Gandalf, tell me your story

Ich habe ja schon einige Male über interessante Begegnungen berichtet, welche mir so auf meinen Reisen widerfahren sind. So möchte ich auch heute wieder über die Kreuzung von Lebenslinien berichten, welche sich zufällig treffen mussten. Als ich am Abend des 19.03 mit meinem Kollegen Rolf in die Hotelbar in Hamburg zurücklief, fielen uns zwei junge Damen auf der Walz oder Tippelei auf. Gekleidet wie Zimmermänner folgte uns Lala, die eine der beiden Reisenden, ins Hotel auf der Suche nach der nächsten Toilette. Rolf und ich dachten uns, dass man Zimmermänner (und Frauen) doch gern einmal einladen sollte, wenn sie auf der Tippelei sind. Und so entschieden wir uns dem nachzukommen und suchten ein Gespräch bei Gin Tonic, Pizza und Antipasti.

Wir wurden darüber aufgeklärt, dass es sich bei Lala und ihrer Kollegin um Tischlerinnen handelt, welche eben auf Gesellenwanderung waren (http://de.wikipedia.org/wiki/Wanderjahre). Sie berichteten von den Regeln und Bräuchen ihre Zunft, den Meinungen ihrer Eltern und Freunde und über interessante und witzige Begegnungen während ihrer Reisen. Lala ermöglichte mir einen Einblick in ihr Wanderbuch, dem wichtigsten was sie mit sich führt, da es ihre Reise und vor allem auch Eindrücke wiedergibt. Hier sammelt sie nicht nur die Stempel der Städte und Orte welche sie besucht hat, sondern auch nette Bilder von Kameraden und Freunden sowie auch liebe Worte ihrer Familie und Bekannte.

Beide waren schon unterschiedliche lange unterwegs und auf der Reise nach Erfahrung, neuen Erkenntnissen und Techniken aber auch auf der Suche nach sich selbst. Diese Suche nach einem selbst erinnerte mich sehr an die Aufgabe der Lehrlings, der in sich sehen und sich selbst erkennen soll. Hier gab es also Schnittmengen zur Maurerei.

Interessant war aber auch das Zeichen, welches Lala auf ihrer Gürtelschnalle hatte. Abgesehen von dem Hobel waren dort auch Winkel und Zirkel vertreten. Da kann ein Freimaurer schon paranoid werden…überall Freimaurer. Ich zeigte ihr einen Teil meiner Tattoos, gerade das mit Winkel und Zirkel und erklärte ihr, dass wir Freimaurer einen Hintergrund aus der operativen Maurerei, der Tradition der Dombauhütten haben. Was folgte war ein interessantes Gespräch über Freimaurerei und ihre Gesellenreise.

Liebe Leser, ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, dass wir reisende Gesellen und Gesellinnen unterstützen und sie auch einmal mitnehmen auf ihrer Reise. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen können eine Bereicherung sein und ihre Geschichten für einen tollen Abend sorgen.

Ihr beiden, ich wünsche euch alles Gute auf euren Reisen…von Herzen (habe ich mir gemerkt)…paßt auf euch auf und meldet euch mal wenn ihr in der Nähe von Nürnberg seit…auf einen Gin Tonic, ne Pizza und Antipasti…

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Treffen der Freimaurer Blogger

WP_20150312_002 1 blogger So sieht es aus wenn sich Freimaurer Blogger in St. Pauli treffen…..am 12.03.15 traf ich mich mit den Brüdern Philip Militz von www.freimaurer-in-60-minuten.de und Oliver Barckhan von http://360.freimaurer.tv/ in einem kleinen Café in Hamburg zum frühstücken und etwas austauschen. Ich freu mich immer wieder über diese schönen Treffen und wir hoffen, dass wir diese Runde vergrößern können. Bis zum nächsten Mal und einen weiterhin sonnigen Tag…. — mit Philip Militz und Oliver Barckhan.

die Weltbruderkette zu Gast in Hamburg

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Ich kam gestern in die glückliche Lage zwei meiner Brüder persönlich kennenzulernen.

Harry Schulz, der einigen von euch sicherlich als der Imbiss-Tester bei Sat 1 bekannt ist, und ich konnten uns in Hamburg treffen und persönlich kennenlernen. Lieber Harry, danke dir für deine Zeit. Ich habe unsere offenen und tiefsinnigen Gespräche sehr genossen und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.

Unser Harry hat mich dann auch direkt in seine Loge, Theodor Vogel i. O. Hamburg mitgenommen, wo Bruder Jens Rusch einen Vortrag hielt über „Kunst als Lebenselixier“. Er gab dem interessierten Publikum einen tiefen Einblick in die Schaffensphasen eines Künstlers und einen kleinen persönlichen Einblick in seine Seele.

Da Jens einer der bedeutendsten Künstler ist, und neben seinem Engagement in der Organisation „Stark gegen Krebs“ und dem Freimaurer Wiki noch zudem eine Zeichnung als Cover für das demnächst im Salier Verlag erscheinende Buch „Ernst und Falk 2014“ (ja, es kommt wirklich…) beigetragen hat, freute es mich um so mehr mich persönlich bei ihm für diese Geste zu bedanken.

Reformfreimaurerei im Jahr 2015

Supermason Wenn ich eine fremde Loge besuche oder eine Tempelarbeit, die nicht wie in meiner Bauhütte üblich nach dem Ritual des Freimaurerbundes zur aufgehenden Sonne arbeitet, sondern nach anderen Ritualen, stelle ich mir oft die Frage was man zeitgemäß ändern und anpassen kann. Gedanken zu Reformen bezüglich der Freimaurerei gab es nicht nur in der Gründungsphase des F.z.a.S sondern durchaus immer wieder. Das größte Problem hierbei ist der Spagat zwischen der Tradition und der Moderne. Und genau hier scheiden sich die Geister. Ich selbst bin Freimaurer aus Leidenschaft und identifiziere mich gerne mit unserem Bund. Das liest man nicht nur hier, sondern kann man auch an den inzwischen unzähligen maurerischen Tätowierungen erkennen. Ich bin auch ein großer Freund von Tradition und finde mich aber auch in den Reformgedanken meiner Altvordern wieder. Ich selbst befürworte deren Ideale, auf das Sinnbild des großen Baumeisters zu verzichten, auf die Auflegung des weißen Buches als auch auf den Verzicht des hohen Hutes (um nur ein paar Beispiele zu nennen). Ich fühle mich dennoch den Traditionen verpflichtet und genieße sehr die Stimmung während der Tempelarbeiten und den Clubabenden. Aber natürlich habe ich auch eine Vorstellung wo eine moderne Form der Freimaurerei im Jahr 2015 stehen könnte. Ich weiß, dass meine Ansichten nicht den aktuellen Stand der Freimaurerei der Großloge wiedergeben, aber es ist ein Gedankenspiel, wo man sich hin entwickeln könnte, um aus dem geheimnisumwitterten Dunklen hinaus ins Licht zu kommen und ein reales und wahres Bild der Freimaurer zu schaffen.

Veröffentlichung eines Rituals

Ich möchte diesen radikal wirkenden Punkt kurz erklären bevor nun die Emails über mich hereinbrechen. Viele der Rituale finden sich ohnehin im Internet wieder. Mal echte und leider auch viele falsche oder erfundene. Sollte ein interessierter Mensch dann doch ein echtes Ritual gefunden haben, so mag er dies evtl. nicht glauben, da es wenig spektakulär klingt, oder aber er würde den Sinn nicht verstehen ohne den nötigen Hintergrund. Es ist ähnlich als wenn man den Text zu Mozarts Zauberflöte lesen würde, jedoch nicht das gesamte Werk zu hören und zu sehen bekommt. Daher denke ich, es wäre zeitgemäß und würde diesen Verschwörungstheoretikern endlich den Wind aus den Segeln nehmen, wenn ein Ritual veröffentlich würde, jedoch mit den nötigen Anmerkungen und Ergänzungen, so dass es auch ein Nicht Maurer verstehen kann. Ich selbst befasse mich seit Jahren mit alten Ritualen und habe eine kleine Sammlung aufgebaut, würde diese aber NIEMALS herausgeben. Dieser Schritt müsste von der Großloge kommen. Aber so kann diese Frage, die ein Freimaurer nicht beantworten wird, endlich geklärt werden und würde das geheimnisvolle verlieren. Der ein oder andere mag nun anmerken wollen, dass dem neuaufzunehmenden Bruder, der dem Bund beitreten möchte, dann ja „das Erlebnis der Aufnahme“ genommen wird. Das mag erst so erscheinen, jedoch muss ich hierzu auf meinen Vergleich mit der Zauberflöte zurückkommen. Diese zu sehen und zu erleben ist weit mehr wert als den Text zu lesen. Die Menschen werden sich immer an das ERLEBTE erinnern, jedoch nicht an den Wortlaut des gesprochenen Textes.

Bibel und weitere Bücher

Auch hier stellt sich die Frage warum man an einem knapp 300 Jahre alten Brauch festhalten muss ohne dies zu hinterfragen. Ich habe im Laufe meiner Reisen die unterschiedlichsten Formen gesehen. Logen mit Brüdern aus dem muslimischen oder jüdischen Religionskreis haben durchaus neben der Bibel auch den Koran oder den Talmud aufliegen. Aber eben auch ein Buch mit unbeschriebenen Seiten, das weiße Buch. Natürlich ist die Bibel als Buch des Gesetzes ein wichtiges Symbol. In unserem Kulturkreis verkörperte sie seit Jahrhunderten dieses Bild. Jedoch ist auch unser Kulturkreis einer gewissen Wandlung in der neueren Zeit ausgesetzt und sollte sich dem anpassen. Hier sollte man nicht strikt, sondern weltoffener denken und handeln, ganz wie es sich für einen Freimaurer gehört. Dies schließt durchaus das Buch der unbeschriebenen Seiten mit ein, mit dem sich der ein oder andere Bruder durchaus mehr verbunden fühlt als mit einem Religionsbuch. Nicht dass ich hier falsch verstanden werde. Ich bin zwar Agnostiker, setzte mich dennoch für Religionen ein und bin somit auch nicht für eine generelle Abschaffung der Bibel wie es Teile des F.z.a.S damals gewesen sind. Jedoch bin ich für einen deutlich liberaleren Umgang mit den aufgelegten Werken. Eine gewisse Einigkeit von Bibel, weißem Buch und einem weiteren Sinnbild für die Schönheit wäre doch eine willkommene Dreier-Konstellation.

Wiederaufnahme des Kontaktes zu den französischen Brüdern

Gerade in den letzten Jahren hat die Großloge AFuAM erneut den Kontakt zu den französischen Brüdern gesucht und versucht, neue Möglichkeiten des Austausches zu gehen. Leider ist es auch hier auf nur einige wenige Großlogen beschränkt. Arbeiten wir nicht alle an der Weltbruderkette? Sind wir nicht alle Brüder und dienen den gleichen Idealen? Ich denke schon. Also warum nicht einmal kritisch hinterfragen warum ein Jahrhunderte andauerndes Dogma nicht zur Diskussion gestellt werden kann und sich der Freimaurerei dadurch neue Wege eröffnen. Die Teilnahme an gemeinsamen Arbeiten und auch gegenseitige Besuche wären sicherlich eine Bereicherung für die einzelnen Brüder aber durchaus auch für die Logen und übergreifende Projekte.

Großer Baumeister?

Wäre es nicht auch denkbar, dass Atheisten gute Freimaurer wären? Muss denn das Sinnbild des großen Baumeister wirklich mit einer religiösen Person besetzt werden? Ich denke nicht. Schon die Reformfreimaurer der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts hatten sich für die Abschaffung des Sinnbildes eingesetzt. So weit will ich nicht einmal gehen, aber der moderne Mensch sucht sich sicher sein eigenes Sinnbild für die größte Kraft im Universum. Für die einen mag es die Gravitation sein, für die anderen die Liebe und auch Gott (aus dem christlichen, religiösen Sinn) kommt hier in Frage. Was ist jedoch wenn der Freimaurer an keine höhere Kraft glauben kann und will? Ich denke auch dann kann solch ein Mensch ein guter Bruder und Freimaurer sein. Denn die Ideale der Freimaurei von Brüderlichkeit, Gleichheit und Toleranz sind nicht gebunden an die Vorstellung an eine höhere Macht.

Mitsprache im Bruderkreis?

In einigen konservativen Logen ist es üblich, dass der Lehrling und der Geselle im brüderlichen Gespräch kein Recht auf Mitsprache haben. Vielmehr ist es üblich, dass diese beiden Gruppen schweigen und den Meistern beim Gedankenaustausch zuhören. Denn aus diesen Worten und Erfahrungen soll der noch junge Bruder lernen und reflektieren. Aber ist es nicht so, dass wir Brüder uns auf einer Ebene begegnen? Warum also dann eine Gruppe ausgrenzen? Ich denke, dass auch ein unerfahrener Bruder durchaus wichtige und interessante Aspekte zu einem Thema beitragen kann und daher sollte er doch in der Runde seiner Brüder auch zu Wort kommen dürfen. Oftmals hörte ich auf meine Nachfrage, warum hier so gehandelt wurde, „dass haben wir schon immer so gemacht“. Dies mag durchaus sein, aber genau hier zeigt sich doch der Freimaurer und hinterfragt diese alten Dogmen und Regeln und stellt sie zur Diskussion. Ich denke, dass die Stimme jedes Bruders nicht verstummen sollte.

Akzeptanz der Freimaurerinnen und gegenseitige Besuche

Noch immer stelle ich eine große Skepsis bei einigen, meist älteren Brüdern gegenüber einer Frauenloge fest. Ich habe es sogar schon selbst erleben dürfen, dass sich eher konservative Brüder gegen die Aufnahme einer Frauenloge in ein Logenhaus gestellt haben und das, obwohl die Frauenloge eine offizielle Loge der FGLD (Frauen-Großloge von Deutschland) gewesen ist. Selbst die Großloge AFuAM nimmt die Kontakte zur FGLD auf und arbeitet an gemeinsamen Konzepten und Veranstaltungen. Ich denke dass im Jahr 2015 diese alten starren Formen der strikten Trennung der Vergangenheit angehören sollte und auch Brüder und Schwestern gemeinsam Ritualarbeiten abhalten und besuchen können.

Akzeptanz der gemischten Logen

Wer mich kennt weiß, dass ich froh bin einer reinen Männerloge anzugehören und stehe den gemischten Logen auch kritisch gegenüber. Das liegt aber keinesfalls an deren Ansichten über die Freimaurerei noch sehe ich sie nicht als FreimaurerInnen an. Nein, ich denke eher, dass es am zwischenmenschlichen Spannungsfeld von Mann und Frau liegt, weshalb ich eine Trennung bevorzuge. Aber das ist meine bescheidene Meinung. Ich denke durchaus, dass Mitglieder einer gemischten Loge durchaus als gleichberechtige MaurerInnen angesehen werden sollten. Denn schließlich arbeiten und handeln sie nach den gleichen Idealen wie wir alle. Und ebenso nach gleichen Ritualen. Wenn wir also die Weltbruderkette durchaus wörtlich nehmen, so müssen wir uns doch fragen, warum wir gerade diesen Brüdern und Schwestern nicht die Hand reichen sollten. Es wäre im Jahr 2015 mehr als zeitgemäß, dass wir hier aufeinander zugehen.

Erörterung politischer und religiöser Fragen

Schon James Anderson, der die Alten Pflichten (Old Charges) (1723) als eine Art erste Konstitution der Ersten Großloge England veröffentlichte, ging in seinem Dokument auf die Politik ein. Für die Freimaurer weltweit ist dieses „Grundgesetz“ noch immer gültig, wenn auch sicherlich kritisch darauf geschaut und die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist, gestellt werden muss. Natürlich gibt es neue Auslegungen dieser Alten Pflichten und oftmals werden diese Interpretationen vielseitig diskutiert. Unter dem Punkt VI in den Alten Pflichten gibt es den Punkt „Vom Betragen – nämlich“ aus dem folgendes Zitat stammt: „ [Es] dürfen keine persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen und erst recht keine Streitgespräche über Religion, Nation oder Politik in die Loge getragen werden.“ Von vielen Logen werden daher die Themen Religion und Politik grundsätzlich aus dem Logenleben gestrichen. Doch stimmt das wirklich? Führen wir uns den Absatz noch einmal vor Augen und schon werden wir feststellen, dass es dort um „persönliche Sticheleien und Auseinandersetzungen“ geht. Doch folgen wir tatsächlich den freimaurerischen Tugenden während eines brüderlichen Gespräches oder einer Aussprache, so werten wir ja ohnehin nicht, diskutieren nicht oder gehen den anderen persönlich an. Nein, wir lassen seine Meinung stehen und sollte diese fehlerhaft sein, so wird er sicherlich selbst darauf kommen. Eine Wertung erfolgt explizit nicht. Würden wir nun J. Andersons Text neu interpretieren, so lässt sich sicherlich sagen, dass wir durchaus über Politik in der Loge reden können. Allerdings eben ohne uns persönlich dabei anzugehen.

Verbesserte Zusammenarbeit über die Obödienzen

Unter dem Begriff der Obödienzen versteht man die Unterstellung einer Loge unter eine bestimmte Großloge. Die Vereinigte Großloge von Deutschland umfasst aktuell 5 Großlogen und 3 weitere Logen, welche direkt der VGL unterstellt sind. Natürlich ist es innerhalb der VGL möglich Logen aus anderen Großlogen zu besuchen, da sie als regulär anerkannt sind. Aber oftmals ist dies in der Realität nicht ganz so einfach und dies oft wegen Vorurteilen gegenüber anderer Großlogen. Ich denke, dass man diesen Punkt sehr leicht überwinden kann, da er faktisch nicht auf dem Papier existiert, sondern vielmehr nur in den Köpfen einiger Brüder. Hier muss ich an den rauen Stein erinnern, an dem doch jeder für dich arbeiten sollte. Und somit sollte die Überwindung dieser Vorurteile kein maurerischer Hürdensprung sein.

Persönliches Fazit

Ich glaube gerade in unserer schnelllebigen Zeit suchen immer mehr Menschen die Ruhe, die man im Alltag nicht mehr finden kann und einige kommen zur Freimaurerei. Gerade hier werden Traditionen und strenge Regeln gelebt und auch geachtet. Ich möchte mich nicht gegen eine Aufhebung dieser Traditionen aussprechen, aber durchaus für Ideen, Anregungen und Anpassungen, diese zeitgemäß ins Jahr 2015 zu portieren. Eine neue, moderne Form der Freimaurerei zu schaffen, welche weltoffen und dennoch traditionell ist…kein Schritt in die Zukunft, eher ein Spagat zwischen der Tradition und der neuen Zeit. Daher werde ich auch mich auch weiterhin auf meiner Seite und mit anderen bloggenden Brüdern und Schwestern dafür einsetzen, dass wir eine Plattform für die Freimaurerei in der Moderne schaffen.

Serie über die Meistertugenden – Teil 1: Schweigsamkeit

Die Verschwiegenheit ist auch mit Schweigsamkeit zu deuten, denn „nur wer sich in der Stille übt, kann die innere Stimme wahrnehmen“. Das kann man nun unterschiedlich auslegen und deuten.

Während der Clubabende

Der Maurer muss während der Clubabende sich in Geduld üben und Ruhe bewahren. Der Bruder, der während des Gedankenaustausches das Wort vom MvSt erhalten hat, hat es exklusiv und darf seine Gedanken der Bruderschaft vortragen. Die Brüder nehmen sich zurück und hören den Ausführungen zu. Natürlich hat auch der Bruder, der den Vortrag (die sog. Zeichnung) an dem Abend hält, ebenso das Wort exklusiv und die Zuhörer halten sich zurück und stören nicht durch Zwischenrufe oder Bemerkungen. Nein, sie schweigen. Also ist im Rahmen eines Clubabends Schweigsamkeit unerlässlich. Denn nur wenn man die nötige Ruhe gefunden hat und zuhören kann, dann kann auch der Geist frei arbeiten und verstehen, was hier gesprochen wurde und anfangen seine eigenen Gedanken zu entwickeln. Diese Ruhe hat eine meditative Wirkung auf den einzelnen und hilft einem selbst, in den Vortrag zu finden. In manchen Logen ist es durchaus üblich, dass an einem brüderlichen Gespräch nur die Brüder im Meister Grad mitsprechen dürfen und die Lehrlinge und Gesellen dadurch lernen sollen. Ich selbst stehe diesem Brauch eher kritisch gegenüber. Denn ich denke auch die Ideen und Gedanken eines Lehrlings oder Gesellen können die Rune bereichern. Und wenn sich die Maurer schon auf der Winkelwaage, also gleichberechtigt begegnen sollen, warum dann hier einen Bruch mit dieser Tugend zulassen? Lernen wir doch eher wieder da hinhören…

Während der Rituale

Aber auch während einer Ritualarbeit, einer Tempelarbeit, sollte der Maurer schweigen und sich auf das Ritual einlassen. Wie schon in einem früheren Artikel von mir erwähnt, dient diese Ruhe der Vertiefung in das Ritual. Nur so kann die nötige meditative Stimmung entstehen, welche nötig ist um sich fallen zu lassen. Somit lässt sich sagen, dass die Schweigsamkeit des einzelnen Bruders die Stimmung und die Ruhe während dieser Arbeiten im Tempel unterstützt und trägt. Natürlich gibt es einige Brüder, welche eine tragende Rolle in dem Ritual spielen. Diese sprechen ja nach wie vor das Ritual.

Verschwiegenheit und Geheimnisse

Wenn wir nun die Schweigsamkeit aus dem Blickwinkel der Verschwiegenheit betrachten, so ist dies ein essentieller Bestandteil des Gelöbnisses während der Aufnahmen in den Bund. Der neue Bruder garantiert seinen Brüdern, dass er für sich behält, was in dem brüderlichen Rahmen gesprochen, ihm gezeigt oder was ihm anvertraut wurde. Dieses Gelöbnis bleibt auch bindend nach einem Austritt aus dem Bruderbund. Gerade was das Ritual angeht ist diese Verschwiegenheit notwendig. Nicht dass nun behauptet wird, wir Freimaurer hätten etwas zu verbergen, die Rituale findet man nach entsprechender Suche und Geduld durchaus im Internet. Man muss nun nur noch herausfinden, welches falsche und welches die echten Rituale sind. Warum ist der Maurer hier aber so schweigsam. Im Ritual werden verschiedene Sinnbilder verwendet um etwa zu erklären oder zu verdeutlichen. Betrachten wir die Zeit, aus der die ersten Rituale stammen, so war es eher üblich, mit Bildern und Symbolen zu arbeiten anstatt etwas niederzuschreiben. Und genau hier liegt das Problem warum ein Ritual für Außenstehende etwas befremdlich wirkt. Man kann sich sehr schwer damit identifizieren als Nicht-Maurer.

Auch äußert sich ein Bruder nie dazu, wer Freimaurer ist. Es wird also niemand vorgeführt noch der Öffentlichkeit preisgegeben. Natürlich kann gern auf einen Bruder verwiesen werden, wenn dieser sich öffentlich dazu bekennt, wie beispielsweise ich selbst oder andere Brüder. Aber niemals ohne die Erlaubnis des Bruders. Dies kommt ebenso noch aus der Zeit, als Freimaurer durchaus Repressalien erfahren konnten. Auch heutzutage stehen manchen Personen Freimaurern noch sehr skeptisch gegenüber weshalb dieses Stillschweigen nach wie vor üblich ist. Schweigen über die geheimen Zeichen, Worte und Griffe, welche uns Freimaurern je nach Grad und Zugehörigkeit bekannt sein dürften, ist das oberste Gebot eines Maurers. Diese werden wir auch nach dem Austritt nicht weitergeben, denn mit ihnen kann man sich als Freimaurer zu erkennen geben.

Schon in der Tradition der Dombaumeister war es üblich, dass den Maurern geheime Griffe bekannt gegeben wurden, die einem herumziehenden Bruder die Möglichkeiten verschaffen, sich als Lehrling, Geselle oder sogar Meister auszuweisen und zu arbeiten. Dies wäre ähnlich dem Meisterbrief, welchen es in den Handwerken heutzutage gibt. Da hiermit auch ein anderes Gehaltsgefüge verbunden war, war es umso wichtiger, diese Zeichen und Griffe geheim zu halten. Also kann man hier auch den historischen Bezug finden. Warum also dies nach wie vor beibehalten? Weil eine Freimaurerloge keine Sekte ist, welche um Mitglieder wirbt. Denn wenn man sich entschließt diesem Bruderbund beizutreten, dann ist es wie in der amerikanischen Abkürzung 2BE1ask1 (gesprochen: „to be one ask one“ – wenn man einer werden will, sollte man einen fragen). Die Initiative muss von dem Interessenten aus gehen.

Neue Formen des Schweigens

Aber kommen wir zurück zum Schweigen…wir haben nun kennengelernt, dass man die anvertrauten Interna nicht nach außen trägt, ebenso wie man keinen anderen Bruder ohne seine Zustimmung „outet“. Aber eben auch das Schweigen und somit vor allem das Zuhören im Bruderkreis und beim Ritual. Aber es gibt gerade in unserer Zeit auch „neue Formen“ des Schweigens, oder besser gesagt des „nicht-tippens“. Ich habe es schon oft bemerkt und leider gehöre ich als Informatiker selbst zu der Gruppe der „Tipper“. Das umfasst alle die Brüder, die es lieben auf ihren Telefonen oder Tablets zu tippen, während ein Bruder seinen Vortrag hält. Also auf die Schnelle eine E-Mail überprüft oder mal Nachrichten schreibt. Somit zwar anwesend ist, sich aber gerade (wenn auch nur kurzfristig) mit anderen Themen beschäftigt. Hier können wir auch eher schweigen. Nämlich dem Bruder die nötige Aufmerksamkeit schenken und das Handy oder Tablet einfach mal zur Seite legen. Ich selbst haue hier auch immer wieder an meinem rauen Stein herum und es gibt Tage, da bleiben ein kleiner Kubus und viel Gestein übrig. Aber ich denke das ist eine Geste des Respektes meinem Mitbruder gegenüber, dass ich mich auf seinen Vortrag einlasse und schweige…

Nutzung im profanen Umfeld

Wenn wir also an uns selbst arbeiten und die Schweigsamkeit bis zum Meistergrad verinnerlicht haben, dann werden wir feststellen, dass wir diese Tugend nicht nur im maurerischen Umfeld gut einsetzen können, sondern auch im profanen Alltag. Schweigen und Zuhören können uns im beruflichen Umfeld ebenso dienlich sein wie im privaten. Seinen Kollegen zuhören und sich etwas zurücknehmen hinterlassen oftmals einen besseren Eindruck als ein aufbrausendes Wesen. Versuchen zu verstehen und ein Thema zu erfassen, bringen den Einzelnen einen deutlichen Schritt nach vorn. Ebenso kann diese Ruhe des Zuhörens im privaten Rahmen bei der Familie oder bei Freunden einen Streit vermeiden oder positiv auf das Gegenüber wirken. Jedoch nur wenn man sich darüber im Klaren ist, dass Freimaurer sein und es zu leben nicht an der Türe des Logenhauses endet und zeitlich gegrenzt ist.

Fazit

Schweigsamkeit ist nach wie vor eine der Meistertugenden aus den unterschiedlichsten Gründen. Historisch nachvollziehbar gelten die Hintergründe auch noch heute und lassen sich erweitern. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Schweigsamkeit nicht alleine vorkommt, sondern zusammen mit Verschwiegenheit und dem Zuhören vorkommen. Sie ergänzen sich perfekt und runden das Bild des verschwiegenen Bruderbundes ab.

Schon Friedrich Nietzsche sagte einst: „Es ist schwer, mit Menschen zu leben, weil Schweigen so schwer ist.“ (Werke II – Also sprach Zarathustra) Daher lasst es uns versuchen und denken wir schweigend über unser eigenes Verhalten nach.

Die vier „Meistertugenden“ – Eine Einleitung

Ich möchte dem interessierten Leser in den kommenden Tagen die vier Meistertugenden etwas näher bringen und jeweils einen kleinen Artikel für die jeweilige Tugend verfassen. Hintergrund ist oftmals die Frage, was denn einen Meister auszeichnet. Da musste ich auch erst einmal nachdenken und in mich gehen und so entschied ich mich, diese kleine Serie zu verfassen. Um euch alle darauf etwas einzustimmen, möchte ich euch ein paar Zeilen aus dem Freimaurer Wiki präsentieren:

„Ein wichtiger Bestandteil dieser Konstitutionen sind auch die vier Meister-Tugenden. Sie beinhalten Vorsichtigkeit, Mäßigkeit, Barmherzigkeit und Verschwiegenheit. Barmherzigkeit bedeutet Empathie für andere, denn „aus dem Mitfühlenden spricht die Stimme des Herzens“. Mäßigkeit macht einen „frei in der Entscheidung“, denn man kennt seine Neigungen. Vorsichtigkeit steht in diesem Zusammenhang für Vernunft und Klugheit und Verschwiegenheit ist auch mit Schweigsamkeit zu deuten, denn „nur wer sich in der Stille übt, kann die innere Stimme wahrnehmen“. Das Einhalten dieser vier Tugenden ist ein wesentliches Ziel der Freimaurerei, das im Abhalten der Rituale geübt und gefestigt wird. Der Konsens dieser freimaurerischen Lehre wird auch als Königliche Kunst bezeichnet.“
Aus:  http://freimaurer-wiki.de/index.php/Anabela_Brandao:_Die_Freimaurer,_Ethnographie_eines_(Geheim-)Bundes

Ich hoffe, dass es für euch auch so spannend ist wie für mich und es euch etwas näher bringt, was es heißt ein Freimaurer Meister zu sein.

ein Kaffee auf St. Pauli

Ich hatte gestern das große Glück, einen sehr lieben Mit-Blogger endlich persönlich kennenzulernen. Trotz unserer Arbeit und der engen Zeitpläne schafften wir es, uns in Hamburg auf einen Kaffee zu treffen. Philip Militz, der Autor des bekannten Buches „Freimaurer in 60 Minuten“ und des äußerst beliebten Bloggs http://www.freimaurer-in-60-minuten.de und ich trafen uns in Philips Lieblingsbistro auf St. Pauli. Es war ein freundliches, offenes und tiefsinniges Gespräch mit vielen neuen Ideen und Anregungen. Also seit mal gespannt was auf unseren beiden Blogs so alles kommen wird im neuen Jahr 2015.

Lieber Philip, ich danke dir vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich freue mich auf weitere Treffen und kurzweilige Gespräche…

Philip Militz und René Schon am 15.01.2015
Philip Militz und René Schon am 15.01.2015

http://www.freimaurer-in-60-minuten.de/2015/01/blogs-und-tattoos-neues-aus-der-freimaurer-blogosphare/

Zensur und Moralismus – Gedanken zur Meinungsfreiheit

“Wenn die Meinungsfreiheit weggenommen wird, könnten wir stumm und still wie Schafe zum Schlachter geführt werden.”
“Wenn die Meinungsfreiheit weggenommen wird, könnten wir stumm und still wie Schafe zum Schlachter geführt werden.”

Ist es euch auch schon mal passiert, dass ein Kommentar oder eine Meinung in einem Forum zensiert wurden? Dass Meinungen vorgefiltert werden, entsprechend der Richtung in die es gehen soll?

Ich selbst stelle immer wieder fest, dass es auch gerade in Freimaurergruppen, sei es in Facebook, Mailinglisten oder auch in Foren immer wieder zu einer Zensur kommt. Gerade die Administratoren zensieren und filtern sehr präzise vor. Eine gewisse Art von Moralismus und Meinungsbildung lässt sich hier erkennen. Ich selbst stelle mir allerdings die Frage warum das so sein muss. Ein Freimaurer müsste doch in der Lage sein, die Meinungen der anderen Personen zu akzeptieren. Gerade auch in einer Loge pflegen die Brüder untereinander ein sogenanntes brüderliches Gespräch. Wenn über ein Thema gesprochen wird, so moderiert ein Bruder diesen Meinungsaustausch und jeweils nur ein Bruder hat exklusiv die Redezeit. Man lässt sich ausreden und wertet die Meinung des anderen nicht. Die Meinung steht im Raum und wird nicht bewertet. Sollte sich einmal ein Bruder irren, so wird er sicher im Laufe des Gespräches selbst auf seinen Fehler kommen. Soweit das Ideal. Da es auch in den Logen immer wieder „menschelt“, wird der Moderator des Gespräches das ein oder andere Mal, gerade bei hitzigen Themen, eingreifen müssen.

Das kann ein Administrator in einem Forum ja auch tun und seine Möglichkeiten nutzen, um das Gespräch wieder auf das eigentliche Thema zu lenken. Aber Brüder aus Plattformen zu schmeißen, weil die einem unangenehm sind, oder ihre Meinungen nicht zulassen und zu zensieren, halte ich für den falschen Weg. Meinungen zulassen, auch wenn man sie selbst nicht teilt oder unangenehm sind, das ist die hohe Kunst der Gesprächsführung. Auch ich lerne hier immer wieder gern dazu und arbeite an meinem rauen Stein. Einen Bruder aber zu zensieren oder ihn öffentlich in solchen Plattformen zu deformieren ist der falsche Schritt.

Grade im Hinblick auf die aktuelle Situation in Paris im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Satire Magazin „Charlie Hebdo“ bei dem 12 Personen getötet wurden, darf man nie vergessen, um was es hier geht. Es geht um das Recht seine Meinung frei zu äußern und damit auch anzustoßen. Das Recht auf Meinungsfreiheit ist schon im Artikel 5 des Grundgesetztes geregelt, denn dort heißt es: „(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Viele Menschen sind für dieses Recht vor Jahren und Jahrhunderten auf die Straße gegangen und haben dies hart erkämpft. Daher müssen wir gerade auf dieses Recht besonders achten und es nicht vergessen. Auch die Brüder Freimaurer pflegen seit knapp 300 Jahren dieses Recht in ihren Logen (also noch lange bevor es ein allgemeines Recht wurde) und das auch standesübergreifend. Hier konnte ein Bauer durchaus mit einem Adligen offen sprechen.

Warum also sollen wir als Freimaurer uns denn gegenseitig zensieren und Meinungen löschen? Warum die Meinung nicht gelten lassen und ein offenes und ehrliches Gespräch führen? George Washington, selbst Freimaurer sagte einst:

“Wenn die Meinungsfreiheit weggenommen wird, könnten wir stumm und still wie Schafe zum Schlachter geführt werden.”

Ich selbst setzte mich weiterhin für eine offene Meinungsfreiheit ein und unterstütze gerade hier jede Form. Daher wird es auch auf meiner Seite und den Seiten für die ich schreibe keine Art der Zensur und Moralisierung geben. Ich fordere eher dazu auf, das schwierigste zu machen, was es in diesem Zusammenhang gibt: eine EIGENE Meinung bilden. Eine eigene Meinung haben und diese zu festigen, dazu gehört ein freier Wille und ein offener Geist…und dieses spreche ich jedem zu (oder man kann es zumindest lernen)…

In diesem Sinne wünsche ich ein gutes neues Jahr…schöne Gespräche, neue Gedanken und viel Meinungsaustausch, denn genau davon lebt eine Loge.

Was wir hinterlassen

Oftmals stelle ich mir die Frage, was wir eines Tages hinterlassen, wenn wir einmal nicht mehr sind. Was wird denn von uns in unseren Kindern weiterleben, welche Gedanken und Ideen hinterlassen wir ihnen. Was wird von uns bleiben.

Gut, ganz einfach kann ich nun sagen, ein paar meiner Gedanken und Ideen, welche in diesem Blog stehen oder die ich geschrieben habe für andere Brüder und Logen. Oder ein paar Zeilen auf einem Blatt Papier oder in einem Buch. Aber was nützen all diese Gedanken, wenn sie nicht gelesen oder verstanden werden.

Kinder können wir aber nach unserem Vorbild und unseren Gedanken erziehen. Wir können ihnen die Werte der Freimaurerei nahebringen und sie somit prägen offene und tolerante Menschen zu werden. Dazu müssen sie nicht einmal selbst zu Freimaurern werden. Denn die Ideen der Maurerei sollten eigentlich für viele Menschen gelten und machen einen Umgang der Menschen untereinander freundlicher. Nicht dass ich die Freimaurerei als eine Art „Heilmittel“ auf die aktuellen Probleme unserer Zeit darstellen möchte. Ich denke dafür hat die Freimaurerei noch genügend mit sich selbst zu tun um die Unterschiede und Spannungen unter den einzelnen Gruppierungen abzubauen. Doch dafür müssen persönliche Grenzen überwunden werden und eine gewisse Weitsicht und Toleranz nicht nur auf dem geduldigen Blatt gelebt, sondern vielmehr auch real umgesetzt werden. Nein, Freimaurerei ist nicht die Antwort auf offene Probleme. Aber wenn man etwas hinterlässt, seinen Kindern oder anderen Menschen die einen berührt haben, so kann der Geist in der nächsten Generation weiterleben und vor allem auch weiter reifen. Die Gedanken können Früchte tragen. Denn wie heißt es so schön? „Er lebe im Sohne“. Daher wirkt der Freimaurer ja nicht, in dem er in die Welt hinausgeht und das missionieren beginnt (dies ist anderen Religionen überlassen), sondern er wirkt durch sein Handeln und Verhalten. Und so wird er mit seiner Erziehung auch die kommende Generation prägen die seine Ideen weiterträgt. In der Hoffnung, dass diese zumindest einige Ideen aufnehmen und adaptieren. Oder sie machen es evtl. sogar besser und begehen nicht die gleichen Fehler wie wir….es ist ihre Welt.

Denn die andauernden Konflikte um Territorien und der Verstoß gegen geltendes Völkerrecht, der Mord an Menschengruppen aufgrund ihrer Ethnie, die sinnlose Tötung von Menschen aufgrund ihres Glaubens, die Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen aber auch Kriege, Aufrufe zu Hass und Gewalt, Ausgaben für Militär statt für Essen und Hilfe, u.ä. (diese Aufzählung kann leider wirklich lange fortgeführt werden…)…ist es wirklich das, was wir dieser Welt hinterlassen wollen? Haben wir uns wirklich nicht weiterentwickelt als die Menschen der Steinzeit oder ist es sogar eher ein instinktives Handeln? Dann würde es mir für den frei denkenden Menschen sehr leidtun. Denn gerade dies macht doch uns Menschen aus, eben dass wir mit unseren Augen und Ohren Dinge um uns aufnehmen und unseren Verstand nutzen können (und bitte auch unbedingt nutzen SOLLEN). Das „Blind-durch-die-Welt-laufen“ macht es zwar einfach aber am Ende aller Tage muss man sich doch die Frage stellen, ob man seinem Leben einen Sinn gegeben hat. Einfach mal den Kopf anschalten, zu hinterfragen, zu denken, zu analysieren und dann auch frei seine Meinung zu äußern muss doch im Sinne jedes freien Bürgers sein. Unsere Vorfahren haben für das Recht der freien Meinungsäußerung gekämpft und wir sollten diese Möglichkeit auch zu nutzen wissen.

Und gerade an uns ist es eben auch, mit den Ressourcen dieser Welt verantwortungsvoll umzugehen und den nachfolgenden Generationen ein gutes Vorbild zu sein. Was gibt es daher wichtigeres als unsere Umwelt zu erhalten und zu schützen, anderen Menschen mit einem respektvollen Umgang zu begegnen und ein gutes Vorbild zu sein…und dies eben auch im Schatten der Ideale der Freimaurerei. Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Humanität.

Ich denke diese Worte sind wertvolle Ideale die wir dieser Welt hinterlassen können…und das ist mehr wert als nur darüber zu schreiben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen ein schönes Weihnachtsfest und ein paar ruhige besinnliche Stunden.