Ein friedliches Weihnachtsfest

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern auf diesem Wege ein frohes und vor allem friedliches Weihnachtsfest.

Gerade nach dem Anschlag in Berlin dürfen wir uns das Fest nicht verderben lassen. Wir dürfen die Hoffnung nie verlieren und radikalen Kräften keine Plattform bieten, stattdessen sollten wir näher zusammenstehen als zuvor.

Genießt alle ein paar ruhige und schöne Tage im Kreis eurer Familien, Lieben und Freunde…

Ich möchte euch den Text eines bekannten Liedes noch als Gedankenanstoß hierlassen…wäre das nicht eine schöne Vorstellung?

Euer Br. René

 

„Imagine“ von John Lennon (alle Rechte bei John Lennon)

Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us only sky
Imagine all the people
Living for today… Aha-ah…

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too
Imagine all the people
Living life in peace… You…

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man
Imagine all the people
Sharing all the world… You…

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as one

*BAM!* Jo, das ist Freimaurerei!

Heute Morgen fand ich eine liebe Email meines Bruders und Mit-Bloggers Philip Militz im Posteingang mit dem Hinweis auf einen seiner Artikel: http://www.freimaurer.online/2016/11/geistesblitz-bam-jo-das-ist-freimaurerei/ Dieser wiederum hat unseren Bruder und ebenso Mit-Blogger Hagen zu seinem Artikel veranlasst: https://hagenunterwegs.wordpress.com/2016/12/02/bam-jo-das-ist-freimaurerei

Natürlich möchte ich ebenso einen kleinen Beitrag zu leisten:

Als ich vor einigen Jahren in Paris über ein verlängertes Wochenende war, nutze ich die Zeit und besuchte das Freimaurer Museum des Grand Orient de France (Musée de la Franc-Maçonnerie).

Meine Partnerin und ich schlenderten durch diese wirklich beeindruckende Ausstellung und genossen die Zeit in diesen erstaunlichen Hallen. Am Ende des Museums gab es einen kleinen Shop in dem ich mich für einige Bücher interessierte. Da meine Partnerin fließend französisch sprach, bat ich sie, den dort sitzenden Mann (von dem ich aufgrund seines auffälligen Ringes annahm Freimaurer zu sein) zu fragen, was man hier im Gebäude denn sonst noch ansehen kann. Der Mann gab als Antwort zurück, dass es hier nur diese Ausstellung zu sehen gab. Also ließ ich ihn fragen, was man denn als Freimaurer hier noch sehen kann/darf. Er sah meine Partnerin verblüfft an und fragte sie, ob sie denn eine Schwester sei. Sie verneinte und meinte, dass ich ein Bruder wäre.

Wieder sah ich in ein verblüfftes Gesicht und er streckte mir wortlos seine Hand hin. Ich ergriff sie und stelle fest, dass die Erkennungszeichen der Freimaurer, in diesem Fall also der Griff weltweit eindeutig waren. Er erkannte mich als Bruder Meister und so führte er uns durch einige Gänge. Er zeigte uns einige der knapp 20 Tempelräume, nahm sich die Zeit für Erklärungen zu den Räumlichkeiten, zum Gebäude, der Bibliothek im obersten Stock und dem Grand Orient de France im Allgemeinen. Zum Abschluss lud er mich noch zur Teilnahme an einer Ritualarbeit ein, welche ich leider aufgrund der begrenzten Zeit und der Tatsache, dass ich keinerlei Utensilien mit dabeihatte, ausschlagen musste.

Man sieht also, auch im Ausland funktioniert die weltweite Bruder-/Schwesterkette!

Freimaurer-Loge Jacob de Molay zum Stern im Süden

Ich möchte kurz die Zeit nutzen um auf eine neue interessante Webseite hinzuweisen.

Sehr schön, minimalistisch und dennoch mit viel Aussagekraft (alleine wegen den Bildern) aufgebaut. Die Rede ist von der Freimaurer-Loge Jacob de Molay zum Stern im Süden. Ich bin hier Zweitmitglied und möchte daher kurz euer Augenmerk auf folgendes Zitat lenken:

„Unsere Loge steht all denen offen, die ihr Leben abseits des lauten und hektischen Alltags mit Sinn erfüllen möchten. Die Brüder unserer Loge haben die unterschiedlichsten Lebensläufe und stehen in verschiedenen Lebensabschnitten. Uns verbindet die gemeinsame Suche nach dem „Licht“, d.h. nach dem, was ein menschliches Leben in unserer Gesellschaft lebenswert macht. Dabei hilft uns der gemeinsame Austausch bei unseren Zusammenkünften und das Nach-Denken der Gedanken des Anderen, die verschiedene Facetten des menschlichen Lebens und uns selbst besser zu begreifen.“

Schön treffend und auf den Punkt gebracht…

Freimaurer-Loge Jacob de Molay zum Stern im Süden

 

 

Gastbeitrag: Macht und Maurerei – von Br. ANP

Zum ersten Mal möchte ich heute einen Gastbeitrag meines Bruders „ANP“ veröffentlichen. Er möchte anonym bleiben und auch nicht, dass seine Loge genannt wird. Diesem Wunsch komme ich selbstverständlich gerne nach. Er meinte noch, dass „der Text dazu programmiert ist, verschwörungstheoretische Spinner anzuziehen“. Sehen wir was kommt.
Viel Spaß beim Lesen des Textes:

Macht und Maurerei

Ich möchte heute über etwas sprechen, das mich seit ein paar Wochen, vielleicht Monaten beschäftigt. Es geht um Macht. Gerne schreiben uns Freimaurern Verschwörungstheoretiker zu, über Macht im Überfluss zu verfügen. Wir haben so viel Macht, dass wir (oder die angeblich noch verborgener agierenden Illuminaten) unsere Verschwörungssymbole mitten auf den Banknoten der wichtigsten Währung der Welt verstecken und keiner außer dem Eingeweihten merkt es!

Nächstes Jahr wird es anlässlich des 300. Jubiläums viel Öffentlichkeitsarbeit geben. Nur sehe ich jetzt schon wieder, wie wir uns im Glanz vergangener Zeiten sonnen werden, darin, wer so alles zu unserem illustren Kreis gehörte. Nur, was sagt das über uns heute aus? Meine Prognose: 2018 wird die Freimaurerei im Großen und Ganzen wieder unter sich bleiben und wir beschäftigen uns wieder mit uns selbst und der Arbeit am rauen Stein. Schlecht muss das allerdings, das möchte ich betonen, auch nicht sein.

Was haben nun Verschwörungstheorien und meine gedämpften Erwartungen an die konkreten mittel- und langfristigen Folgen des Jahres „300“ miteinander zu tun? Und was mit „Macht“, worüber ich doch eigentlich sprechen möchte? Ganz einfach: Verschwörungstheoretiker schmeicheln uns, weil Sie uns, unsere Rolle und eben Macht und Einfluss des Bundes oder aber seiner einzelnen Mitglieder maßlos und in grotesker Weise überschätzen. In der Vergangenheit wie in der Gegenwart.

Macht, Einfluss. Da denken wir an Politiker, an die Beiräte und Führungsetagen von DAX-Konzernen, an Staatspräsidenten, Militärs, Lobbyisten in den Lobbys der Parlamente oder auch Meinungsmacht, an Staatsgewalt und Polizei, oder – wenn man es etwas einfacher haben möchte – an Star Wars.

Der Macht-Begriff jedenfalls ist schillernd, vielseitig und in Deutschland in verschiedenen Zusammenhängen sogar verpönt. Zum Zweck dieser Zeichnung möchte ich etwas hemdsärmelig zwischen zwei Formen von Macht unterscheiden, zwischen persönlicher und struktureller Macht. Warum das wichtig ist, werde ich anschließend an einem Beispiel erklären.

  1. Persönliche bzw. personelle Macht: Über diesen klassischen Machtbegriff gibt es Abhandlungen, die Bibliotheken füllen. Klassisch wäre z.B. sehr frei nach Max Weber, dass Macht das eigene Vermögen bezeichnet, eine Entscheidung gegen den Willen eines Anderen durchzusetzen. Unterschieden wird gerne auch zwischen Sanktions- und Gratifikationsmacht. Sanktionsmacht heißt z.B., das Vermögen, Verhaltensweisen zu bestrafen oder Andere durch die Angst vor Strafe überhaupt von einem entsprechenden Verhalten abzubringen. Über Gratifikationsmacht verschaffe ich Dritten Zugang zu Positionen, also eigener Macht durch Teilhabe, zu Geld, Privilegien oder Formen von Belohnungen, über die ich mein Gegenüber an mich in einer klassischerweise asymmetrischen Beziehung binde. Kontext und Situation können Asymmetrien auch schnell umkehren.
  2. Strukturelle Macht geht nicht vom Individuum aus. Sie beschreibt viel mehr Gesellschaft bzw. gesellschaftliche Ordnung so, dass sie durch Machtverhältnisse geprägt, von Macht durchdrungen, aber auch erst ermöglicht wird. Strukturelle Macht bildet keinen absoluten Gegensatz zur Macht von Einzelpersonen im vorgenannten Sinne. Sie hilft aber wertneutral zu beschreiben, wie Strukturen einer Einzelperson zu „Macht“ verhelfen können und zwar nicht gegenüber Dritten, sondern allein darauf bezogen, Einzelpersonen oder Gruppen zu ermächtigen, eine Handlung zu vollziehen oder Lebensweise zu pflegen. Ausweiten ließe sich dieser Machtbegriff damit auch auf Infra-Struktur jeder Art.

Das klingt kompliziert, darum ein Beispiel. In einem Dorf gibt es einen alten heruntergekommenen Bolzplatz. Die Tore sind windschief, rostig und drohen beim nächsten Lattenschuss den lebensmüden Torwart unter sich zu begraben. Da die Wiese nicht gepflegt ist, Steine herumliegen und der Boden uneben ist, könnte der Torwart noch einmal Glück haben, weil der Torschütze sich vor dem lebensgefährlichen Lattenschuss gerade noch rechtzeitig ein Bein bricht, weil er in einem der vielen Schlammlöcher stecken geblieben ist.

Am Rande des Dorfes hat der hiesige Sportverein seinen Sitz. Grün, so saftig grün ist der Rasen mit seinen weißen Spielfeld-Markierungen. Die beiden Metallrahmen der Tore stemmen sich mit ihren festmontierten Fangnetzen noch dem stärksten Lüftchen entgegen. Aber: Zutritt nur für Vereinsmitglieder. Das stellt Fritz, der missmutige Platzwart sicher. Die naheliegende Lösung für den entnervten Fußballfan ist es, dem Verein beizutreten, weil dieser ihm ermöglicht, auf einem heilen Platz Fußball zu spielen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und über die Mitgliedschaft in verschiedenen Ligen und Dachverbänden neue Leute kennenzulernen, vielleicht sogar beruflich voranzukommen. Der Verein selbst stellt also eine Form positiver Machtstruktur da, die seinen Mitgliedern oder denen, die mit ihm zu tun haben, Dinge ermöglicht, die ihnen sonst verwehrt blieben. Das wäre Lösung 1.

Eine andere Lösung, die zur ersten nicht im Widerspruch stünde, wäre, dafür zu sorgen, dass der lebensgefährliche Bolzplatz so instandgesetzt wird, dass er nicht mehr nur allein für Todesmutige verlockend ist (eine Lösung, die der Verantwortungsethik unseres Bundes deutlich nähersteht). Der schnellste Weg dahin, ist, sich mit den richtigen Ansprechpartnern des Dorfes, der Kommune oder Stadt in Verbindung zu setzen, und selbst zu erkennen, welche Machtstrukturen ich am besten anzapfen muss, um mein Ziel zu erreichen, wo sanfter bis deutlicher Druck und das richtige Wort zum richtigen Zeitpunkt Dinge in Bewegung setzen können. Natürlich ließe sich dieses Beispiel noch viel weiterspinnen, denn ein rundum sanierter Bolzplatz lädt mehr Spieler zum Spielen ein, die nachmittags dort trainieren und selbstständig ohne Verein an ihrem fußballerischen Können feilen können. Würde ich über die entsprechenden Mittel verfügen, könnte ich natürlich als Mäzen auftreten und den Fußballplatz aus eigener Tasche bezahlen, aber das wiederum erfordert eben: Geld, also ein Attribut persönlicher Macht.

Was hat das nun mit Maurerei zu tun? Um den Bau am Tempel der Humanität zu fördern, ist es sinnvoll, sich nicht nur mit symbolischen Werkzeugen, den zu ziehenden Mauern und Bauplänen zu beschäftigen, sondern auch mit symbolischen Bauunternehmen, Werkstoffhöfen, Lieferzeiten, Investoren, rechtlichen Rahmenbedingungen und ähnlichem, denn dann kommen wir unserem Ziel schneller voran.

Die Beschäftigung mit „Macht“ ist also nichts Negatives, wenn man sie als Werkzeug und Ermöglichungsrahmen begreift, ein Ziel zu erreichen. Dabei liegt die Aufgabe, Einflussmöglichkeiten zu erkennen und zum Besten der Menschheit und Umgebung zu nutzen, zunächst beim einzelnen Freimaurer. Im Übrigen ebenso, wie es die Aufgabe ist, Verantwortung und Verantwortlichkeit im Umgang mit Macht und Machtgefügen einzufordern, zu mahnen, wo sie missbraucht werden und darüber zu wachen, dass Einfluss in Fragen der Allgemeinheit nicht zur Bereicherung von Einzelgruppen oder Personen genutzt wird, sondern im Sinne unserer Maximen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.

Über diese Fragen, auch in Bezug auf unsere alltägliche Umgebung, lohnt es nachzudenken. Auch schon als Lehrling, mit Spitzhammer und vierundzwanzigzölligem Maßstab in der Hand.

Kann man die Zeit totschlagen? – Tempus fugit

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„Die Zeit, die Zeit ist ganz schön dreist

in einem Anflug von Unsterblichkeit

die Uhr kennt keine Gnade

wo ist die Zeit, die ich nicht habe“

(aus dem Lied „Zeit“ von Der W.)

Einleitung

Die Zeit ist sicherlich eines der kostbarsten Güter, welche wir Menschen haben. Denn „Zeit haben“ und „Frei-Zeit“ brauchen wir zum Entspannen und Auftanken, können dieses Gut jedoch nur bedingt kaufen. Dennoch brauchen wir Menschen gerade einen sinnvollen Ausgleich zum Alltag um uns zu regenerieren und Kraft zu schöpfen.

Oftmals vergeht die „Zeit wie im Fluge“, wenn wir schöne Momente erleben und auch wiederum zieht sich die Zeit zäh, wenn wir etwas als langweilig empfinden. Die Wahrnehmung von Zeit ist somit für jeden Menschen individuell unterschiedlich. Dennoch haben wir eine Maßeinheit geschaffen und teilen unseren Tag in 24h auf. Zumindest haben wir dann einen Richtwert und sprechen alle von der „gleichen Zeit“.

Oftmals empfinden wir es „keine Zeit zu haben“, wenn viele Eindrücke und Aufgaben auf uns zukommen und wir versuchen, diese alle nach bestem Gewissen zu erledigen. Langeweile ist wiederum eine Form der zeitlichen Wahrnehmung, in der wir uns nicht beschäftigen oder nichts Sinnvolles mit unserer Zeit anfangen können. Aber ist dies wirklich so? Können wir uns nicht eine zeitliche Einsteinung schaffen, welche uns hilft, unseren Tag zu regeln und unsere verbleibende Zeit auf Erden effektiv zu nutzen? Betrachten wir dies in den nächsten Minuten einmal ausführlich.

Definition von Zeit

Betrachten wir nun einmal die Zeit aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Wikipedia definiert: „Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige, unumkehrbare Richtung. […] Die wohl markanteste Eigenschaft der Zeit ist der Umstand, dass es stets eine in gewissem Sinne aktuelle und ausgezeichnete Stelle zu geben scheint, die wir die Gegenwart nennen, und die sich unaufhaltsam von der Vergangenheit in Richtung Zukunft zu bewegen scheint. Dieses Phänomen wird auch als das Fließen der Zeit bezeichnet. Dieses Fließen entzieht sich jedoch einer naturwissenschaftlichen Betrachtung, wie im Folgenden dargelegt wird. Auch die Geisteswissenschaften können die Frage nicht eindeutig klären.“

Zeit in der Philosophie

In der Antike haben sich u. a. die Philosophen Heraklit, Platon, Aristoteles und Augustinus mit dem Begriff der Zeit befasst, in der Neuzeit vor allem Newton, Leibniz, Kant, Heidegger und Bergson.

Heraklits Flussbilder, die vom gleichbleibenden Flussbett symbolisiert werden, in dem aber Alles fließt (panta rhei), stehen als Metapher für die Zeit. Unwandelbare periodische Übergänge von Tag und Nacht, also die Beständigkeit des Flusslaufes, und die Dynamik seines Fließens stehen als die Einheit der Gegensätze.

Für Platon haben Raum und Zeit keine Wesenheit, sondern sind nur bewegte Abbilder des eigentlich Seienden (Ideenlehre). Für Aristoteles ist der Zeitbegriff untrennbar an Veränderungen gebunden, Zeit ist das Maß jeder Bewegung und kann nur durch diese gemessen werden. Sie lässt sich in unendlich viele Zeitintervalle einteilen (Kontinuum).

Augustinus unterscheidet erstmals zwischen einer physikalisch exakten (messbaren) und einer subjektiven, erlebnisbezogenen Zeit. Zeit und Raum entstanden erst durch Gottes Schöpfung, für den alles eine Gegenwart ist. Das Geheimnis der Zeit fasst Augustinus in folgendem Ausspruch zusammen: „Was also ist ‚Zeit‘? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht.“

Für Isaac Newton bilden Zeit und Raum die „Behälter“ für Ereignisse, sie sind für ihn ebenso real wie gegenständliche Objekte: „Zeit ist, und sie tickt gleichmäßig von Moment zu Moment.“ In der Naturphilosophie dominiert Newtons Auffassung, weil sie ermöglicht, Zeit und Raum unabhängig von einem Bezugspunkt oder Beobachter zu beschreiben.

Im Gegensatz dazu meint Gottfried Wilhelm Leibniz, dass Zeit und Raum nur gedankliche Konstruktionen sind, um die Beziehungen zwischen Ereignissen zu beschreiben. Sie haben kein „Wesen“ und es gebe daher auch keinen „Fluss“ der Zeit. Er definiert die Zeit so: „Die Zeit ist die Ordnung des nicht zugleich Existierenden. Sie ist somit die allgemeine Ordnung der Veränderungen, in der nämlich nicht auf die bestimmte Art der Veränderungen gesehen wird.“

Nach Immanuel Kant ist die Zeit ebenso wie der Raum eine „reine Anschauungsform“ des inneren Sinnes. Sie seien unser Zugang zur Welt, gehörten also zu den subjektiv-menschlichen Bedingungen der Welterkenntnis, in deren Form das menschliche Bewusstsein die Sinneseindrücke erlebt.

Kant schreibt ihr jedoch eine empirische Qualität für Zeitmessungen und entfernte Ereignisse zu. Wir können die Zeit aus unserer Erfahrung nicht wegdenken und auch nicht erkennen, ob sie einer – wie auch immer gearteten – Welt an sich zukommt. In ähnlicher Weise beschreibt Martin Heideggers Hauptwerk „Sein und Zeit“ letztere als eine Wirklichkeit, die das Menschsein zutiefst prägt.

(aus https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit)

Der 24-zöllige Maßstab

Wie aber kann nun die Freimaurerei eine Definition von Zeit liefern und wie kann dies wiederum dem Bruder/der Schwester dienen?

Der Freimaurer muss bereits als Lehrling lernen, wie er sich den Tag richtig einteilt. Hierzu dient ihm das Sinnbild des 24 zölligen Maßstabes. Das Sinnbild des Maßstabes tauchte zum ersten Mal im Edinburgh Register House Manuskript von 1696 auf. Dieses vollständig erhaltene Fragebuch der Freimaurerei erklärt dem jüngst aufgenommenen Lehrling beim Betreten der Loge „as I am Sworn by God and St. John, by the Square and compass, and common judge (auch „gauge (ein Eichmaß)“ genannt“. Zu Deutsch: „der ich bei Gott und dem heiligen Johannes, beim Winkelmaß und beim Zirkel und beim Maßstab geschworen habe.“ Zu beachten gilt jedoch, dass es sich hierbei zuerst um einen Maßstab handelte, auf dessen Rückseite ein Profil eines zu meißelnden Steins aufgebraucht wurde. Er war somit ein allgemeiner Maßstab, der Sinnbild für eine gute Arbeit war. Erst ab 1760 finden sich Hinweise auf den 24-zölligen Maßstab wieder, wie er heute noch als Instrument des Lehrlings geläufig ist.

Erklärung des Maßstabes

Der 24-zöllige Maßstab und der Spitzhammer sind in der Freimaurerei die Symbole des Lehrlings. Der Spitzhammer dient dazu, die Ecken der Unvollkommenheit vom rauen Stein abzuschlagen, der 24-zöllige Maßstab dazu, sich bei der Arbeit die Zeit mit Weisheit einzuteilen. Er symbolisiert die 24 Stunden des Tages die der Maurer folgendermaßen einteilen soll:

  • sechs Stunden zur Arbeit
  • sechs Stunden um Gott zu dienen
  • sechs Stunden um einem Bruder oder Freund zu dienen, soweit es in seinen Kräften steht
  • sechs Stunden zum Schlafe.

Diese klare zeitliche Einteilung lässt sich in der heutigen Zeit nicht mehr 1:1 umsetzen. Es lassen sich gewerkschaftlich ausgehandelte Arbeitszeiten nicht umgehen und wer heute weniger als 8 oder 9 Stunden mit der Arbeit zubringt, gefährdet womöglich sogar seinen Arbeitsplatz. Heutzutage ist die Umsetzung dieses Lehrlingswerkzeuges schlichtweg unmöglich.

Inhaltlich jedoch ist eine solche Einteilung gar nicht so verkehrt. Die jedem Menschen zustehende Zeit, sei es nun Stunde, Tag, Monat, Jahr oder Lebenszeit soll bewusst sinnvoll und weise eingeteilt werden um ein erfülltes Leben zu verwirklichen. Die genaue zeitliche Gliederung ist nicht die Kernaussage des 24-zölligen Maßstabes, sondern eine ausgewogene Grundstruktur die unsere, zur Verfügung stehende Zeit, sinnvoll gliedert.

Wie kann der moderne Freimaurer seine Zeit also sinnvoll aufteilen? Die Aufteilung in vier Blöcke erscheint mir durchaus sinnvoll, nämlich in:

  • Arbeit
  • Befriedigung sozialer Bedürfnisse
  • Erholung und Regenerierung
  • Spiritualität

Arbeit ist ein wichtiger Teil in unserem Leben. Für die einen ist es Pflicht, für den anderen Freude und Erfüllung. Sie gibt Struktur, fördert Lernen und Fähigkeiten und ermöglicht uns in Augenhöhe mit anderen am Gesellschaftsleben teilzunehmen. Beim Fehlen von Arbeit, nämlich Arbeitslosigkeit geht erheblich mehr verloren als nur materielle Werte.

Die Befriedigung sozialer Bedürfnisse ist ein ganz wichtiger Teil unseres Lebens. Sie dient nicht nur dem Austausch, der Begegnung und der Kommunikation, sie sorgt nicht nur für gemeinsame Erlebnisse, sondern schafft auch Nähe und Intimität. Indem wir füreinander da sind und uns gegenseitig helfen, geben wir der Gesellschaft etwas zurück, auf das wir selber angewiesen sind, nämlich Menschlichkeit, Geborgenheit, Verständnis, Brüderlichkeit, Liebe.

Jedes Individuum hat seinen eigenen Schlafrhythmus. Der eine kommt locker mit 5 Stunden aus, der andere schläft regelmäßig seine 7 Stunden. Hobby und Freizeitaktivitäten, ausgewogene Ernährung und Urlaube sind wichtig um die Anforderungen des Lebens langfristig erfüllen zu können und sich psychisch und physisch in guter Form zu erhalten.

Wer sich Zeit für Spiritualität nimmt und sich mit Neugierde auf die wichtigen Fragen des Lebens stürzt, wird Antworten finden, die einem weiterhelfen, sein Leben sinnvoller zu gestalten. Viele finden in der Religion eine Zuflucht und einige sogenannte „Freidenker“ – wenn sie Glück haben – in der Freimaurerei. Wer sich jemals mit dem Satz „Erkenne dich selbst“ oder mit den Begriffen Freiheit, Gleichheit oder Brüderlichkeit auseinandergesetzt hat, der begreift viel mehr über die Zusammenhänge des Lebens als andere. Das ist Nahrung für die Seele und den Geist und auch Nährboden für eine humanistische Lebenseinstellung.

Wie genau diese 4 Bereiche weise aufzuteilen sind, muss wohl ein jeder selber wissen. Deshalb sollte es jedem selbst überlassen bleiben seine Zeit sinnvoll und weise einzuteilen um ein glückliches Leben zu führen.

(angelehnt nach dem Traktat im Freimaurer Wiki: http://freimaurer-wiki.de/index.php/Traktat:_Der_24z%C3%B6llige_Ma%C3%9Fstab)

Ermahnung an Pünktlichkeit

Sowohl im Ritual, also auch zu den gemeinschaftlichen Abenden und Vorträgen ruft uns der Meister zur Arbeit. Diesem Aufruf sollten die Maurer auch nachkommen und pünktlich ihre Arbeit aufnehmen. Der 24-zöllige Maßstab soll uns hier ermahnen und erinnern, dass wir zum einen die Arbeit an uns selbst wiederaufnehmen sollen und zum anderen auch der Arbeit an der Gemeinschaft der Loge und unseren Fragen nach der Bestimmung. Natürlich ist das Erleben der Gemeinschaft ein wichtiger Bestandteil einer Loge, aber gerade in der letzten Zeit wurde das allseits beliebte „akademische Viertel“ hier und da schon mal auf 25-30min ausgedehnt.

Wenn wir jedoch den Umgang mit dem Maßstab gelernt haben und Pünktlichkeit somit im erweiterten Sinne eine Tugend eines Maurers ist, dann sollten wir uns wieder zurückbesinnen und uns der Zeit und vor allem an der sinnvollen Einteilung dieses wichtigsten und teuersten Gutes widmen.

Fazit

Der Freimaurer muss den Umgang mit der Zeit für sich selbst finden. Gerade in dieser hektischen und kurzlebigen Zeit muss er lernen auch einmal stehen zu bleiben und sich umzuschauen. Er muss sich den passenden Ausgleich schaffen, um nicht in die Gefahr von Burn-outs und anderen zeitfressenden Probleme zu kommen. Wie er dies jedoch umsetzt, liegt ganz an ihm selbst. Das Werkszeug dazu hat er bekommen, umsetzen und damit arbeiten muss er alleine.

Ich möchte schließen mit einer weiteren Passage auf dem anfänglichen Lied. Dabei soll die Schlussfrage offenbleiben, damit jeder einmal über sie nachdenken kann.

„Wer die Zeit verdrängt, gewinnt das Leben.

Es ist an der Zeit, sich die Zeit zu nehmen.

Zeit, sie vergeht, Zeit, sie fehlt!

9 Millimeter Blei, im Kopf der Zeit!

Die existenzielle aller Frage: Kann man die Zeit totschlagen?“

 

Ziele und Wege eines Freimaurers

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Einleitung

Manchmal ist es ganz schön schwer ein Freimaurer zu sein. Dauernd findet man irgendwo einen klugen Spruch oder hört etwas in einem Lied und schon kreisen die Gedanken. Erst vor ein paar Tagen ging es mir so als ich beim Bäcker etwas gefrühstückt hatte und einen Tee trank. An der Wand dort war ein Zitat von Christian Morgenstern angebracht.

„Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden“

Nun ja, ihr könnt euch sicher denken, dass es noch ein weiterer Tee wurde und ich über diesen Satz aus einer freimaurerischen Sicht nachdenken musste. Ich habe das mit den Grundsätzen und den Aufgaben des Freimaurers versucht zu verbinden.
So muss der neue Bruder (oder auch die neue Schwester) schon mit Beginn der Aufnahme an der Arbeit an sich selbst beginnen. Der Arbeit an dem rauen Stein, welche der Neophyt als Sinnbild mit auf den Weg bekommt. Das Ziel ist der behauene Stein, der sich perfekt in den sogenannten Tempelbau des Tempels der Humanität (wieder ein Sinnbild) einpasst. Er ist das Symbol des Lehrlingsgrades, an welchem er arbeitet um sich zu vervollkommnen. Aber auch die Gesellen und Meister, die erkannt haben, auch im Leben immer noch etwas lernen zu können, arbeiten an ihrem rauen Stein, solange bis sie die irdischen Werkzeuge mit ihrem Tod aus der Hand geben.

Welcher Stein ist man?

Dabei bleibt offen, welche Art Stein man wird. Ein Grundstein, ein Mauerstein, ein Stein in der Fassade oder sogar ein Schlussstein. Dies wird immer ein währender Prozess bleiben, welcher sich im Laufe des Lebens einige Male ändern oder anpassen kann.
Wenn der Maurer aufgrund des Wissens seiner Brüder, den Werkslogen und seiner eigen gemachten Erfahrung sein Ziel klar erkannt und dieses Ziel also für sich alleine klar definiert hat (und ja, Freimaurerei ist erst einmal eine sehr egoistische Angelegenheit) und es sich zum erreichbaren Ziel gesetzt hat, dann muss er nur noch den Weg gehen.
Mit dem Ziel vor Augen findet man auch das Ziel, egal welchen Weg der Einzelne geht. Der eine Bruder findet ihn schneller, der andere geht seinen langsamer. Für den einen bedeutet es einen holprigen und steinigen Weg, für manch anderen scheint es eher eine Autobahn zu sein.

Hand in Hand

Aber egal wie sich der Weg auch gestaltet, die Brüder und auch die Schwestern dieses Bundes sind vereint in den gleichen Interessen und Prinzipien. Sie alle haben für sich das gleiche, gemeinsame Ziel gefunden, gehen jedoch oft unterschiedlichste Wege.
Der große Vorteil dieser Gesellschaft, dieser weltweit umfassenden Bruder-/Schwesternschaft ist jedoch, dass die oft erwähnte Bruderkette somit auch ein „Hand-Reichen“ ist, in der man sich auch leiten lassen kann, wenn man dies möchte oder sogar einmal nicht mehr das Ziel deutlich sehen kann.

Das Ziel kann also auch sein, GEMEINSAM an dem Weg zu arbeiten und GEMEINSAM das große Ziel zu erreichen.
Reichen wir uns doch mal die Hände auf unserem Weg…

Arbeit am eigenen Ich – Gedanken inspiriert vom Radioprogramm

johnny_automatic_NPS_map_pictographs_part_43„Eines Tages fällt dir auf,
dass du 99% nicht brauchst.
Du nimmst all den Ballast
und schmeißt ihn weg,
Denn es reist sich besser,
mit leichtem Gepäck.“
Aus dem Song „Leichtes Gepäck“ von Silbermond

Wenn wir diese Zeilen aktuell gerade öfters im Radio hören, stellt sich die Frage, was das nun mit Freimaurerei zu tun hat. Im ersten Moment sicherlich nichts und ich denke, dass es auch nicht in der Absicht der Gruppe war, einen masonischen Bezug zu nehmen.

Dennoch möchte ich den Brückenschlag wagen und Bezug auf die Tugenden des Freimaurers, insbesondere des Meisters nehmen. Hier sollte man sich auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren und die Zeit, die einem auf Erden bleibt bis zu seinem Tod, sinnvoll einteilen und einsetzen. Auch die Einteilung der Zeit obliegt eines Meisters, die 24 Stunden des Tages sinnvoll zu nutzen für die Arbeit, den Schlaf, die Familie und die Arbeit an sich und der Gesellschaft. Hier mag nun der Interessierte anmerken, dass dies in einen Stress ausarten könnte. Ich möchte ihm hier nicht widersprechen. Freimaurerei ist etwas egoistisches, was auch noch Zeit in Anspruch nimmt. Möchte man lieber (weil man einfach der Typ Mensch ist) in den Tag hineinleben, dann ist dieser ethische Bund nichts für die Person. Hier fängt man an, sich mit sich selbst, mit seinem Wirken in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Kurz gesagt mit der Arbeit am eigenen Ich. Und das beginnt mit der Reflektion des eigenen Ich. Sich mit den Ideen und Gedanken anderer auseinanderzusetzen und daraus für sich die richtigen Schlüsse mitnehmen. Hierbei unterstützen einen die eigenen Brüder sehr, denn der Blick für das, was wichtig und richtig ist, ist anfangs noch schwer. Aber mit der Zeit wird dies einfacher und die Erfahrung lehrt uns, dass der Maurer gefestigter wird. Es ist die immer andauernde Arbeit an dem eigenen Ich, an dem rauen Stein, der sich dann in das Gesamtbild einfügen kann.

Da aber die Zeit eben begrenzt ist und man den Tag sinnvoll einteilen sollte, muss der Maurer auch lernen, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Dies wiederum schließt mit ein, dass man das Unwichtige, den Ballast hinter sich lässt, ihn liegen lässt. Und damit hat die Band Silbermond dann doch wieder Recht, denn es reist sich nun mal einfacher durch das Leben mit leichtem Gepäck.

Der Maurer muss lernen, sich zu fokussieren, seine Gedanken offen zu lassen und offen für die Belange der Menschen und der Gesellschaft zu sein. Er muss versuchen und sich bemühen, dazu beizutragen etwas zu verändern, vor allem an sich selbst, um seinen gefestigten Platz im Leben (und im Tempel der Humanität, liebe Brüder und Schwestern) zu finden. Ein Weg diesen Fokus zu finden und nicht zu verlieren kann die Freimaurerei darstellen.

Also lasst uns ab und an ein paar Mal mehr abwägen, was Ballast ist und was nicht, und diesen dann hinter uns schmeißen, denn es gibt so viele Dinge die darauf warten angegangen zu werden.