Leave a mark, not a stain – Hinterlasse eine Markierung, keinen Fleck!

Dieser Satz meines Bruders Hasan klingt noch immer in meinen Ohren nach, seitdem ich ihn bei meiner Aufnahme als Shriner kennengelernt hatte. Sein Vater meinte immer zu ihm, dass man als Mensch etwas Gutes Hinterlassen solle, etwas was auch nach seinem Ableben noch in dieser Welt wirkt. Nun ja, das klingt auf den ersten Blick nach einer großen Aufgabe. Ein Architekt plant und baut ein Gebäude, welches Jahre oder/und Jahrhunderte überdauern kann. Ein Schriftsteller schreibt Texte und Bücher, welche noch von Generationen nach uns gelesen und interpretiert werden können. Wissenschaftler und Ärzte finden Möglichkeiten Krankheiten zu besiegen und dadurch das Leben für Generationen danach leichter zu machen… Diese Liste kann man beliebig lange fortsetzten und vor allem auch granularer…

Muss es denn immer etwas so großes sein? Kann nicht auch eine eher scheinbare Kleinigkeit für den einen Menschen (der dies bewusst oder unbewusst macht) für einen anderen etwas Großes sein? Eben eine Änderung des Blickwinkels von einem Fleck auf eine Markierung?

Das Lächeln eines Kindes kann ein ganzes Herz erweichen und kann die größte Belohnung sein, die man bekommt. Nachdem sich viele Freimaurer in zu vielem „Vereinsgehabe“ verlieren, habe ich lange nach einer Gruppierung innerhalb der Freimaurerei gesucht, denen die humanitäre Arbeit am Herzen liegt und im Vordergrund steht. So kam ich zu den Shriners und hoffe dort genau dies zu finden.

Hier werden Kinderkrankenhäuser unterstützt und auch lokale, sowie regionale Projekte. Ziel ist es, sich nicht selbst zu ernst zu nehmen und den Spaß und die Freundschaft ins Licht zu stellen und zudem die Hilfe nicht zu vergessen. Es geht alles um die Kinder…

Kinder sind oft die leidtragenden Wesen, wenn es um bewaffnete Konflikte in der Welt geht. Sie verlieren Familienmitglieder, ihr Zuhause, erleben schreckliche Momente und sind geprägt für ihr Leben. Schlimmstenfalls erfahren sie auch körperliche Verletzungen und Verstümmelungen.

Und hier kommen die Shriners ins Spiel. Kinder unter 18 Jahren und deren Familien werden betreut und ihnen geholfen. Natürlich kostenlos in ihren Krankenhäusern und solange bis dem Kind geholfen werden kann.

Warum also nicht eine „kleine Kerbe“ in der Geschichte hinterlassen und sich genau solch einem Verein anzuschließen um Kindern zu helfen? Mit Arbeit und natürlich auch Spenden diese Idee zu unterstützen und zu helfen.

Ich selbst habe diese Frage für mich mit einem klaren „Ja“ beantworten können, wie auch 15 weitere Brüder. Natürlich war ich, als eher ein rationaler Mensch, anfangs nicht begeistert von dem Aufnahmeritus der Shriners. Dies erinnerte eher an eine Studentenverbindung, als an eine Gruppe von Freimaurern. Der Sinn dieser für mich unerwarteten Aufgaben erschließt sich einem erst am Ende des Tages, als eine Erklärung folgte. Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten. Nur so viel, dass es den ganzen Stress wert ist und vor allem einen tieferen Sinn hat. Man trifft tolle Brüder, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Die eine Freude am Geben und vor allem Helfen haben und ihre Überzeugung teilen.

Wenn euer Interesse geweckt ist, dann meldet euch unter https://www.emiratshriners.com/ oder direkt bei mir.

Wir können von den Kindern so viel lernen. Ein Kind, was wieder gelernt hat zu Lächeln, weil wir ihm mit „einer Kleinigkeit“ helfen konnten und dadurch einen „großen Einschnitt“ im Leben des Kindes zu hinterlassen, ist mehr wert als alles Geld der Welt. Es ist unbezahlbar! Und wir können lernen, wie wichtig das Leben selbst ist und (wie nun schon oft erwähnt) uns nicht immer so ernst zu nehmen.

Entdecken wir das Kind in uns wieder…und hinterlassen wir „unsere Kerben“…

Neues Buch – „Laut denken mit einem Freund“

Was wäre, wenn wir einmal die «Alten Pflichten» beiseite ließen und sich Brüder träfen, um über Politik, Gesellschaft und Religion zu diskutieren?
Die Loge als geschützter Raum diente in früheren Zeiten wohl genau dazu.
Angelehnt an Lessings Freimaurergespräche zwischen Ernst und Falk lässt René Schon die Brüder Schwarz und Weiß über Themen aus Politik, Gesellschaft und Religion miteinander streiten. Natürlich stets mit freimaurerischem Hintergrund, aber auch ohne Tabus und ohne Denkverbote.

Vorbestellbar (erhältlich ab März 2018) ab sofort beim Verlag:

https://salierverlag.de/produkt/laut-denken-mit-einem-freund/

Natürlich möchte ich hier gerne Werbung für mein zweites Buch machen, welches im März im Salier Verlag erscheinen wird. Inspiriert von meiner Arbeit an Ernst und Falk sowie dem Buch „Logengespräche über Politik und Religion“ von R. Penzig, habe ich mich inspirieren lassen und die beiden Brüder Schwarz und Weiss auf eine Reise geschickt. Sie treffen sich und reden, philosophieren und tauschen sich aus über die Themen, die gern aus den Logen ausgeschlossen werden. Dabei gehen sie sehr offen vor und nutzen das „Sapere Aude“ um ihre Gedanken fliegen zu lassen, ohne eine Angst vor Tabubrüchen.

Ich wünsche allen Interessenten viel Spaß beim Lesen. Über Rückmeldungen (egal welcher Art) freue ich mich immer.

Euer René

 

 

 

Ich? Eine „0“?

„Ecken und Kanten? Jeder hat welche…und nur eine Null hat keine Ecken und Kanten“ So oder so ähnlich waren die Worte auf einer Postkarte, welche ich auf meinem Streifzug durch Berlin gelesen hatte. Natürlich habe ich auf dem weiteren Spaziergang über diesen Vergleich noch etwas nachgedacht.

Wir Freimaurer sind ja bemüht, an den Ecken und Kanten unseres rauen Steines zu arbeiten und uns damit zu verbessern (ich möchte nicht von „Vervollkommnen“ sprechen!). Hin und wieder kommt es zudem noch vor, dass wir an den Ecken und Kanten eines Bruders arbeiten. Ich möchte mich hier nicht ausnehmen und sogleich entschuldigen bei den, durch mich angegangenen, Brüdern.

Wir schleifen an unseren Ecken und Kanten um uns besser in den Bau des Tempels der Humanität einzubringen.

Die Großloge AfuAM sagt dazu: „Bei den Freimaurern gibt es symbolhafte Objekte und Werkzeuge. Ausgangsobjekt ist der raue Stein, mit dessen Hilfe der “Bau der Humanität” vollendet werden soll. Der raue Stein symbolisiert den Einzelmenschen, viele von ihnen bilden die Menschheit, im Idealfall den “Bau der Humanität” oder auch “Tempelbau der Menschheit”, wie es häufig bezeichnet wird.“

„Begrenzt sich der Betrachter auf sich selbst, bleibt das Ergebnis rein subjektiv geprägt. Wie er oder sie aber in den Augen anderer wirkt, bleibt erstmal verborgen. Erst wenn ihm der Spiegel vorgehalten wird, lernt er sich selbst zu sehen, so wie er von außen wahrgenommen wird. Der Spiegel soll den Menschen ermahnen, die Wirklichkeit und Wahrheit seiner eigenen Unvollkommenheit und die seiner Taten zu erkennen.“ (aus: http://www.paddf.de/html/was_tun_wir-.html)

Damit es schlussendlich zu dem Idealbild einer friedlichen und sozialen Menschheit bzw. Gesellschaft kommen kann, muss erst einmal jeder einzelne Mensch an sich arbeiten. In unserer Symbolsprache: der raue Stein muss in eine (individuelle) Form gebracht werden, damit er an der richtigen Stelle in den großen Bau passt. Dazu werden die symbolischen Werkzeuge benötigt: Winkelmaß, Zirkel, Winkelwaage, Senkblei, Maßstab und weitere.

Soweit zur Theorie – Doch was ist, wenn die anfängliche Aussage stimmen würde? Natürlich hat eine „0“ keine Ecken und auch keine Kanten wie andere Zahlen. Schwestern und Brüder mit einem Hang zur Mathematik würden nun sofort einwenden, dass auch eine „8“ keine Kante hat, sondern ebenso in sich geschlossen ist. Doch da die „0“ noch die Bedeutung hat, das „eine 0 ein Versager sei“, konzentrieren wir uns eher hierauf. Natürlich machen uns gerade unsere Kanten aus. Kantig zu sein steht für Individualität und ist nicht glatt gespült wie viele anderen.

Auch kommen im Laufe eines Lebens immer neue Ecken und Kanten an unseren Stein. Der Stein fällt und schlägt auf, er ist Wetter und Witterung ausgesetzt und schon platzen einige Stellen ab und hinterlassen neue Kanten. Auch wenn wir altern, verwittert die Oberfläche des Steines und es entstehen neue Fugen, Risse und Strukturen.

Der Maurer, der das Handwerk noch ausführt, wird nun anmerken (und zwar mit Recht!), dass eine zu glatt geschliffene Oberfläche dazu führen wird, dass der für den Bau nötige Mörtel keine Möglichkeit hat zu haften um den Bau fertig zu stellen.

Der Sänger Stefan Weidner formulierte es in seinem Lied „Mehr“ sehr treffend:

„Will die Freiheit und das Gute,

zwischen hier und den Sternen suchen!

Die Dellen glätten, die Kanten schleifen,

die üblen Wurzeln aus dem Boden reißen.“

Natürlich muss dieser Text keinen Bezug zur modernen Freimaurerei haben, aber dennoch finde ich ihn sehr treffend. Wir arbeiten an der Menschlichkeit, nehmen uns zurück und setzten uns für Freiheit und vor allem das Gute in uns allen ein. Welch ein hohes Ziel! Und daher wird es auch so schwer, dies zu erreichen. Es ist eine lebenserfüllende Aufgabe, die der Freimaurer hier eingeht und sollte sich dessen bewusst sein. Ich selbst musste vor kurzem erst in einem Telefonat mit einem Altstuhlmeister feststellen, dass ich immer noch ein Lehrling sein kann. Er half mir mich zu reflektieren und zeigte mir meine Ecken und Kanten auf, ohne mich dabei zu kritisieren. Er „stupste“ mich eher mit der Nase drauf. Natürlich bleibt es nun mir überlassen diese Ecke zu lassen oder sie zu glätten. Oder ist es sogar eher „nur“ eine Delle? Das müssen andere beurteilen.

Also was ist nun die Lösung? Ein passendes Mittelmaß? Warum nicht. Die Ecken und Kanten abschlagen um sich in die Welt Bruder- bzw. Schwesterkette einzufügen und dennoch „man selbst“ zu sein. Das Individuum in den Schatten der Ideale der Freimaurerei zu stelle und an sich und damit an dem Bau der Menschlichkeit zu arbeiten, ohne sich selbst zu verstellen. Seinem Leben einen Sinn geben.

„Ich will mehr, mehr als nur leben!

Ich will mehr, mehr als nur sein.

Es ist mehr ein Versprechen, mir selbst gegeben…

Ja ich schwör‘ ein Wolf zu werden, der das Böse reißt“ (aus „Mehr“ von Stefan Weidner, der W)

Einfach ein „ICH“ bleiben, ein Individuum im Dienste des Geistes der Freimaurerei und Humanität. Der sich für das Gute einsetzt und, wie es der Stuhlmeister am Ende jeder Tempelarbeit fordert, dem Unrecht nicht den Rücken zudreht. Gerade die Menschen mit Ecken und Kanten sind oftmals unter ihrer rauen Oberfläche sehr liebenswerte Menschen. Es gilt hier einen Weg zu finden zwischen dar Arbeit an dem eigenen Ich, an dem rauen Stein und der Individualität.

Eine kleine Anekdote zum Schluss. Vor kurzem hatte ich Geburtstag und ich bekam einen sehr schönen Gruß von einem meiner Brüder. Er meinte, ich solle „weiterhin unbequem“ bleiben. Freimaurerisch philosophieren und auch Kritik üben zu wollen. Genau das habe ich weiterhin vor…

Und vor allem dabei darauf zu achten, keine „0“ zu werden.

In diesem Sinne, feiert eure Ecken und Kanten, denn Diamanten sind auch nicht rund. Auf ein neues Jahr…

Warum der Grand Orient nicht Unrecht hatte – Die Bibel sollte überdacht werden!

„Die Bibel hat in den heutigen Freimaurerlogen keinerlei dogmatische, sondern ausschließlich symbolische Bedeutung, wobei es dem einzelnen vollkommen freigestellt ist, in ihr das heilige, religiös verpflichtende Buch oder die auf jahrhundertelanger Entwicklung begründete, allgemein verpflichtende Sittenlehre, also ein ethisches Dokument, zu erblicken. […] Die Bestrebungen, die Bibel aus der Loge zu entfernen, weil sie angeblich zu eindeutig dogmatisch verpflichte, haben daher nie dauernden Bestand gehabt. In Frankreich wurde 1877 vom Grand Orient de France gleichzeitig mit der Streichung des A. B. a. W. aus der Verfassung und den Ritualen auch die Bibel abgeschafft. Das hat zu einem Bruche mit der angelsächsischen Freimaurerei geführt, der auch heute noch besteht.“ (aus http://freimaurer-wiki.de/index.php/Bibel)

Die Bibel auf dem Meistertisch zählt seit fast 400 Jahren als eines der großen Lichter der Freimaurerei und das obwohl die Freimaurerei keinen Bibelglauben verlangt. Wie bereits zitiert sieht sie die Bibel als ein ethisches Dokument, also das Buch „des heiligen Gesetzes“. Daher gilt sie eben als unantastbar.

Vor kurzem sprach ich mit einer Schwester, die zu bedenken gab, es sei fragwürdig den Eid auf die Freimaurerei mit der Hand auf der geöffneten Bibel abzulegen, da sie dieses Buch eher für frauenfeindlich hält. Diesem Aspekt wollte ich nachgehen, da es hier um ein festes Sinnbild für Ethik und das heilige Gesetz geht.

 Fragwürdige Bibelstellen

Betrachten wir einmal die Texte in der Bibel (und ja, ich habe sie mehrfach gelesen, auch als Atheist!) und stellen wir uns die Frage, ob wir solch ein Buch als einen ethischen Maßstab verwenden können. Diese Zitate sind nur einige Beispiele, denn sonst würde dieser Text ausarten, da sie zu hunderten in der Bibel vorkommen. Sie zeigen deutlich, was für ein verachtendes Menschen und Frauenbild hier vermittelt werden soll.

(Zitiert nach der Lutherbibel, revidierte Fassung 1984, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2002)

Todesstrafe für vergewaltigte Mädchen

„Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seiner nächsten Braut geschändet hat; …“ (5. Mose 22,23-24)

Todesstrafe für Homosexuelle

„Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; …“ (3.Mose 20,13)

Todesstrafe für widerspenstige und ungehorsame Söhne

„Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …“ (5. Mose 21,18-21)

Noch mehr Gewalt gegen Kinder und Frauen

„So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“ (1. Samuel 15,3)

„Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden.“ (Jesaja 13,16)

Die Rolle der Frau

„Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also, so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum dass er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang.“ (5 Mose 22:28-29)

„Warum habt ihr alle Frauen leben lassen? (…) So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“ (4. Mose/Num. 31,15-18)

„Ich lasse euch aber wissen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Mann aber ist das Haupt der Frau. Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz, die Frau aber ist des Mannes Abglanz. Denn der Mann ist nicht von der Frau sondern die Frau von dem Mann. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.“ (1. Korinther 11)

Toleranz

„Gott (…) frißt die Völker, die ihm Feind sind, er zermalmt ihre Knochen.“ (4. Mose 24,8)

Familie

„Gott hat geboten: Ehre deine Eltern. Wer über seine Eltern flucht, soll sterben!“ (Matthäus 15,4)

„Wer meinetwegen seine Familie verlässt und Frau und Kinder im Stich lässt, wird hundertfach belohnt werden und das ewige Leben empfangen“ (Matthäus 19,29)

Neue Wege ohne Bibel – das weiße Buch

Auf dem Konvent 1877 erwähnte der Grand Orient erstmals den Begriff des „Allmächtigen Baumeisters aller Welten“ aufgrund des Antrages des protestantischen Geistlichen Frédéric Desmons nicht mehr: „Die Freimaurerei hat zu Grundsätzen die unbedingte Gewissensfreiheit und die menschliche Solidarität. Sie schließt niemanden um seines Glaubens willen aus.“ Als dann der GOdF zusätzlich das „Buch des heiligen Gesetzes“ durch ein „weißes Buch“ ersetzte, kam es zur endgültigen Spaltung: Die Vereinigte Großloge von England beendete die Beziehungen 1913 zum GOdF offiziell und erkannte ihr die Regularität ab.

Der Schritt aber, die Bibel als eines der großen Lichter der Freimaurerei zu entfernen gewann immer mehr an Bedeutung in der modernen Freimaurerei. Die Reformlogen der 20er und 30er Jahre wie z.B. der Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne sah auch das Auflegen eines weißen Buches vor.

Noch immer gibt es Logen, die zur Bibel auch ein weißes Buch auflegen und das unter der offiziellen Freigabe der Großloge AFuAM.

Der neue Weg – Fazit

Wenn wir erneut betrachten, dass die Bibel ein Buch des „heiligen Gesetzes“ darstellen soll und einen ethischen und moralischen Standpunkt vermitteln soll, so müssen wir doch heutzutage hinterfragen, ob die Bibel noch zeitgemäß ist und das richtige Buch um ein Wertemodell zu vermitteln. Mag nun einer sagen, dass sie auch viele gute Werte vermittelt, aber dem muss man entgegen setzen, dass sie eben auch eher fragwürdige Werte ebenso vermittelt.

Ich jedenfalls kann den Standpunkt meiner Schwester verstehen und teile ihn. Die Bibel ist für mich persönlich nicht geeignet um darauf einen Schwur abzulegen, da sie moralisch und ethisch sehr fragwürdig ist. Sie ist von Menschen geschaffen und nicht, das so oft zitierte „Wort Gottes“.

Wir sollten dies große Licht der Freimaurerei überdenken und einen Weg finden zwischen dem moralischen Anspruch und der Regularität der UGLoE. Wie dieser Weg zu bestreiten ist, muss erst erarbeitet und diskutiert werden. Aber die Möglichkeit, mehrere Bücher aufzulegen wie in meiner Mutterloge (Bibel, weisses Buch, Beethovens 9. Sinfonie) und das völlig regulär wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung…

Freizeit-Toleranz

Kurt Tucholsky sagte einmal:

„Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat!“. Und so unrecht hat er nicht, wie wir gleich feststellen werden.

Es ist immer wieder schön daran erinnert zu werden, dass „Toleranz“ eine der Grundsätze der Freimaurerei sein soll. Wir Brüder sollen tolerant zu anderen Meinungen und Menschen sein. Doch mitunter wird das auf eine sehr harte Probe gestellt.

Mittlerweile sollte es auch jedem bekannt sein, dass ich ein stolzer Freimaurer (oh ja, ich stehe auf unsere Ideale und diese Bruderschaft!) bin und auch bekennender Atheist und Antitheist. Ich sehe hier absolut keinen Widerspruch zu den Anforderungen der Großloge von England mit ihrer Forderung nach einem „supreme beeing“ und auch kann ich ein Ritual emotional erfassen und tragen. Ich sehe in der Natur, sowie ihrer Gesetze das „göttliche“ (wenn ich es einmal so nennen darf) und kann somit die Sinnbilder in einem Ritual für mich füllen…Mutter Natur als großer Baumeister, der sehr schöne Dinge gestaltet hat.

Viele der religiös geprägten Brüder, sehen die Freimaurerei immer noch als eine Art „Ersatzreligion“ an und tragen diese Meinung als die „einzig wahre Form der Freimaurerei“ nach außen. Sie lehnen Schwestern, also Freimaurerinnen als „irregulär“ ab und fordern die Anerkennung „der Lehren Jesu Christi“. Sie berufen sich hierbei auf den christlichen Bezug als Allmächtiger Baumeister.

Spannend hierbei ist nur, dass die Großloge von England (UGLoE) vorgibt, dass Freimaurerei KEINE Religion oder ein Ersatz sein darf (wie schon oft hier besprochen). Vielleicht sollten wir uns wieder vermehrt daranhalten und klar und deutlich machen, dass es KEINE Ersatzreligion ist. Es ist ein ethischer Bund und daran sollten wir uns auch erinnern und Strömungen, die hier klar in einer Religion abgleiten wollen, nicht zu viel Platz und Freiraum geben. Es kann aber eben, wie im Freimaurer Orden üblich, eine Bruderschaft sein, ein Bund, der sich auf ihre christliche Tradition bezieht.

Ich möchte aber NICHT alle diese Brüder über einen Kamm scheren. Ich kenne viele Brüder, die christlich geprägt sind und schätze sie als Brüder sehr. Ihre Ansichten und Ideen bereichern mich und erweitern meine Gedanken. Ich respektiere ihre Meinung und schätze sie sehr (stimmt doch Hagen?) und setze mich dafür ein, dass sie ihre Meinung sagen dürfen. Wenn ich sie auch nicht unbedingt teilen kann, so bereichern sie dennoch meine Sichtweise auf diese Dinge.

Aber leider gibt es hier auch ein paar Ausnahmen, die Toleranz scheinbar nur unter ihren Brüdern oder an den Logenabenden üben und mich (und somit viele meiner weiteren Brüder) als „Nicht-Freimaurer“ bezeichnen.

Mit so einem Bruder habe ich vor kurzem zu tun gehabt, als ich eine sehr überzogene These zu den alten Pflichten von Anderson in einem sozialen Netzwerk veröffentlichte. Hierbei wurde ich konkret von diesem Bruder auf mein Empfinden während des Rituals angesprochen. Ich nahm mir gern die Zeit und beantwortete ihm alle Fragen und lud ihn zudem in meine Loge ein, damit er nachvollziehen kann, dass eine Ritualarbeit auch ohne einen „Gottesbezug“ tragend und stimmungsvoll sein kann.

Was daraufhin folgte schockierte selbst mich. Er antwortete (und ich möchte hier seine Nachricht wiedergeben, Schreibfehler korrigiert. Urheber und Verfasser sind mir bekannt, werden aber nicht genannt)

„Danke für das Angebot, aber danke nein. Vor meiner Aufnahme habe ich mich nicht intensiv mit den Aufnahmekriterien auseinandergesetzt. Nur Andersons Constitutions und die Meinung der englischen Großloge. Von beiden wird Glaube an ein höheres Wesen/Prinzip gefordert. Das war die Grundlage, warum ich mich zum Beitritt entschlossen habe. Hätte ich gewusst, dass auch Atheisten aufgenommen werden, wäre ich heute kein Freimaurer. Das heißt nicht, dass diese Personen nicht nette, soziale, integrere, höfliche, ehrenhafte Männer sind, nur für mich keine Freimaurer. Jeder Schamane, Druide, Muslim, Pantheist steht mir näher. Das ist eben die genannte Gefühls- und spirituelle Ebene. Diese Schlucht kann ich, bei aller Toleranz, nicht überschreiten. Verstandesgemäß ja, emotional nicht.“

Ich muss zugeben, dass mich solche Worte sprachlos machen. Leider ist es nicht das erste Mal, dass hier initiierte Brüder und Atheisten von andersgläubigen Brüdern angegangen wurden. In diversen Foren und Facebook Gruppen kann man nachlesen, wie sehr es hier um die Toleranz bestellt ist. Wer sagt, dass er mit der Meinung von Atheisten (und wir nehmen in diesem Land einen größeren Personenkreis ein, als jede religiöse Einzelgemeinschaft!) in der Freimaurerei nicht leben kann, den möchte ich an den Grundsatz der Toleranz erinnern.

Wir haben innerhalb der Vereinten Großloge von Deutschland die Möglichkeit, dass jeder Interessent an diesem ethischen Bund, sei es ein Atheist oder ein Gläubiger, einen Platz für sich finden kann. Dieses Konstrukt ist einmalig und man sollte die Möglichkeiten nutzen, auch mal über seinen Tellerrand hinauszuschauen und sich somit umzuschauen (wie es schon der Grad des Gesellen fordert!). Es geht hier um Ideale und Ziele die uns verbinden und nicht um religiöse Aspekte, die uns teilen könnten. Wie sollte denn eine Weltbruderkette aussehen, wenn wir es aus persönlichen Empfinden nicht schaffen, uns selbst die Hand zu reichen? Wie sollen wir dann in der Lage sein, einem anderen Menschen die Hand zu reichen um ihm zu helfen? Toleranz untereinander aber auch in die profane Welt hineinreichend, kann kein zeitlich beschränkter Aufruf sein. Das würde uns wiederum zu den bereits diskutierten „Freizeitmaurern“ machen, die auf „Teilzeittoleranz“ laufen. Wenn dies jedoch unsere Ziele sind, dann sollten wir uns besser überlegen, erneut Lehrling zu sein und an uns selbst zu arbeiten. Sollten wir zu der erwähnten Einstellung gelangen, so muss die Arbeit an uns selbst das oberste Ziel sein, bevor wir uns wieder „um uns sehen“. Mit dem Finger urteilend auf einen anderen Bruder zu zeigen ist unangebracht und überheblich.

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz)

Wenn wir uns als Brüder und Schwestern Freimaurer an diese Definition halten, dann müssten wir soweit gereift sein, eben diese fremden Meinungen zuzulassen und gelten zu lassen.

Ich tausche mich gerne mit allen Brüdern aus und spreche offen über meine Ansichten, warum sich Freimaurerei und Atheismus dennoch verträgt, aber ich lasse mich ungern von „Freizeit-toleranten Brüdern“ als Nicht-Freimaurer beleidigen. Das zeigt bei diesen Brüdern eher von einer noch langen Arbeit am eigenen rauen Stein, gerade was die Toleranz angeht….

Interessant ist noch die Tatsache, dass der erwähnte Bruder mit seiner Meinung leider sehr alleine stand und stark im sozialen Netzwerk für seine Äußerung, dass atheistische Brüder „keine Brüder Freimaurer“ sein, stark angegangen wurde. Schlussendlich entschloss er sich, das Forum zu verlassen. Scheinbar waren einige andere Brüder ebenso nicht tolerant, was diese Äußerungen anging.

Wenn wir uns mal an die eigene Nase fassen und über den Sinn der Toleranz nachdenken, so kann dies zu einem neuen und hoffentlich verbesserten Umgang mit- und untereinander führen. Ich selbst übe mich gerade auch hier an meiner Toleranz gegenüber solcher „brüderlicher Anfeindungen“…und haue noch ein paar Ecken ab…und dann gehe ich auf meine Reise von der Intoleranz zur Toleranz!

Epilog:

Nach dem erwähnten Vorfall hatte ich das Bedürfnis, mich mit meinem Bruder Hagen auszutauschen. Hagen hilft mir oft, die Ideen und Ansichten von Brüdern des Ordens mit deren christlicher Prägung zu verstehen. Ich schätze ihn als Bruder sehr und im Laufe des Austausches ist daraus trotz der räumlichen Trennung eine Freundschaft entstanden. Ich erinnere mich noch an ein zufälliges Treffen in einem Fastfood Restaurant in Hamburg…

Hagen ist aktiver Blogger der Webseite https://hagenunterwegs.wordpress.com/ auf der tolle Texte von ihm zu finden sind.

Er hatte sich mit dem Vorfall ebenso beschäftigt und so kamen wir zu dem Entschluss, jeweils einen Text über Toleranz zu verfassen, mit unseren jeweils unterschiedlichen Sichtweisen. Daher möchte ich euch gerne auch seinen Artikel ans Herz legen:

https://hagenunterwegs.wordpress.com/2017/11/15/ist-das-die-viel-geruehmte-freimaurerische-toleranz/

Viel Spaß beim Lesen

Nur mal rein hypothetisch…

Von Gott und Religion – aus den „Alten Pflichten“ von Br. James Anderson 1723:

„Ein Maurer ist durch seine innere Haltung verpflichtet, das Moralgesetz zu befolgen; und wenn er die Kunst recht versteht, wird er niemals ein einfältiger Atheist sein, noch ein irreligiöser Freigeist. Aber obwohl in alten Zeiten die Maurer in jedem Lande verpflichtet waren, von der Religion dieses Landes oder Volkes zu sein, welche auch immer es sein mochte, so hält man es jetzt doch für sinnvoller, sie nur der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen, ihre eigenen Meinungen aber ihnen selbst zu überlassen; das heißt, gute und redliche Männer zu sein, Männer von Ehre und Rechtschaffenheit, durch welche Glaubensbekenntnisse oder -anschauungen sie auch unterschieden sein mögen, wodurch die Maurerei der Mittelpunkt der Einigkeit und zum Werkzeug wird, treue Freundschaft unter Menschen zu stiften, die sonst in steter Entfernung von einander hätten bleiben müssen.“

Richten wir doch einmal unser Augenmerk auf die Stelle, in der Anderson sagt, dass alle Menschen nur der Religion verpflichtet sind, in der alle Menschen übereinstimmen. Nun lassen wir mal den hypothetischen Ideen freien Lauf:

1723 war ein Jahr in dem es für jeden freien Menschen unmöglich gewesen wäre, die Existenz Gottes zu verleugnen. Derjenige würde als Ketzer gelten und schnell von der Kirche bestraft werden. Was wäre aber, wenn uns genau das Anderson sagen wollte mit seinem so oft zitierten Satz? Er beschreibt, dass der Mensch der Religion verpflichtet ist, in der alle Menschen gleich sind. Faktisch wusste aber schon Anderson, dass es so eine Religion nicht gibt. Zu viele unterschiedliche Religionen mit dem Anspruch die einzig wahre zu sein gab es schon im 17. Jahrhundert. Was ist aber, wenn er uns mitteilen wollte, dass die Menschheit dem Atheismus verpflichtet ist, wenn das die Grundlage für eine gemeinsame neue Gesellschaft wäre, in der alle Menschen gleich wären ohne Stand, Ansehen und Religion? Wie würde dies ein Pfarrer (Anderson war Reverend seiner Gemeinde) formulieren, ohne dass er sich selbst diskreditieren würde?

Nun mag sofort der ein oder andere wieder einwenden und den einleitenden Satz („…wird er niemals ein einfältiger Atheist sein, noch ein irreligiöser Freigeist“) als Argument gegen den Atheismus bringen. Wenn wir uns aber den Satz einmal genau anschauen, so sehen wir, dass es nicht um den Atheismus per se geht, sondern um den „einfältigen Atheisten“. Denken wir hier einen Moment weiter und interpretieren neu. Derjenige, der sich aus freien Stücken für den Atheismus entscheidet, weil er weiß, dass es keine Religion und keine Gottheit gibt, die alle Menschen vereint, sondern nur eine rein humanitäre Ausrichtung der Gesellschaft, der ist weder einfältig noch ein irreligiöser Freigeist. Nein, er ist alleine Humanist und das wiederum setzt auch als Freimaurer eine Religion voraus.

Natürlich ist das nur rein hypothetisch, unbewiesen, und nur wenn man zwischen den Zeilen lesen möchte und die Worte neu interpretiert. Aber ein reizvoller Gedanke…und eine Möglichkeit solche Gedanken im 17. Jahrhundert zu teilen…aber bitte beachtet: alles fiktiv und ohne Beweiskraft. Eben nur ein Gedanke…

 

Lass uns leben…

„Bitte sei doch nicht gekränkt,
dass ich mir nicht mein Hirn verrenk.
Was nun morgen wird aus uns?
Scheißegal.
Komm lass uns leben!
Lass uns leben!
Lass uns leben immer mehr!
Komm lass uns leben!
Lass uns leben!
Das Leben ist gar nicht so schwer.“

Aus „Lass uns Leben“ von Marius Müller-Westernhagen

Stehen bleiben in dieser umtriebigen Zeit…einfach einmal Durchatmen…das Leben genießen…bewusst zu leben. Durch ein paar Zeilen des Liedes „Lass uns Leben“ kamen mir ein paar Gedanken zum Leben selbst, die ich mit euch teilen möchte.

Wir gehen arbeiten, nach Feierabend gehen wir in unserer Familie auf und versuchen unseren Kindern gerecht zu werden. Wir stellen uns selbst oft zurück, wenn es um Karriere, Kinder und Erfolge geht. Was dabei allerdings auf der Strecke bleibt ist oftmals das eigene ICH. Der Mauer Meister weiß, dass er sich seines eigenen Lebens bewusstwerden muss. Die Zeit auf Erden sinnvoll nutzen, mit dem Wissen, dass sie endlich ist. Er muss die Gesamtheit der Dinge erkennen und somit auch verstehen, dass der Tod ein Teil des Lebens ist. Erst dann kann er die Angst vor dem eigenen Ende überwinden.

Soviel zur Theorie!

Vor einigen Monaten hatte einer meiner Freunde mit Ende 20 einen Herzinfarkt. Er arbeitete viel, war in seiner Freizeit ein aktiver Sportler. Bei der Untersuchung im Krankenhaus wurde bei ihm ein angeborener Herzfehler festgestellt, den die Ärzte beheben wollten. Es war klar, welches Risiko diese Operation mit sich brachte. Doch H.N. sagte zu mir, dass er keine Angst vorm Sterben hätte und wenn es so passieren sollte, dann wäre es leider so. Er meinte, dass er oft meine Texte lese und sich viel Gedanken um das Leben und den Tod gemacht hätte. Er habe sein Leben gelebt, bewusst gelebt und bereue nichts. Ihm wurde klar, dass der Tod ein fester Bestandteil seines Lebens ist und rückblickend auf sein noch junges Leben meinte er, dass er alles getan habe, was er wollte. Mein Freund H.N. bat mich im Falle seines Ablebens, dass ich seinen Eltern und Freunden an der Beerdigung klarmachen sollte, dass sie nicht trauern, sondern ihn mit schönen Gedanken in Erinnerung behalten sollten, da er keine Angst hatte und es nun einmal der Lauf der Natur sei.

Für mich persönlich war es sehr schwer, diese Bitte abzuschlagen und so sagte ich es ihm zu. Ich darf abschließend sagen, dass die OP letztendlich gut verlief und er wohlauf ist. Dennoch denke ich oft über seine Bitte an mich nach.

Aber was habe ich selbst daraus gelernt? Es ist einfach, aber H.N. hatte recht. Wir müssen „einfach nur“ bewusst leben und das Leben auch genießen können. Sich einfach einmal treiben lassen und auch in dieser schnelllebigen Zeit stehen bleiben und durchatmen. Es ist nichts dabei, es kostet uns nichts, wir müssen es uns einfach vornehmen und damit beginnen…

Lass uns leben! Das Leben ist gar nicht so schwer!

Gewidmet meinem Freund H.N. (you know who you are)