Das freimaurerische Geheimnis

Immer wieder kommt die Frage nach dem Geheimnis der Freimaurer auf. Im Internet gibt es diverse Seiten die sich nur mit diesem Thema beschäftigen und Mutmaßungen anstellen. Da werden die schönsten Verschwörungstheorien rund um das Geheimnis gestellt.

Es lässt sich nicht abstreiten, dass wir „Zeichen, Wort und Griff“ haben, über die kein Freimaurer redet und dies auch geschworen hat. Diese Erkennungszeichen waren lange Bestandteil der Zunft der Maurer und auch noch heutzutage gibt es in einigen Zunft-Berufen diese Dinge. Also nicht wirklich was Geheimnisvolles.

Also was ist dann dieses „Geheimnis“ um das hier so viel geredet und diskutiert wird? Das Geheimnis ist sicherlich das Gefühl eines neuen Freimaurers, das er bei seiner Aufnahme, und ggf. auch schon vorher bei seiner Loge, also seinen neuen Brüdern spürt. Eine Aufnahme, welche mittels eines Rituals erfolgt, ist etwas Besonderes und das wird man nur einmal im Leben erleben. Diesen besonderen Moment, der einen zum Teil dieser Gruppe macht. Das Ritual ist für den, der aufgenommen wird und hier wird auch nichts passieren, was gegen die Menschenwürde oder die guten Sitten verstößt. Einen Grund zur Furcht muss es also nicht geben und man kann sich ganz in die vertrauensvollen Hände seiner Brüder geben. Natürlich unterscheidet sich das Ritual immer etwas je nach Loge, aber die Quintessenz ist bei allen gleich – nämlich die Aufnahme eines neuen Mitgliedes.

Ich möchte dieses Gefühl einmal für die Menschen etwas deutlicher machen, die sich für Freimaurerei interessieren, aber nicht genau wissen, um was es hier so geht, und hierzu Vergleiche zur vergangenen Fußball WM anstellen. Denken wir einmal zurück an die letzten 5 Wochen. Da gab es ein unglaubliches „Wir-Gefühl“ in diesem Land. Überall waren fremde Menschen zusammen gesessen und haben Fußball gesehen, die gleichen Farben und Kleidung getragen und sich über die Spiele und die Entscheidungen unterhalten. Auch wenn man sich nicht gekannt hat. Man zitterte zusammen und feierte die Siege. Es wurden hier Wildfremde umarmt und gedrückt und sich zusammen gefreut. Dieses „Wir-Gefühl“ gipfelte dann in dem Titel Sieg unserer Fußball Nationalmannschaft. Das ist im Grunde schon etwas, was wir nicht näher greifen können. Ein Gefühl der Zufriedenheit, der Spannung und der Gelassenheit, was sich in einem ausbreitete.

Und genau dies übertragen wir nun auf dieses freimaurerische Geheimnis. Es ist ein Gefühl, was der neue Bruder erlebt, was in ihm heranwächst während der Aufnahme. Das lange Warten auf die Nachricht, wann man sich im Logenhaus einzufinden hat und dann später bis man dran ist. Das Spiel, das Ritual, startet und man wartet noch auf seinen Einsatz (auf der Ersatzbank?). Wenn es dann aber soweit ist, dann kleidet man sich wie seine Brüder und das Spiel beginnt. Es breitet sich in einem ein gewisses Gefühl der Spannung aber auch der Zugehörigkeit aus. Dieses beflügelnde Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bekommt der Freimaurer nur einmal in seinem Leben (man wird ja nicht mehrfach aufgenommen bzw. kennt ja sonst das Ritual). Daher rate ich auch jedem Suchenden, der sich entschlossen hat, Freimaurer zu werden, dass er NICHT das Internet nach den Ritualen absucht. Wissen was passiert ist das eine, das ERLEBEN aber etwas anderes. Und wenn man schon nicht weiß, was passiert, dann erhöht es noch den Spannungsbogen. Ein Fußballspiel ist während der Live-Übertragung ja auch spannender, als wenn man das Ergebnis kennt und hinterher die Zusammenfassung anschaut. Der Spannungsbogen ist dann schon etwas raus.

Das Gefühl der Aufnahme, das Gefühl ein Teil der Loge zu sein im Kreis der Brüder und Menschen, die einen schätzen, kann man nicht beschreiben und muss man eben selbst erleben. Genau DAS macht das Geheimnis aus und ist daher so schwer zu fassen und zu beschreiben. Es ist etwas Individuelles und jeder Mensch empfindet es anders. Aber eines lässt sich sicherlich sagen: man wird es nie vergessen. Und dieses Geheimnis trägt jeder neue Bruder in sich selbst. Eben genauso wie dieses „Wir-Gefühl“ was jeden einzelnen Fußball-Fan in den letzten Wochen erfasst hat.

 

P.S. Danke an die Fußball Nationalmannschaft für die tolle Stimmung…ihr seid(wir sind) Weltmeister, genießt es!

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation

Stop

„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“ Von Mahatma Gandhi

Ein Zitat, dem ich sehr viel Sinn und Wahrheit beimesse. Ich dachte immer auf meinen Reisen durch die 3. Welt, dass dort Tiere schlechter behandelt werden, als beispielsweise bei uns in Deutschland. Doch gerade in letzter Zeit muss ich dies leider oft revidieren und ein Problem in den Vordergrund stellen, vor dem auch wir Freimaurer nicht die Augen verschließen dürfen. Freilich lässt sich nun leicht von dem einen oder anderen Bruder sagen, dass sich Humanität nur auf den Menschen bezieht. Aber mal ehrlich, denkt ihr wirklich, dass ihr an euch selbst arbeiten könnt, dass ihr die Welt zu einem besseren verändern könnt, wenn wir Tiere weiterhin so behandeln, wie wir es gerade tun?

Wir züchten Tiere heran um sie zu essen. Das ist in einer großen Industrienation nicht selten und auch ich zähle mich nicht zu den Vegetariern. Aber WIE wir das ganze aktuell angehen, davor dürfen wir uns nicht verschließen. Ist es wirklich das Hauptziel, den Gewinn zu maximieren, egal um welchen Preis? Damit wir immer günstigeres Fleisch in den Handel bringen? Inzwischen kostet Fleisch gerade mal einen Bruchteil von Obst und Gemüse (natürlich saisonal bedingt) und dieses wirkt sich gerade alarmierend auf die Tierhaltung aus. Hier werden kleine Ferkel einfach totgeschlagen wenn sie krank sind oder verletzt. Oder auch nur weil es männliche Jungtiere sind. Eine Behandlung der Tiere wäre zu teuer oder würde den Ertrag verringern. Aber auf Kosten der Tiere? Das Tierschutz Gesetz sagt aus, dass das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen muss. Von Profit kann hier nichts gefunden werden. Schlimm ist auch, dass Kühe und auch Schweine oft lebendig zerteilt werden. Die Betäubungen sind oft zu schwach oder fehlen völlig. Leider ist auch dies kein Einzelfall und gängige Praxis. Auch in der Hühnerzucht muss man diese Probleme leider erwähnen. Hier werden kranke Tiere auch nicht behandelt und bleiben oft tagelang tot im Stall mitten unter den Artgenossen liegen. Aber auch die Zeit vom Schlüpfen aus dem Ei bis zur Schlachtung ist nicht wirklich Artgerecht. Wenn eine Henne zu wenige Eier gibt, endet sie schnell in der Schlachtung. Männliche Tiere erleiden dieses Schicksal viel früher. Und das alles um uns, dem Endkunden einen möglichst niedrigen Preis anbieten zu können. Fragt euch beim nächsten Einkauf im Supermarkt doch mal, ob 2,50€ für 500gr Schweineschnitzel wirklich ein fairer Preis ist, wenn man an diese Tierhaltung denkt. Umdenken ist hier angesagt und leider ist es inzwischen mehr als nötig. Aber liebe Leser, „unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“ (Francis Picabia). Wir müssen nur einmal damit anfangen.

Aber nicht nur in der Fleischprodiktion ist dieser Zustand schlecht. Da kommt es vor, dass Menschen aus Langeweile Katzen mit Benzin übergießen und anzünden. Und dann kaum dafür belangt werden! Denn das erklärt auch, wie man Katzenbabys einfach bei -10 Grad Außentemperatur in die Mülltonne werfen kann. Wer ein Tier hat, der muss sich auch über die Pflege im Klaren sein. Denn dann sollte es auch nicht vorkommen, dass Tiere nicht gefüttert werden oder keinen Zugang zum Wasser haben. Gravierender ist ein Fall, bei dem diese Woche in Zypern ein Straßenhund in eine Müllpresse geworfen wurde. Urlauber haben gesehen wie Hotelangestellte einen Welpen absichtlich in die Presse warfen und diese anstellten. Urlauber konnten dem Tier nicht mehr helfen. Aber auch bei uns kommt es vor, dass freilaufende Katzen von Jägern „mit Recht“ erschossen werden, da sie sich zu weit vom eigenen Grundstück entfernt haben. Oder Tiere von Menschen beschossen, beworfen und misshandelt werden. Psychologisch gesehen lässt man seine einige Wut oder Unfähigkeit an einem wehrlosen Lebewesen aus.

Und da soll ich als Freimaurer Toleranz gegen diese Menschen walten lassen? Oder ihnen sogar verzeihen? Mal ehrlich, wenn ich keine Moral hätte, dann könnte ich das. Aber ich kann das nicht und werde genau diese Missstände darstellen und dagegen vorgehen. Ich denke, dass wir ein hohes Maß verinnerlicht haben, was Gut oder Böse, was richtig oder falsch ist. Wir wenden das im täglichen Leben beim Umgang untereinander an. Warum dann nicht bei den Tieren?

An eines sollten wir immer denken. Biologisch gesehen sind wir auch nur ein Säugetier. Und wenn wir die einleitenden Worte von Gandhi noch einmal betrachten, dann müssen wir uns fragen, wo unser moralischer Fortschritt steht? Soll er wirklich so tief sinken?

Wir als Freimaurer setzen uns für moralische Werte ein. So lasst uns von diesen bitte nie mehr die Augen verschließen. Ich danke euch…

 

Grand Lodge of New York – 71 W 23rd St

Nachdem es mich aus beruflichen Gründen für einige Tage in die USA, genauer nach New York City verschlagen hat, habe ich auch dort die Zeit genutzt, um mich in den lokalen Logen etwas umzusehen und die Brüder aus New York zu besuchen.

Ich wurde bei der Grand Lodge of free and accepted masons of the State of New York (http://nymasons.org/) freundlich als Bruder empfangen. Sicherlich ist das Gebäude in der  71 W 23rd Street mehr als beeindruckend. Über mehrere Etagen hat es einige kleinere Tempelräume für bis zu 150 Brüder, wie auch einen großen Saal für rund 1500 Freimaurer. Ich habe dort die umfangreiche Bibliothek besuchen können, eine Ausstellung über Freimaurer Bijous, welche 1945 im Gestapo Hauptquartier erbeutet wurden und eine interessante Führung durch die Räumlichkeiten genießen können.

Man muss neidvoll anerkennen, dass die Größe des Gebäudes durch die knapp 50.000 Brüder im Staat New York bedingt ist. Hier findet sich auch ein Altenheim für Brüder, die aus wirtschaftlichen Gründen Unterstützung im Alter brauchen. Gerade von der Offenheit und Herzlichkeit der Brüder war ich sehr begeistert und würde jederzeit hierher wiederkommen. Sollte jemand die Möglichkeit haben, ob Freimaurer oder auch nur Interessierter, so würde ich hierzu in jedem Fall raten.

Ich möchte euch die Bilder einiger Räume, des Museums und des Gebäudes nicht vorenthalten und darf die hier in Absprache mit der Grand Lodge auch einstellen. Das Gebäude und die Bibliothek stehen MO-FR von 8h bis 16:30h der Öffentlichkeit offen, ab 10:30h gibt es dort auch öffentliche Führungen durch die Räumlichkeiten. Ich möchte mich herzlich bei meinem Bruder Dennis für die tolle Führung bedanken und ebenso an das Personal in der Bibliothek, welches mich bei meinen Recherchen zum Thema F.z.a.S unterstützt hat.

 

Eingangstüre
Eingangstüre

Tempelraum6
Tempelraum6

Clubraum
Clubraum

Tempelraum5
Tempelraum5

Tempelraum3
Tempelraum3

Tempelraum2
Tempelraum2

Tempelraum1
Tempelraum1

Museum
Museum

diverse Bijou
diverse Bijou

Eingangsbereich
Eingangsbereich

Der Weg ist das Ziel – wohin die Reise geht…

Nach nun knapp 3 Monaten blicke ich auf meine Meisterweihe zurück und stelle mir oft die Frage nachdem was dann kommt. Natürlich ist mir bewusst, dass der Meister auch immer der Lehrling bleibt und viel lernen kann (was ich schon öfters erwähnt habe) aber das ist eine persönliche Sache, die eigene Arbeit am sogenannten „rauen Stein“. Aber wohin kann sich der Maurer noch hin entwickeln?

Innerhalb der eigenen Loge können natürlich interessante Herausforderungen auf einen zukommen, wenn man durch den Willen seiner Logenbrüder ein Amt in der Loge einnehmen soll. Ich habe in einem früheren Artikel auf die unterschiedlichen Ämter in einer Loge ja schon ausführlich Stellung genommen und diese mit einer Fußballmannschaft verglichen. Wenn ein Amt einen Würdenträger sucht, so kann dies ebenso eine persönliche Weiterentwicklung sein, wenn man in einem Amt wächst. Ich selbst wurde inzwischen zum Sekretär meiner Loge gewählt und werde dieses Amt hoffentlich auch so gut wie mein Vorgänger bestreiten. Sicherlich ist das nicht immer einfach und auch zeitintensiv, aber ich bin froh, meine Arbeitskraft und Ideen meiner Loge zur Verfügung stellen zu können.

Aber abgesehen von den Ämtern innerhalb einer Loge, kann der Maurer sich noch in einige weitere Richtungen entwickeln. Ich möchte in den kommenden Zeilen einmal kurz einige der Möglichkeiten aufzählen.

Betrachten wir zuerst die Forschung in der Freimaurerei. Mit der Quatuor Coronati (http://www.quatuor-coronati.org) bietet die Vereinte Großloge von Deutschland jedem Freimaurer im Meistergrad, insofern er einen Bürgen hat, die Möglichkeit, sich persönlich und aktiv in der Freimaurerforschung einzusetzen. In Arbeitskreisen aber auch durch Recherchen einzelner werden hier freimaurerische Themen aktueller und historischer Art betrachtet und erarbeitet. Die Ergebnisse werden in einem Jahrbuch veröffentlicht und können somit auch von profanen Augen gelesen werden. Ich selbst kann die Veröffentlichungen der QC nur empfehlen, gerade wenn man sich sehr viel tiefer mit den Themen rund um die Freimaurerei beschäftigen will.

Natürlich kann sich der Maurer auch bei den Shiners oder Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine (Alter arabischer Orden der Edlen vom mystischen Schrein) (http://www.shrinersinternational.org/de-DE/Shriners.aspx) einbringen. Dieser, aus den USA kommende gemeinnütziger Orden, setzt sich vor allem für Kinder ein und betreuen daher in den Staaten einige Krankenhäuser, in denen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren kostenlos behandelt werden. In Deutschland ist diese Abwandlung der Freimaurerei noch am Aufbau, aber auch schon hier kann aktiv mitgeholfen und unterstützt werden. Ihr Motto lautet: „A smile of a child makes it all worthwhile“ (Das Lächeln eines Kindes macht es allemal lohnend).

Natürlich gibt es noch die Hochgrad-Systeme der Freimaurerei. Mit Erreichen des Meistergrades ist die Reise des Maurers in den sogenannten „blauen“ Graden beendet. Er selbst kann dann Kontakt zu den Hochgraden aufnehmen, den sogenannten „roten“ Graden. Hierbei hat man diverse Möglichkeiten und Ausrichtungen. Es gibt:

  • Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ – weiterführende Erkenntnisstufen (bis zu Grad 7)
  • Schwedisches Lehrsystem (bis zu Grad 10)
  • Große Loge von Preußen genannt Royal York zur Freundschaft — weiterführende Erkenntnisstufen (bis zu Grad 5)
  • Schottischer Ritus kurz: A.A.S.R. (bis zu Grad 33)
  • York-Ritus, kurz: YR (bis zu Grad 12)

Sicherlich ist der alte und angenommene schottische Ritus (A.A.S.R) die größte Vereinigung innerhalb der Hochgrad-Systeme. Wer sich entschließt, im Schottischen Ritus zu arbeiten, muss für Studium und Ritualarbeiten viel Zeit einplanen. Die Inhalte der einzelnen Grade des A.A.S.R. lenken die Aufmerksamkeit auf gewisse Teilaspekte des freimaurerischen Gedankenguts, wie Demut, Pflichterfüllung und Nächstenliebe. Diese Werte werden durch die reiche Symbolsprache des Systems vermittelt, welche unterschiedlicher Herkunft sind, wie schon die Namen der Grade andeuten. Vor allem Ritterlichkeit spielt eine zentrale Rolle. Die Details können im Wikipedia nachgelesen werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Grad_(Freimaurerei).

Ihr seht also, dass es auch nach dem Meistergrad noch vieles zu entdecken und Möglichkeiten gibt, wie man als Freimaurer weitermachen kann. Natürlich ist das keine Pflicht und man kann gut und gern mit dem Erreichen des Meistergrades aufhören. Aber man sollte immer daran denken, nach Wahrheit und Wissen zu streben und immer zu lernen.