Der Weg ist das Ziel – wohin die Reise geht…

Nach nun knapp 3 Monaten blicke ich auf meine Meisterweihe zurück und stelle mir oft die Frage nachdem was dann kommt. Natürlich ist mir bewusst, dass der Meister auch immer der Lehrling bleibt und viel lernen kann (was ich schon öfters erwähnt habe) aber das ist eine persönliche Sache, die eigene Arbeit am sogenannten „rauen Stein“. Aber wohin kann sich der Maurer noch hin entwickeln?

Innerhalb der eigenen Loge können natürlich interessante Herausforderungen auf einen zukommen, wenn man durch den Willen seiner Logenbrüder ein Amt in der Loge einnehmen soll. Ich habe in einem früheren Artikel auf die unterschiedlichen Ämter in einer Loge ja schon ausführlich Stellung genommen und diese mit einer Fußballmannschaft verglichen. Wenn ein Amt einen Würdenträger sucht, so kann dies ebenso eine persönliche Weiterentwicklung sein, wenn man in einem Amt wächst. Ich selbst wurde inzwischen zum Sekretär meiner Loge gewählt und werde dieses Amt hoffentlich auch so gut wie mein Vorgänger bestreiten. Sicherlich ist das nicht immer einfach und auch zeitintensiv, aber ich bin froh, meine Arbeitskraft und Ideen meiner Loge zur Verfügung stellen zu können.

Aber abgesehen von den Ämtern innerhalb einer Loge, kann der Maurer sich noch in einige weitere Richtungen entwickeln. Ich möchte in den kommenden Zeilen einmal kurz einige der Möglichkeiten aufzählen.

Betrachten wir zuerst die Forschung in der Freimaurerei. Mit der Quatuor Coronati (http://www.quatuor-coronati.org) bietet die Vereinte Großloge von Deutschland jedem Freimaurer im Meistergrad, insofern er einen Bürgen hat, die Möglichkeit, sich persönlich und aktiv in der Freimaurerforschung einzusetzen. In Arbeitskreisen aber auch durch Recherchen einzelner werden hier freimaurerische Themen aktueller und historischer Art betrachtet und erarbeitet. Die Ergebnisse werden in einem Jahrbuch veröffentlicht und können somit auch von profanen Augen gelesen werden. Ich selbst kann die Veröffentlichungen der QC nur empfehlen, gerade wenn man sich sehr viel tiefer mit den Themen rund um die Freimaurerei beschäftigen will.

Natürlich kann sich der Maurer auch bei den Shiners oder Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine (Alter arabischer Orden der Edlen vom mystischen Schrein) (http://www.shrinersinternational.org/de-DE/Shriners.aspx) einbringen. Dieser, aus den USA kommende gemeinnütziger Orden, setzt sich vor allem für Kinder ein und betreuen daher in den Staaten einige Krankenhäuser, in denen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren kostenlos behandelt werden. In Deutschland ist diese Abwandlung der Freimaurerei noch am Aufbau, aber auch schon hier kann aktiv mitgeholfen und unterstützt werden. Ihr Motto lautet: „A smile of a child makes it all worthwhile“ (Das Lächeln eines Kindes macht es allemal lohnend).

Natürlich gibt es noch die Hochgrad-Systeme der Freimaurerei. Mit Erreichen des Meistergrades ist die Reise des Maurers in den sogenannten „blauen“ Graden beendet. Er selbst kann dann Kontakt zu den Hochgraden aufnehmen, den sogenannten „roten“ Graden. Hierbei hat man diverse Möglichkeiten und Ausrichtungen. Es gibt:

  • Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ – weiterführende Erkenntnisstufen (bis zu Grad 7)
  • Schwedisches Lehrsystem (bis zu Grad 10)
  • Große Loge von Preußen genannt Royal York zur Freundschaft — weiterführende Erkenntnisstufen (bis zu Grad 5)
  • Schottischer Ritus kurz: A.A.S.R. (bis zu Grad 33)
  • York-Ritus, kurz: YR (bis zu Grad 12)

Sicherlich ist der alte und angenommene schottische Ritus (A.A.S.R) die größte Vereinigung innerhalb der Hochgrad-Systeme. Wer sich entschließt, im Schottischen Ritus zu arbeiten, muss für Studium und Ritualarbeiten viel Zeit einplanen. Die Inhalte der einzelnen Grade des A.A.S.R. lenken die Aufmerksamkeit auf gewisse Teilaspekte des freimaurerischen Gedankenguts, wie Demut, Pflichterfüllung und Nächstenliebe. Diese Werte werden durch die reiche Symbolsprache des Systems vermittelt, welche unterschiedlicher Herkunft sind, wie schon die Namen der Grade andeuten. Vor allem Ritterlichkeit spielt eine zentrale Rolle. Die Details können im Wikipedia nachgelesen werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Grad_(Freimaurerei).

Ihr seht also, dass es auch nach dem Meistergrad noch vieles zu entdecken und Möglichkeiten gibt, wie man als Freimaurer weitermachen kann. Natürlich ist das keine Pflicht und man kann gut und gern mit dem Erreichen des Meistergrades aufhören. Aber man sollte immer daran denken, nach Wahrheit und Wissen zu streben und immer zu lernen.

Ein Gedanke zu “Der Weg ist das Ziel – wohin die Reise geht…

  1. Andreas Hornig

    Der Freimaurer möchte ein besserer Mensch werden.
    Der Freimaurer-Meister weiß um die zeitliche Begrenztheit seiner Möglichkeiten und ist aufgerufen, jede seiner Handlungen nach besten Wissen und Gewissen so auszuführen als ob es seine letzte Handlung wäre. Eine täglich neue Herausforderung. Beim Versuch ihrer Erfüllung erschließen sich Erkenntnisse, für die es keiner weiterführenden Lehren mehr bedarf….

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