Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation

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„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“ Von Mahatma Gandhi

Ein Zitat, dem ich sehr viel Sinn und Wahrheit beimesse. Ich dachte immer auf meinen Reisen durch die 3. Welt, dass dort Tiere schlechter behandelt werden, als beispielsweise bei uns in Deutschland. Doch gerade in letzter Zeit muss ich dies leider oft revidieren und ein Problem in den Vordergrund stellen, vor dem auch wir Freimaurer nicht die Augen verschließen dürfen. Freilich lässt sich nun leicht von dem einen oder anderen Bruder sagen, dass sich Humanität nur auf den Menschen bezieht. Aber mal ehrlich, denkt ihr wirklich, dass ihr an euch selbst arbeiten könnt, dass ihr die Welt zu einem besseren verändern könnt, wenn wir Tiere weiterhin so behandeln, wie wir es gerade tun?

Wir züchten Tiere heran um sie zu essen. Das ist in einer großen Industrienation nicht selten und auch ich zähle mich nicht zu den Vegetariern. Aber WIE wir das ganze aktuell angehen, davor dürfen wir uns nicht verschließen. Ist es wirklich das Hauptziel, den Gewinn zu maximieren, egal um welchen Preis? Damit wir immer günstigeres Fleisch in den Handel bringen? Inzwischen kostet Fleisch gerade mal einen Bruchteil von Obst und Gemüse (natürlich saisonal bedingt) und dieses wirkt sich gerade alarmierend auf die Tierhaltung aus. Hier werden kleine Ferkel einfach totgeschlagen wenn sie krank sind oder verletzt. Oder auch nur weil es männliche Jungtiere sind. Eine Behandlung der Tiere wäre zu teuer oder würde den Ertrag verringern. Aber auf Kosten der Tiere? Das Tierschutz Gesetz sagt aus, dass das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen muss. Von Profit kann hier nichts gefunden werden. Schlimm ist auch, dass Kühe und auch Schweine oft lebendig zerteilt werden. Die Betäubungen sind oft zu schwach oder fehlen völlig. Leider ist auch dies kein Einzelfall und gängige Praxis. Auch in der Hühnerzucht muss man diese Probleme leider erwähnen. Hier werden kranke Tiere auch nicht behandelt und bleiben oft tagelang tot im Stall mitten unter den Artgenossen liegen. Aber auch die Zeit vom Schlüpfen aus dem Ei bis zur Schlachtung ist nicht wirklich Artgerecht. Wenn eine Henne zu wenige Eier gibt, endet sie schnell in der Schlachtung. Männliche Tiere erleiden dieses Schicksal viel früher. Und das alles um uns, dem Endkunden einen möglichst niedrigen Preis anbieten zu können. Fragt euch beim nächsten Einkauf im Supermarkt doch mal, ob 2,50€ für 500gr Schweineschnitzel wirklich ein fairer Preis ist, wenn man an diese Tierhaltung denkt. Umdenken ist hier angesagt und leider ist es inzwischen mehr als nötig. Aber liebe Leser, „unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“ (Francis Picabia). Wir müssen nur einmal damit anfangen.

Aber nicht nur in der Fleischprodiktion ist dieser Zustand schlecht. Da kommt es vor, dass Menschen aus Langeweile Katzen mit Benzin übergießen und anzünden. Und dann kaum dafür belangt werden! Denn das erklärt auch, wie man Katzenbabys einfach bei -10 Grad Außentemperatur in die Mülltonne werfen kann. Wer ein Tier hat, der muss sich auch über die Pflege im Klaren sein. Denn dann sollte es auch nicht vorkommen, dass Tiere nicht gefüttert werden oder keinen Zugang zum Wasser haben. Gravierender ist ein Fall, bei dem diese Woche in Zypern ein Straßenhund in eine Müllpresse geworfen wurde. Urlauber haben gesehen wie Hotelangestellte einen Welpen absichtlich in die Presse warfen und diese anstellten. Urlauber konnten dem Tier nicht mehr helfen. Aber auch bei uns kommt es vor, dass freilaufende Katzen von Jägern „mit Recht“ erschossen werden, da sie sich zu weit vom eigenen Grundstück entfernt haben. Oder Tiere von Menschen beschossen, beworfen und misshandelt werden. Psychologisch gesehen lässt man seine einige Wut oder Unfähigkeit an einem wehrlosen Lebewesen aus.

Und da soll ich als Freimaurer Toleranz gegen diese Menschen walten lassen? Oder ihnen sogar verzeihen? Mal ehrlich, wenn ich keine Moral hätte, dann könnte ich das. Aber ich kann das nicht und werde genau diese Missstände darstellen und dagegen vorgehen. Ich denke, dass wir ein hohes Maß verinnerlicht haben, was Gut oder Böse, was richtig oder falsch ist. Wir wenden das im täglichen Leben beim Umgang untereinander an. Warum dann nicht bei den Tieren?

An eines sollten wir immer denken. Biologisch gesehen sind wir auch nur ein Säugetier. Und wenn wir die einleitenden Worte von Gandhi noch einmal betrachten, dann müssen wir uns fragen, wo unser moralischer Fortschritt steht? Soll er wirklich so tief sinken?

Wir als Freimaurer setzen uns für moralische Werte ein. So lasst uns von diesen bitte nie mehr die Augen verschließen. Ich danke euch…

 

4 Gedanken zu “Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation

  1. Hubertus von Rochow

    Weitestgehend ist dies zu unterstreichen: Die Quälerei in Mast und Zuchtanstalten hat Berichten zu Folge ein Maß angenommen, das wir nicht ignorieren dürfen. Ergänzend ist noch auf den Fang von Tunfischen hinzuweisen, bei dem als „Lateralschaden“ tausendfach Delfine in den Netzen elendig ersticken. Drum esse ich keinen Tunfisch – obwohl das vermutlich niemand juckt 🙂
    ABER in Einem muß dem Autor enegisch widersprochen werden: Bei uns lebende Hauskatzen, sind eben HAUS-Katzen, und wenn diese sich mehr als 300 Meter vom Haus entfernen, so wildern diese: Singvögel, Junghasen, Fasanen und Rebhühner – und zwar aus reiner „Mordlust“, denn zu Hause werden sie zumeist gut gefüttert. Und wer Katzen beim Raubzug beobachtet hat, stellt fest, daß die gefangene Kreatur nicht etwa mit einem Biss getötet wird, sondern die Kreatur wird tot gespielt. Ja, und da ist es RECHT, wenn im Rahmen des Jagdschutzes (Schutz des Wildes) Katzen, die eben keine Hauskatzen mehr sind, erschossen werden. Und das geschieht zumeist ohne jegliche Quälerei, denn sie sind durch die Kugel des Jagdausübungberechtigten bereits tot, bevor sie den Schuß hören könnten.

    1. Lieber Hubertus von Rochow, ich möchte sagen dass diese Sichtweise etwas engstirnig ist. RECHTens mag das sein. Aber rechtens sind auch die Mastbetriebe und das Abfischen von Thunfischen. Wenn jeder Mensch so denken würde, dann werden wir nichts ändern. Denn als RECHT sehen auch Fundamentalisten das Töten von Ungläubigen an oder das Hinrichten von Menschen in Ländern mit Todesstrafe. Ich möchte das nicht vergleichen, aber darauf aufmerksam machen, dass es hier um MORAL geht und da muss jeder bei sich anfangen. Ich persönlich (und das ist meine Meinung) halte daher auch das Töten eines Haustieres, welches einem Instinkt folgt für moralisch verwerflich.
      Man kann „recht haben“, aber man muss es nicht ausüben. Das ist eine Frage der Moral, die jeder Mensch für sich beantworten muss. Ich möchte darauf nur aufmerksam machen. Danke.

      1. Hubertus von Rochow

        Ich pflichte Dir insofern bei, daß Recht und Moral nicht unbedingt im Einklang stehen, obwohl das Recht aus Moralvorstellungen erwächst. Aber diese sind eben – und das müssen wir tollerieren – etnisch, religiös, geschichtlich und sonstwie noch unterschiedlich entwickelt und ausgeprägt. Ich halte es für vermessen, der ganzen Welt UNSERE Moralvorstellungen aufzuzwingen. Das haben Christliche Orden u.a. jahrhundertelang versucht und damit viel Blut vergossen – unverzeihlich!
        Aber wenn es Deine Moral ist, keine HAUSTIERE zu töten, ist das ok, obwohl vermutlich inkonsequent. Wie kommst Du darauf, Deine Moralvorstellungen auf Haustiere zu beschränken?? Jegliches Lebewesen ist eine Kreatur Gottes und hat eine Funktion in dieser Welt: „Fressen und gefressen werden“! – Das macht auch Sinn, denn so geht Leben weiter. Zu Deiner vermuteten Inkonsequenz. Die Mücke, die sich für eine winzige Blutmahlzeit auf Deiner Hand niederlässt – wird mit der anderen Hand erschlagen? Sinnlos! Sie hätte noch einer Schwalbe als Nahrung dienen können – Sinnvoll!

      2. Wenn das Recht aus Moralvorstellungen wachsen würde, müssten wir nicht darüber reden. Ich denke da gehen diese beiden Dinge durchaus auseinander.
        Ich pflichte dir bei, dass im Namen eines Gottes viel Blut vergossen wurde, doch das ist ein eigenes Thema und gehört nicht hierher.
        Ich denke auch nicht dass jedes Tier eine „Kreatur Gottes“ ist. Entschuldige, aber ich glaube an Wissenschaft und Evolution und nicht an eine dogmatische Gotteslehre. Das ist mir wiederum zu engstirnig. Zudem: du kennst mich nicht, woher weißt du, dass ich die Fliege nicht lasse?
        Du sprichst von „unseren Moralvorstellungen“ welche sollten das sein? Leider haben wir zu viele unterschiedliche und müssten gerade über die Moral und mehr Gedanken machen. Und genau um das geht es hier.
        P.S. „Fressen und gefressen werden“ dem stimme ich dir zu. Das hat sicherlich etwas mit Evolution zu tun. Aber eine Katze, die von einem Jäger erschossen wird, wird eher nicht gegessen. 😉

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