Die wichtigste Meistertugend – die Empathie

Nach den erfolgreichen Jahren als Geselle wird der junge Freimaurer im Kreis seiner Brüder zum Meister erhoben. Dabei werden ihm die sogenannten Meistertugenden nahegelegt. Ich denke wenn man erkannt hat, dass die Arbeit am rauen Stein eine immer fortwährende Arbeit ist, so kommt man auch zu der Erkenntnis, dass seine Zeit der Lehre niemals abgeschlossen ist. Denn immer wieder muss auch ein Meister neu lernen und Dinge neu reflektieren. Aber es gibt eben einige Tugenden, an denen der Meister erkannt wird.

Dabei möchte ich auf eine der nicht erwähnten Tugenden hinweisen, welche ich als eine wichtige Meistertugend aufnehmen würde. Nämlich die Empathie. Die Kunst sich in andere hineinzuversetzen und zu verstehen. „Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie).

Es sollte meiner Meinung nach eine der wichtigsten Eigenschaften eines Meisters sein, dass er die Gefühle und den Gemütszustand seiner Brüder erkennt und versucht, sich in diese hineinzuversetzen. Denn wenn einem dies gelingt, so kann man durchaus den Standpunkt eines anderen Bruders nachvollziehen, ohne seine Meinung teilen zu müssen. Das kann durchaus die ein oder andere brenzlige Situation entschärfen und dadurch zu einer Deeskalation beitragen. Denn treu nach Voltaires Motto: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“ kann der Maurer nur handeln, wenn er sein gegenüber auch versteht. Und dann fällt der Schritt, sich trotz der verschiedenen Ansichten dennoch dafür einzusetzen, oftmals leicht.

Sollte der junge Meister dann im späteren Verlauf seiner freimaurerischen Laufbahn auch noch der Vorsitzende seiner Loge werden, der sogenannte Meister vom Stuhl, so kann diese Eigenschaft dazu helfen, die Loge zu einen und zu führen. Denn machen wir uns nichts vor: trotz aller Ideale der Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz, die uns einen sollen, „menschelt“ es doch auch oft zu sehr in den Logen. Da treffen menschliche Eitelkeiten auf offene Andersdenkende, auch mal alte Maurer auf jüngere. Ich denke aber die Mischung macht eine perfekte Loge aus und gerade hier ist mehr denn je die Empathie gefragt. Denn zu verstehen warum ein Bruder so ist, wie er ist und warum er so handelt, hilft oft beim Nachvollziehen seiner Schritte. Die Gabe der Empathie, zusammen mit der nötigen Besonnenheit, macht in meinen Augen den besseren Stuhlmeister aus. Ich selbst bin in der glücklichen Lage, so einen Menschen zu kennen und versuche von ihm zu lernen.

Empathie kann aber nicht nur im Bereich einer Loge helfen, nein auch das private Umfeld profitiert von dieser Eigenschaft. So kann sich durchaus der Streit mit dem eigenen Partner als unwichtig herausstellen, wenn man versucht den anderen zu verstehen. Gerade die Aussage: „Ich bin nicht deiner Meinung, aber hilf mir bitte, dich zu verstehen“ kann schon den Streit beenden. Ein Aufeinander-zugehen trotz eines Konfliktes macht die Stärke dieser Menschen aus.

Leider gibt es auch Menschen, die sich selbst im Weg stehen. Die in ihrer eigenen Welt versinken und sich aufgrund ihrer Scheuklappen nicht um den Mitmenschen kümmern oder ihn wahrnehmen wollen. Empathie ist nicht deren größte Stärke, aber das mindert sie nicht minder in der Ansehung als Bruder. Sie haben andere großartige Eigenschaften. Denn diese Gesamtheit macht eine Loge trotz ihrer Verschiedenheit zu einer kleinen idealen Gesellschaft. Hier fügt sich ein Puzzle Stück zum anderen. Und das Gesamtbild kann sich meist durchaus sehen lassen.

Also ihr, die ihr die Tugend der Empathie erkannt habt oder dies bereits lebt, reicht den Menschen die Hand, die diese Fähigkeit nicht besitzen…denn wenn man an seinem rauen Stein arbeitet, dann kann man durchaus lernen mit Empathie umzugehen und vor allem die für die Freimaurerei nötige Empathie zu bilden.

Ein Gedanke zu “Die wichtigste Meistertugend – die Empathie

  1. Pingback: Die wichtigste Meistertugend – die Empathie | Masoneria357

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s