Kurzbericht zum virtuellen Logenabend 17.03.2020 – von JB

In Zeiten der Corona Krise sicherlich eine Idee:

*** Kurzbericht zum virtuellen Logenabend 17.03.2020 – von JB, editiert von René Schon ***

Heute trafen sich einige Sub Rosa Brüder zur Video-Konferenz. Es gab diverse Zeichnungen zur Auswahl – via Doodle-Umfrage wurde dann eine ausgewählt. Es handelte sich um eine Lehrlingszeichnung „Eine Reise, meine Reise“ aus dem Jahre 2013. Im Nachgang wurde über den Bauriss diskutiert und eine informelle Diskussion rundete den Abend ab. Alle waren sich einig: das machen wir kommenden Dienstag direkt wieder! Danke an alle Brüder, die heute dabei waren.

Kurz zur Erinnerung, unsere maurerische Webkonferenz findet jeden Dienstag um 20 Uhr statt:

Wer kann teilnehmen?

Jeder Bruder, der den Grad der Zeichnung inne hat. Es wird erwartet, dass man selbst mindestens eine Zeichnung als Angebot den anderen Brüdern anbietet. Die Brüder wählen im Vorfeld, welches Thema sie besonders interessant finden und dies wird dann aufgelegt. Um teilzunehmen, müsst ihr in der bekannten maurerischen Facebook-Gruppe sein oder von einem der Teilnehmer (etwa Rene) empfohlen werden. Gerne könnt ihr Rene (E-Mail-Adresse findet sich unter Kontakt) eine E-Mail senden, damit ich euch dann einladen kann (ihr bekommt einen Link und eine kostenlose Rufnummer). Eine Webcam ist vorteilhaft, damit bei einer späteren Diskussion auch ein visueller Eindruck möglich ist.

Wie erfolgt die Themenabstimmung?

Angebotene Themen stehen in einer Doodle-Abfrage zur Verfügung. Spätestens zwei Stunden vorher, wird das Thema bekannt gegeben, so dass Brüder, die kein Interesse an der Zeichnung haben, dem Treffen fernbleiben können.

Wie läuft das Treffen ab?

Zu Beginn legen wir die Zeichnung auf, es folgt eine Diskussion und danach ist auch noch Zeit im Plenum oder bilateral sich auszutauschen.

Diese hier geschilderte Vorgehensweise sehe ich als ersten Aufschlag und ich freue mich gemeinsam mit euch dieses Format weiterzuentwickeln. Der nächste Schritt für alle Interessierte besteht nun darin, mir eine kurze Mail zu schicken und dort auch direkt einen Themenvorschlag für eure Zeichnung zu hinterlegen.

Brdl.: Grüße
JB und René

Sie haben es wieder getan! – 2. Tempelarbeit „unter rauchigen Vorzeichen“ in Nürnberg! von Jürgen Reichhart

Ein Gastbeitag von Jürgen Reichart:

Seit dem ersten Treffen der Brüder Zigarrenraucher am Samstag, den 24. November 2018 in der „Casa del Puro“ in Nürnberg sind nun knapp eineinhalb Jahre ins Land gerau(s)cht. Mittlerweile hat es sieben Treffen gegeben; darunter zwei „Zigarren-TAs“, also Tempelarbeiten im Lehrlingsgrad, bereichert um den Genuss von Zigarren.

Über die letzte Zigarren-TA vom Samstag, den 8. Februar 2020 möchte ich heute, nicht ohne Stolz, berichten, auch wenn sich das für einen Freimaurer an sich nicht geziemt.

Während wir die erste Zigarren-TA noch in der „Casa“ abhalten konnten, mussten wir uns dieses Mal andere Räumlichkeiten suchen. In der „Casa“ war es bei der ersten Zigarren-TA schon ziemlich beengt. Nun ist es gar nicht so einfach, im „raucherfeindlichen“ Bayern eine entsprechende „Location“ zu finden. Unterschlupf fanden wir letztendlich in den Räumen des Whiskyclubs „The Most Venerable Order of the Highland Circle“ und der Schülerverbindung Absolvia! im FAC zu Nürnberg.

Auch dieses Mal war allen Beteiligten von Anfang an klar, dass wir uns wieder streng auf dem Boden regulärer Arbeit bewegen wollen.

An besagtem Samstag versammelten sich 13 Brüder aus acht Logen (aus den Orienten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Magdeburg(!)), um unter der Hammerführung von Br.: Jürgen Reichhart eine TA I nach dem Schröder-Ritual zu begehen. Da wir von der letzten Zigarren-TA wussten, dass der würdevolle Genuss einer Zigarre nicht als ritual-störend eingestuft werden kann, durfte natürlich auch während dieser TA hingebungs- und genussvoll geraucht werden.

Die besonders rauchige Stimmung während der TA wollen wir -aus bekannten Gründen der Deckung- auch dieses Mal nicht durch Fotos belegen. Wir können und wollen nur so viel aus der TA berichten: Mit der Zeit wurde die Sicht immer schlechter! Über die Stimmung nach der TA legen die Fotos wohl am besten Zeugnis ab.

Während und nach der Arbeit konnten wir wieder alle eindrucksvoll erleben, dass sich Brüder aus unterschiedlichen Logen und Lehrarten treffen und über Logengrenzen hinweg angeregt nicht nur über die Themen Freimaurerei und Zigarren austauschten. Vielleicht lag es ja auch an der wunderbaren Bewirtung mit fränkischem Bier und schottischen Whiskys. Wie auch immer, alle teilnehmenden Brüder waren sich einig, dass wir auch im Spätherbst dieses Jahres wieder rückfällig werden und dann unsere 3. Zigarren-TA begehen wollen.

Für uns steht jedenfalls fest: Der Genuss einer guten Zigarre, gepaart mit unserer wohl einmaligen und gepflegten Gesprächskultur, und das Ganze noch garniert mit einer TA ist eine wundervolle Bereicherung unseres Freimaurerdaseins. Nach unserem Erleben schmälert der Genuss einer Zigarre die Würde einer Tempelarbeit in keiner Weise. Im Gegenteil, er verschafft eine ganz besondere Atmosphäre und wirkt gerade dadurch sehr bereichernd.

Nachdem unsere Vermutung, die wohl die erste Tempelarbeit im Lehrlingsgrad mit rauchiger Unterstützung gefeiert zu haben, in der Ausgabe der „humanität“ Nr. 5, September/Oktober 2019, 45. Jahrgang, Seite 29, bisher unwidersprochen blieb, dürfen wir davon ausgehen, dass wir wohl derzeit (noch) die einzige Zigarren-TA in dieser Form im deutschsprachigen Raum durchführen.

Wer mehr über den FM-Zigarrentreff erfahren möchte, der meldet sich einfach bei Br. Jürgen Reichhart (juergen.reichhart@gmx.de oder +49 176 239 18 137) oder über die Homepage der Loge „Zu den Drei Pfeilen“: www.dreipfeile.de.

Jürgen Reichhart

Anbei ein paar Einblicke (alle Teilnehmer haben der Veröffentlichung zugestimmt)

Was mich an der modernen Freimaurerei nervt! – Eine Anmerkung

Ich möchte mich bei den Brüdern bedanken, die in sozialen Foren, per Telefon oder per E-Mail mit mir über das angesprochene Thema diskutiert haben.

Leider scheint es vielen Brüdern so zu gehen oder sie haben zumindest ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Rückmeldungen waren ausgesprochen viele. Vielen Dank auch für die kritischen Anmerkungen, ich nehme mir auch diese sehr zu Herzen.

Ich möchte persönlich dazu eine Anmerkung machen:

Leider wurde der Text aber auch missverstanden und mir wurde vorgeworfen, dass ich aus meiner eigenen Loge erzähle und somit das Gebot der Verschwiegenheit nicht einhalte. Diesen Vorwurf möchte ich abstreiten. Dies waren Erlebnisse und Feststellungen, die ich auf meinen Reisen durch die Freimaurerei beobachtet hatte. Dinge, die ich für unrecht empfinde. Lediglich das Zitat der „amtsgeilheit“ wurde mir nachgetragen und das auch nicht innerhalb der Loge. Das brdl. Gespräch hatte ich in diesem Fall jedoch zuerst gesucht.

Da jedoch der Text für so viel Aufruhr sorgte, habe ich mich entschlossen, den Text offline zu nehmen. Es sollte mit dem Text keine Unruhe gestiftet werden, sondern vielmehr offen ein paar ungelöste Probleme angesprochen werden. Einige haben sich persönlich angegriffen gefühlt was wiederum die Frage aufwirft: Warum? Habt ihr euch selbst wiedergefunden? So würde es mich freuen, wenn ihr über euer Handeln nachdenkt. Die Diskussion zeigte jedoch, dass dieses Ziel schon erreicht wurde…

Ich bedanke mich noch einmal für das kritische und auch das zusprechende Feedback.

Burnout – ein Versagen als Meister? – Ein paar Gedanken

Eigentlich sollte uns Freimaurer der 24-zöllige Maßstab ein Sinnbild sein für die sinnvolle Einteilung der Zeit. Die 24 Stunden des Tages sollten effektiv eingeteilt werden.

6h für die Arbeit, 6h für den Schlaf, 6h um Freunden und den Brüdern zu dienen und soziale Kontakte zu pflegen, sowie 6h für eine gewisse Spiritualität, also geistige Arbeit. Ich hatte mich bereits in einem früheren Blogeintrag damit ausführlich beschäftigt.

Was ist allerdings, wenn dieses Verhältnis ungleich verschoben wurde? Wenn wir einen bestimmten Teil nicht erfüllen und sogar, schlimmstenfalls vernachlässigen? Wenn die Zeiten in einem nicht ausgewogenen Verhältnis verschoben sind? Wenn das Ungleichgewicht gleichwohl erdrückend wirkt und nicht regenerierend?

Ein Versatz der Aufteilung kommt in den meisten Fällen vor. Alleine 6h Arbeit wären schon sehr von Vorteil, allerdings wird dies kaum ein Arbeitgeber umsetzen, zumindest nicht bei Vollzeit. Esoterik und Spiritualität mögen ebenso bei dem Einen oder Anderen weniger stark ausgeprägt sein als die geforderten 6h.

Wenn allerdings die 6h für die Arbeit auf Kosten der sozialen Kontakte leiden, dann kann dies nicht sinnführend sein. Der Lehrling sollte dies bereits lernen und mit dem 24-zölligen Maßstab umzugehen wissen. Der Blick nach innen, auf sich selbst gerichtet, mit der Arbeit am eigenen rauen Stein, sollte das Ziel des Lehrlings sein. Der Geselle und vor allem der Meister sollten dies ebenso beherrschen können und mit der Einteilung ihrer Zeit erfahren sein. Aber hat der Meister dann versagt, wenn er dies nicht kann? Wenn er mit dem Maßstab nicht umgehen kann? Sollte der Meister dann sprichwörtlich „noch einmal über Los ziehen“ (wie es bei Monopoly die Rede ist) und wieder von vorn beginnen?

Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit, scheinen oftmals eine sinnvolle Zeiteinteilung zu sein, ohne dabei zu beachten, wem man mit diesem egoistischen Verhalten eigentlich schadet. Natürlich muss man arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, auch wenn man sie nicht gern macht, aber wenn man die Arbeit allem anderen vorzieht, ist dies eine gefährliche Entwicklung.

Zum einen ist man da selbst das größte Problem. Man steigert sich in die Arbeit hinein und kommt dem Burn-Out sehr nahe, oder hat es bereits, ohne dass man selbst dies merkt. Alleine kommt man dann aus diesem Teufelskreis nicht mehr hinaus. Viel schlimmer ist jedoch, wenn man dabei Menschen verletzt, die einem sehr nahestehen oder die man sehr liebt, denn gerade diese Menschen haben das niemals verdient. Leider überhört man deren Bedürfnisse oder stuft ihr Leid als nicht so gravierend ein.

Dann plötzlich, wird die Reisleine gezogen (sei es, dass der Körper aufgibt, oder dass man von außen darauf angesprochen wird) und man wird sich bewusst, wie groß der Trümmerhaufen ist, den man sich selbst geschaffen hat.

Zeit fälschlicherweise zu viel in Arbeit investiert und/oder dazu noch in diversen Freimaurer Vereinigungen und mehreren Logen aktiv gewesen? Also Zeit investiert in die Bruderkette auf Kosten der Familie? Liebe Brüder und Schwestern, sowas darf und sollte nicht sein. Natürlich mag der ein oder andere nun anmerken, dass auch die Brüder eine Familie sind. Aber die EIGENE Familie zu vernachlässigen ist das Schlimmste, was man tun kann.

Schwerer ist es dann, diesen Missstand einzugestehen und aus der Welt zu schaffen. Das anzugehen erfordert viel Hilfe von außen (alleine um dies einzusehen und sich aus dem Teufelskreis zu befreien) und den Willen / die Kraft für nach Veränderung.

Der Freimaurer sollte in der Lage sein, sich selbst zu reflektieren und seine Fehler zu erkennen. Wenn dies nicht allein geschehen kann, so hat er seine Brüder an der Seite, die ihn sicherlich helfen. Diese können ihm dann auch die brüderliche Hand reichen, um den Bruder wieder zurück auf den rechten Weg zu bringen.

Die Arbeit an einem Selbst steht immer im Vordergrund. Die Ecken und Kanten sind identifiziert worden und können nun angegangen werden. Die Dellen glätten und die Kanten schleifen, denn diese Arbeit sollte auch nach der Zeit als Lehrling nie abgeschlossen sein.

Zurück auf Los also…und dabei sich bewusst werden, dass der Meister auch immer ein Lehrling bleibt. Immer….

Who are you – Wer bist du?

Dem Suchenden wird während seiner Aufnahme vermittelt, dass es als Lehrling darum geht, an dem eigenen rauen Stein zu arbeiten, sich selbst zu erkennen, sich seiner Stärken und Schwächen bewusstwerden und infolge an ihnen zu arbeiten. Diese Arbeit am „eigenen Ich“, am Innersten, auf dem Weg zur Vervollkommnung dieses Ichs, dauert die Lehrlingszeit über an und, wenn wir zu uns selbst ehrlich sind, ist sie nie wirklich ganz abgeschlossen. Der erfahrene Meister kann immer noch ein Lehrling sein. Wir arbeiten stetig weiter an unserem rauen Stein, damit dieser in dem angestrebten „Tempel der Humanität“ einen Platz findet.

Doch wenn wir die Aufgabe, welche dem Lehrling gestellt wird, genau betrachten, dann müssen wir dabei feststellen, dass eine wichtige Voraussetzung hierfür nicht gegeben ist.

Wenn wir an unseren Ecken und Kanten, ja an unseren Stärken und Schwächen arbeiten sollen, so muss die ERSTE Aufgabe des Lehrlings doch heißen, dass er/sie erkennt, wer er/sie selbst ist!

Wer bist du? Wer bist du selbst und was macht dich aus?

Stellt man sich also diese Frage und versucht sie zu erörtern, so erkennt man sehr schnell, dass dies kaum möglich ist. Die Betrachtung des inneren Selbst und dem „wer wir sind“ ist immer eine Momentaufnahme.

Wir entwickeln uns stetig weiter. Definieren uns über das Tun und Handeln in der Gesellschaft und unseren Verstand. Äußere Einflüsse und Umstände prägen uns und können sogar unser Denken und Handeln beeinflussen/bestimmen. Sei es durch andere Menschen, die uns begegnen, sei es aber auch durch Medien, Nachrichten, Meinungen, welche diese Prägung abrunden können. Zudem darf man den sozialen Hintergrund dabei nicht außer Acht lassen, sowie die Erziehung im Kindes- und Jugendalter. Wenn wir nun weiterdenken, so müssen wir zu dem Schluss kommen, dass jegliche Überlegungen zu der Frage „Wer bin ich und was macht mich aus?“ nicht sinnstiftend in der Momentaufnahme alleine zu sehen ist, sondern vor allem rückblickend auf das bisherige Leben.

Folglich müssen wir uns fragen:

„Wie wurde ich zu dem, der ich bin? Bin ich der Mensch, der ich sein will? Und wenn nicht, wie werde ich zu diesem Menschen?“

Der Suchende, der Lehrling, der Geselle und der Meister, in allen Graden soll nie vergessen, wo er herkommt und wer er ist, was einen geprägt und erzogen hat.

Wenn diese „Selbst-Analyse“ erfolgreich abgeschlossen ist, erkennt man, warum man der Mensch ist, der man ist. Danach kann man sich die Frage erneut stellen, ob man der Mensch wurde, der man schon immer sein wollte. Lebt man einen Traum, oder träumt man sein Leben?

Leider wird einem Freimaurer erst im Meistergrad offenbart, wie endlich das Leben sein kann. Das Memento Mori, die Endlichkeit seiner eigenen Existenz. Wird man sich schließlich der Endlichkeit seines Lebens bewusst, so sollte man die Frage nach dem „Bin ich der Mensch, der ich sein will?“ unmittelbar stellen. Erkennen wer man ist, definieren wo man hinmöchte und welche Ziele man erreichen möchte. Als Produkt dieser Analyse werden sicherlich auch die eigenen Stärken und Schwächen offenbart, die Ecken und Kanten, die Dellen und die Löcher…und mit dieser Erkenntnis kann die junge Maurerin oder der junge Maurer beginnen an sich zu arbeiten und sich zu entwickeln. Denn wenn man sich erkannt, die überflüssigen Ecken definiert hat (an denen gearbeitet werden muss), dann kann man die Umsetzung angehen und schlussendlich zu dem Menschen werden, der man sein möchte, auch wenn dies ein schwerer Weg sein kann.

Das entscheidende dabei ist aber die Erkenntnis, dass dieser Prozess ein stetiger Prozess ist, der nicht abgeschlossen wird. Wir arbeiten an uns, definieren und erfinden uns regelmäßig neu. Wir legen Maßstäbe und die Winkelwaage an und korrigieren uns. Justieren uns neu!

Somit müssen wir zusammenfassend sagen, dass die Arbeit am rauen Stein, am eigenen Ich, ein stetiger Prozess der Selbstanalyse ist, indem wir uns immer wieder reflektieren sollten (oder von anderen reflektieren lassen und das willkommen aufnehmen und prüfen).

Fazit

Bleibt abschließend die Frage offen, ob ich selbst der Mensch bin, der ich sein wollte oder der ich sein will. Leider muss ich ehrlich zu mir sein und diese Frage verneinen. Ich habe oftmals meinen 24-zölligen Maßstab der Zeiteinteilung falsch angesetzt und dadurch vieles vernachlässigt, was ich nie hätte tun sollen. Auch habe ich meine Winkelwaage falsch angesetzt und Menschen in meinem Umfeld weh getan. Geduld ist nach wie vor nicht meine Meistertugend…

Immerhin habe ich das alles bei der Selbstreflektion erkannt und kann daran arbeiten, auch wenn sich einiges nicht mehr rückgängig machen lässt.

Aber ich arbeite weiter an meinem rauen Stein und schlage weiter auf meine Ecken und Kanten ein. Weiter immer weiter…Und ich setze mir dabei immer neue Ziele: Das Ziel, der zu sein, der ich sein will!

Komm auf die gute Seite – Von der Problematik „Gut und Böse“

Vor kurzem habe ich in Facebook die Überschrift einer Diskussion gelesen mit dem seltsamen Titel: „Es ist noch Zeit sich zur guten Seite zu bekennen!“.

Mit den einleitenden Worten der Diskussion war sicherlich ein Bezug auf einen christlichen Hintergrund gemeint. Zumindest ist es in diesem Zusammenhang in Facebook erschienen. Jedoch würde die Aussage sich „zur guten Seite“ zu bekennen nur einen Sinn machen, wenn wir die gute und ebenso die böse Seite definieren. Doch wer kann dies schon?

Dieser Einstieg würde einer Diskussion über Gut und Böse gleichkommen. Dazu muss man allerdings erkennen, dass dieses Gespräch sehr stark abhängig ist vom persönlichen Empfinden und der eigenen Perspektive. Kultureller Hintergrund, die eigene Erziehung, als auch die Bildung sind hier ausschlaggebend.

Definition von Gut und Böse

Menschen mit einem gläubigen Hintergrund würden sicherlich ihren Gott als das symbolisierte Gute betrachten. Doch gehen wir einen Schritt weiter und würden einen Satanisten fragen, so würde dieser die vorherige Aussage negieren und Satan als sein Gutes definieren. Wiederum würde ein Atheist gänzlich von dieser Diskussion um das symbolisierte Gute ausgeschlossen werden, da er ja keinen religiösen Bezug hat, um diese Frage anzugehen. Daher würde er dies eher auf einem ethischen Weg versuchen und z.B. Organisationen, welche sich für humanitäre Projekte einsetzen, per se als „Gut“ definieren oder ähnliches. Hingegen wären destruktive Kräfte oder/und Gruppierungen eher „Das Böse“. Wenn wir nun erneut einen Schritt weiter gehen, so stellen wir fest, dass auch Dinge, Gegenstände, Ereignisse oder sogar nur Zustände eines Elementes als gut oder böse definiert werden können.

Beispiel für die zwei Seiten der Medaille

Nehmen wir das Element Wasser einmal als Beispiel. Es kann in einer unwirklichen Umgebung wie einer Wüste das Leben retten, aber eben auch bei einer Sintflut Leben zerstören. Ein Aggregatszustand des Wassers, nämlich Dampf, kann in einem Dampfbad entspannend wirken, jedoch bei zu heißem Dampf Verbrennungen verursachen.

Selbst Feuer kann ganze Gegenden zerstören, aber ebenso Wärme spenden in der kältesten Nacht.

Strom kann in unserer modernen Welt dafür sorgen, dass sie für alle bequem ist. Sei es, dass die Elektrizität Autos antreiben kann, oder auch jedes beliebige andere technische Gerät. Jedoch angebracht an einen elektrischen Stuhl, kann dieser tödlich sein. Das mag nun ein krasses Beispiel sein, zeigt jedoch deutlich die zwei Seiten auf.

Eine simple Scheibe Brot kann für den einen ein lebensrettendes Gut sein, für den anderen jedoch kaum eine Beachtung wert.

Man stellt schnell fest, dass man diese Liste beliebig weiterführen kann. Jedoch kann man anhand dieser einfachen Beispiele schnell sehen, dass ein gleicher Sachverhalt oder ein gleiches „Ding“ aus unterschiedlichen Perspektiven mal gut und auch mal böse sein kann. Somit kann dies also keine eindeutige Eigenschaft des Objektes sein.

Zurückkommend zur Aussage über die „Gute Seite“ bleibt somit die Frage offen, wer diese definiert und festlegt. Dazu kommt noch ganz entscheidend der Punkt: Unterliegt diese Festlegung dem Wandel der Zeit?

Sind nicht die guten Wertvorstellungen, die guten Aspekte in den christlichen Werten langsam übergegangen zu Wissenschaft und Gottlosigkeit? Haben Menschen aufgrund der letzten Skandale innerhalb der Kirche (Kindesmissbrauch, Vergewaltigung von Nonnen und Unterdrückung von Frauen, etc.) nicht der vermeintlich „guten Seite“ den Rücken gekehrt und sich neu ausgerichtet (was „das Gute“ angeht)?

Definition von Gut und Böse

Die Definition von Gut und Böse ist so unterschiedlich, dass sicherlich jeder Mensch im Detail eine persönliche Auslegung und Definition hat.

Warum sollte ich also auf eine Seite wechseln, wenn ich nicht mal weiß, wie mein Gegenüber diese definiert hat? Vielleicht bin ich ja schon auf meiner richtigen, meiner guten Seite angekommen? Und was ist, wenn sich diese Seiten nicht klar definieren lassen, wenn die Grenzen fließend sind? Wenn es eben zwischen dem Weiß und Schwarz auch noch viele Töne an Grau gibt?

Sucht euch eure „Gute Seite“ und definiert sie für euch selbst! Und lasst euch nicht einreden, auf eine Seite zu wechseln, die ihr nicht wollt. Seid wie ihr sein wollt…

 

Glücklich sein oder doch lieber zufrieden? Ein Essay über das Streben nach Glück und Zufriedenheit

„Bist du für deine Arbeit bezahlt worden? – Ich bin zufrieden!“

Diesen Dialog werden viele Brüder kennen, die regelmäßig an den Arbeiten ihrer Loge teilnehmen. Der Aufseher beantwortet dem Meister die Frage nach seiner Bezahlung mit den Worten „zufrieden“.

Aber gerade in unserer heutigen Zeit streben die Menschen eher nach Glück und dem Gefühl glücklich zu sein. Hollywood lebt es uns vor, happy endings und andauerndes Glücksgefühl. Man wünscht sich gegenseitig Glück und Menschen erleben den „glücklichsten Tag ihres Lebens“ während ihrer Hochzeit. Selbst in den Comics (Donald Duck und Gustav Gans) wird uns schon das Streben nach dem Glück vorgelebt.

Trotzdem wirken viele Menschen unzufrieden. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass Glück und Zufriedenheit sind nicht dasselbe sind!

Über Glück

Glück und glücklich sein ist eher ein flüchtiges Gefühl. Ein kurzfristiger Zustand, ein Hochgefühl. Natürlich freut es uns, wenn wir dieses Gefühl erleben, es durchdringt uns wie eine Droge und lässt uns hoch fühlen.

Über das Glück oder das Streben danach gibt es in der Literatur unzählige Bücher, es gibt Filme und ebenso häufig wird Glück in Liedern und Gedichten zum Gegenstand gemacht. Es gibt Kurse, in denen einem beigebracht werden soll, wie man das Glück findet, es gibt Ratgeber und auch Reisen ins Glück.

Scheinbar sucht jeder Mensch danach und wird oftmals nicht fündig.  Es scheint so schwierig zu sein, das Glück zu finden. Fast schon schlimmer als Gold zu schürfen. Aber vielleicht ist auch Glück das falsche Ziel, nachdem alle Welt sucht. Muss man denn immer und überall glücklich sein? Ist Glück etwas Unerreichbares geworden? Und setzen wir uns nicht viel zu sehr unter Druck, es erreichen zu müssen?

„Ich bin zufrieden“

Diese drei kleinen Worte sagen schon alles aus. Man ist mit dem was man hat, was man erreicht hat und besitzt zufrieden und ausgeglichen

Zwar wird einem das „glückliche Leben“ oft und fast schon überall angepriesen, aber wir setzen uns damit schon selbst unter Druck. Wir wollen mithalten, mit den anderen Menschen auf der gleichen Erfolgswelle schwimmen, und versteifen uns oft bei der Suche nach dem Glück. Sollten wir nicht „glücklich sein“ so setzen wir uns selbst einem gewissen Stress aus und setzen uns unter Druck. Doch dieser kann wenig gesundheitsfördernd sein. Dass aber diese krampfhafte Suche nach dem Glück nicht zufriedenstellend ist, versteht sich von selbst. Doch wir Menschen könnten so viel ausgeglichener werden, wenn wir die Ziele und Vorstellungen neu überdenken.

Das Ziel – die Zufriedenheit

Das eigentliche Ziel, wonach wir alle streben klingt vom Wortlaut eher wenig erstrebenswert. Zufriedenheit oder zufrieden sein.

Wir wollen immer höher hinaus, immer noch etwas Besseres, immer noch mehr. Dabei mag man zwischenzeitig durchaus glücklich sein. Momente des Glücks gibt es immer wieder in unserem Alltag. Doch etwas anderes bleibt dabei völlig auf der Strecke: Die Zufriedenheit.

Sichtweise der Zufriedenheit

Nicht immer sehen wir Menschen die Zufriedenheit oder vielmehr das Gefühl des „zufrieden seins“ aus dem gleichen Blickwinkel. Abhängig von den Lebensumständen kann das gleiche Ereignis unterschiedlich betrachtet werden.

Wir leben in einem der reichsten Länder dieser Welt, haben eine hohe Kaufkraft und können uns materielle Wünsche oftmals leicht erfüllen. Auf die mehrfach vor Geburtstagen oder Festen gestellte Frage: „Was wünscht du dir?“, wird oftmals nur ein kurzes „Nichts“ geantwortet. Und obwohl wir uns fast alles kaufen können, was unser Herz begehrt (je nach dem eigenen Budget), jagen wir dem Glück immer und immer weiter hinterher.

Aber betrachten wir einmal eine simple Scheibe Brot. Für einen hungernden Menschen mag diese Scheibe schon einen persönlichen Glücksmoment darstellen und für uns wahrscheinlich nicht mal ein Gefühl der Zufriedenheit. Oder auch der Faktor Gesundheit kann unterschiedlich betrachtet werden. Wir gehen zum Arzt, haben eine Krankenversicherung und können ohne uns zu Verschulden ärztlich behandelt werden. In Ländern der 3. Welt sterben heute noch Menschen an für uns scheinbare Kleinigkeiten wie Tuberkulose und Malaria. Selbst ein Arm- oder Beinbruch ist für uns wenig existenzbedrohend. Wir streben nach den neuesten Mobiltelefonen, neuesten Autos und andere Menschen würden sich mehr als „glücklich“ fühlen, überhaut eines zu besitzen.

Glück und Zufriedenheit scheinen unterschiedlich bewertet zu werden, je nachdem wo man her ist und welche Möglichkeiten man hat.

World Happiness Report

Eigentlich müssten wir doch sehr viel zufriedener sein, denn kaum ein Wunsch bleibt uns verschlossen. Die Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt.

Dennoch ist Deutschland im “World Happiness Report 2018” der UNO (http://worldhappiness.report/) (https://s3.amazonaws.com/happiness-report/2018/WHR_web.pdf) nur auf Platz 15 hinter weiteren europäischen Ländern wie die Niederlande, der Schweiz oder auch Finnland, welches sich auf Platz 1 befindet. Betrachtet man die Entwicklung über die letzten Jahre, so muss man doch feststellen, dass wir Deutschen uns von Platz 26 stetig nach oben gearbeitet haben.

Hierbei werden verschiedenste Faktoren aufgenommen, betrachtet und ausgewertet. Schwerpunkt liegt dabei auf:

  • Der Bewertung des eigenen Lebens
  • Dem Vorhandensein positiver Emotionen (Freude, Stolz)
  • Dem Vorhandensein negativer Emotionen (Schmerz, Zorn, Sorgen)

Bemerkenswert ist jedoch das Ranking der Länder unmittelbar um unseren Platz 15. Israel, ein Land, welches gezeichnet ist von Anschlägen, Terrorismus und Kriegen, steht dennoch auf Platz 11.

Selbst unsere Nachbarn wie die Schweiz (auf Platz 5) oder Österreich (Platz 12), von denen wir immer annehmen, dass wir so viel gemeinsam haben, liegen (deutlich) vor uns in der Bewertung. Doch was unterscheidet uns denn so sehr von unseren Nachbarn? Uns Deutschen wird immer die Tugend angedichtet, dass wir strebsam sind und in der Arbeitswelt klare Ziele und Regeln haben. Aber setzen wir uns damit nicht schon zu sehr selbst unter Druck? Oder engen wir uns womöglich sogar ein? Streben wir nach dem Erfolg, und zwar vermehrt nach dem finanziellen und materiellen Erfolg, und lassen wir dabei leider auch Wichtiges für uns selbst, für uns als Mensch, auf dem Weg liegen? Warum kann ein Land wie Israel vor uns Deutschen liegen? Natürlich sollten wir uns selbst nicht für zu wichtig nehmen, aber der Vergleich zeigt dennoch, dass wir hier ein Defizit im Empfinden unserer Mitmenschen haben. Wohlstand allein scheint es nicht zu sein.

Das Streben nach „Mehr“

Wir Menschen haben den Drang nach „Mehr“ zu streben. Mehr materielle Dinge (nicht nur Geld), mehr Erfolg, mehr Anerkennung und auch mehr Glück. Aber das verbindet uns auch mit einem Mehr an Leistung und Investition.

Das Streben nach Glück führt dazu, dass es uns immer schwerer fällt, zufrieden zu sein. Wohlstand macht uns nicht glücklich, weil wir nie völlig zufrieden sind. Immer wollen wir etwas Besseres oder höhere Ziele erreichen. Schon seit dem Kindesalter werden wir zu Konsumenten erzogen. Wir nutzen Produkte nicht bis wir sie aufgebraucht haben oder sie beschädigt sind, sondern oftmals nur, bis ein neues Modell auf dem Markt ist. Die „guten alten Dinge“ suchen wir in kleinen Manufakturen und müssen oftmals neu lernen, den Wert der Dinge zu schätzen. Wir lernen neu, uns gegen die Wegwerfgesellschaft zu stellen und Dinge wertzuschätzen, ja mit ihnen zufrieden zu sein.

Aber diese Entwicklung geht noch deutlich weiter, es beschränkt sich nicht nur auf Konsumgüter. Die Kommunikationsmöglichkeiten, Plattformen und Börsen im Internet machen es möglich, sich die Frage zu stellen, ob es „nicht noch irgendwo einen Partner oder eine Partnerin gibt, die besser zu mir passt als die/der Jetzige. Macht mich ein anderer Mensch noch glücklicher als der Jetzige?“ Dabei setzen wir weniger auf langfristige Bindungen und Ehe, als auf kurzfristigere Beziehungen. Plattformen für Casual Dating boomen und gelten inzwischen als gesellschaftlich anerkannt. Immer mehr Singles leben in Deutschland, anstatt Pärchen. Wir haben es in den letzten Jahren daher vermehrt verlernt, an Beziehungen zu arbeiten und die Liebe über längere Zeiträume zu retten. Vielmehr suchen wir auch hier die glücklichen Momente der ersten Tage, das bekannte „Kribbeln oder Schmetterlinge im Bauch“ und wollen die rosa Brille nicht ablegen. Aber was wir gern ablegen ist der Mensch, der uns begleitet hat und arbeiten zu wenig an Beziehungen. Ja, es ist sehr schwer, das Gefühl, die Flamme am Brennen zu halten, aber wenn man sich bemüht und auf das eigentliche Ziel besinnt, dann lebt man gern und gut in einer harmonischen oder zufriedenen Beziehung.

Glück gegen Zufriedenheit

Glück ist eben nicht das gleiche wie Zufriedenheit. Oftmals stehen sie sich sogar gegenseitig im Wege. Die andauernde Suche nach dem Glück, nach dem Besseren und dem „Mehr-Haben“, diese innere Unruhe verhindert ein gewisses Maß an Ruhe und Ausgeglichenheit.

Doch muss man sich auch die Frage stellen, wann man denn eigentlich „zufrieden“ ist. Und wenn man unglücklich ist, ist man dann auch unzufrieden?

Ein glücklicher Zustand ist eine sehr kurze Momentaufnahme, zeitlich begrenzt und in einer bestimmten Situation. Die Momente können unterschiedlicher nicht sein und sind so individuell wie wir Menschen selbst. Für den Einen ist es das absolute Glücksgefühl, einen geliebten Menschen zu sehen, eine andere Person erfreut sich am wunderschönen Sonnenuntergang und eine weitere Person empfindet schon Glücksgefühle beim Essen einer leckeren Speise. Oder aber die Verleihung eines Preises oder einer Auszeichnung, der Sieg bei einem Wettkampf, die Geburt des Kindes, usw. usw.

Was wir aber bei all den Beispielen feststellen (die Liste lässt sich beliebig erweitern) ist die Tatsache, dass sie zeitlich begrenzt sind und wieder vorbei gehen. Der Moment macht uns glücklich, ist jedoch nicht von Dauer. Natürlich ist der eine Moment länger als ein anderer, aber alle haben ein Ende. Dabei muss man sich gar nicht kontinuierlich glücklich fühlen, wenn man zufrieden ist.

Betrachten wir jedoch die Zufriedenheit, so sieht es hier anders aus. Der Mensch ist innerlich ausgeglichen. Man möchte schon fast sagen, dass er in sich selbst ruht. Man strebt nicht nach weiterem, man ist mit dem einverstanden, was man hat und was mit einem passiert. Die Umstände werden akzeptiert und nicht hinterfragt. „Man findet sich ab“ und akzeptiert die Umstände und Situationen.

Aber wie geht man mit dem Unglücklich sein um?

Traurig und unglücklich sein

Glücklicherweise (ahhh, ein Wortspiel) ist ebenso wie das Glück auch das unglücklich sein zeitlich begrenzt. Dass dies so der Fall ist, ist vor allem für die menschliche Psyche unabdingbar. Es können Emotionen auftreten, die uns Menschen zerbrechen lassen, wie den Verlust eines geliebten Menschen. Man darf diese negativen Emotionen nicht verdrängen, sondern sollte sie zulassen und sie aufarbeiten, um dann letztendlich damit abschließen zu können. Wie lange solch ein Prozess andauert, hängt vor allem von der physischen und psychischen Verfassung des einzelnen Individuums ab. Wir Menschen können native Ereignisse und Emotionen nicht vermeiden. Sie passieren einfach und treffen uns oftmals unvorbereitet. Aber wir müssen eben lernen, damit umzugehen und damit zu leben, um unser eigenes Wohlbefinden nicht aus dem Auge zu verlieren.

Zum Heilungsprozess und Prozess der Aufarbeitung gehört das Zulassen von Schmerzen, von Trauern und auch das Zulassen des Weinens. Was man jedoch nicht vergessen sollte ist, dass man sich nicht in der Trauer verliert, denn sonst kann sie sehr schnell zu einer Unzufriedenheit werden und damit die Psyche dauerhaft beschädigen.

Man muss es zulassen, dass man auch einmal schlechte Tage hat, denn diese lassen sich nicht vermeiden und wir können auch nicht immer nur gut drauf sein. Den schlechten Tag zulassen, sich evtl. daheim einkuscheln oder weinen. Der ein oder andere mag ggf. in den Wald gehen und alles laut herausschreien. Oder sich im Sport (oder was einen sonst ablenkt) ereifern. Wie diese Stressbewältigung und damit die Zurückführung zu einem „zufriedenen Zustand“ gelingt, muss jeder für sich selbst herausfinden, auch wenn dies ggf. eine aufwändige Reise in das eigene Ich bedeutet. Aber eines haben diese trüben Momente gemeinsam: sie gehen vorbei! Und sie sagen vor allem nichts darüber aus, wie zufrieden Du mit Dir und Deinem Leben selbst bist, noch wie lebenswert es ist.

Wonach streben wir also?

Nach einem Gefühl der inneren Zufriedenheit! Punkt und kurz gesagt. Wir müssen uns das Ziel setzen, einen dauerhaften Zustand zu erreichen und nicht immer dem „Mehr“ hinterherzujagen und dabei andere wichtige Dinge in unserem Leben zu vernachlässigen. Wie aber lernen wir, wieder zufriedener zu sein? Das Gefühl der Zufriedenheit ist ein inneres Gefühl und muss von einem selbst kommen. Hier kommt einem wieder die Arbeit am rauen Stein in den Sinn und die Werkzeuge, die einem die Freimaurerei in die Hand legt. Man muss an sich arbeiten und vor allem lernen, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Man muss seine Ecken und Kanten erkennen, seine Stärken und Schwächen und lernen an und mit ihnen zu arbeiten. Nicht jede Kante muss abgeschlagen werden.

Sich selbst wertzuschätzen und das, was man hat und vor allem erreicht hat, helfen einem sehr, zufrieden zu sein. Nicht neidisch auf den anderen neben uns zu sein. Ziele muss man jedoch haben, aber das innere Gefühl des „Ich bin mit mir und meinem Leben zufrieden“ sollte ein erstrebenswertes Gut sein.

Was aber wenn man mit etwas unzufrieden ist? Dann sollte man diesen Zustand aktiv angehen. Nicht aussitzen oder warten bis es sich von außen bessert. Das kann durchaus auch mal passieren, aber ist es nicht so viel besser, wenn man selbst die Zügel seines Lebens in der Hand hat? Wenn man selbst verantwortlich ist? Ja, das mag durchaus eine gewisse Verantwortung mit sich bringen, aber nur so kann man sein Leben auch selbst bestimmen.

Zudem kommt noch, dass man andere akzeptieren sollte, wie sie sind. Das Wirken in der Gesellschaft und der Blick um einen selbst. Versuche daher nicht, an dem Stein eines anderen aktiv zu arbeiten. Aber wir können anderen helfen, sich selbst zu erkennen.

Wenn wir dies alles beherzigen, dann werden wir eine langsame Verbesserung der Inneren Ruhe und der Zufriedenheit beobachten. Wenn also somit die Basis des eigenen Lebens die Zufriedenheit ist, so wird man sich häufiger glücklich fühlen, sich über etwas freuen können und es erlauben, die Emotionen zu haben, für die es gerade Zeit ist.

Also wo ist das Glück? – ein Fazit

Einige werden also sagen, dass das Glück ganz von alleine zu einem kommen wird, sobald man den Zustand der Zufriedenheit erreicht hat…

In einer Weihnachtskarte meiner Mutter stand letztens geschrieben: „ich hoffe, Du bist nun glücklich“. Bin ich das? In einigen Momenten sicherlich. Aber beim Nachdenken über diese Zeilen muss ich auch sagen, dass wir uns oftmals selbst im Weg stehen.

Ich möchte niemanden das Streben nach dem Glück ausreden. Das kann jeder Mensch für sich allein entscheiden. Aber ich möchte Euch ans Herz legen, etwas mehr beständiger und damit auch zufriedener zu werden. Manches, wie die Arbeit an der eigenen Beziehung, mag mit Arbeit verbunden sein, aber es lohnt sich oft, diese Zeit zu investieren um ein gleichmäßig ausgeglichenes Maß an Zufriedenheit zu erreichen und nicht immer dem Glück hinterherzulaufen.

Wir arbeiten an uns, an unserem rauen Stein und sollten schon seit frühesten Tagen der Freimaurerei wissen, wie wichtig Zufriedenheit ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Glück der Welt…

 


René Schon im Juni 2019