“. Ich muss zugeben, dass ich etwas verblüfft darüber war und fragte sie, ob das mit dem Alkohol und dem Hundefutter stimmt. Sie bejahrte es und erzählte mir, dass ihre Hündin 11 Jahre alt sei und mit ihr auf der Straße lebt. Ich setze mich kurz zu ihr um mich mit ihr persönlich auf einer Augenhöhe zu unterhalten und den Hund zu streicheln. Sicherlich sah das für den einen oder anderen Passanten die vorbei gingen etwas komisch aus, aber mir egal. Zum Abschluss gab ich ihr 5 Euro und wünschte ihr noch einen schönen Tag. Als ich dies tat, sah mich ein Mann und sagte „Wie großzügig“ zu mir. Ich sah ihn verwundert an und sein Verhalten brachte mich zum Nachdenken…ist das wirklich so? Ich denke nicht. Es war für mich selbstverständlich so zu handeln…Ich stellte mir die Frage, warum er nicht das gleiche getan hat…

Ich bin auch dann unmittelbar nach diesem Moment in einen Supermarkt gegangen und einen Sack Hundefutter gekauft. Leider war die junge Frau schon nicht mehr da, als ich es ihr geben wollte. Ich hoffe ich kann dies ggf. ein anders mal nachholen. Aber ich versuchte dann das ganze Geschehen aufzunehmen und auf mich wirken zu lassen. Und so musste ich diese Zeilen tippen.

Nicht nur reden, sondern auch handeln…

Sind wir wirklich schon so abgestumpft, dass wir nicht einmal unseren Mitmenschen einen Blick gönnen? Ein nettes Wort? Oder auch mal eine helfende Hand reichen? Es muss ja nicht immer mit Geld sein. Eine Geste des Mitgefühls wäre mehr als angebracht. Gehen wir schon einfach an einem Menschen vorbei, der etwas Unterstützung braucht (oder auch dem Tier)? Ich muss bei meinem weiteren Streifzug feststellen, dass leider die Gefühlskälte der Menschen untereinander zunimmt und möchte daher das Gewissen spielen und die Brüder Freimaurer ermahnen, dass sie eben nicht einfach vorbei gehen sondern evtl. mal dem ein oder anderen eine helfende Hand reichen. Denn in die Welt rausgehen und sich als Freimaurer bewähren, kann schon mit kleinen Gesten anfangen. Und das kann jeder für sich machen. Ich möchte auch hier nicht wieder auf den ein oder anderen zeigen. Auch weiß ich, dass nicht eine Person jedem auf der Straße lebenden Menschen helfen kann. Aber wir sind so viele und eine Geste des Respektes gegenüber diesen Personen hilft schon oft. Denn auch wenn jemand am unteren Ender der Gesellschaft (warum auch immer) angekommen ist, so sehe ich es als unsere Pflicht an, eine helfende Hand zur reichen.

Ich möchte daher weder einen mahnenden Finger erheben noch jemanden ein schlechtes Gewissen machen. Ich möchte aber hier und heute das Gewissen spielen und mich einfach mal wieder ins Bewusstsein bringen. Denkt also ab und zu an mich, wenn ihr durch die Straßen läuft und lasst uns gegen die steigende Kälte (lat. „frigus crescit“) gemeinsam antreten.

–  Euer Gewissen

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig – update 23.07.13

Natürlich führte mich mein Weg nach Berlin auch an Leipzig vorbei. Da muss der gute Maurer doch auch mal anhalten und das Völkerschlachtdenkmal besuchen.

Denn auch dieses Denkmal hat einen maurerischen Hintergrund. Zum einen veranstaltet die in Leipzig ansässige Loge Minerva zu den drei Palmen anlässlich der Leipziger Buchmesse die sogenannte „Buchloge“ in den Fundament-„Katakomben“ des Völkerschlachtdenkmals. Aber auch einen Tag vor der offiziellen Einweihung am 18. Oktober 1913 wurde ein freimaurerisches Ritual abgehalten. Steht also in Leipzig der größte Freimaurer Tempel in Europa?

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Weitere Informationen findet ihr unter: http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerschlachtdenkmal

Update 23.07.2013: Heute habe ich es endlich auch zeitlich so geschafft, dass ich in dieses schöne und für die Freimaurer sehr wichtige Gebäude auch einmal von innen anschauen konnte. Ich möchte euch diese Eindrücke natürlich nicht vorenthalten und daher gibt es ein kurzes Update zu meinem Artikel vom 16.07.2013.

Um die Renovierung und nötige Sanierung des Völkerschlachtdenkmals zu unterstützen kann ein kleiner 3x3x3 cm großer Kubus im Museumsladen erworben oder unter http://www.voelkerstein.de/de/ bestellt werden. Na? Welchem Bruder fällt hierzu nicht was ein…

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Wieder Friedhöfe – diesmal in Berlin

Wieder einmal hatte ich das Glück durch meine Arbeit etwas umher zu reisen und dabei Berlin zu besuchen. Da ja leider Logenferien über den Sommer sind, habe ich mich auf die Suche nach Spuren von Freimaurern und Freimaurerei in Berlin gemacht. Begonnen habe ich wie schon in Hannover auf den Friedhöfen der Stadt. Dabei habe ich die Friedhöfe

  • Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin
  • Luisenstädtischer Kirchhof

besucht und dabei sehr viele Gräber gefunden, welche freimaurerische Symbole haben, wo ehemalige Freimaurer liegen oder auch Gräber die von Freimaurern geplant und auch gebaut wurden.

Interessant ist vor allem die Grabstätte für Amalie († 1889) und Karl Hoffmann († 1916), Verleger und Regierungsrat, welche von Bruno Schmitz, einem Freimaurer und der Architekt des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, gebaut wurde. Diese befindet sich auf dem Alter St.-Matthäus-Kirchhof in Grabfeld M, nördliche Friedhofsmauer.

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Natürlich findet man mehr als nur das eine Grabmal mit den entsprechenden Symbolen und Zeichen und so möchte ich euch die besten Bilder natürlich nicht vorenthalten und hier wieder zeigen:

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Update 24.07.13: Ich hatte im Freimaurer Wiki einen Eintrag über das Grab von Eugen Louis Rudolph von Kuycke (Seit 1867 Freimaurer, 1900 Landes-Großmeister) gelesen. Natürlich musste ich mich auf die suche nach dem Grab machen und fand dieses auch.

http://freimaurer-wiki.de/index.php/Eugen_Louis_Rudolph_von_Kuycke

Eugen Louis Rudolph von Kuycke
Eugen Louis Rudolph von Kuycke
Eugen Louis Rudolph von Kuycke2
Eugen Louis Rudolph von Kuycke2

Logenbrüder und/oder Freimaurer? – Ein Gedankenanreiz

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Bei meiner Lektüre am letzten Wochenende fielen mir die Worte aus den „Alten Pflichten“ von Anderson in die Hände. Gerade einige Wort aus der letzten Passage möchte ich heute genauer betrachten: „(…)so pflegt ihr die brüderliche Liebe, die der Grundstein und der Schlussstein, das uns alle verbindende Band und der Ruhm unserer alten Bruderschaft ist, und vermeidet Zank und Streit, üble Nachrede und Verleumdung. (…)“

Danach habe ich mir ernsthaft die Frage stellen müssen, ob das wirklich so ist. Wir haben in der Freimaurerei einige Unterscheide, diverse Großlogen und auch irreguläre Logen (wie vom Grand Orient). Das sei mal dahin gestellt, warum das so ist. Aber selbst im kleinen, also in einem Logenhaus stelle ich hier gravierende Abweisungen von den Alten Pflichten fest. Gerade was Zank und Streit angeht sogar hin bis zur üblen Nachrede. Doch ist das wirklich gelebte Brüderlichkeit? Wo ist der Schlussstein geblieben?

Ich denke die Brüder Freimaurer sollten sich immer auf der Winkelwaage begegnen können und einander den nötigen Respekt zollen, egal wie verscheiden unseren Ansichten auch sein mögen. Das kann durchaus sein, aber es belebt auch wiederum das Prinzip der Modernen Freimaurerei. Ich denke das ist es was den Freimaurer ebenso ausmacht wie die 5 Grundprinzipien und die Arbeit am rauen Stein. Leider stelle ich aber auch eine Kluft in letzter Zeit zwischen dem gelebten Prinzip und dem was man so theoretisch macht. Da ist man auf der einen Seite der Freimaurer Bruder und auf der anderen Seite kann man nicht mal über seinen Tellerrand hinaus schauen. Ich muss zugeben, dass mich der Satz eines Bruders verwundert hat, der seit 20 Jahren wöchentlich ins Logenhaus kommt und selbst eine Frau nicht weiß, was er eigentlich wirklich tut. Ist das wirklich das Ziel der Einhaltung der Geheimnisse?

Ich gehe inzwischen, gerade durch meine Reisen durch fremde Logen und Richtungen, etwas offener und differenzierter mit der Sache um. Ich habe für mich selbst beschlossen (angeregt durch die Zeichnung eines Bruders meiner Loge) zu unterscheiden zwischen Logenbrüdern und Freimaurern.

Ein Logenbruder ist eine Art Mitglied in diesem ethischen Männerverein. Der kommt regelmäßig (oder auch nicht), zahlt seinen Beitrag und nimmt auch am Rande am Logenleben teil. Aber ob er sich auch wirklich der Ideale der Freimaurerei bewusst ist, das mag ich zu bezweifeln. Aber ich möchte hier nicht über den einen oder anderen Bruder urteilen.

Ein Bruder Freimaurer ist auch ein Logenmitglied, der seinen Beitrag zahlt, am Logenleben teilnimmt und regelmäßig kommt. Jedoch mit dem kleinen aber entscheidenden Unterschied, dass er für die Ideale einsteht und das nicht nur wenn er gerade in der Loge selbst ist, sondern dies als eine Art der Persönlichkeitsbildung auch nach außen trägt. So wie es eben sein soll. Also jemand, der für die Ideale einsteht und bewusst an seinem rauen Stein arbeitet.

Ich denke wenn allen Brüdern mal wirklich bewusst wird, dass die so oft zitierte weltweite Bruderkette an manchen Stellen brüchig und spröde geworden ist (kein Wunder nach fast 300 Jahren „offizieller“ Freimaurerei), so muss man doch in der Lange sein, sich auf die grundsätzlichen gleichen Idealen zu besinnen und es schaffen, als Brüder einander die Hände zu reichen und zusammen an dem Erhalt der Kette zu arbeiten. So unterschiedlich unsere Systeme und Rituale auch sein mögen, uns vereint dennoch der Glaube an diese Alten Pflichten. Daher sollten wir öfters miteinander reden als gegeneinander zu sprechen. Gerade bei einem gemeinsamen Johannisfest kann eine neue Begegnung auf der Winkelwaage stattfinden. Doch auch Logenübergreifen kann es oftmals helfen, etwas gemeinsam zu planen und zu machen. So werden die jungen Brüder einiger Logen in Nürnberg versuchen ein gemeinsames Grillfest zustanden kommen zu lassen. Gerade eben weil sie sich bewusst wurden, dass sie trotz der Diversität eines vereint: die Freimaurerei.

Ich für mich selbst jedenfalls werde mich weiterhin als Freimaurer sehen, der auch immer weiter an seinem rauen Stein arbeitet und mich für den Erhalt dieser Bruderkette einsetzte. Und ich weiß, dass ich hiermit nicht alleine stehe. Ich hoffe ich finde einige Mitstreiter….