Atheismus – Woran wir glauben (Teil 3)

Immer noch erreichen mich Briefe und Anschreiben, welche Stellung nehmen auf meinen Artikel in der Humanität in dem es über die Regularität von Brüdern geht, welche sich als Atheisten bezeichnen. Darin kommen verschiedene Thesen und Theorien vor, die ich sehr interessant finde und ich möchte hierzu auch meine Ideen kurz darstellen.

Freimaurerei – Eine Religion

Dabei kommt leider immer wieder die Meinung zu Tage, dass Freimaurerei eine Art Religion ist, oder zumindest ein Ersatz. Einige haben geschrieben, dass wir Freimaurer einen Transzendenzbezug haben, eine duale Komponente, einen Jenseitsbegriff und ein Fortbestehen nach dem Tode mit denen ein Atheist nichts anfangen kann. Dies sehe ich jedoch nicht so. Denn auch ein Atheist kann sich mehr als nur ein wenig damit anfreunden. Viele Atheisten, die ich kenne und auch gleichzeitig Freimaurer sind, haben einen starken Bezug zur Wissenschaft und Forschung. Gerade im Osten sind sehr viele Brüder zu finden, welche nicht getauft sind und ohne einen christlichen Glauben erzogen wurden. Selbst diese Brüder können diese Sinnbilder (und mehr sind es ja nicht, solange der Große Baumeister sich nicht selbst vorstellt!) füllen:

Transzendenz, der ABAW

Ist ein Sinnbild für etwas was über dem Menschen steht, sein Handeln und Denken beeinflusst. Für die einen ist es die Gravitation, für die anderen die Liebe, für den nächsten ist es der Gott in einem selbst.

Duale Komponenten

Gibt es im Bereich der Monisten und Logen die Gründerväter in diesem Bereich haben eher weniger.

Jenseitsbegriff und Fortbestehen nach dem Tode

Diese beiden gehen Hand in Hand. Selbst ein Physiker kann sagen, dass der ganze Körper aus Energie besteht und nach dem Energie Erhaltungsgesetz keine verloren geht. Somit wird sie auch nach dem Tod noch irgendwohin fließen. Das sehen sie dann als das Jenseits und Leben nach dem Tod. Aber wer weiß das schon. Diese letzte Reise treten wir alle einmal an.
Letztendlich ist es einfach wichtig einen Weg zu finden, diese Sinnbilder zu füllen. Und das können Atheisten genau so gut wie alle anderen Brüder.

Höhere Arbeit

Nach dem Tod wird der Freimauer zu „höherer Arbeit“ abgerufen, wie man so schön sagt. Für viele ist dies wieder ein Beweis, dass die Freimaurerei mit Atheismus nicht vereinbar wäre. Denn wer sollte den Maurer denn abrufen, wenn nicht ein Gott? Natürlich möchte ich hier auch in erster Linie sagen, dass die Natur und ihre Gesetze den Maurer (wie auch jeden anderen Menschen) abruft. Wenn es Zeit ist zu gehen, dann wird genau dieses uns allen geschehen. Nun bleibt noch die Frage nach der „höheren Arbeit“, welche wir nicht abschließend beantworten können. Ist es denn so? Wie können wir dies beweisen? Solange wir hier keinen Beweis haben, bleibt nur unser Glaube, egal ob es sich hierbei um einen Atheisten oder gottgläubigen Menschen handelt. Somit liegt es auch im Ermessen des Einzelnen, diese Passage zu interpretieren.

Man kann somit festhalten, auch Atheisten können sehr gut mit diesen Themen leben. Zudem haben sie ja in der Vielfalt der VGLvD (Vereinten Großloge von Deutschland) auch die Freiheit, Logen zu wählen, wo evtl. diese angesprochenen Elemente nicht vorkommen. In meiner Loge und unseren Ritualen (basierend auf dem Ritual des F.z.a.S.; von der GL abgenommen und regulär) kommt Dualität, Jenseits, und auch der ABAW nicht vor.

Eine Frage der Anerkennung

Was mich zu einem anderen Punkt aus den Briefen bringt. Es wurde mir geschrieben, dass viele Logen wegen der Anerkennung die bittere Pille geschluckt haben und den ABAW aufnehmen mussten. Das ist so nicht korrekt. Denn die UGLoE (United Grand Loge of England) schreibt nur ein „supreme beeing“ vor. Das KANN der ABAW sein, muss er aber nicht. Hier muss der Freimaurer für sich eben dieses Sinnbild füllen und damit arbeiten. Dies kann eben, wie bereits erwähnt, auch ein Atheist. Was jedoch die UGLoE vorschriebt ist das Auflegen der Bibel. Das ist ja wiederum nicht schlimm, da in vielen Logen ohnehin mehrere Bücher aufgelegt werden, gerade wegen Brüder anderer Religionen oder eben auch Atheisten. Auch wir mussten zur Anerkennung die Bibel auflegen, haben aber auch das weisse Buch dort liegen, weil es die Tradition unserer Bauhütte so vorsieht und dies die GL AFuAM genehmigt hat. Was die Regularität angeht muss ich mich schon sehr über die Bemühungen einiger Großlogen wundern, als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit faktisch analog einer Religion anerkannt zu werden. Dies widerspricht in allen Grundsätzen den Vorgaben der UGLoE. Freimaurerei darf KEINEN Bezug zu einer Religion haben. Daran sollten wir uns wieder vermehrt halten.

Religion oder Ethik

Eine Email erreichte mich mit folgender Aussage: „Die Religion zeichnet sich unter anderem in eindeutigen Zeichen, Symbole, Gesten, Zitate, Gebete und Wissen (Informationen). Man trifft sich um gemeinsam zu Beten in dafür hergerichtete Orte/Plätze. Es gibt ein Oberhaupt und eine Organisation darunter. Es gibt Regeln, Gebote und Verbote.“ Somit war für den Absender der Beweis erbracht, dass es sich bei Freimaurerei um eine Religion handeln muss.

Wenn dies alleine eine Religion ausmacht, so wäre ein Fußball Fan und Verein dies auch. Sie haben eindeutige Zeichen (z.B. das Heben einer gelben oder roten Karte), sie haben Symbole (fangen wir mal beim Fußball selbst an und gehen bis hin zu Fan Choreographien), Gesten (wieder das Handheben beim Karten geben), Zitate („das Runde muss ins eckige“), Gebete („oh Herr macht, dass der Ball noch reingeht“) und Wissen (hier Spielanalysen, Spielverläufe). Man trifft sich auf gemeinsamen Plätzen (Stadien, Fußballplatz). Es gibt ein Oberhaupt (Trainer, Bundestrainer, usw.) und eine Organisation (FIFA, UEFA). Es gibt Regeln (z.B. Abseitsregel), Verbote (bei Foul) und Gebote (be fair, play fair)
Dies kann man nun fast auf jeden Verein, eine Vereinsstruktur oder andere Gruppen von Menschen ausarbeiten. Für manchen mag sein Verein durchaus eine Religion sein.

Freimaurerei darf keinen Bezug zu einer Religion haben und wer hier eine „Ersatz-Religion“ sucht ist leider falsch. Der kann sich diese vielen freien Religionsgruppen anschließen und wird hier eher fündig. Wenn man allerdings Interesse an ethischen Werten und wahrer Bruderschaft im Rahmen dieser Werte hat, sollte man hier fündig werden (auch als Christ, Moslem oder welchen Glauben auch immer). Freimaurerei war und wird immer ein ethischer Bund blieben.

Fazit

Wir sind alt geworden und die Spinnenweben der Geschichte kreisen um uns. Das müssen wir massiv ändern. Warum wohl sind wir im Vergleich zu anderen Ländern nicht so viele Brüder? Weil die Freimaurerei uninteressant wird für eine junge Generation, welche nachkommen muss. Ja, es gibt immer welche, die diesen Lebensstil suchen. Aber wir müssen neue Reformen durchsetzen und uns mehr in der Öffentlichkeit positionieren, ohne dass die Deckung einiger Brüder aufgegeben werden soll. Es muss der nötige Spagat zwischen der Moderne und der Tradition geschaffen werden. Wir müssen nicht so radikal dabei vorgehen wie es früher schon einmal versucht wurde (wie durch den F.z.a.S.), aber den Tatsachen ins Auge sehen und uns moderner Aufstellen. So schaffen wir eine blühende Freimaurerische Kultur. Auch innerhalb der VGLvD mit ihren verschiedenen Ausprägungen. Denn hier müssen die Streitigkeiten über die Regularität oder Irregularität aufhören und man sollte erkennen, dass hier eine „Einheit durch Vielfalt“ herrscht. Und das lässt uns wachsen und stark wirken.

Daher freut es mich, dass ich einen Geist für Reformen in vielen meiner Brüder sehe…nun müssen wir sie nur noch vorantreiben.

Leben ist Handlung – Leben ist Wandlung

WinkelZirkel

„Leben ist Handlung
Leben ist Wandlung
Es ist nie zu spät
Wer kann der geht
Wer kann der geht“
Aus dem Lied „Lektion in Wermut – Der W“

Oft werde ich gefragt was einen Menschen dazu bewogen hat Freimaurer zu werden. Natürlich werden die meisten Brüder und Schwestern nun antworten, dass sie auf der Suche waren und sich in der Idee der Freimaurerei wiedergefunden haben.
Aber was bedeuten genau diese Worte? Jeder Mensch lebt sein Leben und handelt nach seinen Vorstellungen und Werten. Diese bilden sich durch seine Erziehung und seine äußeren Einflüsse.
Erst gestern hörte ich einen Altstuhlmeister einer anderen Bauhütte erklären, dass eines der Ziele sein muss, dass man am Ende des Lebens von den Bekannten, Freunden und Verwandten vermisst wird und nicht „als Arschloch in Erinnerung bleibt“.

Arschloch sein

Nun ja, auch ich hoffe, dass etwas von meinem Geist und meiner Vorstellung und Idee von Freimaurerei bestehen bleibt. Natürlich durch die Bücher, die ich schreibe, die Texte, welche in den unterschiedlichen Zeitschriften veröffentlicht wurden und auch durch diesen Blog. Aber auch in den Gedanken und Erinnerungen meiner Brüder, meiner Loge und speziell meiner Familie. Der Geist lebt in unseren Kindern weiter. Niemand möchte als ein „Arschloch“ in Erinnerung bleiben. Natürlich wird es Brüder geben, mit denen ich aneinander geraten bin. Diese mögen mich durchaus als ein Arschloch in Erinnerung haben, wenn ich mich auch eher als einen „unbequemen Geist“ der modernen Freimaurerei verstehe. Sollte ich Brüdern weh getan haben, so bitte ich dies zu entschuldigen. Auch ich bin nur ein Mensch und durchaus wie alle anderen fehlbar. Sicherlich werde ich auch einigen Ex-Partnerinnen als „Arschloch“ in Erinnerung bleiben, basierend auf die Vorfälle, welche dazu geführt hatten. Dies kann man natürlich nicht gut machen, aber diese Fehler zu erkennen und sich einzugestehen, dass man sie eben selbst fabriziert hat, ist der Weg zu Erkenntnis und der Weg zur Arbeit an einem Selbst. Entschuldigung!
Das Leben muss daher auch immer eine Phase der Wandlung und Neuorientierung sein. Leben ist Handlung – Leben ist eben immer auch Wandlung.

Suche nach dem Ich

Anfangs stand die Frage im Raum, was ein Mensch suche, der sich für die Ideen der Freimaurerei begeistern konnte. Nun, ich denke es war nicht unbedingt die Suche nach dieser Gruppe, dieser Gemeinschaft oder auch „Geheimgesellschaft“ (wie viele nun auch sagen werden), nein es war eher die Suche nach einem selbst. Das ICH stand hier im Vordergrund und an diesem sollte gearbeitet werden. Und hierbei fanden sich diese Menschen in einem ethischen Bund wieder. Doch vorher bleibt die Erkenntnis, welche auch schon einer meiner Altstuhlmeister immer sagte, dass die Freimaurerei in erster Linie eine egoistische Sache ist. Etwas für jeden persönlich, weil man für sich alleine auf dieser Suche ist und sich die Frage nach dem Sinn stellt.

Bessere Menschen?

Was natürlich nun absolut nicht heißen soll, dass der Freimaurer per se nun weiser ist als andere Menschen. Sind wir durch den Beitritt zu diesem Bund nun bessere oder/und weisere Menschen geworden. Nun ja, würde man einen Maurer fragen, so würde er sagen, dass er sich bemüht hat. Aber ob jemand weise ist, sollen bitte andere Menschen als man selbst entscheiden. Es geht hier aber um die nötige Reflektion, von Gedanken, Aussagen und dem eigenen Ich. In wie fern dies nun einen Menschen weise macht, bleibt hier offen. Aber sicherlich kann man behaupten, dass der Freimaurer den nötigen Blick auf sich und seine Umwelt hierfür hat. Diese Arbeit an einem Selbst, sie bleibt für den engagierten Freimaurer stets eine Aufgabe, eine Herausforderung. Sie zu meistern, macht den Reiz aus und die Freimaurerei gibt einem hierzu die nötigen Werkzeuge in die Hand. Das Klopfen und Hämmern muss man jedoch selbst lernen.

Bleibt die Frage offen, ob das Gradsystem der Freimaurer weiser ist? Nein, ich denke auch das nicht. Denn wenn man dieses durchläuft und nichts dabei lernt und sich selbst ändert, dann hat man zwar den Grad erreicht, aber leider immer noch nichts verstanden. Man muss dies auch leben um auch die Erfahrung zu bekommen, zu lernen was es heißt ein wahrer Freimaurer zu sein. Ob man dann schlussendlich sich bemüht hat weiser zu werden, dass müssen rückblickend die Generationen nach uns beurteilen.

Muss es denn immer Freimaurerei sein?

Um es kurz zu machen, nein, natürlich nicht. Es gibt viele Gruppierungen wie den Lions Club oder die Rotarier, welche auch an die Prinzipien der Freimaurerei gebunden sind, jedoch ohne den rituellen Teil. In einigen Städten gibt es auch Kreise und Kränzchen, in denen Menschen sich über die unterschiedlichsten philosophischen Gedanken austauschen. Die Freimaurer sprechen auch vom „Bruder ohne Schurz“. Damit werden Menschen bezeichnet, die sich für die Ideale der Gleichheit, Toleranz, Brüderlichkeit, Freiheit und Humanität einsetzen, jedoch nicht dem Bund der Freimaurer angehören. Wenn man sich nur auf das Element der Persönlichkeitsentwicklung beschränken will, so gibt es auch hier unterschiedliche Möglichkeiten. Von Selbsthilfegruppen über Volkshochschul-Veranstaltungen bis hin zu professionellen Persönlichkeitsseminaren, hier herrscht eine große Vielfalt.
Somit kann gesagt werden, dass man natürlich nicht immer Freimaurer werden muss, um sich selbst zu erkennen und seinem Leben einen Sinn zu geben. Die Maurerei ist hier nur ein Bund, der einem die Werkzeuge in die Hand gibt und aufzeigt, wie man seinen Stein behauen muss/kann/soll…

Fazit und Schlussworte

Ein japanisches Sprichwort sagt: „Fürchte dich nicht vor langsamen Veränderungen, fürchte dich vor dem Stillstand.“ Genau das sollte jedem Freimaurer auch immer in Erinnerung gerufen werden. Die Arbeit an dem eigenen ich ist eben nicht mit der Erreichung eines Grades abgeschlossen. Sie besteht ein Leben lang und wir sind diese Verpflichtung für uns selbst eingegangen. Genau hierfür ist es nie zu spät. Man muss es nur wollen und dann diesen Weg gehen. – Wer kann der geht!

Kurioses von der Logenhomepage

In der Rolle des Sekretärs einer Loge wird man immer wieder mit sehr Kuriosem konfrontiert. Da ich zum kommenden Maurerjahr aus diesem Amt ausscheide und mich mehr dem Schreiben und Reden widmen werde, (als neuer Redner meiner Loge) möchte ich in diesem Eintrag doch kurz aufzeigen, wie viel Irrglauben und Unsinn es noch immer in den Köpfen der Menschen über Freimaurerei gibt. Ich denke gerade hier ist einer der Gründe verborgen, warum ich die Webseite www.freimaurergedanken.com betreibe. Es ist an der Zeit mit diesen Vorurteilen und ideologischen Ansichten aufzuräumen und Suchende und Interessenten die echten Hintergründe der Freimaurerei nahe zu bringen. Weg von den Vorstellungen einiger Verschwörungstheoretiker und Angst-Treiber, hin zu fundierten Aussagen und Einblicken.

Die kommenden Zeilen sind nicht erfunden, sondern Emails und Eingänge die mich über die Homepage meiner Loge erreichten. Ich gebe sie anonymisiert, aber ohne Änderung wieder.

Teils erschreckend, aber auch teils amüsant. Zumindest kann ich sagen, dass ich immer mit dem nötigen Ernst und Respekt an diese Nachrichten gegangen bin und mir auch gern die Zeit genommen hatte, darauf zu antworten (auch wenn es stellenweise mehr als schwerfiel…)

Viel Spaß beim Lesen…

 

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„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich weiß nicht ob ich hier richtig bin. Ich fang einfach mal an und zwar habe ich ein riesen Problem und weiß nicht wo ich mich damit hinwenden kann. Es geht darum, dass seit 1986 mich gewisse Leute auf diese Gradwanderung begleiten, irgendwas mit 95 Stufen…Nun sieht es so aus, dass ich seit knapp 4 Jahren diese „netten“ Stimmen wahrnehme…

Ich möchte das alles nicht!!!! Aus meiner Sicht ist das 1. Geldverschwendung und 2. habe ich absolut keine Lust (da ich enorme Schwierigkeiten habe, mich von diesem Gedanken zu lösen, dass etwa meine ich 3 Leute an meinem Körper und Unterbewusstsein rumhantieren zumal diese Personen nicht wirklich nett sind. Absolut nicht!!!

Und auch will und werde ich niemals irgendetwas wie z. B. administrative Tätigkeiten ausüben wollen

Bin mir nicht sicher. Weiss nur, dass ich das alles nicht möchte. Und für mich es keinen Sinn macht und auch nicht für diejenigen die das veranlasst haben. Ich weiß nicht mehr weiter. Hoffe Sie können mir in irgendeiner Weise behilflich sein. Das ist mein ernst, wenn sie können bitte setzen sie dem ein Ende!!!!!!! Bitte helfen sie mir!!! Und nehmen mich ernst!!“

 

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„Sehr geehrte Damen und Herren, in Bezug auf die Freimaurerei habe ich mich bereits mehrfach erkundigt. Es hat geheißen, dass man nicht in mehreren unterschiedlichen Logen tätig sein darf. Das würden dann Interessenkonflikte auftreten. Zurzeit scheint es aus anderer Ebene Auseinandersetzungen mit stärkeren Parteien zu geben, was das Problem aber nicht löst. Härte mit Härte zu begegnen oder schwarzmagische Rituale vorzunehmen um jemanden in die Knie zu zwingen (Br. aus Roth) ist nicht gerade die feine Art. Ich stelle den Antrag auf Überprüfung dieser Person aus Roth.“
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„Ich weiß, oder spüre das ich für höheres Wissen bestimmt bin und möchte jede Wahrheit wissen um die Welt verstehen und führen zu können, in dem Bereich der meine Berufung ist. Um meine Bestimmung zu finden bitte ich euch mich mit eurem Wissen, dort hin zu führen.“
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„Ihr wollt erleuchtet werden und der Weg ist das Ziel. Ja ich weiß. Habt ihr denn keine anderen Hobbys? Der Weg zur Erleuchtung – zum kosmischen Bewusstsein. Aufzuhören zu kämpfen. Denn: Wer kämpft – hat schon verloren. Wer kämpft ist blind. Wo gesiegt wird, gibt es Verlierer. Da wo es Verlierer gibt, verlieren wir selbst – den Überblick, die Anbindung uns selbst. Kämpfen ist ein Krampf.

In der Welt der Beurteilungen, der Vorurteile und des Getrenntseins entstehen die manifestierten Energien, die wiederum die Ereignisse nach sich ziehen. Erleuchtung kommt in der Regel langsam. Manchmal kündigt sie sich mit Erleuchtungszuständen an, die sich von der tatsächlichen Erleuchtung aber grundsätzlich (auch im Empfinden) unterscheiden. Solchen Erleuchtungszuständen muss aber keines falls eine tatsächliche Erleuchtung im selben Leben folgen. Die meisten Suchenden bleiben kurz vor der Schwelle „hängen“. Das Ego (die sich abgrenzende und wertende Persönlichkeit) bläht sich auf und kämpft wie wild um das Überleben. Es gibt nicht wenige, die dann selbst als Lebensberater oder Geistheiler ihr Ego ausleben. Sie haben zwar einiges an Weisheit in sich, sind aber über den ganz entscheidenden Schritt des Festhaltens und in das LOSLASSEN nicht gegangen. Das Ego erzählt einem allerhand, was alles geschieht (geradezu apokalyptischen Illusionen – woran man ja erkennt, wieviel Angst es hat), wenn man diesen Schritt geht.

Die Erleuchtung ist keine Auflösung in dem Sinne, wie es das Ego einem voraussagt. Doch sie ist für den Verstand ein Zustand, den man nicht beschreiben und vorher auch nicht völlig begreifbar machen kann. Aber es ist auch eine Prüfung, die Angst hilft auch dem höheren Selbst dabei den Suchenden zu prüfen, was ihm wichtiger ist: Haben oder SEIN ?? Nur wer bereit ist, ALLES loszulassen, alles zu akzeptieren unter Umständen auch zu verlieren, wird fast von allein in das Tor gezogen, an den versuchenden Dämonen (alte eigene abgespaltene Seelenanteile) vorbei. Dieser Prozess kann sich durchaus über einige Wochen abspielen und muss auch nicht zwangsläufig wirklich in einer vollendeten Erleuchtung enden. Nach dem Hauptakt, dem Eintritt durch das Tor fließt tatsächlich ungeheure Mengen an Licht und Energie durch das Aurafeld und den Körper: Satori.

Eine Verwirrung ohne den Ansatz von Irresein ist erst einmal die Folge. Man tritt in einen Raum, in dem auch die anderen sind, die Erleuchtung irgendwann mal erlebt haben und man wundert sich, wer einem dort alles die Hand schüttelt. Dann folgen Einweihungen ohne Ende und alle Türen und Geheimnisse öffnen sich. Eine geradezu biochemische und energetische Umwandlung des Körpers und des Energiefeldes findet statt. Aus Glauben wird Wissen, aus Suche wird ewiges Sein. Doch auch ein Erleuchteter kann noch Schmerzen oder Leid empfinden, der Rucksack wird nur mit einer anderen inneren Haltung getragen, man kennt dann seine Schwächen und wächst nach und nach weiter im Wandel des Lebens in Richtung Gottesbewusstsein. Erleuchtung bedeutet nicht 100 Prozent Licht!

Gottesbewusstsein erst ist vollständiges Licht und dieses entwickelt sich erst langsam und allmählich nach der Erleuchtung – die endgültige Auflösung aller Strukturen und Beschränkungen. Das ist eine gewaltige Entwicklung, die schon aufgrund der enormen Anstrengung für den Körper und die Seele langsam von statten geht.“

 

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„Auf dem 1-Dollar-Schein ist auf der Rückseite links die Allgegenwärtige Pyramide mit dem Auge zu sehen, wie wir wissen ist es ein Zeichen der Freimaurer, also gehe ich davon aus, dass Amerikaner etwas mit den Freimaurern zu tun haben (u.a. war ja auch George Washington ein Freimaurer). Gleich daneben rechts sieht man den Davidstern geformt aus weiteren kleinen Stern, und wie wir wissen ist der Davidstern ein Symbol des Judentums. Also ging ich davon aus, dass JUDEN und FREIMAURER etwas miteinander zu tun haben. Nach ein paar Recherchen stellte ich fest, dass ich gar nicht mal Unrecht hatte. Juden und Freimaurer verbreiten im Endeffekt den wahren Terror. Meine Frage ist nun: Was habt ihr bzw. die Juden gegen Palästina oder andere muslimische Länder (siehe Afghanistan) und was hat es mit dem heiligen Gral auf sich?“

 

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„Ihr seid verdammt! Was auch immer ihr in euren Logen da treibt, ob ihr nun den Teufel anbetet oder kleine Menschenbabys opfert, merkt euch EINES und zwar: GOTT IST GROSS – so groß, dass er jeden einzelnen von euch irgendwann für eure Taten zur Rechenschaft ziehen wird. Ihr habt vielleicht den Dollar und den Euro erfunden, doch die Schönheit des Lebens und unserer Welt ist euch fremd. Ich wurde sogar mal auf einem euren Treff in der Loge eingeladen, getarnt als ‚Nichtswissender‘ habe ich das gesehen, was ich sehen wollte, und meine Spionagearbeit war erledigt. Ich wohne in der Gegend und finde es einfach nur abscheulich, dass es euch sogar in meiner Umgebung gibt. Meine Mail wird zwar nix – garnix – bewirken können, doch ich bin froh, dass ich nicht geblendet bin und mit offenen Augen durch die Welt laufe.“

 

Ein Solitär, ein freier Mann (von gutem Ruf)

„Ein freier Mann von gutem Ruf“ das ist die Antwort, die man als Interessent hört, wenn man einen Freimaurer nach den Voraussetzungen zur Aufnahme in dem Bund fragt. Diese Antwort umfasst eigentlich kurz und bündig alles Nötige und wirft zugleich wieder neue Fragen auf. Was soll das eigentlich heißen und was bedeutet es beim näheren hinschauen?

Immer wieder kommen Diskussionen auf, was einen „freien Mann“ denn eigentlich ausmacht. Schauen wir etwas genauer hin, so werden wir hierfür das Synonym des „Solitärs“ (oder eng. „solitary man“) finden. Der Duden beschreibt einen Solitär als einen „Einzelgänger[in], einsiedlerischer Mensch“, ja sogar als Einsiedler und Eremit. (www.duden.de). Wenn wir uns mit dem Wort an sich beschäftigen muss auch klar gesagt werden, dass der Begriff Libero (ital. freier Mann; weiblich auch Libera) eine defensive Spielerposition im Fußball und Volleyball bezeichnet. Auch hier kommt „der freie Mann“ vor.

„Als solitär bezeichnet man in der Zoologie Lebewesen, die einzeln bzw. allein leben. In der Biologie ist das Gegenstück zu solitär gregär oder gesellig“. (aus de.wikipedia.org).

Einzelgänger kontra Gemeinschaft?

Gerade der letzte Satz sollte uns aufhorchen lassen. Der freie Mann ist also das Gegenteil eines geselligen Mannes und wenn ja, wie verträgt sich dies mit der Freimaurerei und dem Gemeinschaftsprinzip? Hier gilt es sich zurückzunehmen und sich selbst nicht mehr so wichtig zu sehen. Zu lernen, sich in Geduld zu üben und in der Gemeinschaft zu arbeiten. Gerade das zeichnet aber einen Einzelgänger nicht wirklich aus. Der ist eher in sich gekehrt und agiert alleine.

Betrachten wir die Forderung nach dem „freien Mann“ aber mit dem nötigen historischen Hintergrund, so wird es deutlicher was damit gemeint ist. Es handelte sich um einen Mann, der frei in seinen Entscheidungen war und ist. Der keinen Lehnsherrn angehört und niemanden unterstellt ist, der in seinem Handeln und Denken frei ist. Denn gerade so ein Mensch kann sich auch in die Bruderschaft einbringen und diese mit seinen Gedanken und Ideen mitgestalten. Er kann sich frei entfalten und das Logenleben aktiver und damit auch attraktiver machen. Somit passt der Solitär sogar sehr gut in eine Freimaurer Bruderschaft.

Gruppierung der Ungleichen

Eine Loge ist eine Gruppierung von gleichen Menschen sollte man denken. Alle sind Freimaurer und alle beschäftigen sich mit dem gleichen Gedankengut. Aber idealerweise sollte eine Loge ein Abbild der Gesellschaft darstellen. Also Menschen vereinen, welche sonst evtl. nie zusammengekommen wären. Eine Gruppe von Ungleichen.

Wenn in einer Loge alle Menschen aus dem gleichen sozialen Hintergrund kommen, über was wollen die Brüder sich denn austauschen. Ist es nicht eher wichtig, dass unterschiedlichste Meinungen gehört und betrachtet werden? Natürlich gibt es Logen, in denen sich nur Politiker oder auch nur Selbständige treffen. Aber gerade hier ist die Loge eher kein Abbild der Gesellschaft. Eine repräsentative Menge unterschiedlichster Menschen macht das Zusammenspiel interessanter. Zwar muss man sich oft auch mit seiner Meinung zurücknehmen, aber somit lernt man an sich zu Arbeiten und den Umgang mit den Brüdern untereinander zu schätzen. Es wird in einem Gedankenaustausch (eine Art Diskussion zu einem Gesprächsthema) auch nicht die Meinung der einzelnen Brüder gewertet, sondern man lässt diese stehen und respektiert sie. Es sollen alle Brüder zu Wort kommen und sich mit ihren Gedanken einreihen. Daher kommt es hier eben auf die Vielfalt an, welche wir eben durch die unterschiedlichen freien Männer erreichen können. Zudem kann auch der Bruder, dessen Gedanken und Handlungen frei von äußeren Einflüssen sind, diese reflektieren und in Frage stellen. Auch hierzu dient der Austausch mit dem Bruder innerhalb der Loge.

Wirken innerhalb der Loge

Der Freimaurer wird spätestens mit dem Erreichen des 2. Grades, des Gesellengrades, dazu aufgefordert um sich zu schauen. Er muss seinen Platz unter den Brüdern finden und auch seinen Platz in der Gesellschaft kennen. Er muss verstehen und erkennen lernen, wie er in der Gesellschaft mit seinem Handeln und seinen Gedanken wirken kann. Die Brüder dienen dazu als eine der Möglichkeiten sein Handeln zu reflektieren und in Frage zu stellen. Dies wiederum ist Grundlage für eine Arbeit am eigenen Rauen Stein, denn nur so können die Macken erkannt und die Ecken behauen werden. Somit ist der einzelne Bruder gefordert, sich aktiv einzubringen und ein Teil der Gemeinschaft zu werden, zu einem geselligen Bruder (wie schon der Name Geselle sagt).

Was soll der freie Mann machen?

Bleibt noch die Frage zu klären was der freie Mann dann innerhalb der Gemeinschaft einer Loge denn machen und wie er sich einbringen sollte. Er sollte zumindest erkennen, dass er etwas ändern will, dass er die Welt verbessern will. Das beginnt allerdings mit der Selbsterkenntnis und dem Wunsch der Änderung auch bei sich selbst. Es ist wie in dem Lied „Man in the mirror“ von Michael Jackson:
„Ich werde mit dem Mann im Spiegel beginnen,
ihn darum bitten seine Ansichten zu ändern.
Und keine Botschaft könnte klarer sein.
Wenn du die Welt zu einem besseren Ort machen willst,
betrachte dich selbst und ändere etwas.
Du musst das Richtige tun, solange du noch Zeit dafür hast,
Du kannst nicht deinen… deinen Verstand verschließen.
Und darum werde ich diesen Mann dort auffordern sich zu ändern, und zwar hier und jetzt.“

Fazit

Nach wie vor sucht die Bruderschaft der Freimaurer freie Männer von gutem Ruf. Frei von Verpflichtungen und gefestigt im Leben. Der freie Mann und die freie Schwester sind die Grundlange der Mauerei. Natürlich sollte man mit beiden Beinen im Leben stehen und gefestigt sein. Aber deine Ideen und Gedanken müssen frei bleiben. Daher sind viele Freimaurer nicht nur Brüder in diesem Bunde, sondern auch oftmals Freidenker. Und ihr wisst ja: der Kopf ist Rund damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können…

Ein Solitär, ein freier Mann…

Vom Angekommen sein…

Vor kurzem habe ich in einem sozialen Netzwerk eine Nachricht von einer Freundin erhalten, welche ich seit Jahren weder gesehen noch gesprochen hatte. Wir tauschten uns kurz darüber aus, wie unser Leben in den letzten Jahren so verlaufen ist. Sie ist inzwischen Motivationstrainerin und fand es schön, wie ich „angekommen“ bin.

Über diese Worte habe ich noch tagelang immer wieder nachgedacht. Gerade der Begriff des „angekommen seins“ fand ich doch eher ein paar weitere Gedanken wert. Kann ein Freimaurer denn ankommen und wenn, ja wo?

Privat ankommen

Natürlich kann man im privaten Rahmen und Umfeld ankommen. Man hat sich einen festen und sicheren Job gesucht, hat einen festen sozialen Umkreis und Freundeskreis, hat ggf. eine Familie gegründet. Dies alles spricht für einen gewissen Grad des angekommen seins. Gesellschaftlich etabliert, wie man so schön sagt. Und das ist wiederum auch die Voraussetzung für einen Menschen, der Freimaurer werden möchte. Er muss ein „freier Mann von guten Ruf sein“. Er (oder eben gern auch Sie) sollten fest im Leben stehen und eine gefestigte Meinung haben, aber auch gern mit einem freien Geist. So bringt es leider nichts, wenn jemand Mitglied in einer Loge werden möchte und ein Teil seiner Familie (im schlimmsten Fall die Partnerin/der Partner) etwas gegen den Beitritt zum Bund der Freimaurer hat. Ich spreche hier aus Erfahrung, dass sich das neue Mitglied dann schlussendlich doch für Harmonie in der Partnerschaft entscheiden wird. Hat der Interessent jedoch ein gefestigtes Umfeld, so sind die Voraussetzungen für einen möglichen Beitritt hoch.

Arbeit am rauen Stein

Aber betrachten wir nun den Freimaurer selbst. Kann er denn „angekommen sein“? Um es gleich vorweg zu nehmen: ich denke nein. Denn selbst der gute Meister ist ein noch besserer, wenn er erkennt, dass die Zeit, in der er an sich arbeitet und sich verbessern kann, nie vorbei sein wird. Somit wird der Meister auch immer ein ewiger Lehrling bleiben. Die größten Meister sind diejenigen, die nie aufhören Schüler zu sein. Wissensdurst und der Drang zur Vervollkommnung des eigenen Ichs darf für einen Freimaurer kein Ende haben. Hier wird der Maurer also nicht ankommen, sondern immer wieder Ecken und Kanten an sich selbst finden, die es gilt behauen zu werden. Im Laufe der Zeit kann man also auch an einem fast fertigen Stein wieder neue Ecken finden.

Ewiger Osten

Natürlich kommt für jeden Menschen der Zeitpunkt, da er das letzte große Geheimnis der Menschheit lüftet. Was passiert mit uns nach dem Tode. Nun, der Freimaurer bezeichnet dies als einen Übergang in den „ewigen Osten“. Hier ist dann der Bruder angekommen, denn er legt seine irdischen Werkzeuge aus der Hand und stellt die Arbeit an sich selbst, an seinem rauen Stein, ein. Man kann also ein klein wenig sagen, dass der Freimaurer dann angekommen ist. Was danach kommt, wissen selbst die Klügsten nicht. Das einzige was einem bleibt ist die Hoffnung, dass man sein Leben genutzt hat um Gutes zu tun und es bewusst zu leben. Wenn man dann noch das Glück hatte, sein Wissen und seinen Einfluss an seine Kinder weiterzugeben, ihnen zu vermitteln, wie sehr man das Leben leben sollte, dann kann man sich als „angekommen“ bezeichnen.

Freimaurerei als ethisches Modell

Freimaurerei ist kein Geheimbund oder eine von Verschwörungstheorien getriebene Bruderschaft. Sie ist eine Bruderschaft (und auch Schwesternschaft) welche sich für die Grundsätze der Brüderlichkeit, Toleranz, Humanität, Freiheit und Gleichheit einsetzt und nach ihnen bewusst das Leben ihrer Mitglieder ausrichtet. Sie ist KEINE Religion und darf auch KEINEN Bezug zu einer Religion haben. Sie ist ein ethischer Bund von Ungleichen. Der Grundsatz dieses Bundes ist das Verständnis der Arbeit am eigenen ich, der Arbeit am rauen Stein. Natürlich hat die Freimaurerei noch eine Vielzahl an Sinnbildern und Symbolen, aber das entscheidendste ist das gemeinsame Verständnis für die Arbeit an sich selbst.

Fazit

Ich denke bezüglich der Arbeit am rauen Stein, am eigenen Ich und vor allem in der Vervollkommnung dessen, sollte man nie angekommen sein. Selbst ich vermesse nicht bei mir festzulegen wann meine Arbeit an meinem eigenen Stein beendet ist und ich mich sinnbildlich in den Tempel der Humanität einbetten kann. Meiner Meinung ist der einzige Stillstand der Tod. Und da werde ich die Arbeiten an mir beendet haben. Ich hoffe nur, dass mein Geist und meine Einstellung in meinem Sohn weiterleben werden.

Die anfangs erwähnte Motivationstrainerin hatte den Spruch „Die größten Meister sind diejenigen, die nie aufhören Schüler zu sein“ auf ihrer eigenen Webseite. Wenn dies so ist, dann sollte man eher nicht ankommen, sondern immer auf der Suche sein. Auf der Suche nach sich selbst.

 

Freimaurer-Führungen durch Berlin und Hamburg

Br. Philip Militz („Freimaurer in 60 Minuten“, „www.freimaurer.online“) hat zusammen mit dem Berliner Ordensbruder und Architekten Linus Scheffran ein neues Projekt ins Leben gerufen: Freimaurer-Stadtführungen durch Berlin und Hamburg.

Die Idee hatte Philip Militz, der auch beruflich mit dem Thema Stadtführungen in der Hansestadt zu tun hat, schon 2009. Nach und nach reifte ein Konzept heran, dass durch die beeindruckenden Besucherzahlen der Logenhäuser beim „Tag des offenen Denkmals“ und eine Publikation von Br. Christian Polscher („Freimaurerische Streifzüge durch Hamburg“) weiteren Rückenwind bekam. Als Philip Militz dann kürzlich bei seiner Lesung im Ordenshaus auf Br. Linus Scheffran traf, der bereits ein ähnliches Konzept für Berlin entwickelt hatte, beschlossen die beiden, zusammen „durchzustarten“ – in Hamburg übrigens sogar für einen guten Zweck!

Der Anspruch sei, keine normalen Stadtführungen anzubieten: „Anhand der freimaurerischen Spuren möchten wir unterhaltsam Interessierten die Freimaurerei näher bringen bzw. ‚Insidern‘ Deutschlands führende Freimaurer-Metropolen aus neuen Blickwinkeln zeigen“, betont Philip Militz in seinem Blog. Ganz bewusst werde auch mit einigen gängigen Klischees „gespielt“, um durch die Führung mit diesen zu brechen.

Los geht’s in Berlin ab Mai jeden Samstag um 17 Uhr, in Hamburg voraussichtlich ab Juli jeden zweiten Samstag im Monat um 12 Uhr. Dauer: 2-2.5 Stunden. Ausgewählt haben die beiden Brüder jeweils eine der schönsten Routen durch die Innenstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Wer mehr über die Führungen und Buchungsmöglichkeiten erfahren will: http://www.freimaurer.online/touren

FMFuerungen

Interview mit Hans-Hermann Höhmann – „Das Ritual in der Freimaurerischen Praxis“

IMG_1637Mit seinem neuen Buch „Das Ritual in der Freimaurerischen Praxis“ zeigt der Autor Hans-Hermann Höhmann, dass man sehr wohl über das freimaurerische Ritual, seine Besonderheiten und Wirkungsweisen sprechen kann, auch und gerade mit Außenstehenden, ohne die sogenannte Arkandisziplin, also die Verschwiegenheit über die Inhalte unserer Rituale, zu verletzen. Ganz nebenbei befreit er die Diskussion von mancher verstaubten Sichtweise.

Ich hatte Mitte März im Rahmen eines Symposiums in Frankfurt die Gelegenheit den Redner der Großloge AFuAM, Hans-Hermann persönlich zu treffen und mich mit ihm über sein neues Buch auszutauschen. Ich möchte hier das komplette Interview wiedergeben, welches in einer der kommenden Ausgaben der Humanität erscheinen wird. Ein herzliches Dankeschön geht auf diesem Weg an meine Brüder Hans-Hermann für seine Zeit und sein Engagement, sowie Bastian Salier, Chefredakteur der Humanität.

Für alle Interessenten (sehr empfehlenswert, auch für Nicht-Freimaurer und Interessenten!):

Hans-Hermann Höhmann: „Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei; Funktion, Struktur, Praxis“. 112 Seiten, Taschenbuch, erschienen zum Preis von 9,00 € im Salier-Verlag. ISBN 978-3-943539-42-4

 

Lieber Br. Hans-Hermann, diejenigen, die dich etwas länger kennen, wissen, dass du dich schon seit längerem mit dem freimaurerischen Ritual befasst hast. Warum kam es dann gerade jetzt zu deinem Buch? Was war deine Motivation hierzu?

Hierfür gab es drei Anstöße: Einmal meine eigene Logenpraxis. Meine Kölner Brüder vertrauen mir ja immer noch die Leitung ritueller Arbeiten an. Da wollte ich einfach wissen, was ich tue, wenn ich am Ritual leitend mitwirke, was für mich und die Brüder rituelle Präsenz bedeutet und worauf es bei der performativen Praxis des Rituals ankommt. Zum anderen bin ich ja als Redner der Großloge häufig Referent bei internen und öffentlichen Veranstaltungen der Logen. Dabei wurde mir immer mehr bewusst, dass man ohne klare und durchdachte Vorstellungen von Wesen und Funktion der freimaurerischen Rituale nicht über Freimaurerei informieren kann. Drittens schließlich arbeite ich ja seit Jahren intensiv auf dem Gebiet der Freimaurerforschung. Da war es mir bald bewusst, dass sich ohne klares Bild von der Entwicklung der Rituale, ihren Wegen, aber auch ihren Abwegen, weder die Geschichte der Freimaurerei verstehen lässt, noch die Struktur des Bundes als Ideensystem und gesellschaftliche Assoziation.

Wie schwer fiel es dir, ein Buch über das freimaurerische Ritual zu verfassen, ohne dabei jedoch etwas vom Ritual selbst preiszugeben? Also wie schwer war die Wahrung des Arkanums? Und wie weit ist der Begriff „Geheimnis“ heute noch relevant?

Wenn man sich mit dem Ritual beschäftigt, insbesondere, wenn man die Ergebnisse der modernen Ritualforschung beachtet, ist es nicht schwer, inhaltlich angemessen darüber zu schreiben. Verletzungen der „Arkandisziplin“ muss ja nur der befürchten, der vom Ritual nicht mehr kennt, als die Texte und Symbole. Ich bemühe mich darum, Wesen und Funktion des Rituals zu verstehen und darzustellen. Darüber kann man sprechen und schreiben, ohne das „Arkanum“ – was immer dies ist – zu verletzen. Ja, man muss dies sogar tun, wenn man Wert darauflegt, dass Freimaurerei innerhalb des Bundes und in der Öffentlichkeit adäquat verstanden wird. „Worte und Zeichen und Gebräuche sind nicht die Freimaurerei“, sagt Lessing, und dass das Erlebnis des Rituals eine geheimnisvolle Versenkung in das eigene Selbst bewirkt, ist eine Tatsache, zu der sich der Freimaurer ohne jede gedankliche Verrenkung bekennen kann.

Was macht heutzutage denn Rituale noch attraktiv? Und wo hat ein Ritual einen reellen Bezug zur Wirklichkeit, zum Alltag des Bruders/der Schwester?

Rituale macht heutzutage attraktiv, was Rituale immer attraktiv gemacht hat. Seitdem der Mensch sich seiner Persönlichkeit, seiner Individualität und seiner Freiheit bewusstgeworden ist, hat er auch Bedrohung und Kontingenz erlebt und nach Möglichkeiten gesucht, in der Wechselhaftigkeit und Unbestimmtheit seiner Existenz Sicherheit zu finden. Ein Weg zu diesem Ziel war die Entwicklung und Praktizierung von Ritualen: Rituale integrieren, Rituale vermitteln Ordnungsvorstellungen, Rituale sorgen für Legitimität, Rituale schaffen Grundvertrauen, Rituale schaffen zwischenmenschliches Vertrauen, Rituale fördern Identität, Rituale motivieren, Rituale vermitteln gehobene Lebensgefühle. Dass Rituale Halt geben und Richtung vermitteln, stellt ihre Beziehung zum Alltag der Freimaurer und Freimaurerinnen her. Echte Rituale stellen stets Beziehungen zwischen ritueller Zeit und rituellem Raum auf der einen und der Außen- und Alltagswelt auf der anderen Seite her. Sie würden ihren Sinn verfehlen, wenn sie nur Bestandteile einer selbstreferentiellen Spirale immer neuer Rituale wären.

Wie siehst du das Schweizer Modell? Sollten die Logen mehr Freiheiten in der Ritualwahl und -gestaltung bekommen?

Wichtig ist zweierlei: Die Festlegung von grundlegenden Strukturen freimaurerischer Rituale, die überall in der Welt wieder erkennbar sind, und die Freiheit der Loge, dem Ritual ihre eigene Wirklichkeit, ihr spezifisches Flair zu vermitteln. Das Gemeinsame der Freimaurerei muss ebenso deutlich werden, wie der besondere Charakter der einzelnen Loge. Die besondere Identität der Loge ist das, was ich beim Besuch von Logen in der Schweiz immer wieder auf inspirierende Weise erlebe.

Wie kann und sollte sinnvoll mit dem Ritual gegenüber der Öffentlichkeit umgegangen werden? Was bedeutet heute Arkandisziplin bezogen auf das Ritual?

Über Wesen und Funktion freimaurerischer Rituale kann nicht nur in der Öffentlichkeit gesprochen werden, sondern dies sollte auch mit großer Selbstverständlichkeit geschehen. Freilich verbietet der Charakter des Rituellen ein plakatives Vorgehen. Gespräche über Rituale bedürfen eines Rahmens, der dem spirituellen Wesen des Rituals entspricht. Dann jedoch ist Offenheit am Platz. Wenn ich etwa einem Suchenden gegenüber erkläre, dass die im Ritual angemahnte Verschwiegenheit Voraussetzung für Vertrauen und Freundschaft ist, so mache ich ihn zugleich mit einer wesentlichen Eigenschaft des Rituals vertraut: Er lernt, dass mein Schweigen über Einzelheiten des Rituals, die mir von meinen Brüdern anvertraut sind, für ihn die Chance bedeutet, mir als zukünftigem Bruder vertrauen zu können, weil dann ja auch seine Geheimnisse bei mir sicher sind.

Kann man denn von „dem Ritual“ überhaupt sprechen, wenn wir alleine in der AFuAM 3 Grade mit Ritualen haben und diverse Zeremoniale?

Die drei Grade der Freimaurerei – Lehrling, Geselle und Meister – bilden einen rituellen Zusammenhang. Die drei Grade als Einheit zeigen die anthropologische Stimmigkeit des freimaurerischen Gradsystems, markieren aber auch seine sinnvollen, ja notwendigen Grenzen. Die Abfolge der drei Grade und die dazu gehörenden Übergangsriten der Aufnahme, Beförderung und Erhebung sollen keine Hierarchie begründen. Aus ihnen folgt auch keine Binnendifferenzierung innerhalb der Loge, die zu Konflikten in der Loge führen könnte. Die drei Grade spiegeln vielmehr wechselnde Lebenssituationen und Reifestufen des Menschen, denn – wie der Dichter sagt –: „des Maurers Wandeln, es gleicht dem Leben“. Lehrling zu sein bedeutet zu beginnen, heißt, sich seiner selbst bewusst zu werden, zu lernen, was man will und an welchen Leitvorstellungen man sich orientiert. Geselle zu sein meint, sich in seinem aktuellen Lebenslauf aktiv zu verorten, sich in der Welt zu orientieren, Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen und mit ihnen innerhalb und außerhalb der Freimaurerei gemeinsam nachzudenken und zu handeln. Meister werden heißt, den Verlauf des bisherigen Lebens kritisch anzunehmen, sein Ende zu bedenken, die Konfrontation mit Lebenskrisen und Tod auszuhalten und angesichts der Transzendenz neue Möglichkeiten zu erkennen.

In deinem Buch beschreibst du die Auswirkungen von Ritualen auf den Menschen. Welche „Wirklichkeit“ entsteht durch das freimaurerische Ritual bei den Teilnehmern?

Freimaurerische Rituale, die ja nicht vom Himmel fallen, sondern von Menschen entworfen und gestaltet werden, wirken vielfältig auf Freimaurer und Freimaurerin zurück. Jedem Ritualteilnehmer kommt die Freiheit zu, zu entscheiden, was für ihn besonders wichtig ist. Für mich haben die Ordnungsvorstellungen, die das Ritual vermittelt, eine besondere Bedeutung. Durch ihre Symbole und Rituale bewirkt die Freimaurerei eine dreifache Einordnung des Freimaurers. Im Habitus des Bruders soll eine moralische Ordnung begründet werden: „Schaue in dich“, erkenne dich selbst, bewähre dich, lege das Winkelmaß an dich und dein Handeln. Es soll eine soziale Ordnung begründet werden: „Schaue um dich“, ich und du gehören zusammen, der „Tempelbau der Humanität“ gelingt nur in brüderlicher Verbundenheit, fühle dich dem Zirkel verpflichtet. Und es soll eine kosmologische Ordnung begründet werden: „Schaue über dich“, die Arbeit des Freimaurers dient einem höheren Sinn, sie erfolgt mit Bezug zur Transzendenz, wobei Transzendenz auch als innerweltliches Wertgefüge verstanden werden kann. Folge dem Gesetz, das du dir in der Gemeinschaft mit anderen Menschen selbst gegeben hast.

Was sind die wichtigsten Anforderungen an eine gelingende Ritualpraxis? Und wie kann Musik das Ritual tragen?

Ganz wichtig ist die Dimension der Ritual-Ästhetik. Das Ritual muss „schön“ ausgeführt werden, hässlich ausgeführte Rituale scheitern in ihrer Wirkung. Konkret: Es kommt auf die sprachliche Schönheit der Ritualtexte an, ihren Sinn und ihre inhaltliche Stimmigkeit, aber auch auf die Art zu sprechen, auf die Abstimmung von Lautstärke und Sprachrhythmus sowie auf den Ausdruck und die kommunikative Kraft der Körper, die sich im Sinne einer wohlüberlegten rituellen Choreographie im Tempelraum bewegen. Alle Ritualteilnehmer, nicht nur die „Ritualbeamten“, sind für das rituelle Gelingen verantwortlich. Sie haben den Prozess des Rituals mit zu vollziehen und dürfen ihn keinesfalls stören, indem sie etwa korrigierende Zwischenrufe machen. Vom Grad der Ästhetik beim Ablauf des Rituals und von der Ritualkompetenz der das Ritual ausführenden Brüder hängt letztlich ab, ob sich jene emotionale Verzauberung einstellt, die das „Geheimnis“ des freimaurerischen Rituals ausmacht, das in der Tat als erlebte Verzauberung nicht verraten werden kann, und das im Grunde sehr wesentlich ja auch ein subjektives Geheimnis ist, das jeder Freimaurer auf seine ganz spezifische Weise erlebt.
Was die Musik betrifft, so muss sich die gewählte Musik dem Ritual ein-, ja unterordnen. Musik im Ritual darf das Ritual nicht in ein Gesprächskonzert transformieren. Zum anderen muss die Musik, vor allem, wenn sie mit Text verbunden, d. h. Gesang ist, der konkreten rituellen Situation entsprechen, in der sie zum Einsatz kommt.

In deinem Buch erwähnst du folgendes deutlich: „Die Frage nach der religiösen Überzeugung eines Suchenden, ja danach, ob er überhaupt eine Gottesvorstellung hat, ist für die Freimaurerei völlig irrelevant, ja sie ist unzulässig. Der Freimaurer hat sich moralisch, nicht religiös zu verpflichten. Ein guter und redlicher Mann soll er sein, ein Mann von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf Bekenntnis und religiöse Überzeugung – dieser Forderung der Alten Pflichten ist nichts hinzuzufügen. Die Humanistische Freimaurerei ist offen für Menschen aller Weltanschauungen und Religionen, sie ist offen auch für Menschen mit keiner religiösen Bindung im herkömmlichen Sinn, und sie muss offen sein auch für Agnostiker und Atheisten“. Diesen Standpunkt vertreten nicht viele, gerade Brüder anderer Großlogen haben hiermit ein mehr als deutliches Problem. Wie konterst du den Brüdern, die deine Meinung nicht gelten lassen und Freimaurerei sogar als eine Art Ersatzreligion betreiben?

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Freimaurer wollen Baumeister eines besseren Ichs und einer besseren Welt sein. Und wenn sie heute ernst genommen werden wollen, dann müssen sie sich moralisch und nicht religiös dazu verpflichten, diese Aufgaben tätig und redlich zu übernehmen. Ob die moralische Verpflichtung des Freimaurers auf einem religiösen Glauben oder auf einer säkularen Ethik beruht, kann man getrost dem einzelnen Bruder überlassen. Und was das „Kontern“ betrifft: Daran liegt mir nichts. Ich versuche, mit Argumenten zu überzeugen. Freimaurerei hat alte Wurzeln, aber sie braucht auch Flügel, sie muss weiterentwickelt werden. Denktabus und diplomatische Rücksichten taugen nicht für den erforderlichen Diskurs. Es ist schon richtig: das Gesetz der Sittlichkeit nur kann Freiheit vermitteln, aber Gesetze, die die Freiheit notwendiger Aufbrüche behindern, gilt es zu überwinden, auch wenn die Bretter hart sind, die es zu bohren gilt.