Laut denken mit einem Freund – ab sofort erhältlich

„Laut denken mit einem Freund“

ist seit 22.03.18 als Taschenbuch erhältlich im Salier Verlag oder auch jedem Buchhändler eures Vertrauens.

Taschenbuch: 76 Seiten

Verlag: Salier; Auflage: 1 (1. März 2018)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3943539911

ISBN-13: 978-3943539912

„Was wäre, wenn wir einmal die «Alten Pflichten» beiseiteließen und sich Brüder träfen, um über Politik, Gesellschaft und Religion zu diskutieren?
Die Loge als geschützter Raum diente in früheren Zeiten wohl genau dazu.
Angelehnt an Lessings Freimaurergespräche zwischen Ernst und Falk lässt René Schon die Brüder Schwarz und Weiß über Themen aus Politik, Gesellschaft und Religion miteinander streiten. Natürlich stets mit freimaurerischem Hintergrund, aber auch ohne Tabus und ohne Denkverbote.“

Ich wünsche allen Interessenten viel Spaß beim Lesen. Über Rückmeldungen (egal welcher Art) freue ich mich immer.

Direkt bestellbar bei Verlag unter:

https://salierverlag.de/produkt/laut-denken-mit-einem-freund/

Oder auch:

https://www.amazon.de/Laut-denken-einem-Freund-Logengespr%C3%A4che/dp/3943539911/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1521802400&sr=8-1&keywords=laut+denken+mit+einem+freund

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/laut_denken_mit_einem_freund/ren_schon/EAN9783943539912/ID94503463.html

https://www.buch24.de/9010-276915646/shopdirekt.cgi?id=21883155&p=3&sid=&static=0&nav=

Ebenso in der Schweiz erhältlich:

https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/rene-schon/laut-denken-mit-einem-freund/id/9783943539912

http://www.elantis.ch/product/3000000763700/Sach–und-Fachbuecher_Fachbuecher/Ren-Schon/Laut-denken-mit-einem-Freund

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ – eine philosophische Betrachtung

Dieses Zitat brachte die Bild Zeitung vor einigen Tagen als Aufmacher, nach einem Gespräch mit dem neuen Bundesinnenminister und ehemaligen Ministerpräseitenden von Bayern, Horst Seehofer.

Obwohl das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde und ich gerne den vollständigen Wortlaut wiedergeben möchte („Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. Dazu gehören der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben.“), lies dieser Satz die Gemüter in unserem Land hochkochen und viele Politiker fühlten sich genötigt, ebenso einen Kommentar abgeben zu müssen.

Die Frage, ob man Sätze aus dem Zusammenhang reißen sollte, um damit Presse zu machen, müssen sich die Nachrichtenagenturen selbst beantworten. Aus einem ethischen Standpunkt betrachtet, ist das eher bedenklich und dient der Stimmungsmache.

Philosophieren wir etwas über die Worte von Herrn Seehofer. Ihm ging es um eine Abgrenzung aus einer geschichtlichen Perspektive. Darüber können wir nun spekulieren und streiten, wie es schon seit Tagen in den deutschen Medien) der Fall ist.

Aber richten wir doch das Augenmerk auf den Satz selbst und stellen wir uns die Frage, ober der Islam zu Deutschland gehören kann. Was genau soll das bedeuten?

Religion prägt die Gesellschaft

Rein geschichtlich muss man die Prägung der Gesellschaft durch das Christentum sicherlich bestätigen. Leider wird dabei auch das Judentum vergessen, welches in den letzten Jahrhunderten ebenso die Gesellschaft in Deutschland (zumindest bis zu dem unrühmlichen Ende 1933) geprägt hat. Aber hier sind wir schon bei einem wichtigen Punkt: Der Islam hat die Gesellschaft nicht geprägt. Damals nicht, wurde inzwischen aber ein fester Bestandteil der Gesellschaft durch die rund 4 Mio. Muslime in Deutschland. Zumindest muss man also zustimmen, dass er ein Teil der Gesellschaft in Deutschland im Jahr 2018 ist. Wie aber auch weitere Religionen, sowie „Nicht-Religionsgemeinschaften“, Sekten und freigläubige Vereine, und noch viele Weitere. Die „Dazugehörigkeit“ lässt sich also ebenso bestätigen, wie die eines Fußballvereins oder eines Kegelvereins.

Religion und Staat

Doch Seehofer sprach nicht von der Gesellschaft, sondern von „Deutschland“, also dem Land, dem Staat. Nun muss man berechtigt die Frage stellen, ob eine Religion (welche es auch immer sein mag!) zu einem Staat gehören kann. Dies kann eigentlich in einer säkularen Gesellschaft, wie die in Deutschland, nicht der Fall sein. In unserer Gesellschaft haben wir seit dem Zeitalter der Aufklärung in einem noch andauernden Prozess die Trennung von Staat und Religion. Das Ganze entstand aus dem Prozess der Säkularisation, der Ablösung der weltlichen Macht religiöser Institutionen. Noch immer wurde dieser Prozess nicht ausreichend vollzogen. Kirchen haben noch einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Alleine in den Schulen ist nach wie vor ein Religionsunterricht im Bildungsauftrag des Staates enthalten, auch wenn die Anzahl an Teilnehmern des Ethikunterrichtes in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Als ich selbst vor über 20 Jahren diesen Weg beschritt, mussten erst Lehrer für das neue Unterrichtsfach gefunden werden und selbst meine Eltern mussten zustimmen, dass ich den Religionsunterricht verlassen konnte.

Gerade in Zeiten mit einem wachsenden Anteil von Populisten, welche sich gerne auf das Christentum berufen, um gegen den Islam zu wettern, müssen wir dem entgegenhalten und sagen, dass KEINE Religion zum deutschen Staat gehört (gehören darf), und generell nicht gehören sollte.

Die einzig wahre Religion

Wer sagt denn, welche die „richtige“ Religion sei? Wie schon Anderson in den Alten Pflichten, die Religion in der alle Menschen übereinstimmen? Ist die eine Religion dann mehr wert als die andere? Und wie bemessen wir den Stellenwert? Schwierig…

Was wäre denn die logische Konsequenz aus dieser Idee, wenn wir sie weiterspinnen? Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Wäre korrekt, wenn auch populistisch und nicht vollständig. Denn der Richtigkeit halber, müsste man ergänzen: „[…] Aber ebenso wenig das Christentum, das Judentum, der Hinduismus und, und, und.“ Fassen wir zusammen, dass in einem säkularen Staat KEINE Religion zum Staat gehört und Sätze wie beim Amtseid des Bundeskanzlers/der Bundeskanzlerin oder der Minister müssten angepasst werden. Natürlich erfolgte dies bereits, da der Eid auch ohne eine religiöse Beteuerung abgeleistet werden kann.

(„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“). Schließlich muss ich meinen Eid auch erfüllen, wenn mir „Gott“ wahrlich nicht helfen kann/mag/möchte. Es liegt an dem einzelnen Menschen, der dieses Amt ausfüllt, mit seinem Wort und seinen Taten dafür geradezustehen. Das Gewissen und die Moral regeln das Handeln. Dies wiederum sollte bei jedem Politiker ausreichend ausgeprägt sein. Zumindest habe ich diesen Anspruch an meine sogenannten Volksvertreter.

Fazit

Ich möchte kurz erwähnen, dass ich weder Populist bin, noch mich gerne in dieser Ecke sehe. Ich bin ebenso kein Verfechter einer Religion und bekennender Atheist. Daher finde ich diese Diskussion um so überflüssiger, da ich eben davon überzeugt bin, dass der Staat und die Religion, welche durchaus zur Gesellschaft gehört, getrennt werden müssen. Daher sehe ich die Aussage von Seehofer aus dem Blickwinkel, dass sie nicht vollständig ist. „Religion gehört nicht zum Staat Deutschland“ wäre sinnvoller. Aber dies ist noch ein weiter Weg…

Leave a mark, not a stain – Hinterlasse eine Markierung, keinen Fleck!

Dieser Satz meines Bruders Hasan klingt noch immer in meinen Ohren nach, seitdem ich ihn bei meiner Aufnahme als Shriner kennengelernt hatte. Sein Vater meinte immer zu ihm, dass man als Mensch etwas Gutes Hinterlassen solle, etwas was auch nach seinem Ableben noch in dieser Welt wirkt. Nun ja, das klingt auf den ersten Blick nach einer großen Aufgabe. Ein Architekt plant und baut ein Gebäude, welches Jahre oder/und Jahrhunderte überdauern kann. Ein Schriftsteller schreibt Texte und Bücher, welche noch von Generationen nach uns gelesen und interpretiert werden können. Wissenschaftler und Ärzte finden Möglichkeiten Krankheiten zu besiegen und dadurch das Leben für Generationen danach leichter zu machen… Diese Liste kann man beliebig lange fortsetzten und vor allem auch granularer…

Muss es denn immer etwas so großes sein? Kann nicht auch eine eher scheinbare Kleinigkeit für den einen Menschen (der dies bewusst oder unbewusst macht) für einen anderen etwas Großes sein? Eben eine Änderung des Blickwinkels von einem Fleck auf eine Markierung?

Das Lächeln eines Kindes kann ein ganzes Herz erweichen und kann die größte Belohnung sein, die man bekommt. Nachdem sich viele Freimaurer in zu vielem „Vereinsgehabe“ verlieren, habe ich lange nach einer Gruppierung innerhalb der Freimaurerei gesucht, denen die humanitäre Arbeit am Herzen liegt und im Vordergrund steht. So kam ich zu den Shriners und hoffe dort genau dies zu finden.

Hier werden Kinderkrankenhäuser unterstützt und auch lokale, sowie regionale Projekte. Ziel ist es, sich nicht selbst zu ernst zu nehmen und den Spaß und die Freundschaft ins Licht zu stellen und zudem die Hilfe nicht zu vergessen. Es geht alles um die Kinder…

Kinder sind oft die leidtragenden Wesen, wenn es um bewaffnete Konflikte in der Welt geht. Sie verlieren Familienmitglieder, ihr Zuhause, erleben schreckliche Momente und sind geprägt für ihr Leben. Schlimmstenfalls erfahren sie auch körperliche Verletzungen und Verstümmelungen.

Und hier kommen die Shriners ins Spiel. Kinder unter 18 Jahren und deren Familien werden betreut und ihnen geholfen. Natürlich kostenlos in ihren Krankenhäusern und solange bis dem Kind geholfen werden kann.

Warum also nicht eine „kleine Kerbe“ in der Geschichte hinterlassen und sich genau solch einem Verein anzuschließen um Kindern zu helfen? Mit Arbeit und natürlich auch Spenden diese Idee zu unterstützen und zu helfen.

Ich selbst habe diese Frage für mich mit einem klaren „Ja“ beantworten können, wie auch 15 weitere Brüder. Natürlich war ich, als eher ein rationaler Mensch, anfangs nicht begeistert von dem Aufnahmeritus der Shriners. Dies erinnerte eher an eine Studentenverbindung, als an eine Gruppe von Freimaurern. Der Sinn dieser für mich unerwarteten Aufgaben erschließt sich einem erst am Ende des Tages, als eine Erklärung folgte. Aber ich möchte hier nicht zu viel verraten. Nur so viel, dass es den ganzen Stress wert ist und vor allem einen tieferen Sinn hat. Man trifft tolle Brüder, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Die eine Freude am Geben und vor allem Helfen haben und ihre Überzeugung teilen.

Wenn euer Interesse geweckt ist, dann meldet euch unter https://www.emiratshriners.com/ oder direkt bei mir.

Wir können von den Kindern so viel lernen. Ein Kind, was wieder gelernt hat zu Lächeln, weil wir ihm mit „einer Kleinigkeit“ helfen konnten und dadurch einen „großen Einschnitt“ im Leben des Kindes zu hinterlassen, ist mehr wert als alles Geld der Welt. Es ist unbezahlbar! Und wir können lernen, wie wichtig das Leben selbst ist und (wie nun schon oft erwähnt) uns nicht immer so ernst zu nehmen.

Entdecken wir das Kind in uns wieder…und hinterlassen wir „unsere Kerben“…

Neues Buch – „Laut denken mit einem Freund“

Was wäre, wenn wir einmal die «Alten Pflichten» beiseite ließen und sich Brüder träfen, um über Politik, Gesellschaft und Religion zu diskutieren?
Die Loge als geschützter Raum diente in früheren Zeiten wohl genau dazu.
Angelehnt an Lessings Freimaurergespräche zwischen Ernst und Falk lässt René Schon die Brüder Schwarz und Weiß über Themen aus Politik, Gesellschaft und Religion miteinander streiten. Natürlich stets mit freimaurerischem Hintergrund, aber auch ohne Tabus und ohne Denkverbote.

Vorbestellbar (erhältlich ab März 2018) ab sofort beim Verlag:

https://salierverlag.de/produkt/laut-denken-mit-einem-freund/

Natürlich möchte ich hier gerne Werbung für mein zweites Buch machen, welches im März im Salier Verlag erscheinen wird. Inspiriert von meiner Arbeit an Ernst und Falk sowie dem Buch „Logengespräche über Politik und Religion“ von R. Penzig, habe ich mich inspirieren lassen und die beiden Brüder Schwarz und Weiss auf eine Reise geschickt. Sie treffen sich und reden, philosophieren und tauschen sich aus über die Themen, die gern aus den Logen ausgeschlossen werden. Dabei gehen sie sehr offen vor und nutzen das „Sapere Aude“ um ihre Gedanken fliegen zu lassen, ohne eine Angst vor Tabubrüchen.

Ich wünsche allen Interessenten viel Spaß beim Lesen. Über Rückmeldungen (egal welcher Art) freue ich mich immer.

Euer René

 

 

 

Ich? Eine „0“?

„Ecken und Kanten? Jeder hat welche…und nur eine Null hat keine Ecken und Kanten“ So oder so ähnlich waren die Worte auf einer Postkarte, welche ich auf meinem Streifzug durch Berlin gelesen hatte. Natürlich habe ich auf dem weiteren Spaziergang über diesen Vergleich noch etwas nachgedacht.

Wir Freimaurer sind ja bemüht, an den Ecken und Kanten unseres rauen Steines zu arbeiten und uns damit zu verbessern (ich möchte nicht von „Vervollkommnen“ sprechen!). Hin und wieder kommt es zudem noch vor, dass wir an den Ecken und Kanten eines Bruders arbeiten. Ich möchte mich hier nicht ausnehmen und sogleich entschuldigen bei den, durch mich angegangenen, Brüdern.

Wir schleifen an unseren Ecken und Kanten um uns besser in den Bau des Tempels der Humanität einzubringen.

Die Großloge AfuAM sagt dazu: „Bei den Freimaurern gibt es symbolhafte Objekte und Werkzeuge. Ausgangsobjekt ist der raue Stein, mit dessen Hilfe der “Bau der Humanität” vollendet werden soll. Der raue Stein symbolisiert den Einzelmenschen, viele von ihnen bilden die Menschheit, im Idealfall den “Bau der Humanität” oder auch “Tempelbau der Menschheit”, wie es häufig bezeichnet wird.“

„Begrenzt sich der Betrachter auf sich selbst, bleibt das Ergebnis rein subjektiv geprägt. Wie er oder sie aber in den Augen anderer wirkt, bleibt erstmal verborgen. Erst wenn ihm der Spiegel vorgehalten wird, lernt er sich selbst zu sehen, so wie er von außen wahrgenommen wird. Der Spiegel soll den Menschen ermahnen, die Wirklichkeit und Wahrheit seiner eigenen Unvollkommenheit und die seiner Taten zu erkennen.“ (aus: http://www.paddf.de/html/was_tun_wir-.html)

Damit es schlussendlich zu dem Idealbild einer friedlichen und sozialen Menschheit bzw. Gesellschaft kommen kann, muss erst einmal jeder einzelne Mensch an sich arbeiten. In unserer Symbolsprache: der raue Stein muss in eine (individuelle) Form gebracht werden, damit er an der richtigen Stelle in den großen Bau passt. Dazu werden die symbolischen Werkzeuge benötigt: Winkelmaß, Zirkel, Winkelwaage, Senkblei, Maßstab und weitere.

Soweit zur Theorie – Doch was ist, wenn die anfängliche Aussage stimmen würde? Natürlich hat eine „0“ keine Ecken und auch keine Kanten wie andere Zahlen. Schwestern und Brüder mit einem Hang zur Mathematik würden nun sofort einwenden, dass auch eine „8“ keine Kante hat, sondern ebenso in sich geschlossen ist. Doch da die „0“ noch die Bedeutung hat, das „eine 0 ein Versager sei“, konzentrieren wir uns eher hierauf. Natürlich machen uns gerade unsere Kanten aus. Kantig zu sein steht für Individualität und ist nicht glatt gespült wie viele anderen.

Auch kommen im Laufe eines Lebens immer neue Ecken und Kanten an unseren Stein. Der Stein fällt und schlägt auf, er ist Wetter und Witterung ausgesetzt und schon platzen einige Stellen ab und hinterlassen neue Kanten. Auch wenn wir altern, verwittert die Oberfläche des Steines und es entstehen neue Fugen, Risse und Strukturen.

Der Maurer, der das Handwerk noch ausführt, wird nun anmerken (und zwar mit Recht!), dass eine zu glatt geschliffene Oberfläche dazu führen wird, dass der für den Bau nötige Mörtel keine Möglichkeit hat zu haften um den Bau fertig zu stellen.

Der Sänger Stefan Weidner formulierte es in seinem Lied „Mehr“ sehr treffend:

„Will die Freiheit und das Gute,

zwischen hier und den Sternen suchen!

Die Dellen glätten, die Kanten schleifen,

die üblen Wurzeln aus dem Boden reißen.“

Natürlich muss dieser Text keinen Bezug zur modernen Freimaurerei haben, aber dennoch finde ich ihn sehr treffend. Wir arbeiten an der Menschlichkeit, nehmen uns zurück und setzten uns für Freiheit und vor allem das Gute in uns allen ein. Welch ein hohes Ziel! Und daher wird es auch so schwer, dies zu erreichen. Es ist eine lebenserfüllende Aufgabe, die der Freimaurer hier eingeht und sollte sich dessen bewusst sein. Ich selbst musste vor kurzem erst in einem Telefonat mit einem Altstuhlmeister feststellen, dass ich immer noch ein Lehrling sein kann. Er half mir mich zu reflektieren und zeigte mir meine Ecken und Kanten auf, ohne mich dabei zu kritisieren. Er „stupste“ mich eher mit der Nase drauf. Natürlich bleibt es nun mir überlassen diese Ecke zu lassen oder sie zu glätten. Oder ist es sogar eher „nur“ eine Delle? Das müssen andere beurteilen.

Also was ist nun die Lösung? Ein passendes Mittelmaß? Warum nicht. Die Ecken und Kanten abschlagen um sich in die Welt Bruder- bzw. Schwesterkette einzufügen und dennoch „man selbst“ zu sein. Das Individuum in den Schatten der Ideale der Freimaurerei zu stelle und an sich und damit an dem Bau der Menschlichkeit zu arbeiten, ohne sich selbst zu verstellen. Seinem Leben einen Sinn geben.

„Ich will mehr, mehr als nur leben!

Ich will mehr, mehr als nur sein.

Es ist mehr ein Versprechen, mir selbst gegeben…

Ja ich schwör‘ ein Wolf zu werden, der das Böse reißt“ (aus „Mehr“ von Stefan Weidner, der W)

Einfach ein „ICH“ bleiben, ein Individuum im Dienste des Geistes der Freimaurerei und Humanität. Der sich für das Gute einsetzt und, wie es der Stuhlmeister am Ende jeder Tempelarbeit fordert, dem Unrecht nicht den Rücken zudreht. Gerade die Menschen mit Ecken und Kanten sind oftmals unter ihrer rauen Oberfläche sehr liebenswerte Menschen. Es gilt hier einen Weg zu finden zwischen dar Arbeit an dem eigenen Ich, an dem rauen Stein und der Individualität.

Eine kleine Anekdote zum Schluss. Vor kurzem hatte ich Geburtstag und ich bekam einen sehr schönen Gruß von einem meiner Brüder. Er meinte, ich solle „weiterhin unbequem“ bleiben. Freimaurerisch philosophieren und auch Kritik üben zu wollen. Genau das habe ich weiterhin vor…

Und vor allem dabei darauf zu achten, keine „0“ zu werden.

In diesem Sinne, feiert eure Ecken und Kanten, denn Diamanten sind auch nicht rund. Auf ein neues Jahr…

Warum der Grand Orient nicht Unrecht hatte – Die Bibel sollte überdacht werden!

„Die Bibel hat in den heutigen Freimaurerlogen keinerlei dogmatische, sondern ausschließlich symbolische Bedeutung, wobei es dem einzelnen vollkommen freigestellt ist, in ihr das heilige, religiös verpflichtende Buch oder die auf jahrhundertelanger Entwicklung begründete, allgemein verpflichtende Sittenlehre, also ein ethisches Dokument, zu erblicken. […] Die Bestrebungen, die Bibel aus der Loge zu entfernen, weil sie angeblich zu eindeutig dogmatisch verpflichte, haben daher nie dauernden Bestand gehabt. In Frankreich wurde 1877 vom Grand Orient de France gleichzeitig mit der Streichung des A. B. a. W. aus der Verfassung und den Ritualen auch die Bibel abgeschafft. Das hat zu einem Bruche mit der angelsächsischen Freimaurerei geführt, der auch heute noch besteht.“ (aus http://freimaurer-wiki.de/index.php/Bibel)

Die Bibel auf dem Meistertisch zählt seit fast 400 Jahren als eines der großen Lichter der Freimaurerei und das obwohl die Freimaurerei keinen Bibelglauben verlangt. Wie bereits zitiert sieht sie die Bibel als ein ethisches Dokument, also das Buch „des heiligen Gesetzes“. Daher gilt sie eben als unantastbar.

Vor kurzem sprach ich mit einer Schwester, die zu bedenken gab, es sei fragwürdig den Eid auf die Freimaurerei mit der Hand auf der geöffneten Bibel abzulegen, da sie dieses Buch eher für frauenfeindlich hält. Diesem Aspekt wollte ich nachgehen, da es hier um ein festes Sinnbild für Ethik und das heilige Gesetz geht.

 Fragwürdige Bibelstellen

Betrachten wir einmal die Texte in der Bibel (und ja, ich habe sie mehrfach gelesen, auch als Atheist!) und stellen wir uns die Frage, ob wir solch ein Buch als einen ethischen Maßstab verwenden können. Diese Zitate sind nur einige Beispiele, denn sonst würde dieser Text ausarten, da sie zu hunderten in der Bibel vorkommen. Sie zeigen deutlich, was für ein verachtendes Menschen und Frauenbild hier vermittelt werden soll.

(Zitiert nach der Lutherbibel, revidierte Fassung 1984, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2002)

Todesstrafe für vergewaltigte Mädchen

„Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seiner nächsten Braut geschändet hat; …“ (5. Mose 22,23-24)

Todesstrafe für Homosexuelle

„Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; …“ (3.Mose 20,13)

Todesstrafe für widerspenstige und ungehorsame Söhne

„Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …“ (5. Mose 21,18-21)

Noch mehr Gewalt gegen Kinder und Frauen

„So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“ (1. Samuel 15,3)

„Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden.“ (Jesaja 13,16)

Die Rolle der Frau

„Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also, so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum dass er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang.“ (5 Mose 22:28-29)

„Warum habt ihr alle Frauen leben lassen? (…) So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“ (4. Mose/Num. 31,15-18)

„Ich lasse euch aber wissen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Mann aber ist das Haupt der Frau. Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz, die Frau aber ist des Mannes Abglanz. Denn der Mann ist nicht von der Frau sondern die Frau von dem Mann. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.“ (1. Korinther 11)

Toleranz

„Gott (…) frißt die Völker, die ihm Feind sind, er zermalmt ihre Knochen.“ (4. Mose 24,8)

Familie

„Gott hat geboten: Ehre deine Eltern. Wer über seine Eltern flucht, soll sterben!“ (Matthäus 15,4)

„Wer meinetwegen seine Familie verlässt und Frau und Kinder im Stich lässt, wird hundertfach belohnt werden und das ewige Leben empfangen“ (Matthäus 19,29)

Neue Wege ohne Bibel – das weiße Buch

Auf dem Konvent 1877 erwähnte der Grand Orient erstmals den Begriff des „Allmächtigen Baumeisters aller Welten“ aufgrund des Antrages des protestantischen Geistlichen Frédéric Desmons nicht mehr: „Die Freimaurerei hat zu Grundsätzen die unbedingte Gewissensfreiheit und die menschliche Solidarität. Sie schließt niemanden um seines Glaubens willen aus.“ Als dann der GOdF zusätzlich das „Buch des heiligen Gesetzes“ durch ein „weißes Buch“ ersetzte, kam es zur endgültigen Spaltung: Die Vereinigte Großloge von England beendete die Beziehungen 1913 zum GOdF offiziell und erkannte ihr die Regularität ab.

Der Schritt aber, die Bibel als eines der großen Lichter der Freimaurerei zu entfernen gewann immer mehr an Bedeutung in der modernen Freimaurerei. Die Reformlogen der 20er und 30er Jahre wie z.B. der Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne sah auch das Auflegen eines weißen Buches vor.

Noch immer gibt es Logen, die zur Bibel auch ein weißes Buch auflegen und das unter der offiziellen Freigabe der Großloge AFuAM.

Der neue Weg – Fazit

Wenn wir erneut betrachten, dass die Bibel ein Buch des „heiligen Gesetzes“ darstellen soll und einen ethischen und moralischen Standpunkt vermitteln soll, so müssen wir doch heutzutage hinterfragen, ob die Bibel noch zeitgemäß ist und das richtige Buch um ein Wertemodell zu vermitteln. Mag nun einer sagen, dass sie auch viele gute Werte vermittelt, aber dem muss man entgegen setzen, dass sie eben auch eher fragwürdige Werte ebenso vermittelt.

Ich jedenfalls kann den Standpunkt meiner Schwester verstehen und teile ihn. Die Bibel ist für mich persönlich nicht geeignet um darauf einen Schwur abzulegen, da sie moralisch und ethisch sehr fragwürdig ist. Sie ist von Menschen geschaffen und nicht, das so oft zitierte „Wort Gottes“.

Wir sollten dies große Licht der Freimaurerei überdenken und einen Weg finden zwischen dem moralischen Anspruch und der Regularität der UGLoE. Wie dieser Weg zu bestreiten ist, muss erst erarbeitet und diskutiert werden. Aber die Möglichkeit, mehrere Bücher aufzulegen wie in meiner Mutterloge (Bibel, weisses Buch, Beethovens 9. Sinfonie) und das völlig regulär wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung…

Freizeit-Toleranz

Kurt Tucholsky sagte einmal:

„Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat!“. Und so unrecht hat er nicht, wie wir gleich feststellen werden.

Es ist immer wieder schön daran erinnert zu werden, dass „Toleranz“ eine der Grundsätze der Freimaurerei sein soll. Wir Brüder sollen tolerant zu anderen Meinungen und Menschen sein. Doch mitunter wird das auf eine sehr harte Probe gestellt.

Mittlerweile sollte es auch jedem bekannt sein, dass ich ein stolzer Freimaurer (oh ja, ich stehe auf unsere Ideale und diese Bruderschaft!) bin und auch bekennender Atheist und Antitheist. Ich sehe hier absolut keinen Widerspruch zu den Anforderungen der Großloge von England mit ihrer Forderung nach einem „supreme beeing“ und auch kann ich ein Ritual emotional erfassen und tragen. Ich sehe in der Natur, sowie ihrer Gesetze das „göttliche“ (wenn ich es einmal so nennen darf) und kann somit die Sinnbilder in einem Ritual für mich füllen…Mutter Natur als großer Baumeister, der sehr schöne Dinge gestaltet hat.

Viele der religiös geprägten Brüder, sehen die Freimaurerei immer noch als eine Art „Ersatzreligion“ an und tragen diese Meinung als die „einzig wahre Form der Freimaurerei“ nach außen. Sie lehnen Schwestern, also Freimaurerinnen als „irregulär“ ab und fordern die Anerkennung „der Lehren Jesu Christi“. Sie berufen sich hierbei auf den christlichen Bezug als Allmächtiger Baumeister.

Spannend hierbei ist nur, dass die Großloge von England (UGLoE) vorgibt, dass Freimaurerei KEINE Religion oder ein Ersatz sein darf (wie schon oft hier besprochen). Vielleicht sollten wir uns wieder vermehrt daranhalten und klar und deutlich machen, dass es KEINE Ersatzreligion ist. Es ist ein ethischer Bund und daran sollten wir uns auch erinnern und Strömungen, die hier klar in einer Religion abgleiten wollen, nicht zu viel Platz und Freiraum geben. Es kann aber eben, wie im Freimaurer Orden üblich, eine Bruderschaft sein, ein Bund, der sich auf ihre christliche Tradition bezieht.

Ich möchte aber NICHT alle diese Brüder über einen Kamm scheren. Ich kenne viele Brüder, die christlich geprägt sind und schätze sie als Brüder sehr. Ihre Ansichten und Ideen bereichern mich und erweitern meine Gedanken. Ich respektiere ihre Meinung und schätze sie sehr (stimmt doch Hagen?) und setze mich dafür ein, dass sie ihre Meinung sagen dürfen. Wenn ich sie auch nicht unbedingt teilen kann, so bereichern sie dennoch meine Sichtweise auf diese Dinge.

Aber leider gibt es hier auch ein paar Ausnahmen, die Toleranz scheinbar nur unter ihren Brüdern oder an den Logenabenden üben und mich (und somit viele meiner weiteren Brüder) als „Nicht-Freimaurer“ bezeichnen.

Mit so einem Bruder habe ich vor kurzem zu tun gehabt, als ich eine sehr überzogene These zu den alten Pflichten von Anderson in einem sozialen Netzwerk veröffentlichte. Hierbei wurde ich konkret von diesem Bruder auf mein Empfinden während des Rituals angesprochen. Ich nahm mir gern die Zeit und beantwortete ihm alle Fragen und lud ihn zudem in meine Loge ein, damit er nachvollziehen kann, dass eine Ritualarbeit auch ohne einen „Gottesbezug“ tragend und stimmungsvoll sein kann.

Was daraufhin folgte schockierte selbst mich. Er antwortete (und ich möchte hier seine Nachricht wiedergeben, Schreibfehler korrigiert. Urheber und Verfasser sind mir bekannt, werden aber nicht genannt)

„Danke für das Angebot, aber danke nein. Vor meiner Aufnahme habe ich mich nicht intensiv mit den Aufnahmekriterien auseinandergesetzt. Nur Andersons Constitutions und die Meinung der englischen Großloge. Von beiden wird Glaube an ein höheres Wesen/Prinzip gefordert. Das war die Grundlage, warum ich mich zum Beitritt entschlossen habe. Hätte ich gewusst, dass auch Atheisten aufgenommen werden, wäre ich heute kein Freimaurer. Das heißt nicht, dass diese Personen nicht nette, soziale, integrere, höfliche, ehrenhafte Männer sind, nur für mich keine Freimaurer. Jeder Schamane, Druide, Muslim, Pantheist steht mir näher. Das ist eben die genannte Gefühls- und spirituelle Ebene. Diese Schlucht kann ich, bei aller Toleranz, nicht überschreiten. Verstandesgemäß ja, emotional nicht.“

Ich muss zugeben, dass mich solche Worte sprachlos machen. Leider ist es nicht das erste Mal, dass hier initiierte Brüder und Atheisten von andersgläubigen Brüdern angegangen wurden. In diversen Foren und Facebook Gruppen kann man nachlesen, wie sehr es hier um die Toleranz bestellt ist. Wer sagt, dass er mit der Meinung von Atheisten (und wir nehmen in diesem Land einen größeren Personenkreis ein, als jede religiöse Einzelgemeinschaft!) in der Freimaurerei nicht leben kann, den möchte ich an den Grundsatz der Toleranz erinnern.

Wir haben innerhalb der Vereinten Großloge von Deutschland die Möglichkeit, dass jeder Interessent an diesem ethischen Bund, sei es ein Atheist oder ein Gläubiger, einen Platz für sich finden kann. Dieses Konstrukt ist einmalig und man sollte die Möglichkeiten nutzen, auch mal über seinen Tellerrand hinauszuschauen und sich somit umzuschauen (wie es schon der Grad des Gesellen fordert!). Es geht hier um Ideale und Ziele die uns verbinden und nicht um religiöse Aspekte, die uns teilen könnten. Wie sollte denn eine Weltbruderkette aussehen, wenn wir es aus persönlichen Empfinden nicht schaffen, uns selbst die Hand zu reichen? Wie sollen wir dann in der Lage sein, einem anderen Menschen die Hand zu reichen um ihm zu helfen? Toleranz untereinander aber auch in die profane Welt hineinreichend, kann kein zeitlich beschränkter Aufruf sein. Das würde uns wiederum zu den bereits diskutierten „Freizeitmaurern“ machen, die auf „Teilzeittoleranz“ laufen. Wenn dies jedoch unsere Ziele sind, dann sollten wir uns besser überlegen, erneut Lehrling zu sein und an uns selbst zu arbeiten. Sollten wir zu der erwähnten Einstellung gelangen, so muss die Arbeit an uns selbst das oberste Ziel sein, bevor wir uns wieder „um uns sehen“. Mit dem Finger urteilend auf einen anderen Bruder zu zeigen ist unangebracht und überheblich.

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz)

Wenn wir uns als Brüder und Schwestern Freimaurer an diese Definition halten, dann müssten wir soweit gereift sein, eben diese fremden Meinungen zuzulassen und gelten zu lassen.

Ich tausche mich gerne mit allen Brüdern aus und spreche offen über meine Ansichten, warum sich Freimaurerei und Atheismus dennoch verträgt, aber ich lasse mich ungern von „Freizeit-toleranten Brüdern“ als Nicht-Freimaurer beleidigen. Das zeigt bei diesen Brüdern eher von einer noch langen Arbeit am eigenen rauen Stein, gerade was die Toleranz angeht….

Interessant ist noch die Tatsache, dass der erwähnte Bruder mit seiner Meinung leider sehr alleine stand und stark im sozialen Netzwerk für seine Äußerung, dass atheistische Brüder „keine Brüder Freimaurer“ sein, stark angegangen wurde. Schlussendlich entschloss er sich, das Forum zu verlassen. Scheinbar waren einige andere Brüder ebenso nicht tolerant, was diese Äußerungen anging.

Wenn wir uns mal an die eigene Nase fassen und über den Sinn der Toleranz nachdenken, so kann dies zu einem neuen und hoffentlich verbesserten Umgang mit- und untereinander führen. Ich selbst übe mich gerade auch hier an meiner Toleranz gegenüber solcher „brüderlicher Anfeindungen“…und haue noch ein paar Ecken ab…und dann gehe ich auf meine Reise von der Intoleranz zur Toleranz!

Epilog:

Nach dem erwähnten Vorfall hatte ich das Bedürfnis, mich mit meinem Bruder Hagen auszutauschen. Hagen hilft mir oft, die Ideen und Ansichten von Brüdern des Ordens mit deren christlicher Prägung zu verstehen. Ich schätze ihn als Bruder sehr und im Laufe des Austausches ist daraus trotz der räumlichen Trennung eine Freundschaft entstanden. Ich erinnere mich noch an ein zufälliges Treffen in einem Fastfood Restaurant in Hamburg…

Hagen ist aktiver Blogger der Webseite https://hagenunterwegs.wordpress.com/ auf der tolle Texte von ihm zu finden sind.

Er hatte sich mit dem Vorfall ebenso beschäftigt und so kamen wir zu dem Entschluss, jeweils einen Text über Toleranz zu verfassen, mit unseren jeweils unterschiedlichen Sichtweisen. Daher möchte ich euch gerne auch seinen Artikel ans Herz legen:

https://hagenunterwegs.wordpress.com/2017/11/15/ist-das-die-viel-geruehmte-freimaurerische-toleranz/

Viel Spaß beim Lesen