Im Laufe des Lebens lernen wir viele verschiedene Menschen kennen. Die einen nur im Vorbeigehen, für die anderen nehmen wir uns etwas mehr Zeit und vertiefen dieses Kennenlernen. Es werden sogar einige wichtige Kreuzungen in unserem Leben daraus und diese können sich zu echten und tiefen Freundschaften entwickeln.
Dabei lernt man aber eben auch Menschen kennen, die ihr Leben in schwarze und weiße Schubladen aufteilen. Diese machen es sich wirklich leicht, einen anderen Menschen zu klassifizieren und zu beurteilen. Mag sein, dass dies aufgrund von Vorurteilen oder falschen Annahmen geschieht, noch ohne sich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen. Leider meinen diese Personen es dann nicht ironisch wie es beispielsweise einige Komiker in der typisierten Klassifizierung der Geschlechter und deren angedichteten Eigenschaften tun, nein, sie meinen es wörtlich und ohne Ironie.
Diesen Menschen möchte ich eines sagen: Macht die Augen auf und erkennt die schönen Facetten des GRAU zwischen den beiden Polen. Die Welt lässt sich nicht so leicht aufteilen und wenn man sich mit ihr etwas beschäftigt, so erkennt man die Schönheit dieser Natur. Es mögen nicht nur 50 Facetten grau sein, wie es im Titel eines bekannten Bestsellers heißt, nein es sind sogar sehr viele mehr. Jeden Tag aufs Neue erkennt man in sich eine neue, in seinem gegenüber und auch in der Natur selbst. Wenn man also etwas aufmerksam ist und nicht in Bitterkeit versinkt, so erkennen wir, wie schön diese Welt ist.
Leider ist es nicht immer leicht die Augen zu öffnen für diese Schönheit und so hoffe ich auch auf meine Brüder, die mir hin und wieder die Augen öffnen und mir etwas Schönes dort draußen zeigen. Auch ich neige oftmals dazu, Menschen schon nach wenigen Minuten zu klassifizieren, denn ich denke es ist nicht mehr als menschlich, schnell festzustellen, ob man sich sprichwörtlich „riechen“ kann oder eine gewisse Sympathie vorhanden ist. Ich selbst habe mich zu oft schon ertappt, ebenso Menschen zu typisieren, ja eben aufgrund von Vorurteilen. Ich denke es macht einen guten Freimaurer aus, sich mit diesem menschlichen Problem auseinanderzusetzen und dies zu überdenken. Warum denken wir so über den anderen? Was hat unsere Meinung geprägt? Und schnell wird man feststellen, dass wenig so scheint, wie es aus dem ersten Eindruck gewesen ist. Ich selbst versuche daher immer wieder, sei es im privaten oder im beruflichen Umfeld, offen auf die Menschen zuzugehen und nicht sofort meine Schubladen im Kopf zu öffnen und mein Gegenüber verschwinden zu lassen. Ich reflektiere und versuche den Menschen zu sehen und nicht nur ein Bild.
Daher kann ich nur sagen: es ist schwer die Bitterkeit eines Lebens in schwarz-und-weiß zu verlassen und sich immer wieder neu einlassen. Natürlich bestätigt sich auch einmal der erste Eindruck oder die Vorurteile. Sowas kommt immer wieder vor. Aber genau das macht den Reiz aus. Und wenn man sich öffnet, können viele schöne Facetten an dem Menschen, der einem gegenüber sitzt, zu sehen sein.
Das sind die Worte die jeder Freimaurer einige Male in seinem Leben hören wird. Gerade der Meister vom Stuhl ermutigt die Brüder die freimaurerische Gesinnung in die Welt hinauszutragen, so dass man sein Umfeld durch sein Handeln prägt und somit zu einer besseren Gesellschaft etwas beiträgt.
Gerade in dieser Jahreszeit sind eine helfende Hand, ein warmes Getränk oder ein paar freundliche Worte seinem Gegenüber sehr viel mehr wert, als alles andere. Ich möchte euch von einem Vorfall berichten, der mir heute widerfahren ist.
Bei meinem abendlichen Spaziergang durch Hamburg auf dem Weg zum Essen, habe ich mich entschlossen, in ein Restaurant zu gehen was spezialisiert auf Burger ist. Als ich meine Bestellung aufgab, fiel mir ein älterer Mann auf, der mit seinem Rollator in dem Restaurant stand. Er kramte in seiner Jackentasche nach etwas Kleingeld und bestellte sich einen Kaffee. Ich selbst habe meine Bestellung bekommen und setzte mich an einen freien Tisch. Da bei mir am Tisch die einzigen freien Plätze waren, fragte eben dieser Mann, ob er sich dazu setzen dürfte. Natürlich stimmte ich dem zu. Ich beobachtete diesen Mann und nach ein paar Minuten stellte ich ihm die Frage, ob er denn nichts essen wolle. Er verneinte und meinte, dass er nicht genügend Geld dafür habe. Natürlich habe ich ihn gefragt was er denn gerne essen würde und ihm gesagt, dass ich ihn einladen werde. Er bedankte sich dafür und nach wenigen Minuten war sein Essen an unserem Platz.
Interessant war dann aber das Gespräch. Einfach mal mit ihm reden und zuhören, tat ihm offensichtlich gut. Einfach, dass sich mal „jemand mit ihm abgibt“. Ich lernte einen hoch intelligenten Menschen kennen, einen früheren Industrie-Elektroniker der durch den Aufkauf seiner ehemaligen Firma seinen Job verlor. Leider wurde er dann krank und die Krankenkasse unterstützte seine kostenintensive Therapie nicht. Was dazu führte, dass er heutzutage den Rollator benötigt und keine feste Bleibe hat. Seine Gesundheit ist schwer gezeichnet von der Zeit auf der Straße. Kaum noch Zähne und die alten Knochen schwer beweglich. Die Geschichte des Mannes war sehr ergreifend und führte mir sehr deutlich vor Augen, wie schnell sich das Glück im Leben wenden kann. Plötzlich steht man vor dem Nichts und muss neu anfangen, insofern man das schafft. Was ich aber erkennen durfte, ist der Lebenswille und die Freude des Mannes, der sich gern unterhält über die „guten alten Zeiten“ und wie Banken und Konzerne unser Leben prägen und mitbestimmen. Leider hatte er in einigen Punkten nicht Unrecht. Ich denke, dass wir beide ein nettes Abendessen mit einem sehr interessanten Gespräch hatten, was geprägt war von Respekt und Achtung. Es gibt keinen Grund, so einen Menschen auszugrenzen. Nach knapp einer Stunde verabschiedeten wir uns voneinander in dem Gewissen, dass wir uns beide etwas gegeben hatten was unglaublich kostbar ist: etwas Zeit, etwas Ruhe zum Reden untereinander.
Was will uns dies sagen: Das sich ein Freimaurer bewähren kann und muss. Etwas auf seine Mitmenschen achten und ihnen ein offenes Ohr anbieten. Diese Empathie für das Gegenüber macht den Freimaurer aus und nicht, wie es gerne von anderen Maurern unterstellt wird, ein Titel oder Amt im Beamtenrat der Loge. Nein, kein Amt macht einen guten Maurer. Alleine an seinem Handeln soll er gemessen werden. Denn auf dem Blatt Papier ist man schnell Freimaurer, es zu leben ist jedoch anstrengend, aber nur so kann man etwas beitragen zu einer besseren Gesellschaft.
Und macht dieses Handeln uns Freimaurer nun zu besseren Menschen? Ich denke das muss jeder für dich selbst beantworten. Aber ich kann für mich sagen, dass Handeln und nicht nur darüber reden MICH zu einem besseren Menschen macht. Und genau das zählt für meine Arbeit an mir.
Augen auf und mal wieder um sich sehen…das hilft schon oftmals.
Nach den erfolgreichen Jahren als Geselle wird der junge Freimaurer im Kreis seiner Brüder zum Meister erhoben. Dabei werden ihm die sogenannten Meistertugenden nahegelegt. Ich denke wenn man erkannt hat, dass die Arbeit am rauen Stein eine immer fortwährende Arbeit ist, so kommt man auch zu der Erkenntnis, dass seine Zeit der Lehre niemals abgeschlossen ist. Denn immer wieder muss auch ein Meister neu lernen und Dinge neu reflektieren. Aber es gibt eben einige Tugenden, an denen der Meister erkannt wird.
Dabei möchte ich auf eine der nicht erwähnten Tugenden hinweisen, welche ich als eine wichtige Meistertugend aufnehmen würde. Nämlich die Empathie. Die Kunst sich in andere hineinzuversetzen und zu verstehen. „Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie).
Es sollte meiner Meinung nach eine der wichtigsten Eigenschaften eines Meisters sein, dass er die Gefühle und den Gemütszustand seiner Brüder erkennt und versucht, sich in diese hineinzuversetzen. Denn wenn einem dies gelingt, so kann man durchaus den Standpunkt eines anderen Bruders nachvollziehen, ohne seine Meinung teilen zu müssen. Das kann durchaus die ein oder andere brenzlige Situation entschärfen und dadurch zu einer Deeskalation beitragen. Denn treu nach Voltaires Motto: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“ kann der Maurer nur handeln, wenn er sein gegenüber auch versteht. Und dann fällt der Schritt, sich trotz der verschiedenen Ansichten dennoch dafür einzusetzen, oftmals leicht.
Sollte der junge Meister dann im späteren Verlauf seiner freimaurerischen Laufbahn auch noch der Vorsitzende seiner Loge werden, der sogenannte Meister vom Stuhl, so kann diese Eigenschaft dazu helfen, die Loge zu einen und zu führen. Denn machen wir uns nichts vor: trotz aller Ideale der Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz, die uns einen sollen, „menschelt“ es doch auch oft zu sehr in den Logen. Da treffen menschliche Eitelkeiten auf offene Andersdenkende, auch mal alte Maurer auf jüngere. Ich denke aber die Mischung macht eine perfekte Loge aus und gerade hier ist mehr denn je die Empathie gefragt. Denn zu verstehen warum ein Bruder so ist, wie er ist und warum er so handelt, hilft oft beim Nachvollziehen seiner Schritte. Die Gabe der Empathie, zusammen mit der nötigen Besonnenheit, macht in meinen Augen den besseren Stuhlmeister aus. Ich selbst bin in der glücklichen Lage, so einen Menschen zu kennen und versuche von ihm zu lernen.
Empathie kann aber nicht nur im Bereich einer Loge helfen, nein auch das private Umfeld profitiert von dieser Eigenschaft. So kann sich durchaus der Streit mit dem eigenen Partner als unwichtig herausstellen, wenn man versucht den anderen zu verstehen. Gerade die Aussage: „Ich bin nicht deiner Meinung, aber hilf mir bitte, dich zu verstehen“ kann schon den Streit beenden. Ein Aufeinander-zugehen trotz eines Konfliktes macht die Stärke dieser Menschen aus.
Leider gibt es auch Menschen, die sich selbst im Weg stehen. Die in ihrer eigenen Welt versinken und sich aufgrund ihrer Scheuklappen nicht um den Mitmenschen kümmern oder ihn wahrnehmen wollen. Empathie ist nicht deren größte Stärke, aber das mindert sie nicht minder in der Ansehung als Bruder. Sie haben andere großartige Eigenschaften. Denn diese Gesamtheit macht eine Loge trotz ihrer Verschiedenheit zu einer kleinen idealen Gesellschaft. Hier fügt sich ein Puzzle Stück zum anderen. Und das Gesamtbild kann sich meist durchaus sehen lassen.
Also ihr, die ihr die Tugend der Empathie erkannt habt oder dies bereits lebt, reicht den Menschen die Hand, die diese Fähigkeit nicht besitzen…denn wenn man an seinem rauen Stein arbeitet, dann kann man durchaus lernen mit Empathie umzugehen und vor allem die für die Freimaurerei nötige Empathie zu bilden.
Wenn man ein Amt im Beamtenrat einer Loge einnimmt, hört man öfters von älteren Brüdern die Worte „du musst demütig sein“. Da ich immer der Meinung war, dass Demut nicht prinzipiell zu meinen Stärken gehört, habe ich mich etwas mehr mit dem Sinn und der Tiefe dieser Worte befasst.
Ich habe mich daher etwas mit der Bedeutung von Demut beschäftigt. „Der Ausdruck Demut kommt von althochdeutsch diomuoti (‚dienstwillig‘, also eigentlich ‚Gesinnung eines Dienenden‘)“ sagt mir Wikipedia. Stimmt soweit ja alles. Der Bruder, der eine Stelle im Beamtenrat einnehmen möchte, muss dienstwillig sein. Je nach Position bringt dieses Amt doch einen gewissen Zeitaufwand mit sich. Also dient der Bruder seiner Loge und der Verwaltung seiner Loge. Er hat eben dann diese „Gesinnung eines Dienenden“ und bringt seine private Zeit in einem gewissen Maß für seine Brüder mit ein und entlastet diese und den Meister vom Stuhl. Also muss ich meine Ansicht doch etwas revidieren und zugeben, dass ich doch demütig bin. Ich nehme gerne die Zeit für meine Loge auf mich und helfe mit, sie zu gestalten und meine Brüder zu entlasten.
Liest man bei Wikipedia etwas weiter, so findet man dort: „Der Demütige erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt.“ Was aber kann mir das für ein Amt und auch für mich als Freimaurer sagen?
Ich denke, dass wir ein Amt mit der nötigen Würde und dem nötigen Engagement ausführen können. Ich betrachte dies jedoch nicht als ein Streben nach etwas Höherem und Unerreichbaren. Denn ich meine, dass jeder Bruder die Pflichten und Aufgaben eines Amtes ausüben kann und dies eben nichts Unerreichbares darstellt. Die Umsetzung der Aufgaben erfolgt dann mit mehr oder weniger Einsatz, was durchaus dem Umfeld des Bruders (sei es Beruf, Familie, private Aufgaben) geschuldet sein kann. Aber die Aufgaben des jeweiligen Amtes sinnvoll umzusetzen kann jeder Bruder erreichen.
Auch etwas „Höheres“ sehe ich nicht. Ein Amt innerhalb einer Loge anzunehmen ist und darf nicht das Streben nach etwas Höherem sein. Kein Bruder ist dem anderen in der Kette der Brüderlichkeit höher gestellt, nur weil er ein Amt innehat. Die Brüder Beamte werden lediglich von der Bruderschaft bestimmt, die Belange der Loge im Namen aller Brüder zu lenken. Sie werden aber nicht den restlichen Brüdern übergestellt. Eine gewisse Ausnahme bildet sicherlich der Meister vom Stuhl, der durch den Willen seiner Brüder in den Osten gesetzt wurde. Er soll die Loge führen und leiten. Ganz wie ein Vorsitzender eines Vereins, was eine Loge im Vereinsrecht ja auch darstellt. Sicherlich hat der hammerführende Bruder in schweren Zeiten und bei Entscheidungen einen gewissen Status, der ihn höher stellt. Aber eben nicht als Mensch und Bruder, sondern in der Funktion, die er ausübt. Ein guter Meister zeichnet sich eben durch die Erfahrung und das nötige Maß an Besonnenheit aus und stellt sich nicht über seine Brüder. Er lenkt aber die Loge.
Ich muss daher sagen, dass ich rückblickend auf die Äußerungen einiger Brüder doch zugeben muss, dass ich demütig bin. Ich setze mich für meine Loge mit meiner Arbeitskraft und Zeit ein, wo ich kann. Ich bin also dienstwillig. Und das aus freien Stücken heraus und nicht nach dem Streben eine Beamtenstelle zu besetzen. Dieses Streben nach Ämtern und sich selbst zu profilieren lehne ich konsequent ab. Die Freimaurerei ist kein Ersatz für eine verpasste berufliche Karriere und darf es auch nicht werden. Hier gilt es nicht „nach oben zu kommen“ und eine Karriere nach vorn zu treiben. Menschen und Brüder die so etwas anstreben und daran denken, sollten sich immer vor Augen führen, dass sich ein Amt seinen Träger sucht und nicht umgekehrt.
In diesem Sinne wünsche ich allen Beamten für das nicht mehr ganz neue Maurerjahr einen Hang zur Demut.
Die Politik prägt zunehmend unsere Nachrichten und unsere Gesellschaft. Gerade deshalb muss es doch für einen Freimaurer auch Pflicht sein, sich mit Politik auseinanderzusetzen, darüber zu sprechen und politische Themen zu erörtern. Doch gerade den Freimaurern wird nachgesagt, dass dieses Thema oft in den Logen gerne außen vor gelassen wird. Daher möchte ich hier einen sehr kritischen Blick auf dieses Thema wiedergeben und ebenso stelle ich mir die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist.
Die alten Pflichten
Schon James Anderson, der die Alten Pflichten (Old Charges) (1723) als eine Art erste Konstitution der Ersten Großloge England veröffentlichte, ging in seinem Dokument auf die Politik ein. Für die Freimaurer weltweit ist dieses „Grundgesetz“ noch immer gültig, wenn auch sicherlich kritisch darauf geschaut und die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist, gestellt werden muss. Natürlich gibt es neue Auslegungen dieser Alten Pflichten und oftmals werden diese Interpretationen vielseitig diskutiert.
Unter dem Punkt VI in den Alten Pflichten gibt es den Punkt „Vom Betragen – nämlich“ aus dem folgendes Zitat stammt: „ [Es] dürfen keine persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen und erst recht keine Streitgespräche über Religion, Nation oder Politik in die Loge getragen werden.“
Von vielen Logen werden daher die Themen Religion und Politik grundsätzlich aus dem Logenleben gestrichen. Doch stimmt das wirklich? Führen wir uns den Absatz noch einmal vor Augen und schon werden wir feststellen, dass es dort um „persönliche Sticheleien und Auseinandersetzungen“ geht. Doch folgen wir tatsächlich den freimaurerischen Tugenden während eines brüderlichen Gespräches oder einer Aussprache, so werten wir ja ohnehin nicht, diskutieren nicht oder gehen den anderen persönlich an. Nein, wir lassen seine Meinung stehen und sollte diese fehlerhaft sein, so wird er sicherlich selbst darauf kommen. Eine Wertung erfolgt explizit nicht.
Würden wir nun J. Andersons Text neu interpretieren, so lässt sich sicherlich sagen, dass wir durchaus über Politik in der Loge reden können. Allerdings eben ohne uns persönlich dabei anzugehen.
Politik in unserer Loge – kommt das nie vor?
Ist es wirklich so, dass wir nicht über politische Themen sprechen? Ich denke eher nicht. Auch wir sprechen im brüderlichen Gespräch über Themen, welche eine politische Anlehnung haben. Erinnern wir uns doch mal an das Gespräch über die Steintribüne und deren weiteren Verwendung oder auch über Abie Nathan. Hier haben wir früher schon oft Politik angeschnitten und die Meinung verschiedener Politiker und Parteien betrachtet. Oder denken wir an das politische Engagement einiger Brüder unserer Loge. Oder auch unser Gespräch über den Tyrannen Mord und ob töten moralisch vertretbar ist. Hier sind wir weit in die Politik der dunkle Zeit gekommen. Aber: Wir sind dabei jedoch immer sachlich und im Rahmen unserer brüderlichen Gespräche geblieben.
Was wir jedoch nie getan haben ist Partei-Politik innerhalb unserer Loge zu diskutieren. Denn hier sind die Menschen und ihre Meinungen zu unterschiedlich innerhalb unserer Gemeinschaft von Ungleichen. Aber den Themen sind wir offen gegenüber und ich denke, wir können einen gewissen kritischen Blick auf die Politik als mündiger Bürger (selbst wenn wir keinen Freimaurer wären) nie abstreiten.
Was wir tun können (und auch meiner Meinung nach tun sollten) ist gezielt über tagesaktuelle Politische Themen zu sprechen und gerade darüber auch einen Meinungsaustausch einzugehen. Doch wie sahen diesen Punkt unsere Gründungsväter beim F.z.a.S?
Loge und Politik beim F.z.a.S.
Im Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne hatte man sich schon früh mit politischen Themen beschäftigt.
Man verband die Idee der Reformfreimaurerei mit aktuellen Themen und Einflüssen. Betrachtet man auch den zeitlichen Hintergrund und die politische Situation in Europa, so lässt sich das sicherlich nicht vermeiden. Die Welt war gezeichnet vom ersten Weltkrieg und die politischen Spannungen (auch schon vor dem Krieg) prägten das tägliche Leben der Menschen. Die Stimmung war wie geschaffen für radikale Ideen und Bestrebungen einzelner Gruppen und Personen. Deshalb möchte ich erwähnen, dass der Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne bereits unmittelbar nach Beendigung des Ersten Weltkrieges den erneuten Kontakt zu den Logen des „Erzfeindes“ in Frankreich gesucht hat. Hier wurden früh schon alte Verbindungen wieder neu aufgenommen und die Brüder des Grand Orient de France zu den Großlogentagen des F.z.a.S. eingeladen. Daraus ergab sich ein reger Austausch mit den Ideen der französischen Brüder, welche in den Reformfreimaurerbund mit eingeflossen sind. Deutsch – französische Treffen wurden ein fester Bestandteil des Logenlebens des F.z.a.S.
Diese Einflüsse und Ideen sollten in das Programm des Bundes mit aufgenommen werden und so wurde im Jahr 1930 in der Zeitschrift „das neue Freimaurertum“ (ehemals die „Sonnenstrahlen“ – Zeitschrift des F.z.a.S) der erste Entwurf der programmatischen Erklärung des Reformfreimaurerbundes von Bruder Walter A. Berendsohn vorgestellt. Dort schreibt er unter Punkt 2:
„Damit die Freimaurerei wieder führende geistige Macht in der Menschheit werde, ist eine tiefgehende Neugestaltung, ist Reformfreimaurerei notwendig: […]
d) Zulassung der Erörterung auch politischer und religiöser Fragen im Tempel, denn ihre Ausschaltung zeugt von mangelndem Vertrauen zur frmr. Idee, die ja das gesamte persönliche und gesellschaftliche Leben durchdringen und gestalten soll; es entsteht zugleich die Gefahr einer leeren Schönrederei ohne fruchtbringende Wirkung auf den Menschheitsbau.“
Und im selben Jahr wurden die Arbeitsrichtlinien des F.z.a.S von Br. Seber unter dem Titel „Was ist und soll Reformfreimaurerei?“ veröffentlicht. Darin finden wir unter anderem:
„Dem Reformsystem ist daher die Aufgabe gestellt, die neue Idee organisierter Menschheits- und Massenkultur der freimaurerischen Arbeit einzuverleiben. Außerdem muss es dem Wesen des heutigen zeitbestimmten Menschentums entgegenkommen um der Freimaurerei zur größtmöglichen Wirkung zu verhelfen:
Muss das Verbot der Erörterung politischer und religiöser Fragen in den Logen wegfallen. Denn die moderne Kulturidee ist von ihnen unlösbar.“
Man sieht deutlich, dass sich die Führung des Freimaurerbundes zur aufgehenden Sonne Gedanken gemacht hat, was für sie eine Reform der Freimaurerei bedeutet. Natürlich umfasst dies noch weitere Punkte wie die aufgelegte Bibel oder auch das Sinnbild des Allmächtigen Baumeisters, aber dies ist nicht Bestandteil dieser Zeichnung und könnte alleine in einer eigenen abgehandelt werden.
Es lässt sich noch erwähnen, dass die programmatische Erklärung und auch die Arbeitsrichtlinien am folgenden Großlogentag des F.z.a.S. angenommen wurden. Leider nur noch für knapp 1,5 Jahre, bis sich der Bund 1933 selbst aufgelöst hat. Interessant hierbei ist die ablehnende Haltung der regulären Großlogen in Deutschland gegenüber diesem Manifest gewesen, die daraufhin eine Anerkennung des F.z.a.S. weiterhin ausschlossen.
Ebenso kam es in den 30er Jahren bis zur Auflösung zu diversen Schriftwechseln einiger Brüder mit Funktionären der NSDAP und ebenso direkt mit Adolf Hitler. In diesen Schreiben kritisierten die Brüder das Vorgehen einiger NSDAP Mitglieder gegenüber den jüdischen Brüdern und beziehen politische Stellung. Auch als Brüder eine Loge durch Mitglieder der NSDAP ausspioniert werden sollten, ergriffen einige Brüder das Wort und schrieben Briefe an Hitler und gaben ihre Deckung auf.
Ich möchte hier kurz erwähnen, dass sich die Brüder der F.z.a.S. Logen auf die Seite ihrer jüdischen Brüder stellten und versuchten, sie vor der Verfolgung durch das Nazi Regime zu schützen. Eine Ausgrenzung, wie es sie in anderen Logen oder Großlogen gab, schlossen sie aus, da es sich nicht mit ihrer Vorstellung der Freimaurerei vereinbaren lies. (siehe Artikel in der letzten Ausgabe des neuen Freimaurertums 3/1933 „Zur Judenfrage“ von Br. Emil Felden aus Bremen)
Man sieht also, dass gerade in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Logen des F.z.a.S. tiefer mit politischen Themen verflochten waren, als man es der Freimaurerei andenken würde.
Die Idee der Reformfreimaurerei blieb bis heute erhalten, nicht zuletzt durch uns, die wir das Erbe und die Gedanken des F.z.a.S. weiterleben lassen. Daher wollten wir uns öfters einmal zurückbesinnen, welche Ziele und Ideale unsere Altvorderen hatten und für die sie bereit waren, in die Irregularität zu gehen.
Wichtige politische Persönlichkeiten
Man darf ebenso nicht vergessen dass die Freimaurerei oder zumindest die Vorstellungen der Freimaurerei oftmals mit den Idealen einzelner Politiker oder Länder zusammentreffen. Betrachtet man die Ideale der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit welche Frankreich nach der französischen Revolution prägten, so sind dies Grundsätze der Freimaurer. Auch waren bei Ausarbeiten dieser Ziele einige französische Brüder beteiligt, wenn auch gleich später einige von ihnen auf dem Schafott endeten. Die Revolution frisst eben ihre Kinder.
Aber denken wir auch an das Jahr 1776, dem Jahr der Unabhängigkeit der Vereinten Staaten von der englischen Krone. Etwa die Hälfte der Gründerväter, welche die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben haben, waren Freimaurer. Ebenso wie Thomas Jefferson, der einen Großteil der Erklärung verfasste. Hier liest der Maurer deutlich die Worte und Ideen seiner Bruderschaft heraus.
„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. […]“
Oder denken wir an Friedrich den Großen, der zwar blutige Kriege führte, dennoch seine Ideale mit in seine Politik einbrachte, ja sogar seine Politik prägte. Er sagte zum einen: „In den Gerichtshöfen sollen die Gesetze sprechen und der Herrscher schweigen.“ Er setzte sich für die Gleichheit vor den Gerichten ein, unabhängig von Abstammung und gesellschaftlicher Stellung. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Aber trotz seiner Kriege sagte er auch: „In der Politik darf man keine Vorliebe für ein Volk und keine Abneigung gegen ein anderes haben.“
Aber auch in der jüngeren Zeit gibt es Menschen, die mit ihren freimaurerischen Idealen die Politik eines Landes prägten. Mustafa Kemal Atatürk war der Begründer der modernen Türkei, der sich für eine Trennung von Staat und Religion einsetzte.
Auch in Deutschland haben Politiker mit einem freimaurerischen Hintergrund mit ihrem Handeln gewirkt. Ich möchte hier exemplarisch Gustav Stresemann herausstellen, der ein deutscher Staatsmann, Führer der Deutschen Volkspartei, Reichskanzler, Reichsaußenminister, Friedensnobelpreisträger und Mitglied der Loge „Friedrich der Große“ (Großloge „Drei Weltkugeln“) war. Er setzte die Aufnahme des Reiches in den Völkerbund und seiner Vertreter in den Völkerbundrat durch, er wollte ein von allem Druck befreites Deutsches Reich in einem nicht mehr von Hass vergifteten, sondern in wahrhafter Friedensarbeit geeinten Europa erreichen.
Aber auch in den USA gab es eine Vielzahl von Präsidenten, welche Freimaurer waren und ihr Ideal in ihre Politik einfließen ließen. Fast 1/3 der US Präsidenten waren Brüder. Angefangen von George Washington, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt bis hin zu Gerald Ford. Auch sie setzten sich für das ein, was ihre Vorfahren mit der Unabhängigkeitserklärung formuliert hatten.
Ich möchte mich für die kurze Aufstellung entschuldigen, aber im Internet oder über einschlägige Literatur bekommt man detaillierte Aufstellungen welche Politiker ebenso Freimaurer waren. Ich möchte dies gerne mit dieser kurzen Aufstellung beenden und zum Kern zurückkommen. Was man jedoch sieht ist die oftmals enge Verbindung von den Idealen eines Menschen, welche er durch seine Bruderschaft erfahren hat zu seinem Handeln oder sogar seiner Politik.
Ist das noch zeitgemäß?
Auch wenn sich der Freimaurerbund in fast allen Ländern jeder parteipolitischen Tätigkeit und Stellungnahme enthält, so sollte man dennoch sich seine Gedanken machen, ob dies noch zeitgemäß ist.
Im Jahr 2014 mit vielen politischen und gesellschaftlichen Änderungen und weltweiten Umbrüchen soll und darf sich die Freimaurerei nicht vor der Politik und den Gesprächen darüber verschließen. Die Augen zuzumachen und in der Tradition von 1723 weiterzumachen ist grundsätzlich nicht falsch aber in meinen Augen nicht mehr zeitgemäß. Der Freimaurer muss kritisch hinterfragen und gegenüber den politischen Strömungen offen sein. Gerade so, wie es unsere Gründerväter gewollt haben. Offen Stellung zu beziehen muss im Sinn eines Freimaurers sein. Hier müssen wir einander vertrauen.
Natürlich sollte ein mündiger Bürger sich für Politik interessieren und versuchen diese mitzugestellten. Die glückliche Lage, die wir in unserem Land haben, mit all ihren Möglichkeiten der Einflussnahme und Mitgestaltung, finden wir leider nicht in jedem Land vor. Darum sollte man sich einbringen, bevor man sich auf die Position des „Jammerlappen“ zurückzieht. Warum also nicht auch seine freimaurerische Grundhaltung in seine politischen Ansichten mit einbringen. Die Frage ist jedoch, wie viel man davon einfließen lässt und wie es die Öffentlichkeit wahrnimmt. Man kann das ganze gedeckt betreiben und der profane wird nicht wissen, dass es sich bei seinem Politiker um einen Freimaurer handelt.
Was wir allerdings nach wie vor nie erleben werden ist, dass die Großloge eine politische Stellungnahme abgeben wird. Das ist auch klar verständlich, wenn sie sich ihre Neutralität bewahren möchte. Ihre einzelnen Mitglieder können dies jedoch. Aber eben nur soweit bis es zu persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen oder zu einem Streitgespräche innerhalb der Loge führt. Dann sollte eben dies weiterhin unterbunden werden.
Es gilt hier eben nach wie vor die Idee der „Alten Pflichten“.
Gefahr für die Freimaurer in der Politik
Natürlich muss bei seinen politischen Aktivitäten jeder Freimauer für sich selbst entscheiden, ob er gedeckt arbeitet und inwiefern er seine Arbeit am rauen Stein mit in die Politik einfließen lässt. Gerade bei zu vielen Parallelen und Verbindungen wird den verschiedenen Verschwörungstheorien neues Futter gegeben.
Denken wir auch an die Vorfälle innerhalb der P2, der Propaganda Due zurück. Immer wieder wird im Zusammenhang mit Freimaurerei gerade dieses Thema wieder aufbereitet. Damals waren es Brüder einer faschistischen Loge, die unter dem Deckmantel der Freimaurerei Funktionäre, Politiker und einflussreiche Industrielle aufnahmen und enge Verbindungen zur Mafia pflegten. Dieser Gruppe ist es fast gelungen, den italienischen Staat zu unterwandern und die Regierung zu stürzen. Als diese Machenschaften aufflogen wurde die P2 von der englischen Großloge 1982 verboten und aufgelöst. Man muss einmal nachdenken wie heutzutage noch weiterhin agiert wird, wenn man weiß, dass der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi Mitglied dieser Loge war und es auch eine P3 und eine P4 gab.
Ich möchte daher warnen, dass die Aktivitäten eines Politikers im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Freimaurer auch zu den verschiedensten Verschwörungstheorien führen können. Bis dahin, dass die Freimaurer die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Doch das ist ein Thema für eine andere Zeichnung. Es geht mir aber darum, darauf hinzuweisen, Besonnenheit walten zu lassen, wenn man Freimaurer und Politiker ist.
Fazit und persönlicher Gedanke
Ich persönlich denke, dass sich ein mündiger Mensch, welcher auch Freimaurer ist, nicht hinter diesem jahrhundertealten Argument und Schleier verstecken darf und sich auch aktiv für Politik einsetzen sollte. Natürlich denke ich auch, dass (und das möchte ich explizit betonen) PARTEI-politische Diskussionen abzulehnen sind, da die das feine Gefüge, welches eine Loge bildet, sehr leicht stören kann.
Aber ein kritisches Auge, ein wohl überlegter Gedanke und ein freier Geist, der sein Sapere aude auch lebt, der kann dies wohl trennen und zu den nötigen kritischen Gesprächen und Zeichnungen in einer Loge viel beitragen.
Schon vor einiger Zeit schrieb ich einen kurzen Blog-Eintrag zum Thema Logenbrüder und Freimaurer. Im Laufe meiner Reisen durch einige deutsche Logen, aber auch ins Ausland, konnte ich einige interessante Beobachtungen machen und habe immer mal versucht, die unterschiedlichen Typen an Freimaurern etwas zu „katalogisieren“. Ich möchte euch meine Feststellungen kurz einmal präsentieren. Ich bitte euch um einen IRONISCHEN Blick (je nachdem wo ihr euch selbst wiederfindet) auf diesen Artikel.
Natürlich weiß ich dass einige nicht mir IRONIE umgehen können. Diese bitte ich um Entschuldigung und stelle mir die Frage warum sie so aggressiv reagieren? finden sie sich etwa dort wieder und können nicht mit der Ironie umgehen? Das ist schade liebe Brüder, denn ich wünsche euch die Gabe, Ironie zu verstehen, denn das macht das Leben durchaus lebenswerter und weniger trist.
der Stammtischbruder
Früher dachte ich, dass dieser Brudertyp eigentlich das letzte sei, was eine ordentliche Loge brauchen würde. Ich bezeichne hiermit die Freimaurer, die einfach aufgrund des geselligen Beisammenseins in die Loge kommen und sich einmal in der Woche den nötigen Freigang nehmen, um aus ihrer häuslichen Umgebung rauszukommen. Er sitzt im Clubraum mit seinem Getränk, unterhält sich eher mit den Brüdern und beteiligt sich sporadisch an dem Gedankenaustausch.
der Amtmann
Hierunter verstehe ich die Art von Freimaurer, die sich durch ein gewisses Amt innerhalb der Loge definieren. Diese Herren sammeln die Ämter im Laufe ihrer „Freimaurer-Karriere“ wie andere Orden oder Auszeichnungen. Nicht selten werden auch mehrere Ämter gleichzeitig gehortet. Sie suchen Kontrollfunktionen und lenken die Geschicke einer Loge, wo sie nur können und wie sie es für richtig halten.
Meine Meinung: Leider sehe ich das anders, denn ich denke immer noch, dass sich ein Amt seinen Träger sucht. Noch schlimmer wird es, wenn ein Amt abgegeben wird und der Nachfolger im Fokus der Beobachtungen steht. um dann klar zu machen, wie viel besser sie es damals getan haben. Ich wusste bisher nicht, dass es hier einen Wettkampf gibt. Ich denke eine gesunde Loge profitiert vom stetigen Wechsel und einer Mischung aus jüngeren und geübteren Brüdern. Denn so wie ich es kenne aus meiner Loge, können beide Seiten voneinander lernen.
der helfende Bruder
Hier können wir zwei unterschiedliche Typen der helfenden Brüder unterscheiden. Die einen, die immer dann helfen, wenn Not am Mann ist. Und das vollkommen selbstlos. Also Brüder die andere Brüder unterstützen oder sich auch um Dinge innerhalb einer Loge kümmern, wie der Logenhausgestaltung oder auch der Betreuung an den diversen Gästeabenden. Auf diese Brüder kann man mit Recht stolz sein und sich immer verlassen. Was hier zugesagt wird, findet stets seine Umsetzung.
Dann haben wir jedoch auch die helfenden Brüder, die etwas zusagen, also sich um etwas kümmern wollen und das dann über Wochen und Monate doch nicht machen. Typen, die gerne im Vordergrund stehen und eher durch Worte statt durch Taten hervorstechen. Leider ist diesen Menschen oftmals nicht bewusst, dass sie die Arbeit von einigen anderen Brüdern aufgrund ihres Handelns bremsen oder sogar blockieren können.
der resignierte Bruder
Hier sehe ich die Brüder, die sich zwar in ein lebendiges Logenleben mit einbringen; diejenigen die früher mal mit Feuer und Flamme hinter der Freimaurerei standen, aber im Laufe der Zeit erkannten, dass sie sich nicht verwirklichen konnten oder aufgrund von anderen Umständen in der Umsetzung ihrer Ideale und Ideen ausgebremst wurden. Sie hatten tolle Ideen und Vorstellungen von einer zeitgemäßen Freimaurerei und wurden an der Umsetzung offenbar gehindert. Das Gute ist, dass man es sich zum Ziel setzen kann, diese Brüder erneut zu begeistern und sie wieder stark zu machen.
der Konservative
Dieser Brudertyp scheint sich hinter seiner Furcht vor dem Zerfall des Guten und Bekannten zu verstecken. Sachliche Argumente und Verbesserungsvorschläge werden stoisch abgewunken und mit todschlagenden Argumenten wie dem oft zitierten „das war immer so“ beantwortet. Jungen Brüdern wird damit der Erkenntnisweg unnötig verengt. Sich bekannten Formen zu bedienen ist an sich nicht negativ, schlimm kann es nur werden, wenn der eigene Weg als der richtige markiert wird und unkonventionelle Vorschläge oder Ansätze diesem weichen müssen.
der Reformer
Hier finden sich die Brüder wieder, die oftmals hinterfragen, ob einige Dinge noch zeitgemäß sind. Sie machen sich – ähnlich dem Idealisten (nächster Punkt) – Gedanken über eine modernere Form der Freimaurerei. Die Brüder Reformer hinterfragen mit einem kritischen Blick das Geschehen innerhalb der Loge. Grundsätzlich kann man sich immer die Frage stellen, inwiefern die Idee einer Neuerung noch als neu benannt werden kann, wenn bereits der oft erwähnte F.z.a.S. bereits versuchte, eine neue Form der Maurerei zu etablieren.
der Idealist
Dieser Bruder folgte einem Ideal, oft hört man ihn von Romanen aus der Feder von Goethe, Schiller, Kipling oder etwa auch Dumas reden und zitieren. Ihm geht es im Kern um die weltverbindende Kette. In seiner Wahrnehmung kämpft er mit seinem Degen gegen die Ungerechtigkeit in der Welt und versucht wo er kann der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Nicht selten ist er wortstark und sucht die Gesellschaft. Der Haken dabei ist, dass er sein Ideal versucht anderen schmackhaft zu machen. Er kann zwar als Musterbeispiel eines Philanthropen angesehen werden, jedoch fehlt es ihm nicht selten an Geduld. Bekommt er nicht seine Form von Anerkennung verliert er sein Interesse und zieht weiter. Spannend ist ob er zu seinem Ideal und Wort steht, wenn er anderes wahrnimmt, als er erwartet.
der „ich-hämmere-mal-an-deinem-Stein“ Bruder
Bei dem „ich-hämmere-mal-an-deinem-Stein“ Bruder handelt es sich um die Gattung von Bruder, der gerne am rauen Stein des anderen arbeitet. Was natürlich nicht ausschließt, dass er auch seinen eigenen behaut, aber hier werden unter dem Mantel der Erfahrung dem anderen Bruder eigene Meinungen nahegelegt. „Das musst du so und so machen…“. Es kommt jedoch auf das „Wie“ an. Dieser Bruder erhebt gerne mal den Zeigefinger und belehrt seine Brüder . Leider lässt dieser Bruder kaum Spielraum, dass man als junger Bruder seine eigenen Erfahrungen sammeln kann.
Nachtrag vom 25.11.2014:
Und hier schon die erste Ergänzung der vielen Brüder aus dem Netz. Ich finde dieseTypen ebenso witzig, daher nehme ich ihn gern mit auf…wer noch weitere hat: einfach per E-Mail an mich .
der „wichtige Bruder“
Der wichtige Bruder ist raumfordernd. Dies oft schon aufgrund seiner körperlichen Abmessungen ( Höhe und/oder Breite ), stets aber auffallend durch erhobenes Haupt und gewichtigen Gang. Zusätzlich durch sein Gepäck, da er immer seine gesamte maurerische Habe in einem Koffer mit sich führt, bestehend aus allen Schurzen und Bijoux aller seiner Grade, Logensatzung, Hausgesetz, der neuesten Ausgabe der Freimaurerischen Ordnung und den Alten Pflichten im Originaltext mit deutscher Übersetzung, woraus er insgesamt gerne zitiert. Stets spricht er laut weil er weiß, dass viele seiner Brüder schwerhörig sind, seine Belehrungen gut vertragen können und er das gesammelte masonische Wissen intus hat. In Beamtenfunktionen findet man ihn allerdings nur in Kreisen überwiegend masochistisch veranlagter Brüder wieder.
der „Bibliothekar von Alexandria“
Jenen Bruder findet man selten, aber es gibt ihn. Egal zu welcher Erwähnung eines historischen Zweiges der jahrtausendealten menschlichen Geschichte – mit leuchtenden Augen nutzt er der das bekommene Wort und beginnt sein Wissen zu teilen. Sachlich und so unfassbar fundiert, dass man sich fragt, wie so ein Wissensschatz überhaupt sammelbar ist. Schade ist, dass man seinen Beitrag zwar anerkennt, aber sich lautere Brüder lieber in Stammtischschnatterei üben. Das Austauschen von Erkenntnissen und Wissen, das Erlangen neuer Sichtweisen und Hintergründe ist offenbar eine der schwersten Übungen und auch da dient der Typ „Bibliothekar von Alexandria“ als Vorbild: Er lächelt meist, wird er mit Halbwissen und Vermutungen konfrontiert und wenn seine Bibliothek irgendwann zu Staub verfällt – im Sammeln von Wissen sieht er seinen Sinn und findet darin seine Güte.
der „Koch“
Wir rühren alle gern mal eine Suppe zusammen. Manche kochen ihr eigenes Süppchen, andere kredenzen den Eintopf der Zwietracht und dann gibt es noch die Sauce de la Harmonieaise. Jene Soße wird über allen Zankbrüdern großzügig vergossen, auf dass sie damit besser aneinander kleben bleiben, wenn der Handschlag schon nicht mehr ausreicht, um die Kettenglieder zu verbinden. An und für sich eine sehr weise Herangehensweise, die vor allem Mut und Vertrauen verlangt. Leider ist die Soße der Harmonie oft leichter als der dunkle Bodensatz und dringt nicht tief genug vor und wird vom leichtesten Gegenwind hinweg geweht.
Natürlich gibt es nicht nur den einen oder anderen Bruder, denn Mischformen dieser unterschiedlichen Arten treten häufiger auf als man denkt. Doch warum bin ich dennoch mit all diesen Brüdern zusammen (wird sich so mancher fragen)? Aus dem gleichen Grund, warum auch die mich ertragen müssen…uns verbinden die gleichen Ideale und auch wir alle üben uns in Toleranz, indem wir lernen miteinander respektvoll umzugehen. Vereint werden diese unterschiedlichen Typen doch immerhin in einer Loge und wegen den gleichen Grundsätzen der Freimaurerei, nämlich
Freiheit
Gleichheit
Brüderlichkeit
Toleranz
Humanität
Genau das sind die Ziele der Freimaurerei und es hilft doch ab und an, sich wieder auf diese zu besinnen.
Nachdem mich nun einige Brüder gefragt haben wie es bei mir selbst aussieht und unser Bruder Philip zum „Freimaurer-Persönlichkeitstest“ aufrief, werde ich mich mal kurz selbst beschreiben.
Die Frage wo ich selbst gerade stehe, lässt sich nicht so leicht beantworten. Ich denke es kann sich zum einen mischen aber auch denke ich dass es tagesabhängig sein kann. Also je nach Laune und Gemüt.
Es gibt Tage, da bin ich gern einfach der Teilnehmer, der Zuhörer ohne mich einzubringen. Also da eher der Bruder, der die Gesellschaft sucht und somit eher ein „Stammtischbruder“. Ich bin eher selten der „Amtmann“, denn ich denke nach wie vor dass ein Amt seinen Träger sucht und ich mich aus diesen Vereinsgehabe eher raushalten will. Dennoch mache ich das Amt des Sekretärs hoffentlich mit der nötigen Würde, doch das müssen andere beurteilen. Ich zähle mich auch zu den „helfenden Brüdern“, also wenn ich zumindest zusage zu helfen, dann bin ich auch da. Aber auch zu den „Reformern“, da ich eine gewisse Vorstellung von Maurerei habe. Eine offene und sich auf die Ideale beziehend. Ohne eben das Vereinsgetue…..und das führt dann auch zu dem „resignierten Bruder“ wenn ich das Gefühl habe, ich müsste meine Vorstellungen aufgeben und das alles hinnehmen wie es ist.
„Vater, Mutter bin ich blind,
Oder will ich nur nicht sehn?
Nebenan verrecken Menschen
Mit jedem Atemzug, kein neuer
Und wir spinnen wo wir können
Unser Friede ist was wert.
Vater, Mutter hier läuft irgendwas verkehrt!“
Von Jupiter Jones – „Sonne? Scheint!“ (http://jupiter-jones.de)
Als ich durch die Straßen das Stadt Hannover spazierte, drehten sich meine Gedanken immer wieder um die Ereignisse der letzten Tage, um das, was in den Nachrichten so alles lief. Und zufällig hörte ich in meinem iPod gerade das Lied „Sonne? Scheint!“ der Band Jupiter Jones. Wenn man es genau betrachtet, dann haben sie ja auch schon etwas Recht. Wir sehen Menschen in den Nachrichten die einfach sterben und was tun wir? Geld spenden um das Gewissen zu erleichtern oder wir sehen sogar weg?
Da sterben vor unseren Augen Menschen durch einen Flugzeugabschuss in der Ukraine und niemand trägt die Verantwortung. Menschen und Kinder sterben und die Hinterbliebenen bekommen keine Antworten und müssen warten, bis sie sich von ihren Angehörigen verabschieden können. Und für was das alles? Für den Streit von Menschen um etwas Land, um die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe.
Im Gaza Streifen werden Menschen getötet, in militärischen Angriffen der israelischen Armee durch Bomben und einer Bodenoffensive. Darunter viele Unschuldige, sogenannte „Kollateral-Schäden“ (viele Unschuldige Frauen und Kinder; die Krankenhäuser sind voll mit ihnen). Auf der Gegenseite werden Israelis mit Raketen beschossen und ebenso getötet. Auf der einen Seite mal mehr und mal weniger. Krankenhäuser sind überfüllt und Menschen werden nicht mehr ausreichend versorgt, kaum Wasser, Essen und Strom. Doch es geht nicht darum, einer Seite die Schuld zuzuweisen. Denn das Recht sehen beide Gruppen auf ihrer Seite und keine möchte nachgeben. Dieser Krieg wurde begonnen, weil radikale Gruppierungen auf beiden Seiten junge Menschen angriffen und ohne echte Gründe getötet haben. Wegen Glauben, Rasse und Abstammung. Unschuldige dabei zu töten ist KEINE Lösung und auch nicht ein Leben nach dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.
Da werden in Afrika Kinder aus Schulen entführt weil sie ihren Glauben anders leben oder nicht so radikal sind, wie es die Anführer fordern. Menschen anderen Glaubens werden getötet und das nur aufgrund dieses „kleinen Unterschiedes“. Diese Gruppen weiten sich aus und löschen ganze Landstriche aus.
Radikale rufen zum Krieg gegen die aus ihrer Sicht Ungläubigen auf und das öffentlich, ohne dass sie gestoppt werden oder dass sie Konsequenzen fürchten müssen. Die NSU tötet in Deutschland Menschen und auch hier dauert die Aufarbeitung an. Es werden Giftgase in Syrien auf Regierungsgegner und Unschuldige angewendet. Hierbei entstehen ebenso viele „Kollateral-Schäden“.
Diese Liste kann sehr weit fortgeführt werden. Sie spiegelt nur einen Teil der aktuellen Ereignisse wieder. Das tragische daran ist immer wieder, dass Unschuldige, Männer, Frauen und Kinder in etwas hineingezogen werden, die nichts dafür und sich nicht wehren können. Und das alles wegen so etwas wie Rasse, Politik und Religion! Und was tun wir dann? Wir reden und versuchen zu vermitteln und der kleine Mann, der ein schlechtes Gewissen hat, der spendet Geld und denkt es würde sein Gewissen beruhigen. Augen schließen ist der falsche Weg hier.
Was sollen denn da meine Kinder eines Tages mal zu mir sagen? „Vater, Mutter hier läuft irgendwas verkehrt!“
Ja, stimmt leider, aber daher sind wir Freimaurer auch noch hier, um die Menschen daran zu erinnern, dass sie miteinander verbunden sind und einander die Hand reichen sollten. Das ist unsere Aufgabe uns dafür einzusetzen, dass die Schranken in den Köpfen der Menschen abgebaut werden. Es geht hier nicht um die Unterstützung der einen oder anderen Seite, es geht hier nicht um die Zuweisung von Schuld. Es geht darum Lösungen zu schaffen und die Menschen zum Guten zu führen. Ohne den Fanatismus den einige Menschen ausleben und damit die Massen vergiften.
Also, lasst uns mal daran arbeiten und jeder sollte mal bei sich anfangen…im Kleinen, für sich…Und daran denken, wie man andere positiv beeinflussen kann. Um den Kreis der „Zahn um Zahn, Auge um Auge“ engstirniger Geister zu durchbrechen. Ich hoffe das für unsere Zukunft und die unserer Kinder…
Immer wieder kommt die Frage nach dem Geheimnis der Freimaurer auf. Im Internet gibt es diverse Seiten die sich nur mit diesem Thema beschäftigen und Mutmaßungen anstellen. Da werden die schönsten Verschwörungstheorien rund um das Geheimnis gestellt.
Es lässt sich nicht abstreiten, dass wir „Zeichen, Wort und Griff“ haben, über die kein Freimaurer redet und dies auch geschworen hat. Diese Erkennungszeichen waren lange Bestandteil der Zunft der Maurer und auch noch heutzutage gibt es in einigen Zunft-Berufen diese Dinge. Also nicht wirklich was Geheimnisvolles.
Also was ist dann dieses „Geheimnis“ um das hier so viel geredet und diskutiert wird? Das Geheimnis ist sicherlich das Gefühl eines neuen Freimaurers, das er bei seiner Aufnahme, und ggf. auch schon vorher bei seiner Loge, also seinen neuen Brüdern spürt. Eine Aufnahme, welche mittels eines Rituals erfolgt, ist etwas Besonderes und das wird man nur einmal im Leben erleben. Diesen besonderen Moment, der einen zum Teil dieser Gruppe macht. Das Ritual ist für den, der aufgenommen wird und hier wird auch nichts passieren, was gegen die Menschenwürde oder die guten Sitten verstößt. Einen Grund zur Furcht muss es also nicht geben und man kann sich ganz in die vertrauensvollen Hände seiner Brüder geben. Natürlich unterscheidet sich das Ritual immer etwas je nach Loge, aber die Quintessenz ist bei allen gleich – nämlich die Aufnahme eines neuen Mitgliedes.
Ich möchte dieses Gefühl einmal für die Menschen etwas deutlicher machen, die sich für Freimaurerei interessieren, aber nicht genau wissen, um was es hier so geht, und hierzu Vergleiche zur vergangenen Fußball WM anstellen. Denken wir einmal zurück an die letzten 5 Wochen. Da gab es ein unglaubliches „Wir-Gefühl“ in diesem Land. Überall waren fremde Menschen zusammen gesessen und haben Fußball gesehen, die gleichen Farben und Kleidung getragen und sich über die Spiele und die Entscheidungen unterhalten. Auch wenn man sich nicht gekannt hat. Man zitterte zusammen und feierte die Siege. Es wurden hier Wildfremde umarmt und gedrückt und sich zusammen gefreut. Dieses „Wir-Gefühl“ gipfelte dann in dem Titel Sieg unserer Fußball Nationalmannschaft. Das ist im Grunde schon etwas, was wir nicht näher greifen können. Ein Gefühl der Zufriedenheit, der Spannung und der Gelassenheit, was sich in einem ausbreitete.
Und genau dies übertragen wir nun auf dieses freimaurerische Geheimnis. Es ist ein Gefühl, was der neue Bruder erlebt, was in ihm heranwächst während der Aufnahme. Das lange Warten auf die Nachricht, wann man sich im Logenhaus einzufinden hat und dann später bis man dran ist. Das Spiel, das Ritual, startet und man wartet noch auf seinen Einsatz (auf der Ersatzbank?). Wenn es dann aber soweit ist, dann kleidet man sich wie seine Brüder und das Spiel beginnt. Es breitet sich in einem ein gewisses Gefühl der Spannung aber auch der Zugehörigkeit aus. Dieses beflügelnde Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, bekommt der Freimaurer nur einmal in seinem Leben (man wird ja nicht mehrfach aufgenommen bzw. kennt ja sonst das Ritual). Daher rate ich auch jedem Suchenden, der sich entschlossen hat, Freimaurer zu werden, dass er NICHT das Internet nach den Ritualen absucht. Wissen was passiert ist das eine, das ERLEBEN aber etwas anderes. Und wenn man schon nicht weiß, was passiert, dann erhöht es noch den Spannungsbogen. Ein Fußballspiel ist während der Live-Übertragung ja auch spannender, als wenn man das Ergebnis kennt und hinterher die Zusammenfassung anschaut. Der Spannungsbogen ist dann schon etwas raus.
Das Gefühl der Aufnahme, das Gefühl ein Teil der Loge zu sein im Kreis der Brüder und Menschen, die einen schätzen, kann man nicht beschreiben und muss man eben selbst erleben. Genau DAS macht das Geheimnis aus und ist daher so schwer zu fassen und zu beschreiben. Es ist etwas Individuelles und jeder Mensch empfindet es anders. Aber eines lässt sich sicherlich sagen: man wird es nie vergessen. Und dieses Geheimnis trägt jeder neue Bruder in sich selbst. Eben genauso wie dieses „Wir-Gefühl“ was jeden einzelnen Fußball-Fan in den letzten Wochen erfasst hat.
P.S. Danke an die Fußball Nationalmannschaft für die tolle Stimmung…ihr seid(wir sind) Weltmeister, genießt es!
„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“ Von Mahatma Gandhi
Ein Zitat, dem ich sehr viel Sinn und Wahrheit beimesse. Ich dachte immer auf meinen Reisen durch die 3. Welt, dass dort Tiere schlechter behandelt werden, als beispielsweise bei uns in Deutschland. Doch gerade in letzter Zeit muss ich dies leider oft revidieren und ein Problem in den Vordergrund stellen, vor dem auch wir Freimaurer nicht die Augen verschließen dürfen. Freilich lässt sich nun leicht von dem einen oder anderen Bruder sagen, dass sich Humanität nur auf den Menschen bezieht. Aber mal ehrlich, denkt ihr wirklich, dass ihr an euch selbst arbeiten könnt, dass ihr die Welt zu einem besseren verändern könnt, wenn wir Tiere weiterhin so behandeln, wie wir es gerade tun?
Wir züchten Tiere heran um sie zu essen. Das ist in einer großen Industrienation nicht selten und auch ich zähle mich nicht zu den Vegetariern. Aber WIE wir das ganze aktuell angehen, davor dürfen wir uns nicht verschließen. Ist es wirklich das Hauptziel, den Gewinn zu maximieren, egal um welchen Preis? Damit wir immer günstigeres Fleisch in den Handel bringen? Inzwischen kostet Fleisch gerade mal einen Bruchteil von Obst und Gemüse (natürlich saisonal bedingt) und dieses wirkt sich gerade alarmierend auf die Tierhaltung aus. Hier werden kleine Ferkel einfach totgeschlagen wenn sie krank sind oder verletzt. Oder auch nur weil es männliche Jungtiere sind. Eine Behandlung der Tiere wäre zu teuer oder würde den Ertrag verringern. Aber auf Kosten der Tiere? Das Tierschutz Gesetz sagt aus, dass das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen muss. Von Profit kann hier nichts gefunden werden. Schlimm ist auch, dass Kühe und auch Schweine oft lebendig zerteilt werden. Die Betäubungen sind oft zu schwach oder fehlen völlig. Leider ist auch dies kein Einzelfall und gängige Praxis. Auch in der Hühnerzucht muss man diese Probleme leider erwähnen. Hier werden kranke Tiere auch nicht behandelt und bleiben oft tagelang tot im Stall mitten unter den Artgenossen liegen. Aber auch die Zeit vom Schlüpfen aus dem Ei bis zur Schlachtung ist nicht wirklich Artgerecht. Wenn eine Henne zu wenige Eier gibt, endet sie schnell in der Schlachtung. Männliche Tiere erleiden dieses Schicksal viel früher. Und das alles um uns, dem Endkunden einen möglichst niedrigen Preis anbieten zu können. Fragt euch beim nächsten Einkauf im Supermarkt doch mal, ob 2,50€ für 500gr Schweineschnitzel wirklich ein fairer Preis ist, wenn man an diese Tierhaltung denkt. Umdenken ist hier angesagt und leider ist es inzwischen mehr als nötig. Aber liebe Leser, „unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“ (Francis Picabia). Wir müssen nur einmal damit anfangen.
Aber nicht nur in der Fleischprodiktion ist dieser Zustand schlecht. Da kommt es vor, dass Menschen aus Langeweile Katzen mit Benzin übergießen und anzünden. Und dann kaum dafür belangt werden! Denn das erklärt auch, wie man Katzenbabys einfach bei -10 Grad Außentemperatur in die Mülltonne werfen kann. Wer ein Tier hat, der muss sich auch über die Pflege im Klaren sein. Denn dann sollte es auch nicht vorkommen, dass Tiere nicht gefüttert werden oder keinen Zugang zum Wasser haben. Gravierender ist ein Fall, bei dem diese Woche in Zypern ein Straßenhund in eine Müllpresse geworfen wurde. Urlauber haben gesehen wie Hotelangestellte einen Welpen absichtlich in die Presse warfen und diese anstellten. Urlauber konnten dem Tier nicht mehr helfen. Aber auch bei uns kommt es vor, dass freilaufende Katzen von Jägern „mit Recht“ erschossen werden, da sie sich zu weit vom eigenen Grundstück entfernt haben. Oder Tiere von Menschen beschossen, beworfen und misshandelt werden. Psychologisch gesehen lässt man seine einige Wut oder Unfähigkeit an einem wehrlosen Lebewesen aus.
Und da soll ich als Freimaurer Toleranz gegen diese Menschen walten lassen? Oder ihnen sogar verzeihen? Mal ehrlich, wenn ich keine Moral hätte, dann könnte ich das. Aber ich kann das nicht und werde genau diese Missstände darstellen und dagegen vorgehen. Ich denke, dass wir ein hohes Maß verinnerlicht haben, was Gut oder Böse, was richtig oder falsch ist. Wir wenden das im täglichen Leben beim Umgang untereinander an. Warum dann nicht bei den Tieren?
An eines sollten wir immer denken. Biologisch gesehen sind wir auch nur ein Säugetier. Und wenn wir die einleitenden Worte von Gandhi noch einmal betrachten, dann müssen wir uns fragen, wo unser moralischer Fortschritt steht? Soll er wirklich so tief sinken?
Wir als Freimaurer setzen uns für moralische Werte ein. So lasst uns von diesen bitte nie mehr die Augen verschließen. Ich danke euch…
Nachdem es mich aus beruflichen Gründen für einige Tage in die USA, genauer nach New York City verschlagen hat, habe ich auch dort die Zeit genutzt, um mich in den lokalen Logen etwas umzusehen und die Brüder aus New York zu besuchen.
Ich wurde bei der Grand Lodge of free and accepted masons of the State of New York (http://nymasons.org/) freundlich als Bruder empfangen. Sicherlich ist das Gebäude in der 71 W 23rd Street mehr als beeindruckend. Über mehrere Etagen hat es einige kleinere Tempelräume für bis zu 150 Brüder, wie auch einen großen Saal für rund 1500 Freimaurer. Ich habe dort die umfangreiche Bibliothek besuchen können, eine Ausstellung über Freimaurer Bijous, welche 1945 im Gestapo Hauptquartier erbeutet wurden und eine interessante Führung durch die Räumlichkeiten genießen können.
Man muss neidvoll anerkennen, dass die Größe des Gebäudes durch die knapp 50.000 Brüder im Staat New York bedingt ist. Hier findet sich auch ein Altenheim für Brüder, die aus wirtschaftlichen Gründen Unterstützung im Alter brauchen. Gerade von der Offenheit und Herzlichkeit der Brüder war ich sehr begeistert und würde jederzeit hierher wiederkommen. Sollte jemand die Möglichkeit haben, ob Freimaurer oder auch nur Interessierter, so würde ich hierzu in jedem Fall raten.
Ich möchte euch die Bilder einiger Räume, des Museums und des Gebäudes nicht vorenthalten und darf die hier in Absprache mit der Grand Lodge auch einstellen. Das Gebäude und die Bibliothek stehen MO-FR von 8h bis 16:30h der Öffentlichkeit offen, ab 10:30h gibt es dort auch öffentliche Führungen durch die Räumlichkeiten. Ich möchte mich herzlich bei meinem Bruder Dennis für die tolle Führung bedanken und ebenso an das Personal in der Bibliothek, welches mich bei meinen Recherchen zum Thema F.z.a.S unterstützt hat.