Der Weg ist das Ziel – wohin die Reise geht…

Nach nun knapp 3 Monaten blicke ich auf meine Meisterweihe zurück und stelle mir oft die Frage nachdem was dann kommt. Natürlich ist mir bewusst, dass der Meister auch immer der Lehrling bleibt und viel lernen kann (was ich schon öfters erwähnt habe) aber das ist eine persönliche Sache, die eigene Arbeit am sogenannten „rauen Stein“. Aber wohin kann sich der Maurer noch hin entwickeln?

Innerhalb der eigenen Loge können natürlich interessante Herausforderungen auf einen zukommen, wenn man durch den Willen seiner Logenbrüder ein Amt in der Loge einnehmen soll. Ich habe in einem früheren Artikel auf die unterschiedlichen Ämter in einer Loge ja schon ausführlich Stellung genommen und diese mit einer Fußballmannschaft verglichen. Wenn ein Amt einen Würdenträger sucht, so kann dies ebenso eine persönliche Weiterentwicklung sein, wenn man in einem Amt wächst. Ich selbst wurde inzwischen zum Sekretär meiner Loge gewählt und werde dieses Amt hoffentlich auch so gut wie mein Vorgänger bestreiten. Sicherlich ist das nicht immer einfach und auch zeitintensiv, aber ich bin froh, meine Arbeitskraft und Ideen meiner Loge zur Verfügung stellen zu können.

Aber abgesehen von den Ämtern innerhalb einer Loge, kann der Maurer sich noch in einige weitere Richtungen entwickeln. Ich möchte in den kommenden Zeilen einmal kurz einige der Möglichkeiten aufzählen.

Betrachten wir zuerst die Forschung in der Freimaurerei. Mit der Quatuor Coronati (http://www.quatuor-coronati.org) bietet die Vereinte Großloge von Deutschland jedem Freimaurer im Meistergrad, insofern er einen Bürgen hat, die Möglichkeit, sich persönlich und aktiv in der Freimaurerforschung einzusetzen. In Arbeitskreisen aber auch durch Recherchen einzelner werden hier freimaurerische Themen aktueller und historischer Art betrachtet und erarbeitet. Die Ergebnisse werden in einem Jahrbuch veröffentlicht und können somit auch von profanen Augen gelesen werden. Ich selbst kann die Veröffentlichungen der QC nur empfehlen, gerade wenn man sich sehr viel tiefer mit den Themen rund um die Freimaurerei beschäftigen will.

Natürlich kann sich der Maurer auch bei den Shiners oder Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine (Alter arabischer Orden der Edlen vom mystischen Schrein) (http://www.shrinersinternational.org/de-DE/Shriners.aspx) einbringen. Dieser, aus den USA kommende gemeinnütziger Orden, setzt sich vor allem für Kinder ein und betreuen daher in den Staaten einige Krankenhäuser, in denen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren kostenlos behandelt werden. In Deutschland ist diese Abwandlung der Freimaurerei noch am Aufbau, aber auch schon hier kann aktiv mitgeholfen und unterstützt werden. Ihr Motto lautet: „A smile of a child makes it all worthwhile“ (Das Lächeln eines Kindes macht es allemal lohnend).

Natürlich gibt es noch die Hochgrad-Systeme der Freimaurerei. Mit Erreichen des Meistergrades ist die Reise des Maurers in den sogenannten „blauen“ Graden beendet. Er selbst kann dann Kontakt zu den Hochgraden aufnehmen, den sogenannten „roten“ Graden. Hierbei hat man diverse Möglichkeiten und Ausrichtungen. Es gibt:

  • Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ – weiterführende Erkenntnisstufen (bis zu Grad 7)
  • Schwedisches Lehrsystem (bis zu Grad 10)
  • Große Loge von Preußen genannt Royal York zur Freundschaft — weiterführende Erkenntnisstufen (bis zu Grad 5)
  • Schottischer Ritus kurz: A.A.S.R. (bis zu Grad 33)
  • York-Ritus, kurz: YR (bis zu Grad 12)

Sicherlich ist der alte und angenommene schottische Ritus (A.A.S.R) die größte Vereinigung innerhalb der Hochgrad-Systeme. Wer sich entschließt, im Schottischen Ritus zu arbeiten, muss für Studium und Ritualarbeiten viel Zeit einplanen. Die Inhalte der einzelnen Grade des A.A.S.R. lenken die Aufmerksamkeit auf gewisse Teilaspekte des freimaurerischen Gedankenguts, wie Demut, Pflichterfüllung und Nächstenliebe. Diese Werte werden durch die reiche Symbolsprache des Systems vermittelt, welche unterschiedlicher Herkunft sind, wie schon die Namen der Grade andeuten. Vor allem Ritterlichkeit spielt eine zentrale Rolle. Die Details können im Wikipedia nachgelesen werden: http://de.wikipedia.org/wiki/Grad_(Freimaurerei).

Ihr seht also, dass es auch nach dem Meistergrad noch vieles zu entdecken und Möglichkeiten gibt, wie man als Freimaurer weitermachen kann. Natürlich ist das keine Pflicht und man kann gut und gern mit dem Erreichen des Meistergrades aufhören. Aber man sollte immer daran denken, nach Wahrheit und Wissen zu streben und immer zu lernen.

Über die Gelassenheit – oder wie der Lauch-Quiche verschwand

In einem Ratgeber über Lebenshilfe fand ich folgendes Zitat: „Unter Gelassenheit verstehen wir innere Ruhe oder Ausgeglichenheit. Mehr innere Gelassenheit zu verspüren, ist ein Ziel, das die meisten von uns anstreben (http://www.lebenshilfe-abc.de/gelassenheit.html).“

Hmmm, innere Ruhe und Ausgeglichenheit sind Stärken, die ein Maurer, vor allem im Meistergrad haben sollte. Ich muss zugeben, dass es nicht wirklich meine großen Stärken sind. Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine misslungene Lauch-Quiche in die Bio-Tonne geworfen wird. Natürlich erst nachdem sie auch meine innere Unruhe (und Zorn) abbekommen hat. Schon der antike Philosoph Demokrit sagte, dass Stärke und Schönheit Vorzüge der Jugend seien, aber die Blüte des Alters wäre die Gelassenheit. Also wurde meine, mit wenig Schönheit versehene, Quiche mit der nötigen Stärke in den Abfall befördert. Ich ermahnte mich dabei oft, meine innere Ruhe zu finden und gelassen zu reagieren. Doch man(n) ist leider auch nur menschlich mit all seinen Makeln und Fehlern. So blieb es eben leider nur bei den mahnenden Gedanken meines Unterbewusstseins. Schlussendlich fiel aber ein Teil der Quiche an der Bio-Tonne vorbei und verteilte sich auf den Küchenboden, den Teppich, der Küchenwand und leider auch auf den Küchenmöbeln. Also führte meine Unruhe und der Zorn zu einem weiteren Unglück und noch mehr Unruhe…ein kurzer lauter Aufschrei und schon begab ich mich auf die Knie und suchte die restlichen Teile der Lauch-Quiche zusammen. Meine Katzen sahen mich mit weit geöffneten Augen an und fragen sich sicherlich, was ihr Personal da auf den Knien macht und warum mein Kopf so rot leuchtet. Natürlich musste nun auch noch die Küchenmöbel und auch der Boden gereinigt, sowie die Wand von Lauch Spritzern befreit werden. Also irgendwie war die Gelassenheit an diesem Tag ausgegangen, also nicht für mich da…einfach weg!

Dennoch hatte ich mir ein paar Minuten gegönnt, um die innere Ruhe wiederzubekommen. Etwas laute Musik, mal tief Durchatmen und ich konnte mich wieder auf die maurerischen Tugenden besinnen. Also feilte ich an meinen Ecken und Kanten des rauen Steines und übte mich weiter in Geduld und Ruhe. Warum konnte ich mich nur so aufregen über eine Quiche? Hatte mein Verhalten zu den weiteren Unglücksfällen geführt? Ich denke, dass meine hohe persönliche Erwartung an diese Lauch-Quiche meinem Erfolg gehörig im Wege stand. Ich wollte eine leckere Speise für meine Lebensgefährtin zaubern und sie damit überraschen. Doch irgendwie war das Ergebnis wenig befriedigend. Was wäre gewesen wenn ich mir mehr Zeit gelassen hätte? Wenn ich schon vorher eine große innere Ruhe und Gelassenheit gehabt hätte, wäre die Quiche dann gelungen? Fragen, die ich nicht beantworten kann und leider auch nicht mehr beeinflussen kann. Als ich mich damit abgefunden hatte, dass ich nichts ändern kann, die Küche putzen musste und keinen zweiten Lauch-Quiche mehr machen kann (weil die Zutaten fehlten), kehrte auch meine Ruhe wieder zurück. Und damit auch eine gewissen Ausgeglichenheit. Ich habe erkannt, dass ich als Freimaurer-Meister noch viel lernen kann und man dies auch nie aufgeben sollte. Ich werde auch weiterhin an dieser Kante arbeiten, damit ich mehr Gelassenheit ausstrahlen werde. Immerhin ist die nötige Einsicht ja schon der erste Schritt der Verbesserung. Wie heißt es im Lehrlingsgrad? „Schaue in dich“ und das habe ich an diesem Tag mal wieder getan.

Interessant war aber während des Putzens die Reaktion meiner beiden Katzen. Sie saßen in einer stoischen Ruhe (und Ausgeglichenheit? – Ich weiß es nicht…) in der Raum Ecke und sahen mir beim Putzen zu. Sie beobachteten diese Situation ohne auch nur ein einzelnes Geräusch von sich zu geben. Was sie wohl gedacht haben?

Ein altes deutsches Sprichwort sagt: „ Katzen sind die Meister der Gelassenheit. Sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.“…also schließe ich diese Zeilen, gehe zu meinen zwei Katzen und versuche von ihnen zu lernen, etwas gelassener zu werden.

 

Ansprache zum Rosenfest – Juni 2014

Reformfreimaurerei

In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde sehr viel über Reformfreimaurerei gesprochen und geschrieben. Gerade der F.z.a.S. hatte viele Probleme mit der Anschauung der alteingesessenen Großlogen und daher formte sich eben auch der F.z.a.S gerade aus diesen Brüdern heraus, welche hier ein großes Potential für Veränderungen und Neuerungen sahen.

Natürlich berufen sich unsere Vorfahren auf die „Alten Pflichten“ von Anderson („Der geistige Kern der Freimaurerei ist die Religion in der alle Menschen guten Willens übereinstimmen, die Religion der Menschlichkeit, Mitmenschentum“) jedoch wollten sie einige für sie damals wichtige Reformen durchsetzen und verfassten hierzu einige „programmatische Erklärungen des Reformfreimaurerbundes“ im Jahre 1930.

Ich möchte gerne einen Teil dieser Erklärung von Brr. Walter A. Berendsohn wiedergeben, ohne dass ich hier einen Angriff auf einer der Großlogen begehen will. Mir ist bewusst, dass diese Ansichten auch gegen die Satzungen einiger Großlogen gehen und die Forderungen bis heute strikt abgelehnt werden. Daher möchte ich es nicht werten, sondern überlasse jedem Interessenten an der Freimaurerei sowie jedem Bruder hier die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung darüber zu bilden.

„Die wichtigsten Reformen sind:

  1. Die Aufhebung der Hochgrade: denn es widerspricht der Grundidee, alle Schranken zwischen den Menschen zu überwinden, wenn die Freimaurerei einen neuen künstlichen Adel, einen neuen Stufenbau von Würden und Abzeichen errichtet. Das dient mehr der Selbstsucht und Eitelkeit als der freimaurerischen Sache.
  2. Fortfall des Symbols „A.B.a.W.“: denn es enthält deutlich die Idee eines persönlichen Gottes, die von der großen Mehrzahl der freien, denkenden, vorwärtsdrängenden Menschen als Grundlage ihrer Weltanschauung und Sittlichkeit aufgegeben ist. Soll die Freimaurerei alle Menschen guten Willens am Menschheitsbau vereinigen, so darf sie sich nicht zur Vertretung einer Form der Weltanschauung machen. Die Loslösung von dieser Formel erst bedeutet den Eintritt in den neuen geistigen Raum, in dem sich alle Menschen zur Neugestaltung der menschlichen Gemeinschaft zusammenfinden können.
  3. Die Preisgabe der Bibel als erstes Licht der Freimaurerei: denn wenn die Bibel auch ein ehrwürdiges Werk ist, so gilt sie den meisten Menschen, die am Menschenbau guten Willens arbeiten, nicht mehr als Offenbarung des A.B.a.W., sondern als Menschwerk, das nicht mehr die unantastbare unerlässliche Grundlage lebensgestaltender Sittlichkeit bleiben kann.
  4. Zulassung der Erörterung auch politischer und religiöser Fragen im Tempel, denn ihre Ausschaltung zeugt von mangelndem Vertrauen zur freimaurerischen Idee, die ja das gesamte persönliche und gemeinschaftliche Leben durchdringen und gestalten soll; es entsteht zugleich die Gefahr einer leeren Schönrednerei ohne fruchtbringende Wirkung für den Menschheitsbau.“

Wie ihr seht, sind dies radikale Ansichten, mit denen sich der F.z.a.S. nicht nur Freunde machte. Die Anerkennung einiger Großlogen wurde ihm daraufhin verwehrt. Ich möchte dies weder werten noch groß kommentieren, jedoch werden ich in den kommenden Tagen einen Artikel über „Freimaurer und Politik“ veröffentlichen mit meinen Ideen und Thesen zu diesem Thema.

Dennoch kann man eines deutlich sehen. Die Anhänger der Reformfreimaurerei hatten sich konkrete Gedanken und Vorschläge gemacht, wie man die Freimaurerei in die Neuzeit überführen kann. Man muss das ganze immer im Spiegel der damaligen Zeit sehen, die geprägt war von der Nachkriegszeit, Wirtschaftskrisen und offenen Anfeindungen der Länder untereinander. Sie suchen eine Möglichkeit, sich auf der Winkelwaage zu begegnen und alle Menschen zu vereinen…eigentlich ein schöner Gedanke.

Rudolf Penzig – Südwestkirchhof Stahnsdorf

Wieder einmal brachte mich meine Wanderung durch Berlin zu einem der schönsten Friedhöfe hier in der Umgebung. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf (http://www.suedwestkirchhof.de/) ist der zweitgrößte Friedhof Deutschlands und wunderschön in Mitten eines Waldes gelegen. Die Integration der Gräber in die natürliche Umgebung sowie den Drang der Natur die Steine zu überwuchern machen gerade den Reiz dieses Friedhofes aus.

Natürlich hatte ich mir diesen Friedhof bewusst ausgesucht, denn dort befindet sich das Grab von Rudolf Penzig. Dieser war nicht nur ein Schriftsteller, Kommunalpolitiker und Pädagoge, nein er war auch seit 1919 der Großmeister des Freimaurerbundes zur aufgehenden Sonne und prägte dort vor allem mit seinen Aufklärungsschriften, insbesondere mit seinem Katechismus das geistigen Niveaus dieses Bundes. Mehr Details könnt ihr gerne hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Penzig

Ihm zu Ehre wollte ich natürlich auch sein Grab besuchen und fand es im Block Charlottenburg, Gartenblock 2 auf der Grabstelle 128. Dieses Grab überrascht im ersten Moment durch seine Schlichtheit. Jedoch solle man sich den Stein einmal von oben betrachten. So findet man eine Dreiecksform mit einem rechten Winkel wieder….

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Freimaurerritual und Fußball – ein Vergleich

Freimaurerritual und Fußball
Freimaurerritual und Fußball

Immer wieder kommt die Frage auf, was „so ein Ritual bei den Freimaurern“ eigentlich ist. Mit der nötigen Internetrecherche kommt man durchaus an die entsprechenden Texte und weiß dann sehr schnell, was dort gesprochen oder getan wird. Zumindest wenn man die richtigen Quellen aufgetan hat. Nur ist es dann wie schon so oft zitiert, als würde man Mozarts Zauberflöte lesen ohne die Musik dazu zu hören. Das Wechselspiel der beteiligten Personen, die Stimmung im Raum, der Vortrag, die untermalende Musik, dies alles trägt dazu bei, dass das Erlebnis Tempel für jeden einmalig und dennoch individuell ist.

Ich möchte versuchen das etwas mit einem kleinen Vergleich dem ein oder anderen näher zu bringen. Ich war vor kurzem bei einem Bundesliga Fußballspiel und da fielen mir einige Parallelen auf, die ich euch gerne beschreiben würde.

Bei einem Ritual gibt es viele Positionen, die auch den Funktionen in einem Verein entsprechen. Also einen Meister vom Stuhl (den Vorsitzenden), einen Redner, Türsteher, Aufseher, Sekretär und einen, der das Ritual mit leitet. Vergleichen wir das Ganze also mit der Aufstellung beim Spiel, den Positionen wie Torwart, Libero, Abwehr, Mittelfeld oder Sturm. Somit stehen diese Positionen fest und führen das Spiel, also das Ritual. Wie der Ball beim Spiel abgegeben wird, so wird das gesprochenen Wort zwischen den einzelnen Beteiligten hin- und hergegeben, es entsteht also ein Wechselgespräch.

Aber was machen denn dann die anderen Freimaurer, welche dem Abend beiwohnen wollen. Sehen wir diese als das Publikum an. Sie hören zu, lassen das Spiel und das Wechselgespräch auf sich wirken. Natürlich ohne Pyrotechnik und alles sehr geordnet. Aber dennoch kommen auch Beifallsbekundungen auf, wenn man von dem vorgetragenen angetan ist.

Bei einem Fußballspiel kommt es auch vor, dass es zu Fan-Gesängen kommt, dass Fahnen geschwenkt werden und die Fans auf das Spiel angeheizt werden. Dies zieht sich auch durch das gesamte Spiel hindurch. Natürlich kommt ähnliches auch in einem Ritual vor. Der Raum wird vorbereitet und geschmückt. Dort werden Kerzen in einer bestimmten Reihenfolge angezündet, welche der Stimmung des Rituals dienen. Die Kerzen werden auf Säulen gestellt und der Raum erleuchtet. Musik, um die Stimmung zu untermalen, kommt vom Band oder wird live gespielt. Diese dient den Freimaurern dazu, sich besser in das Ritual einzufinden. Details könnt ihr in dem Artikel „Freimaurerei und Musik – in diesen heil´gen Hallen…“ nachlesen. Aber ebenso tragen die Fan-Gesänge zur Stimmung im Stadion bei.

Natürlich entspricht das Stadion dem Raum wo das Ritual stattfindet, dem sogenannten Tempel. Damit dort nicht jeder reinkommt, hat es im Stadion Sicherheitspersonal und Polizei, die kontrollieren und verhindern, dass nur die berechtigten Personen rein dürfen. Auch in der Freimaurerei gibt es einen Türsteher, der kontrolliert, dass nur Freimaurer den Raum betreten und dort ungeschützt vor Unbefugten das Ritual abgehalten werden kann. Also hat das weniger etwas mit der oft erwähnten Geheimniskrämerei zu tun, sondern einfach um Unbefugte fern zu halten, so wie die Sicherheitspersonen in einem Fußballstadion.

Bleibt noch der Vorsitzende des Vereins, der Meister vom Stuhl. Natürlich ist dieser in dem Wechselgespräch einbezogen. Aber was macht er denn? Er würde die Rolle des Trainers übernehmen. Er leitet die Brüder und bestimmt auch die geistige Ausrichtung. Zusammen mit seinem „Co-Trainer“, dem Redner, der mit seinen Vorträgen für die geistige Strömung zuständig ist, leiten sie das Team.

Bleibt noch der Schiedsrichter. Ob es den auch gibt? Ja, es gibt eine Person, die das Ritual mit leitet, den sogenannten Zeremonienmeister. Dieser bereitet den Raum vor, ist für den Ablauf mitverantwortlich und trägt nicht unerheblich zum guten Gelingen des Rituals bei. Er hält also die Fäden in der Hand, wie auch der Schiedsrichter.

Bleibt abschließend noch eines zu betrachten, der Rasen. Natürlich ist dieser essentiell für das Spiel, denn ohne geht es ja nicht. Also, wenn der Raum dem Stadion entspricht, dann wäre der Rasen der Teppich, der sogenannte Tapis in der Mitte des Raumes. Dieser beinhaltet meist freimaurerische Symbole deren Bedeutungen einem Freimaurer sehr vieles erschließen.

So bleibt zu hoffen, dass nun etwas besser nachvollzogen werden kann, was hier so passiert. Natürlich kann man es nur erleben wenn man selbst real mit dabei war und das geht eben nur als Freimaurer. Natürlich ist es ein Spiel ohne eine gegnerische Mannschaft.

P.S. Meine Mannschaft hatte damals verloren. Hoffen wir dass das Ritual besser verläuft…

aus den Archiven des F.z.a.S

Liebe Leser,

wie ihr sicherlich wisst, lese ich regelmäßig in den Archiven des Freimaurerbundes zur aufgehenden Sonne. Erst kürzlich hatte ich das Glück, ein paar komplette Jahresausgaben der „Sonnenstrahlen“ und des „das neue Freimaurertum“, also der Zeitschrift des F.z.a.S. in einem Antiquariat zu kaufen. Wahrlich kein günstiger Spaß, aber es lohnte sich…

Einige der Aussagen und Artikel haben nichts an ihrer Aktualität verloren und gelten auch noch in der heutigen Zeit. Einige Artikel lassen erkennen, wie innerlich zerrissen die Freimaurerei in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg war. Suchten doch einige der Logen nach der Aussöhnung mit dem Erzfeind Frankreich, wohingegen andere ihnen Verrat vorwarfen. Zuspitzen wird sich diese Entwicklung in den Jahren, welche durch einen starken Nationalismus in Deutschland geprägt wurden bis hin zur dunklen Zeit (1933-45). Daher werde ich in den kommenden Monaten nicht nur aus meinen Gedanken Artikel erstellen, sondern auch ab und an den Vorhang der Zeit zurückschieben und Interessantes aus den Archiven hier veröffentlichen.

Heute ein Gedicht zur Sonnwendfeier 1926, veröffentlicht in den Sonnenstrahlen 07/1926.

“ Vorwärts zur Wahrheit! – Vorwärts zum Licht!“ von Br, Franz Carl Endres aus Stuttgart

Lasst Hasser hassen! – Einst stirbt der Hass,
wenn die Menschen klüger geworden.
Wenn einst ein neues Heldentum
heißt: Helfen und nicht Morden.
Wir reichen zur Kette die Bruderhand
und grüßen Dich über Meer und Land,
Dich Menschenbruder. – Wir hassen nicht.
Vorwärts zur Wahrheit! Vorwärts zum Licht!

Lasst Lügner lügen! – Die Lüge stirbt.
Einst kommen bessere Tage;
wenn unsere Zeit den Enkeln erscheint
wie eine verklungene Sage.
In unserem Bund ist die Lüge tot.
Wir schauen durch die Nacht schon ins Morgenrot
und bereiten den Weg und fürchten uns nicht.
Vorwärts zur Wahrheit! Vorwärts zum Licht!

Lasst die Gläser klingen zur Sonnenwend!
Es wendet sich alles auf Erden.
Was heute noch herrscht, ist morgen ein Nichts.
Das Leben ist nur ein Werden.
Wir sehen das Ziel, wo die Sonne sich hebt,
wo ihr Strahl eine neue Erde belebt!
Wir wenden nach Osten unser Gesicht:
Vorwärts zur Wahrheit! Vorwärts zum Licht!

Ernst und Falk 2014 – Gespräch Nr. 6

Nachdem ich mich nun wirklich lange damit beschäftigt hatte, zusammen mit Unterstützung meines Mitstreiters Thorsten, den Ernst und Falk von Lessing in das Jahr 2014 zu bringen und viele diesen Text gelesen hatten, wollte ich diese Gesprächsreihe etwas abrunden und zu einem würdigen Abschluss kommen lassen.

Inspiriert von Lessings Werk versuchte ich mich selbst an einem fiktiven sechsten Gespräch zwischen den beiden Freunden Ernst und Falk. Ich habe dabei an eine Gesellenreise von Ernst gedacht und die Eindrücke, die er davon mitbrachte. Ergänzt wird es durch offene Fragen an die Freimaurerei, ihre Aktualität und das Wirken in der Gesellschaft.

Den gesamten Text, also das komplette Werk (1-6)  könnt ihr in der Mediathek als PDF runterladen, aber auch aus der Seite „Ernst und Falk 2014“ direkt lesen. Wer sich nur für das neue, 6. Gespräch interessiert, der findet dieses hier: Ernst_und_Falk2014_nur6

Viel Spaß beim Lesen….

making good men better

Das nenne ich mal eine tolle Werbung für die Freimaurerei. Ich bin durch einen Bruder aus Hamburg auf einen tollen Clip gestoßen, den die Freimaurer in Australien erstellt haben. Diesen möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Er gibt kurz und knapp das wieder, für was die Freimaurerei heutzutage steht.

Ich finde, dass es sehr gut gemacht ist und sehenswert ist und würde mir wünschen, dass unsere Deutschen Großlogen hier nachziehen würden.

 

Eine Frage der Ethik?

Gerade bin ich auf einen Artikel aus der Schweiz gestoßen. Die Zeitung 20min berichtete über einen kleinen Beagle Welpen, der vom Schweizer Veterinäramt eingeschläfert wurde, weil er illegal in die Schweiz eingeführt wurde und nicht die nötigen Papiere oder Impfungen hatte.

http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Baby-Beagle-Buddy-ist-tot-10703832

Natürlich steht es außer Frage, dass der Hund so nicht eingeführt werden dürfte, aber anderseits warfen dieser Artikel und die verfassten Kommentare der Benutzer ein zwiespältiges Bild auf. Auf der einen Seite stehen die Gesetze des Landes, auf der anderen Seite das Wohl eines Lebewesens. Wenn wir endlich Tiere nicht mehr als Sache behandeln würden, sondern als das, was sie sind, nämlich Lebewesen, würden wir uns schon viel leichter im Umgang mit solchen Fällen tun. Die Frage ist eher, wie sollte man hier als Freimaurer handeln? Ist es die Pflicht eines Maurers sich an die Gesetze des Landes zu halten oder dort einzugreifen, wo Unrecht geschehen kann und ein Lebewesen retten (ja, auch einen Hund)? Kann ein Gesetz vor dem Leben stehen und sei es nur bei einem Hund? Sind wir schon so gesetzestreu, dass wir nie hinterfragen was in den Texten denn eigentlich steht?

Meine persönliche Meinung ist, dass hier die Ethik leider gegenüber einiger starrer Gesetze verloren hat. Es hätte sich sicherlich eine andere Lösung finden lassen, wenn hier nicht (scheinbar) ein Gesetz durchgesetzt werden sollte und ein Tier getötet wird. Mag sein, dass wir nicht alle Details lesen können oder wissen, aber dennoch muss man sich die Frage stellen, wie man selbst gehandelt hätte.

Vielleicht dient es auch der Abschreckung, keine Hunde mehr aus anderen Ländern einzuführen, ohne sich entsprechend darauf vorzubereiten. Vielleicht soll es aber auch ein Beispiel sein, die eigene Ethik und Moral zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, wie man selbst gehandelt hätte. Ich wünsche jedem Freimaurer und Menschen, dass er lernt seinen eigenen Verstand einzusetzen und nicht blind handelt, ohne den Hintergründen nachzugehen. – Sapere Aude!

Kampfsport zur Meisterweihe

Kurz vor meiner Meistererhebung habe ich mir ein paar Gedanken gemacht was dieser Schritt denn nun für mich bedeutet.

Klar ist man froh, nach seiner Zeit als Lehrling oder dann später, auch als herumreisender Geselle nun am Ende dieser Reise angekommen zu sein und im Beisein seiner Brüder den letzten Schritt zu gehen (jedenfalls in den blauen Graden) und zum Meister erhoben zu werden. Aber endet dann damit auch schon unsere Lehre? Was macht einen als Meister denn aus?

Kampfsport

Ich habe gelesen, dass selbst ein Meister immer noch ein Lehrling sein kann und immer noch etwas lernen kann. Diese Idee fand ich schon immer sehr gut und musste daran denken, dass ich sie von früher her schon kannte. Denn dies ist ein Prinzip, welches bereits in den alten japanischen Kampfsportarten Einzug gefunden hatte. Dort ist es unter „Shu-ha-ri“ bekannt. Auch hierbei handelt es sich um eine dreistufige Entwicklung hin zum Meister. Auch hier wird dem Meister bewusst, dass er immer noch hinzulernen kann und muss. Der Weg des „Lernens“ darf für einen wissbegierigen Menschen niemals abgeschlossen sein.

Doch auch wenn man das eingesehen hat, was macht einen denn aus, Meister zu sein? Der Vorsitzende unserer Loge hatte mir den Termin genannt und in unserem Arbeitskalender veröffentlicht. Daher muss er diese Entwicklung ja auch sehen und an greifbaren Dingen festmachen. Und dennoch habe ich mir selbst oft genug diese Frage gestellt…..was macht mich als Meister aus?

Empathie

Rückblickend stelle ich viele, durchaus positive Entwicklungen fest. Empathie ist eines der Dinge, die sich am stärksten entwickelt hat. Ich versuche mein Gegenüber mehr wahrzunehmen und sein Gemüt zu verstehen. Die Reaktionen und Gefühle sind mir inzwischen sehr wichtig geworden. Auch wenn ich nicht die Meinung des Anderen teilen kann, so kann ich dennoch versuchen zu verstehen, welche Gefühle und Gedanken ihn dazu bewogen haben, so zu handeln/denken, wie er es gerade tut. Ein Verständnis für das Gegenüber aufzubringen ist das mindeste, was man als Wertschätzung jemanden geben kann. Wobei Empathie auch eine gewisse nachteilige Rolle in der harten Berufswelt sein kann.

Innerliche Ruhe

Innerliche Ruhe und Kraft ist sicherlich auch eine der herausragenden Entwicklungsschritte, die ich an mir selbst feststellen kann. Warum sich auch über etwas aufregen, was man ohnehin nicht mehr im Nachhinein verändern kann. Dann muss man sich eher die Frage stellen, warum man das nicht schon vorher beeinflusst hat. Diese grundlegende Ausgeglichenheit kann man natürlich auch nicht immer haben. Es gibt dennoch Momente, in denen ich oft denke, dass mir gleich der Kragen platzt. Aber dann wird einem wieder bewusst, dass man noch einen langen Weg gehen kann und weiterhin an sich selbst arbeiten muss.

Gemeinschaft

Die Gemeinschaft der Brüder untereinander ist sicherlich eine der tragenden Säulen dieser Bruderschaft schon immer gewesen. Hier verzeiht man auch dem einen oder anderen  ein unangebrachtes Wort zu falscher Zeit oder aber versucht, sich selbst auch etwas zurückzunehmen. Denn wie heißt es so schön? Man begegnet sich auf der Winkelwaage. Und gerade diese Gemeinschaft lernt man intensiv zu genießen und in ihr Kraft zu tanken. Der freundliche und vor allem auch brüderliche Umgang grenzt das ganze deutlich von einem Sportverein oder Stammtisch ab. Leider ist das nicht in jeder Loge so. Einige „Freimaurer“ haben einfach aufgehört nach Wissen zu streben oder nach den Werten der Freimaurerei zu leben, nachdem sie Meister wurden. Fertig und tschüss….oder sie kommen noch zu ihrem „Freimaurer-Stammtisch“. Schön, dass ich dieses Verhalten in meiner Loge nicht feststellen muss und hier genau die Harmonie wiederfinde, die ich brauche, um meine Batterien für den Alltag wieder aufzutanken. Ich wurde in meiner Loge mit offenen Armen aufgenommen und hoffe, dass ich mich ebenso in sie integriert habe. Doch das müssen andere beurteilen…

Arbeit für die Loge

Ich finde wenn man sich einer Loge anschließt, so sollte man sich zwar als Freimauer mit seinen Gedanken einbringen, aber auch neue Ideen und Visionen für seine Loge mit einbringen. Denn nur so kommt eine lebhafte Loge zustande, in der es Menschen gibt, die genau diesen Umgang miteinander bewusst suchen. Somit versuche ich mich auch einzubringen indem ich mich mit Vorträgen im Arbeitskalender beteilige, aber auch Hemden und Jacken organisiert habe, die mit unserem Logen- Logo versehen wurden (ja, wir haben nicht nur Tattoos…). Denn wenn man sich die Arbeit innerhalb der Loge, also des Vereins teilt, kommt man schneller zum Ziel und es unterstützt das Gefühl der Gemeinschaft.

Vergänglichkeit

Ein Ziel der Meisterweihe ist es, sich mit dem eigenen Tod, mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen und an das „Danach“ zu denken. Die eigenen Erkenntnisse an die nachfolgenden weiterzugeben, so dass man „im Sohne weiterlebt“. Zugegeben, es mag etwas morbide erscheinen, sich schon in frühen Jahren mit dem Tod auseinander zu setzen. Aber die Sache hat einen grandiosen Vorteil: Danach lebt es sich sehr viel leichter und entspannter. Diese Angst vor dem eigenen Tod schwindet. Ich selbst musste mich im letzten Jahr mit einem familiären Verlust auseinander setzen und fand in der Art und Weise wie in der Freimaurerei mit dem Tod umgegangen wird einen gewissen Trost für mich selbst.

Wird man sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst, so fängt man danach an, intensiver zu leben. Da schließt sich der Kreis mit der persönlichen Entwicklung. Denn warum auch nur Energie in eine Sache stecken, die schon passiert ist und nicht mehr beeinflusst werden kann…

Freimaurerische Tugenden

Natürlich wird auch der Umgang mit den freimaurerischen Tugenden und Pflichten geschult. Gerade die Toleranz wird oft mal auf die Spitze getrieben. Der Humanität fühlen sich viele Freimaurer verpflichtet und auch die meisten Logen setzen sich für humanitäre Projekte ein. Toleranz üben wir tagtäglich mit und an unseren Mitmenschen. Wenn sich einer in der Reihe am Supermarkt vordrängelt, oder wenn einer am Flughafenschalter alles aufhält, auch wenn man es selbst eher eilig hat. Im Straßenverkehr, wenn einem die Vorfahrt genommen wird. Und, und, und…das Leben ist voll an solchen Herausforderungen. Aber auch die Gleichheit möchte ich gerne ansprechen. Denn hier habe ich während meiner Gesellenreisen bei einigen besuchten Logen feststellen müssen, dass die Gleichheit nicht soooo ganz gelebt wird, wie ich sie verstehe. Denn in einigen Bauhütten darf der Bruder Lehrling oder Geselle sich eben nicht am brüderlichen Gespräch (nach einem Vortrag) beteiligen, sondern muss den Herren Meister lauschen und sich still verhalten. Mal ehrlich, auf der einen Seite wird von Gleichheit geredet und dann darf man nicht seine Meinung beitragen? Wo ist der Sinn, die Meinung des Bruders zu verbieten, der ein Mitglied der Loge ist. Klar ist er noch jung und muss lernen sich in Geduld zu üben. Aber das kann er auch, wenn er seine Meinung zu einem Thema beitragen darf bzw. kann. Denn nur so lebt eine Gemeinschaft, indem sie auf alle Mitglieder hört und diese zu Wort kommen. Ein Ausgrenzen von Meinungen einzelner Brüder, nur aufgrund ihres Grades, hat leider für mich nichts mit Gleichheit zu tun, sondern zeugt eher von einer Sturheit einzelner Mitglieder (Stichwort: „Das war schon immer so, bei mir damals auch…“). Hier sollte der Meister dann doch wieder zum Lehrling werden und etwas dazulernen.

Persönliches Fazit

Tja, also so ist das…ich stehe kurz vor der Meisterweihe und habe in den letzten Jahren viel über mich hinzugelernt, an mir gearbeitet und mich verändert. Ich habe Logen besucht, wurde freundlich aufgenommen und habe wahre Brüder getroffen. Ich hoffe für mich selbst, diesen Schritt auch weiterhin zu verfolgen und nicht damit aufzuhören, nur weil ich dann Meister bin, sondern weiterhin nach Wissen zu streben und zu lernen, ganz wie es das „Shu-ha-ri“ schon immer vorgesehen hat.

Also gehe ich mal weiter auf meine Reise…durch diese Selbstverständlichkeit, die einer mal „Leben“ nannte…