Kurioses von der Logenhomepage

In der Rolle des Sekretärs einer Loge wird man immer wieder mit sehr Kuriosem konfrontiert. Da ich zum kommenden Maurerjahr aus diesem Amt ausscheide und mich mehr dem Schreiben und Reden widmen werde, (als neuer Redner meiner Loge) möchte ich in diesem Eintrag doch kurz aufzeigen, wie viel Irrglauben und Unsinn es noch immer in den Köpfen der Menschen über Freimaurerei gibt. Ich denke gerade hier ist einer der Gründe verborgen, warum ich die Webseite www.freimaurergedanken.com betreibe. Es ist an der Zeit mit diesen Vorurteilen und ideologischen Ansichten aufzuräumen und Suchende und Interessenten die echten Hintergründe der Freimaurerei nahe zu bringen. Weg von den Vorstellungen einiger Verschwörungstheoretiker und Angst-Treiber, hin zu fundierten Aussagen und Einblicken.

Die kommenden Zeilen sind nicht erfunden, sondern Emails und Eingänge die mich über die Homepage meiner Loge erreichten. Ich gebe sie anonymisiert, aber ohne Änderung wieder.

Teils erschreckend, aber auch teils amüsant. Zumindest kann ich sagen, dass ich immer mit dem nötigen Ernst und Respekt an diese Nachrichten gegangen bin und mir auch gern die Zeit genommen hatte, darauf zu antworten (auch wenn es stellenweise mehr als schwerfiel…)

Viel Spaß beim Lesen…

 

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„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich weiß nicht ob ich hier richtig bin. Ich fang einfach mal an und zwar habe ich ein riesen Problem und weiß nicht wo ich mich damit hinwenden kann. Es geht darum, dass seit 1986 mich gewisse Leute auf diese Gradwanderung begleiten, irgendwas mit 95 Stufen…Nun sieht es so aus, dass ich seit knapp 4 Jahren diese „netten“ Stimmen wahrnehme…

Ich möchte das alles nicht!!!! Aus meiner Sicht ist das 1. Geldverschwendung und 2. habe ich absolut keine Lust (da ich enorme Schwierigkeiten habe, mich von diesem Gedanken zu lösen, dass etwa meine ich 3 Leute an meinem Körper und Unterbewusstsein rumhantieren zumal diese Personen nicht wirklich nett sind. Absolut nicht!!!

Und auch will und werde ich niemals irgendetwas wie z. B. administrative Tätigkeiten ausüben wollen

Bin mir nicht sicher. Weiss nur, dass ich das alles nicht möchte. Und für mich es keinen Sinn macht und auch nicht für diejenigen die das veranlasst haben. Ich weiß nicht mehr weiter. Hoffe Sie können mir in irgendeiner Weise behilflich sein. Das ist mein ernst, wenn sie können bitte setzen sie dem ein Ende!!!!!!! Bitte helfen sie mir!!! Und nehmen mich ernst!!“

 

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„Sehr geehrte Damen und Herren, in Bezug auf die Freimaurerei habe ich mich bereits mehrfach erkundigt. Es hat geheißen, dass man nicht in mehreren unterschiedlichen Logen tätig sein darf. Das würden dann Interessenkonflikte auftreten. Zurzeit scheint es aus anderer Ebene Auseinandersetzungen mit stärkeren Parteien zu geben, was das Problem aber nicht löst. Härte mit Härte zu begegnen oder schwarzmagische Rituale vorzunehmen um jemanden in die Knie zu zwingen (Br. aus Roth) ist nicht gerade die feine Art. Ich stelle den Antrag auf Überprüfung dieser Person aus Roth.“
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„Ich weiß, oder spüre das ich für höheres Wissen bestimmt bin und möchte jede Wahrheit wissen um die Welt verstehen und führen zu können, in dem Bereich der meine Berufung ist. Um meine Bestimmung zu finden bitte ich euch mich mit eurem Wissen, dort hin zu führen.“
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„Ihr wollt erleuchtet werden und der Weg ist das Ziel. Ja ich weiß. Habt ihr denn keine anderen Hobbys? Der Weg zur Erleuchtung – zum kosmischen Bewusstsein. Aufzuhören zu kämpfen. Denn: Wer kämpft – hat schon verloren. Wer kämpft ist blind. Wo gesiegt wird, gibt es Verlierer. Da wo es Verlierer gibt, verlieren wir selbst – den Überblick, die Anbindung uns selbst. Kämpfen ist ein Krampf.

In der Welt der Beurteilungen, der Vorurteile und des Getrenntseins entstehen die manifestierten Energien, die wiederum die Ereignisse nach sich ziehen. Erleuchtung kommt in der Regel langsam. Manchmal kündigt sie sich mit Erleuchtungszuständen an, die sich von der tatsächlichen Erleuchtung aber grundsätzlich (auch im Empfinden) unterscheiden. Solchen Erleuchtungszuständen muss aber keines falls eine tatsächliche Erleuchtung im selben Leben folgen. Die meisten Suchenden bleiben kurz vor der Schwelle „hängen“. Das Ego (die sich abgrenzende und wertende Persönlichkeit) bläht sich auf und kämpft wie wild um das Überleben. Es gibt nicht wenige, die dann selbst als Lebensberater oder Geistheiler ihr Ego ausleben. Sie haben zwar einiges an Weisheit in sich, sind aber über den ganz entscheidenden Schritt des Festhaltens und in das LOSLASSEN nicht gegangen. Das Ego erzählt einem allerhand, was alles geschieht (geradezu apokalyptischen Illusionen – woran man ja erkennt, wieviel Angst es hat), wenn man diesen Schritt geht.

Die Erleuchtung ist keine Auflösung in dem Sinne, wie es das Ego einem voraussagt. Doch sie ist für den Verstand ein Zustand, den man nicht beschreiben und vorher auch nicht völlig begreifbar machen kann. Aber es ist auch eine Prüfung, die Angst hilft auch dem höheren Selbst dabei den Suchenden zu prüfen, was ihm wichtiger ist: Haben oder SEIN ?? Nur wer bereit ist, ALLES loszulassen, alles zu akzeptieren unter Umständen auch zu verlieren, wird fast von allein in das Tor gezogen, an den versuchenden Dämonen (alte eigene abgespaltene Seelenanteile) vorbei. Dieser Prozess kann sich durchaus über einige Wochen abspielen und muss auch nicht zwangsläufig wirklich in einer vollendeten Erleuchtung enden. Nach dem Hauptakt, dem Eintritt durch das Tor fließt tatsächlich ungeheure Mengen an Licht und Energie durch das Aurafeld und den Körper: Satori.

Eine Verwirrung ohne den Ansatz von Irresein ist erst einmal die Folge. Man tritt in einen Raum, in dem auch die anderen sind, die Erleuchtung irgendwann mal erlebt haben und man wundert sich, wer einem dort alles die Hand schüttelt. Dann folgen Einweihungen ohne Ende und alle Türen und Geheimnisse öffnen sich. Eine geradezu biochemische und energetische Umwandlung des Körpers und des Energiefeldes findet statt. Aus Glauben wird Wissen, aus Suche wird ewiges Sein. Doch auch ein Erleuchteter kann noch Schmerzen oder Leid empfinden, der Rucksack wird nur mit einer anderen inneren Haltung getragen, man kennt dann seine Schwächen und wächst nach und nach weiter im Wandel des Lebens in Richtung Gottesbewusstsein. Erleuchtung bedeutet nicht 100 Prozent Licht!

Gottesbewusstsein erst ist vollständiges Licht und dieses entwickelt sich erst langsam und allmählich nach der Erleuchtung – die endgültige Auflösung aller Strukturen und Beschränkungen. Das ist eine gewaltige Entwicklung, die schon aufgrund der enormen Anstrengung für den Körper und die Seele langsam von statten geht.“

 

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„Auf dem 1-Dollar-Schein ist auf der Rückseite links die Allgegenwärtige Pyramide mit dem Auge zu sehen, wie wir wissen ist es ein Zeichen der Freimaurer, also gehe ich davon aus, dass Amerikaner etwas mit den Freimaurern zu tun haben (u.a. war ja auch George Washington ein Freimaurer). Gleich daneben rechts sieht man den Davidstern geformt aus weiteren kleinen Stern, und wie wir wissen ist der Davidstern ein Symbol des Judentums. Also ging ich davon aus, dass JUDEN und FREIMAURER etwas miteinander zu tun haben. Nach ein paar Recherchen stellte ich fest, dass ich gar nicht mal Unrecht hatte. Juden und Freimaurer verbreiten im Endeffekt den wahren Terror. Meine Frage ist nun: Was habt ihr bzw. die Juden gegen Palästina oder andere muslimische Länder (siehe Afghanistan) und was hat es mit dem heiligen Gral auf sich?“

 

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„Ihr seid verdammt! Was auch immer ihr in euren Logen da treibt, ob ihr nun den Teufel anbetet oder kleine Menschenbabys opfert, merkt euch EINES und zwar: GOTT IST GROSS – so groß, dass er jeden einzelnen von euch irgendwann für eure Taten zur Rechenschaft ziehen wird. Ihr habt vielleicht den Dollar und den Euro erfunden, doch die Schönheit des Lebens und unserer Welt ist euch fremd. Ich wurde sogar mal auf einem euren Treff in der Loge eingeladen, getarnt als ‚Nichtswissender‘ habe ich das gesehen, was ich sehen wollte, und meine Spionagearbeit war erledigt. Ich wohne in der Gegend und finde es einfach nur abscheulich, dass es euch sogar in meiner Umgebung gibt. Meine Mail wird zwar nix – garnix – bewirken können, doch ich bin froh, dass ich nicht geblendet bin und mit offenen Augen durch die Welt laufe.“

 

Ein Solitär, ein freier Mann (von gutem Ruf)

„Ein freier Mann von gutem Ruf“ das ist die Antwort, die man als Interessent hört, wenn man einen Freimaurer nach den Voraussetzungen zur Aufnahme in dem Bund fragt. Diese Antwort umfasst eigentlich kurz und bündig alles Nötige und wirft zugleich wieder neue Fragen auf. Was soll das eigentlich heißen und was bedeutet es beim näheren hinschauen?

Immer wieder kommen Diskussionen auf, was einen „freien Mann“ denn eigentlich ausmacht. Schauen wir etwas genauer hin, so werden wir hierfür das Synonym des „Solitärs“ (oder eng. „solitary man“) finden. Der Duden beschreibt einen Solitär als einen „Einzelgänger[in], einsiedlerischer Mensch“, ja sogar als Einsiedler und Eremit. (www.duden.de). Wenn wir uns mit dem Wort an sich beschäftigen muss auch klar gesagt werden, dass der Begriff Libero (ital. freier Mann; weiblich auch Libera) eine defensive Spielerposition im Fußball und Volleyball bezeichnet. Auch hier kommt „der freie Mann“ vor.

„Als solitär bezeichnet man in der Zoologie Lebewesen, die einzeln bzw. allein leben. In der Biologie ist das Gegenstück zu solitär gregär oder gesellig“. (aus de.wikipedia.org).

Einzelgänger kontra Gemeinschaft?

Gerade der letzte Satz sollte uns aufhorchen lassen. Der freie Mann ist also das Gegenteil eines geselligen Mannes und wenn ja, wie verträgt sich dies mit der Freimaurerei und dem Gemeinschaftsprinzip? Hier gilt es sich zurückzunehmen und sich selbst nicht mehr so wichtig zu sehen. Zu lernen, sich in Geduld zu üben und in der Gemeinschaft zu arbeiten. Gerade das zeichnet aber einen Einzelgänger nicht wirklich aus. Der ist eher in sich gekehrt und agiert alleine.

Betrachten wir die Forderung nach dem „freien Mann“ aber mit dem nötigen historischen Hintergrund, so wird es deutlicher was damit gemeint ist. Es handelte sich um einen Mann, der frei in seinen Entscheidungen war und ist. Der keinen Lehnsherrn angehört und niemanden unterstellt ist, der in seinem Handeln und Denken frei ist. Denn gerade so ein Mensch kann sich auch in die Bruderschaft einbringen und diese mit seinen Gedanken und Ideen mitgestalten. Er kann sich frei entfalten und das Logenleben aktiver und damit auch attraktiver machen. Somit passt der Solitär sogar sehr gut in eine Freimaurer Bruderschaft.

Gruppierung der Ungleichen

Eine Loge ist eine Gruppierung von gleichen Menschen sollte man denken. Alle sind Freimaurer und alle beschäftigen sich mit dem gleichen Gedankengut. Aber idealerweise sollte eine Loge ein Abbild der Gesellschaft darstellen. Also Menschen vereinen, welche sonst evtl. nie zusammengekommen wären. Eine Gruppe von Ungleichen.

Wenn in einer Loge alle Menschen aus dem gleichen sozialen Hintergrund kommen, über was wollen die Brüder sich denn austauschen. Ist es nicht eher wichtig, dass unterschiedlichste Meinungen gehört und betrachtet werden? Natürlich gibt es Logen, in denen sich nur Politiker oder auch nur Selbständige treffen. Aber gerade hier ist die Loge eher kein Abbild der Gesellschaft. Eine repräsentative Menge unterschiedlichster Menschen macht das Zusammenspiel interessanter. Zwar muss man sich oft auch mit seiner Meinung zurücknehmen, aber somit lernt man an sich zu Arbeiten und den Umgang mit den Brüdern untereinander zu schätzen. Es wird in einem Gedankenaustausch (eine Art Diskussion zu einem Gesprächsthema) auch nicht die Meinung der einzelnen Brüder gewertet, sondern man lässt diese stehen und respektiert sie. Es sollen alle Brüder zu Wort kommen und sich mit ihren Gedanken einreihen. Daher kommt es hier eben auf die Vielfalt an, welche wir eben durch die unterschiedlichen freien Männer erreichen können. Zudem kann auch der Bruder, dessen Gedanken und Handlungen frei von äußeren Einflüssen sind, diese reflektieren und in Frage stellen. Auch hierzu dient der Austausch mit dem Bruder innerhalb der Loge.

Wirken innerhalb der Loge

Der Freimaurer wird spätestens mit dem Erreichen des 2. Grades, des Gesellengrades, dazu aufgefordert um sich zu schauen. Er muss seinen Platz unter den Brüdern finden und auch seinen Platz in der Gesellschaft kennen. Er muss verstehen und erkennen lernen, wie er in der Gesellschaft mit seinem Handeln und seinen Gedanken wirken kann. Die Brüder dienen dazu als eine der Möglichkeiten sein Handeln zu reflektieren und in Frage zu stellen. Dies wiederum ist Grundlage für eine Arbeit am eigenen Rauen Stein, denn nur so können die Macken erkannt und die Ecken behauen werden. Somit ist der einzelne Bruder gefordert, sich aktiv einzubringen und ein Teil der Gemeinschaft zu werden, zu einem geselligen Bruder (wie schon der Name Geselle sagt).

Was soll der freie Mann machen?

Bleibt noch die Frage zu klären was der freie Mann dann innerhalb der Gemeinschaft einer Loge denn machen und wie er sich einbringen sollte. Er sollte zumindest erkennen, dass er etwas ändern will, dass er die Welt verbessern will. Das beginnt allerdings mit der Selbsterkenntnis und dem Wunsch der Änderung auch bei sich selbst. Es ist wie in dem Lied „Man in the mirror“ von Michael Jackson:
„Ich werde mit dem Mann im Spiegel beginnen,
ihn darum bitten seine Ansichten zu ändern.
Und keine Botschaft könnte klarer sein.
Wenn du die Welt zu einem besseren Ort machen willst,
betrachte dich selbst und ändere etwas.
Du musst das Richtige tun, solange du noch Zeit dafür hast,
Du kannst nicht deinen… deinen Verstand verschließen.
Und darum werde ich diesen Mann dort auffordern sich zu ändern, und zwar hier und jetzt.“

Fazit

Nach wie vor sucht die Bruderschaft der Freimaurer freie Männer von gutem Ruf. Frei von Verpflichtungen und gefestigt im Leben. Der freie Mann und die freie Schwester sind die Grundlange der Mauerei. Natürlich sollte man mit beiden Beinen im Leben stehen und gefestigt sein. Aber deine Ideen und Gedanken müssen frei bleiben. Daher sind viele Freimaurer nicht nur Brüder in diesem Bunde, sondern auch oftmals Freidenker. Und ihr wisst ja: der Kopf ist Rund damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können…

Ein Solitär, ein freier Mann…

Vom Angekommen sein…

Vor kurzem habe ich in einem sozialen Netzwerk eine Nachricht von einer Freundin erhalten, welche ich seit Jahren weder gesehen noch gesprochen hatte. Wir tauschten uns kurz darüber aus, wie unser Leben in den letzten Jahren so verlaufen ist. Sie ist inzwischen Motivationstrainerin und fand es schön, wie ich „angekommen“ bin.

Über diese Worte habe ich noch tagelang immer wieder nachgedacht. Gerade der Begriff des „angekommen seins“ fand ich doch eher ein paar weitere Gedanken wert. Kann ein Freimaurer denn ankommen und wenn, ja wo?

Privat ankommen

Natürlich kann man im privaten Rahmen und Umfeld ankommen. Man hat sich einen festen und sicheren Job gesucht, hat einen festen sozialen Umkreis und Freundeskreis, hat ggf. eine Familie gegründet. Dies alles spricht für einen gewissen Grad des angekommen seins. Gesellschaftlich etabliert, wie man so schön sagt. Und das ist wiederum auch die Voraussetzung für einen Menschen, der Freimaurer werden möchte. Er muss ein „freier Mann von guten Ruf sein“. Er (oder eben gern auch Sie) sollten fest im Leben stehen und eine gefestigte Meinung haben, aber auch gern mit einem freien Geist. So bringt es leider nichts, wenn jemand Mitglied in einer Loge werden möchte und ein Teil seiner Familie (im schlimmsten Fall die Partnerin/der Partner) etwas gegen den Beitritt zum Bund der Freimaurer hat. Ich spreche hier aus Erfahrung, dass sich das neue Mitglied dann schlussendlich doch für Harmonie in der Partnerschaft entscheiden wird. Hat der Interessent jedoch ein gefestigtes Umfeld, so sind die Voraussetzungen für einen möglichen Beitritt hoch.

Arbeit am rauen Stein

Aber betrachten wir nun den Freimaurer selbst. Kann er denn „angekommen sein“? Um es gleich vorweg zu nehmen: ich denke nein. Denn selbst der gute Meister ist ein noch besserer, wenn er erkennt, dass die Zeit, in der er an sich arbeitet und sich verbessern kann, nie vorbei sein wird. Somit wird der Meister auch immer ein ewiger Lehrling bleiben. Die größten Meister sind diejenigen, die nie aufhören Schüler zu sein. Wissensdurst und der Drang zur Vervollkommnung des eigenen Ichs darf für einen Freimaurer kein Ende haben. Hier wird der Maurer also nicht ankommen, sondern immer wieder Ecken und Kanten an sich selbst finden, die es gilt behauen zu werden. Im Laufe der Zeit kann man also auch an einem fast fertigen Stein wieder neue Ecken finden.

Ewiger Osten

Natürlich kommt für jeden Menschen der Zeitpunkt, da er das letzte große Geheimnis der Menschheit lüftet. Was passiert mit uns nach dem Tode. Nun, der Freimaurer bezeichnet dies als einen Übergang in den „ewigen Osten“. Hier ist dann der Bruder angekommen, denn er legt seine irdischen Werkzeuge aus der Hand und stellt die Arbeit an sich selbst, an seinem rauen Stein, ein. Man kann also ein klein wenig sagen, dass der Freimaurer dann angekommen ist. Was danach kommt, wissen selbst die Klügsten nicht. Das einzige was einem bleibt ist die Hoffnung, dass man sein Leben genutzt hat um Gutes zu tun und es bewusst zu leben. Wenn man dann noch das Glück hatte, sein Wissen und seinen Einfluss an seine Kinder weiterzugeben, ihnen zu vermitteln, wie sehr man das Leben leben sollte, dann kann man sich als „angekommen“ bezeichnen.

Freimaurerei als ethisches Modell

Freimaurerei ist kein Geheimbund oder eine von Verschwörungstheorien getriebene Bruderschaft. Sie ist eine Bruderschaft (und auch Schwesternschaft) welche sich für die Grundsätze der Brüderlichkeit, Toleranz, Humanität, Freiheit und Gleichheit einsetzt und nach ihnen bewusst das Leben ihrer Mitglieder ausrichtet. Sie ist KEINE Religion und darf auch KEINEN Bezug zu einer Religion haben. Sie ist ein ethischer Bund von Ungleichen. Der Grundsatz dieses Bundes ist das Verständnis der Arbeit am eigenen ich, der Arbeit am rauen Stein. Natürlich hat die Freimaurerei noch eine Vielzahl an Sinnbildern und Symbolen, aber das entscheidendste ist das gemeinsame Verständnis für die Arbeit an sich selbst.

Fazit

Ich denke bezüglich der Arbeit am rauen Stein, am eigenen Ich und vor allem in der Vervollkommnung dessen, sollte man nie angekommen sein. Selbst ich vermesse nicht bei mir festzulegen wann meine Arbeit an meinem eigenen Stein beendet ist und ich mich sinnbildlich in den Tempel der Humanität einbetten kann. Meiner Meinung ist der einzige Stillstand der Tod. Und da werde ich die Arbeiten an mir beendet haben. Ich hoffe nur, dass mein Geist und meine Einstellung in meinem Sohn weiterleben werden.

Die anfangs erwähnte Motivationstrainerin hatte den Spruch „Die größten Meister sind diejenigen, die nie aufhören Schüler zu sein“ auf ihrer eigenen Webseite. Wenn dies so ist, dann sollte man eher nicht ankommen, sondern immer auf der Suche sein. Auf der Suche nach sich selbst.

 

Freimaurer-Führungen durch Berlin und Hamburg

Br. Philip Militz („Freimaurer in 60 Minuten“, „www.freimaurer.online“) hat zusammen mit dem Berliner Ordensbruder und Architekten Linus Scheffran ein neues Projekt ins Leben gerufen: Freimaurer-Stadtführungen durch Berlin und Hamburg.

Die Idee hatte Philip Militz, der auch beruflich mit dem Thema Stadtführungen in der Hansestadt zu tun hat, schon 2009. Nach und nach reifte ein Konzept heran, dass durch die beeindruckenden Besucherzahlen der Logenhäuser beim „Tag des offenen Denkmals“ und eine Publikation von Br. Christian Polscher („Freimaurerische Streifzüge durch Hamburg“) weiteren Rückenwind bekam. Als Philip Militz dann kürzlich bei seiner Lesung im Ordenshaus auf Br. Linus Scheffran traf, der bereits ein ähnliches Konzept für Berlin entwickelt hatte, beschlossen die beiden, zusammen „durchzustarten“ – in Hamburg übrigens sogar für einen guten Zweck!

Der Anspruch sei, keine normalen Stadtführungen anzubieten: „Anhand der freimaurerischen Spuren möchten wir unterhaltsam Interessierten die Freimaurerei näher bringen bzw. ‚Insidern‘ Deutschlands führende Freimaurer-Metropolen aus neuen Blickwinkeln zeigen“, betont Philip Militz in seinem Blog. Ganz bewusst werde auch mit einigen gängigen Klischees „gespielt“, um durch die Führung mit diesen zu brechen.

Los geht’s in Berlin ab Mai jeden Samstag um 17 Uhr, in Hamburg voraussichtlich ab Juli jeden zweiten Samstag im Monat um 12 Uhr. Dauer: 2-2.5 Stunden. Ausgewählt haben die beiden Brüder jeweils eine der schönsten Routen durch die Innenstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Wer mehr über die Führungen und Buchungsmöglichkeiten erfahren will: http://www.freimaurer.online/touren

FMFuerungen

Interview mit Hans-Hermann Höhmann – „Das Ritual in der Freimaurerischen Praxis“

IMG_1637Mit seinem neuen Buch „Das Ritual in der Freimaurerischen Praxis“ zeigt der Autor Hans-Hermann Höhmann, dass man sehr wohl über das freimaurerische Ritual, seine Besonderheiten und Wirkungsweisen sprechen kann, auch und gerade mit Außenstehenden, ohne die sogenannte Arkandisziplin, also die Verschwiegenheit über die Inhalte unserer Rituale, zu verletzen. Ganz nebenbei befreit er die Diskussion von mancher verstaubten Sichtweise.

Ich hatte Mitte März im Rahmen eines Symposiums in Frankfurt die Gelegenheit den Redner der Großloge AFuAM, Hans-Hermann persönlich zu treffen und mich mit ihm über sein neues Buch auszutauschen. Ich möchte hier das komplette Interview wiedergeben, welches in einer der kommenden Ausgaben der Humanität erscheinen wird. Ein herzliches Dankeschön geht auf diesem Weg an meine Brüder Hans-Hermann für seine Zeit und sein Engagement, sowie Bastian Salier, Chefredakteur der Humanität.

Für alle Interessenten (sehr empfehlenswert, auch für Nicht-Freimaurer und Interessenten!):

Hans-Hermann Höhmann: „Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei; Funktion, Struktur, Praxis“. 112 Seiten, Taschenbuch, erschienen zum Preis von 9,00 € im Salier-Verlag. ISBN 978-3-943539-42-4

 

Lieber Br. Hans-Hermann, diejenigen, die dich etwas länger kennen, wissen, dass du dich schon seit längerem mit dem freimaurerischen Ritual befasst hast. Warum kam es dann gerade jetzt zu deinem Buch? Was war deine Motivation hierzu?

Hierfür gab es drei Anstöße: Einmal meine eigene Logenpraxis. Meine Kölner Brüder vertrauen mir ja immer noch die Leitung ritueller Arbeiten an. Da wollte ich einfach wissen, was ich tue, wenn ich am Ritual leitend mitwirke, was für mich und die Brüder rituelle Präsenz bedeutet und worauf es bei der performativen Praxis des Rituals ankommt. Zum anderen bin ich ja als Redner der Großloge häufig Referent bei internen und öffentlichen Veranstaltungen der Logen. Dabei wurde mir immer mehr bewusst, dass man ohne klare und durchdachte Vorstellungen von Wesen und Funktion der freimaurerischen Rituale nicht über Freimaurerei informieren kann. Drittens schließlich arbeite ich ja seit Jahren intensiv auf dem Gebiet der Freimaurerforschung. Da war es mir bald bewusst, dass sich ohne klares Bild von der Entwicklung der Rituale, ihren Wegen, aber auch ihren Abwegen, weder die Geschichte der Freimaurerei verstehen lässt, noch die Struktur des Bundes als Ideensystem und gesellschaftliche Assoziation.

Wie schwer fiel es dir, ein Buch über das freimaurerische Ritual zu verfassen, ohne dabei jedoch etwas vom Ritual selbst preiszugeben? Also wie schwer war die Wahrung des Arkanums? Und wie weit ist der Begriff „Geheimnis“ heute noch relevant?

Wenn man sich mit dem Ritual beschäftigt, insbesondere, wenn man die Ergebnisse der modernen Ritualforschung beachtet, ist es nicht schwer, inhaltlich angemessen darüber zu schreiben. Verletzungen der „Arkandisziplin“ muss ja nur der befürchten, der vom Ritual nicht mehr kennt, als die Texte und Symbole. Ich bemühe mich darum, Wesen und Funktion des Rituals zu verstehen und darzustellen. Darüber kann man sprechen und schreiben, ohne das „Arkanum“ – was immer dies ist – zu verletzen. Ja, man muss dies sogar tun, wenn man Wert darauflegt, dass Freimaurerei innerhalb des Bundes und in der Öffentlichkeit adäquat verstanden wird. „Worte und Zeichen und Gebräuche sind nicht die Freimaurerei“, sagt Lessing, und dass das Erlebnis des Rituals eine geheimnisvolle Versenkung in das eigene Selbst bewirkt, ist eine Tatsache, zu der sich der Freimaurer ohne jede gedankliche Verrenkung bekennen kann.

Was macht heutzutage denn Rituale noch attraktiv? Und wo hat ein Ritual einen reellen Bezug zur Wirklichkeit, zum Alltag des Bruders/der Schwester?

Rituale macht heutzutage attraktiv, was Rituale immer attraktiv gemacht hat. Seitdem der Mensch sich seiner Persönlichkeit, seiner Individualität und seiner Freiheit bewusstgeworden ist, hat er auch Bedrohung und Kontingenz erlebt und nach Möglichkeiten gesucht, in der Wechselhaftigkeit und Unbestimmtheit seiner Existenz Sicherheit zu finden. Ein Weg zu diesem Ziel war die Entwicklung und Praktizierung von Ritualen: Rituale integrieren, Rituale vermitteln Ordnungsvorstellungen, Rituale sorgen für Legitimität, Rituale schaffen Grundvertrauen, Rituale schaffen zwischenmenschliches Vertrauen, Rituale fördern Identität, Rituale motivieren, Rituale vermitteln gehobene Lebensgefühle. Dass Rituale Halt geben und Richtung vermitteln, stellt ihre Beziehung zum Alltag der Freimaurer und Freimaurerinnen her. Echte Rituale stellen stets Beziehungen zwischen ritueller Zeit und rituellem Raum auf der einen und der Außen- und Alltagswelt auf der anderen Seite her. Sie würden ihren Sinn verfehlen, wenn sie nur Bestandteile einer selbstreferentiellen Spirale immer neuer Rituale wären.

Wie siehst du das Schweizer Modell? Sollten die Logen mehr Freiheiten in der Ritualwahl und -gestaltung bekommen?

Wichtig ist zweierlei: Die Festlegung von grundlegenden Strukturen freimaurerischer Rituale, die überall in der Welt wieder erkennbar sind, und die Freiheit der Loge, dem Ritual ihre eigene Wirklichkeit, ihr spezifisches Flair zu vermitteln. Das Gemeinsame der Freimaurerei muss ebenso deutlich werden, wie der besondere Charakter der einzelnen Loge. Die besondere Identität der Loge ist das, was ich beim Besuch von Logen in der Schweiz immer wieder auf inspirierende Weise erlebe.

Wie kann und sollte sinnvoll mit dem Ritual gegenüber der Öffentlichkeit umgegangen werden? Was bedeutet heute Arkandisziplin bezogen auf das Ritual?

Über Wesen und Funktion freimaurerischer Rituale kann nicht nur in der Öffentlichkeit gesprochen werden, sondern dies sollte auch mit großer Selbstverständlichkeit geschehen. Freilich verbietet der Charakter des Rituellen ein plakatives Vorgehen. Gespräche über Rituale bedürfen eines Rahmens, der dem spirituellen Wesen des Rituals entspricht. Dann jedoch ist Offenheit am Platz. Wenn ich etwa einem Suchenden gegenüber erkläre, dass die im Ritual angemahnte Verschwiegenheit Voraussetzung für Vertrauen und Freundschaft ist, so mache ich ihn zugleich mit einer wesentlichen Eigenschaft des Rituals vertraut: Er lernt, dass mein Schweigen über Einzelheiten des Rituals, die mir von meinen Brüdern anvertraut sind, für ihn die Chance bedeutet, mir als zukünftigem Bruder vertrauen zu können, weil dann ja auch seine Geheimnisse bei mir sicher sind.

Kann man denn von „dem Ritual“ überhaupt sprechen, wenn wir alleine in der AFuAM 3 Grade mit Ritualen haben und diverse Zeremoniale?

Die drei Grade der Freimaurerei – Lehrling, Geselle und Meister – bilden einen rituellen Zusammenhang. Die drei Grade als Einheit zeigen die anthropologische Stimmigkeit des freimaurerischen Gradsystems, markieren aber auch seine sinnvollen, ja notwendigen Grenzen. Die Abfolge der drei Grade und die dazu gehörenden Übergangsriten der Aufnahme, Beförderung und Erhebung sollen keine Hierarchie begründen. Aus ihnen folgt auch keine Binnendifferenzierung innerhalb der Loge, die zu Konflikten in der Loge führen könnte. Die drei Grade spiegeln vielmehr wechselnde Lebenssituationen und Reifestufen des Menschen, denn – wie der Dichter sagt –: „des Maurers Wandeln, es gleicht dem Leben“. Lehrling zu sein bedeutet zu beginnen, heißt, sich seiner selbst bewusst zu werden, zu lernen, was man will und an welchen Leitvorstellungen man sich orientiert. Geselle zu sein meint, sich in seinem aktuellen Lebenslauf aktiv zu verorten, sich in der Welt zu orientieren, Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen und mit ihnen innerhalb und außerhalb der Freimaurerei gemeinsam nachzudenken und zu handeln. Meister werden heißt, den Verlauf des bisherigen Lebens kritisch anzunehmen, sein Ende zu bedenken, die Konfrontation mit Lebenskrisen und Tod auszuhalten und angesichts der Transzendenz neue Möglichkeiten zu erkennen.

In deinem Buch beschreibst du die Auswirkungen von Ritualen auf den Menschen. Welche „Wirklichkeit“ entsteht durch das freimaurerische Ritual bei den Teilnehmern?

Freimaurerische Rituale, die ja nicht vom Himmel fallen, sondern von Menschen entworfen und gestaltet werden, wirken vielfältig auf Freimaurer und Freimaurerin zurück. Jedem Ritualteilnehmer kommt die Freiheit zu, zu entscheiden, was für ihn besonders wichtig ist. Für mich haben die Ordnungsvorstellungen, die das Ritual vermittelt, eine besondere Bedeutung. Durch ihre Symbole und Rituale bewirkt die Freimaurerei eine dreifache Einordnung des Freimaurers. Im Habitus des Bruders soll eine moralische Ordnung begründet werden: „Schaue in dich“, erkenne dich selbst, bewähre dich, lege das Winkelmaß an dich und dein Handeln. Es soll eine soziale Ordnung begründet werden: „Schaue um dich“, ich und du gehören zusammen, der „Tempelbau der Humanität“ gelingt nur in brüderlicher Verbundenheit, fühle dich dem Zirkel verpflichtet. Und es soll eine kosmologische Ordnung begründet werden: „Schaue über dich“, die Arbeit des Freimaurers dient einem höheren Sinn, sie erfolgt mit Bezug zur Transzendenz, wobei Transzendenz auch als innerweltliches Wertgefüge verstanden werden kann. Folge dem Gesetz, das du dir in der Gemeinschaft mit anderen Menschen selbst gegeben hast.

Was sind die wichtigsten Anforderungen an eine gelingende Ritualpraxis? Und wie kann Musik das Ritual tragen?

Ganz wichtig ist die Dimension der Ritual-Ästhetik. Das Ritual muss „schön“ ausgeführt werden, hässlich ausgeführte Rituale scheitern in ihrer Wirkung. Konkret: Es kommt auf die sprachliche Schönheit der Ritualtexte an, ihren Sinn und ihre inhaltliche Stimmigkeit, aber auch auf die Art zu sprechen, auf die Abstimmung von Lautstärke und Sprachrhythmus sowie auf den Ausdruck und die kommunikative Kraft der Körper, die sich im Sinne einer wohlüberlegten rituellen Choreographie im Tempelraum bewegen. Alle Ritualteilnehmer, nicht nur die „Ritualbeamten“, sind für das rituelle Gelingen verantwortlich. Sie haben den Prozess des Rituals mit zu vollziehen und dürfen ihn keinesfalls stören, indem sie etwa korrigierende Zwischenrufe machen. Vom Grad der Ästhetik beim Ablauf des Rituals und von der Ritualkompetenz der das Ritual ausführenden Brüder hängt letztlich ab, ob sich jene emotionale Verzauberung einstellt, die das „Geheimnis“ des freimaurerischen Rituals ausmacht, das in der Tat als erlebte Verzauberung nicht verraten werden kann, und das im Grunde sehr wesentlich ja auch ein subjektives Geheimnis ist, das jeder Freimaurer auf seine ganz spezifische Weise erlebt.
Was die Musik betrifft, so muss sich die gewählte Musik dem Ritual ein-, ja unterordnen. Musik im Ritual darf das Ritual nicht in ein Gesprächskonzert transformieren. Zum anderen muss die Musik, vor allem, wenn sie mit Text verbunden, d. h. Gesang ist, der konkreten rituellen Situation entsprechen, in der sie zum Einsatz kommt.

In deinem Buch erwähnst du folgendes deutlich: „Die Frage nach der religiösen Überzeugung eines Suchenden, ja danach, ob er überhaupt eine Gottesvorstellung hat, ist für die Freimaurerei völlig irrelevant, ja sie ist unzulässig. Der Freimaurer hat sich moralisch, nicht religiös zu verpflichten. Ein guter und redlicher Mann soll er sein, ein Mann von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf Bekenntnis und religiöse Überzeugung – dieser Forderung der Alten Pflichten ist nichts hinzuzufügen. Die Humanistische Freimaurerei ist offen für Menschen aller Weltanschauungen und Religionen, sie ist offen auch für Menschen mit keiner religiösen Bindung im herkömmlichen Sinn, und sie muss offen sein auch für Agnostiker und Atheisten“. Diesen Standpunkt vertreten nicht viele, gerade Brüder anderer Großlogen haben hiermit ein mehr als deutliches Problem. Wie konterst du den Brüdern, die deine Meinung nicht gelten lassen und Freimaurerei sogar als eine Art Ersatzreligion betreiben?

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Freimaurer wollen Baumeister eines besseren Ichs und einer besseren Welt sein. Und wenn sie heute ernst genommen werden wollen, dann müssen sie sich moralisch und nicht religiös dazu verpflichten, diese Aufgaben tätig und redlich zu übernehmen. Ob die moralische Verpflichtung des Freimaurers auf einem religiösen Glauben oder auf einer säkularen Ethik beruht, kann man getrost dem einzelnen Bruder überlassen. Und was das „Kontern“ betrifft: Daran liegt mir nichts. Ich versuche, mit Argumenten zu überzeugen. Freimaurerei hat alte Wurzeln, aber sie braucht auch Flügel, sie muss weiterentwickelt werden. Denktabus und diplomatische Rücksichten taugen nicht für den erforderlichen Diskurs. Es ist schon richtig: das Gesetz der Sittlichkeit nur kann Freiheit vermitteln, aber Gesetze, die die Freiheit notwendiger Aufbrüche behindern, gilt es zu überwinden, auch wenn die Bretter hart sind, die es zu bohren gilt.

 

 

Der F.z.a.S. in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Heute möchte ich den historischen Text „Der F.z.a.S. in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ von Dr. Erich Hein präsentieren, welcher als Beilage zur Nr. 7 der Sonnenstrahlen vom 1. April 1908 erschienen ist. Pünktlich zu den Osterfeiertagen des Jahres 1908, also knapp ein Jahr nach der Gründung des F.z.a.S. zog Br. Erich Hein ein kurzes Resümee. Es freut mich daher, jedem F.z.a.S. Begeistertem, diesen Text zur Verfügung zu stellen.

Der F.z.a.S. in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Es hat wohl niemals eine religiösere Zeit gegeben als die Gegenwart, die Zeit der „Modernisten“  und der Enzyklika. Der Kampf zwischen den altüberlieferten kirchlichen Dogmen und den Ergebnissen der Wissenschaft und der freien Forschung ist entbrannt und kein gebildeter Mensch kann ihm interessenlos gegenüber stehen. Auf der einen Seite der Orthodoxie, an ihrer Sitze der Ultramontanismus, Rom mit deinen Heerscharen, der Papst mit deinen Bannflüchen, seinem Spionage-System und deinen Ketzergerichten. Auf der anderen Seite der Atheismus, der Pantheismus, der Monismus und dazwischen der sogenannte protestantische Liberalismus und der katholische Modernismus. Niemals sind auch religiöse Streitfragen mit einer größeren Schärfe behandelt worden als es in unserer Zeit geschieht.

Je schärfer aber dieser Kampf in der Öffentlichkeit geführt wird, umso größer wird die Zahl derjenigen, welche sich aus irgend welchen Rücksichten an diesem öffentlichen Kampf nicht beteiligen können, und je weniger der Einzelne in der Öffentlichkeit Stellung nehmen kann; umso notwendiger ist eine Organisation, welche es ihm ermöglicht im Verkehr mit Gleichgesinnten seine Ansichten austauschen, seine Zweifel beseitigen, seine Meinung befestigen zu können.

Aus diesem Milieu und aus diesen Erwägungen heraus entstand der „F.z.a.S“. Seine Entstehung ist also nicht das willkürliche Werk eines Einzelnen, wenn auch ein Einzelner naturgemäß den Anstoß geben musste, der Gedanke lag in der Luft, er brauchte nur von einer Seite ausgesprochen werden, um zur Tat reifen zu können. Wohl glaubten manche Gesinnungsfreunde bisher in den alten Logen eine Zufluchtsstätte zu finden. Aber die alten Logen –  Wenigstens in Deutschland – welche alle mehr oder weniger auf dem dualistischen Bibelglauben basieren, haben die Zeichen der Zeit nicht genügend beachtet, dadurch waren sie den Aufgaben der Neuzeit nicht mehr gewachsen, sie wurden von der Zeit überholt und gerieten in die Rolle des „Landsturm“. Wohl fehlt es ihnen nicht an Ansätzen zur Besserung, an sogenannten „Reformen“ aber diese sind nur Flick- und Stückwerk und jede Loge welche einen energischen Vorstoß wagen würde, hätte jedenfalls dieselbe Behandlung zu erwarten, welche man dem früheren Großmeister der Großloge Hamburg zu Teil werden ließ, als er verlangte, dass die Bibel aus den Logen entfernt werden solle. Wenn aber die Loge religiös neutral sein soll, so darf man auch nicht das heilige Buch einer einzigen Religionsgemeinschaft auslegen und als „das größte Licht“ bezeichnen. Es bestehen zwar einige süddeutsche Logen des alten Systems, welche die Bibel entfernt haben. Dem Deutschen Großlogenbund, welchem die Mutterloge dieser „Renegaten“ angehört, hat man aber wohl noch keine offizielle Mitteilung davon gemacht. Da diesem offiziell also nichts davon bekannt ist, so hat er auch noch keine Stellung dazu genommen, sonst hätte jedenfalls der ohnehin nur dem Schein nach existierende Deutsche Großlogenbund den letzten Riss erhalten.

Als im Winter 1905 auf 1906 in den „Freien Glocken“ die Anregung zur Vereinigung von religiös-freidenkenden Männern in Form von Logen gegeben wurde, da meldeten sich Herren aus dem In- und Ausland, aus Europa, aus Afrika und aus Asien welche den Gedanken freudig begrüßten und ihre Hilfe bereitwillig anboten. Da der Gedanke von Nürnberg ausgegangen war, so wurde hiesigen Freunden der Sache mit der Erledigung der Vorarbeiten beauftragt.

Vier Herren waren es, welche die Grundlagen und Satzungen provisorisch ausarbeiteten und dieselben nun wiederum in die Öffentlichkeit brachten. Hierdurch vergrößerte sich die Zahl der Gründer immer mehr, bis dann im Juli 1907 die eigentliche erste konstituierende Versammlung in Frankfurt a. M. stattfinden konnte. Daselbst waren 35 Herren teil persönlich, teils durch bevollmächtigte vertreten, es wurden Grundsätze und Satzungen durchberaten und ein definitiver Vorstand gewählt. Allerdings musste sich die ganze Sache hier eine kleine Häutung gefallen lassen und aus der bisherigen „Deutschen Freidenkerloge“ entpuppte sich der „F.z.a.S.“. Die Gründe dieser Wandlung waren eigentlich rein taktischer Natur: Man machte von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam, dass der Bund als „Freimaurerloge“ weniger Anfeindungen ausgesetzt sei und sich ruhiger entwickeln könne, denn als „Freidenkerloge“. Den Prinzipien des Bundes widersprach auch der Name in keiner Weise, denn auch die alten Freimaurerlogen waren früher eine Sammelstätte freier Geister und erst später, mit dem Ritterunwesen, kam die Frömmelei in die Logen.

Wir rechnen im Voraus damit, dass durch die Namensänderung diejenigen Mitglieder, welche sowohl unserem Bund als auch alten Logen angehörten, vor die Alternative gestellt würden, entweder hüben oder drüben zu decken. Dies ist denn auch geschehen und wir hatten den Verlust unserer ostindischen Brüder zu beklagen, die natürlich dort an den alten Logen ein größeres persönliches Interesse hatten, als an unserer hiesigen jungen Organisation. Wir haben den kleinen Verlust verschmerzt und umso energischer weiter gearbeitet.

Unmittelbar nach dem Logentag, im August v. J., konnten wir vier Landeslogen konstituieren: Bayern mit Sitz in Nürnberg, Hessen mit Sitz in Mainz, Sachsen mit Sitz in Chemnitz und die Schweiz mit Basel als Sitz. Noch vor dem Jahresschluss konnten wir drei weitere Gründungen  vornehmen: Südbayern mit München, Baden mit Sitz in Karlsruhe und Hessen-Nassau mit Frankfurt a. M. und im Augenblick sind die Bbr. in Rheinland, Brandenburg sowie Österreich daran Logen in Köln, Berlin resp. Wien zu organisieren, während in Würzburg, Duisburg, Bremen, Bochum, Essen, Erfurt, Fulda, Mannheim, Leipzig, Hamburg, Hannover und Stuttgart sogenannte Klubs oder Kränzchen in Bildung begriffen sind.

Überall, soweit die deutsche Zunge klingt, sind treue Bbr. an der Arbeit zum Wohle des Ganzen. Die Zahl der auf dem Sekretariat ein- und ausgehenden Postsendungen beträgt z.Zt. monatlich annährend zweitausend und die Zeit ist voraus zu sehen, in der wir in allen deutschen Städten eigene Logen haben. Einzelbrüder haben wir als Vertrauensmänner des Bundes bereits an 85 Plätze des In- und Auslandes. Die Bibliothek der einzelnen Bundes-Logen wachsen an den uns zugehenden Berichten ebenfalls allenthalben in flottem Tempo. Überall ein freudiges Arbeiten mit dem Bewusstsein, an einem großen Werke mit idealem Ziele zu schaffen,  an einem Werk, das nicht nur uns und unseren Angehörigen, sondern dereinst der ganzen Menschheit zu Gute kommen soll, indem es sie befreien hilft aus blindem Wahn, aus römischer Geistesknechtschaft und kirchlicher Bevormundung. Die Übersetzung unserer Druckschriften in die englische und französische Sprache ist bereits begonnen und wird demnächst vollendet werden.  Dann werden vorerst in allen englisch und französisch sprechenden Ländern und Kolonien und später in allen Kulturstaaten der Welt Konsulate erreichtet, welche den Verkehr mit der Zentrale vermitteln sollen. Überall, wo Rom seinen Fuß hinsetzt, um die Völker in seine Gewalt und seine Herrschaft zu bekommen, da wollen wir auch am Platze sein, um die geistig Blinden dem Licht der Wahrheit entgegen zu führen.

Der Logentag 1908, der in Juli in Nürnberg stattfindet, soll unserem Bunde eine weitere Stärkung und Festigung bedeuten. So ist neben der Regelung der Zeitungsfrage die Schaffung einer humanitären Einrichtung geplant, welche mit minimalen Kosten den Witwen und Waisen verstorbener Bbr. in der ersten Zeit mit materieller Hilfe zur Seite steht, bis andere Gelder flüssig gemacht oder eine andere Existenz geschaffen ist.

Daneben wollen wir pflegen und fördern: Freiheit des Geistes, eine Moral und Sittenlehre, welche sich nicht auf den Bibel- und Kirchenglauben stützt, sowie absolute Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und ihre Resultate. Als Mittel zum Zweck sollen dienen:

  1. Unsere Bibliotheken
  2. Unsere Logenarbeiten
  3. Die Unterstützung ähnlicher Vereinigungen

Unsere Bibliotheken sollen vorwiegend naturwissenschaftliche Werke enthalten. Wie notwendig die Beschaffung derselben auf gemeinsame Kosten und ihre tunlichste Verbreitung ist, beweist wieder in lapidaren Zügen das Vorgehen des Liegnitzer Regierungspräsidenten der die Werke eines Ernst Häckel, eines David Strauss, eines Darwin, eines Feuerbach u. A. aus den Volksbibliotheken entfernt haben will. „Dem Volk soll die Religion erhalten werden!“ Man verwechselt eben an gewissen Stellen „Religion“ mit dem frommen Kirchen- und Bibelglauben. Man ist der Meinung, durch den Letzteren könne man Sitte und Moral eines Volkes erhalten bzw. heben. Wie falsch diese Meinung ist, geht klar daraus hervor, dass nach allen Erfahrungen uns Statistiken die Zahl der Rohheitsdelikte und Sittlichkeitsverbrechen gerade in denjenigen Gegenden am größten ist, die den Ruhm haben, die „Frömmsten“ zu sein und dass die gemeinsten Verbrecher in der Regel noch bis zum Schafott die größte Frömmigkeit dokumentieren.

Wie traurig muss es um die innere Kraft des Kirchen- und Bibelglaubens bestellt sein, wenn derselbe durch polizeiliche Zwangsmaßregeln erhalten bleiben soll. Zweck haben diese Mittel und Mittelchen nicht. Die in den Volksbibliotheken verbotenen Bücher werden dann aus freien Bibliotheken umso eifriger gelesen. Eine Moral, welche nur auf dem Kirchen- und Bibelglauben aufgebaut ist, muss allerdings in die Brüche gehen, sobald der fromme Glaube schwindet, darum sollte diejenige Moral Gemeingut aller Menschen werden, die das Gute um den guten Willen vollbringt und nicht in der Hoffnung auf einen Lohn im Jenseits und die das Schlechte und Gemeine meidet, weil es schlecht und gemein ist, nicht aber aus Furcht vor Strafe.
Dies aber ist die Moral, welche unser Bund in seinem Ritual und seinen Logenarbeiten lehrt und allen Brüdern zur Pflicht macht.
Diese Logenarbeiten zerfallen in:

  1. Rezeptions- oder Einführungslogen
  2. Instruktions- oder Belehrungslogen
  3. Fest- und Trauerlogen

Dazu unsere Gast- und Familienabende, unsere Vortrags- und Diskussionsabende. Sobald aber unsere eigene Organisation gefestigt ist, wollen wir alle gleichen oder ähnlichen Bestrebungen öffentlichen Charakters durch korporativen Beitritt, durch periodische oder regelmäßige Zuwendungen und durch Ankauf ihrer Broschüren in ganzen Auflagen unterstützen und so ihrem Kampf in der Öffentlichkeit ermöglichen und fördern.

Wie viel auf diesem Wege geleistet werden kann, beweist uns das Beispiel von Frankreich. Dort haben die Freimaurerlogen ihre Aufgabe richtig erfasst, dort haben sie im Geheimen in den Kampf zwischen Staat und Kirche mit aller Energie und Kraft eingegriffen und durch diese Mithilfe die Herkulesarbeit von Staat und Kirche zu Wege gebracht.

Wie weit man in Deutschland noch dagegen zurück ist, beweisen einerseits die alten deutschen Logen, die sich zum großen Teil als Schutzwehr der Kirche, als Bollwerk gegen den sogenannten „Unglauben“ betrachten. Es beweisen aber auch die Angriffe und die gehässige Haltung, die wir im Stadium unserer Gründung bei manchen sogenannten „Freidenkern“ konstatieren mussten. Es waren nicht nur die ultramontanen Zeitungen und Zeitschriften, die über uns herfielen, sondern es waren bedauerlicherweise auch Organe freiheitlicher Richtung. Die Zukunft mag sie lehren, wie unrichtig und kleinlich ihre Handlungsweise war. Uns hat sie nicht beirrt, wir haben bis hierher mutig und unerschrocken gekämpft und werden auch in Zukunft energisch weiterkämpfen. Die „aufgehende Sonne“ bringt uns dem Frühling entgegen, dem Frühling geistiger Freiheit, dem Auferstehungsfest der Menschheit, das sie befreien soll vom blinden Wahn und finsterem Hasse.

In den Menschen Brüder grüßen,
Brüderlich ihr leid versüßen,
Wie es unsre Kraft vermag;
Wird uns gleiches Streben einen,
Muss der Menschheit bald erscheinen
Wahrer Freiheit Ostertag!

neue historische Dokumente

Wieder einmal hatte ich das Glück einige neue Dokumente über den F.z.a.S. zu bekommen. Natürlich stelle ich diese gerne zur Verfügung für all die Neugierigen unter euch oder/und Geschichtsforscher. Ihr findet sie natürlich auch in der Mediathek wieder.

Viel Spaß beim Lesen.

Verfassungsentwurf VGLvD 1949

Vertrauliche Mitteilungen 1 1925

Sonnenstrahlen_Oktober_1923

1928-heft10-das-neue-freimaurertum

 

Artikel in der aktuellen Ausgabe der Humanität

Artikel_Humanität

Ich möchte mich kurz bei der Redaktion der Humanität (Zeitung der GL AFuAM), speziell bei Bastian bedanken, dass er meinen Artikel „Sind atheistische Brüder irreguläre Freimaurer“ abgedruckt hat und damit ein reges Gespräch gestartet hat. Ich hoffe sehr, dass dies eine fruchtbare Diskussion gibt und zukünftig offener mit diesem Thema umgegangen wird.

Vielen Dank an all die positiven Zuschriften und Personen, die sich mit diesem Artikel identifizieren konnten.

 

Über die Verantwortung – der Umgang mit Politik und Religion

© Anja Ringgren Lovén/Facebook
© Anja Ringgren Lovén/Facebook

Aktuell geht in der weltweiten Presse ein beeindruckender und zugleich tief trauriger Artikel umher, der den Kampf einer jungen Hilfsorganisation (http://www.dinnoedhjaelp.dk/) und ihrer Entwicklungshelferin Anja Ringgren Loven gegen religiösen Fanatismus und den Glauben an Hexerei beschreibt. Der Artikel über den Jungen, den sie „Hope“ getauft hat, findet sich auf der Organisation der Seite wieder (http://www.dinnoedhjaelp.dk/hope-hvor-der-er-kaerlighed-er-der-liv/), kann aber auch bei bild.de, stern.de oder blick.ch gefunden werden (http://www.stern.de/familie/kinder/weil-er-ein-hexer-sein-soll–sollte-dieser-junge-aus-nigeria-sterben-6701690.html) (http://www.stern.de/familie/leben/hexenkinder-in-nigeria–wie-es-fuer-den-kleinen-hope-weitergeht-6705362.html).

Man kann an diesem Beispiel deutlich sehen wie weit religiöser Fanatismus gehen kann und wie er die Förderung des Unrechts unterstützt. Ich möchte kurz noch einmal betonen, dass ich selbst per se nichts gegen Religion im Allgemeinen habe. Sie vermittelt dem Menschen ethische Grundlagen und dies schätze ich, auch wenn ich mit keiner Region, also der Institution Kirche (um es genauer zu sagen) etwas anfangen kann. Ich lebe als Agnostiker sehr gut und zufrieden.

Aber ich lehne strikt religiösen Fanatismus und Übereifer ab, ein Dogma, welches nur dazu dient einen Teil der Bevölkerung zu unterdrücken. Hier ist Religion und der Fanatismus nichts anderes als eine Form der Diktatur. Und hier darf der moderne Freimaurer auch nicht die Augen verschließen und sich hinter den Alten Pflichten verstecken und sagen: „Religion, das geht mich hier nichts an“. Die Toleranz endet dort, wo andere Menschen unterdrückt werden und das auch gerade durch religiösen Fanatismus.

Natürlich ist das kein Beispiel einer der Weltreligionen, sondern eher ein Beispiel von heidnischen Gebräuchen. Aber es zeigt deutlich den Einfluss der Religionen und Gottvorstellungen auf die Menschen. Im Falle des kleinen Jungen eher ein trauriger Fall, aber mit einem glücklichen Ende.

 

Religion in der Loge

Als Freimaurer hat man schon eine schwere Bürde. Aus Sicht der katholischen Kirche sind wir eher Ausgestoßene und werden mit dem Fegefeuer bestraft. Nur gut, wenn man nicht an das Fegefeuer glaubt, denn dadurch lebt es sich entspannter. Leider ist dieser Kirchenbann immer noch ein offener Punkt zwischen der katholischen Kirche als Institution und der Freimaurerei als Ganzes.

Interessant und mit einer gewissen Ironie verbunden ist daher auch die Aussage einiger „Verschwörungstheoretiker“ und „Insider“, die behaupten, dass Freimaurerei eine Art Religion ist. Dem ist nicht so und dem möchte ich vehement widersprechen. Freimaurerei ist ein ethisch orientierter Bund von Männern und Frauen, aber keine (Ersatz-)Religion. Ich möchte hierzu aus dem Buch „Das Ritual in der Humanistischen Praxis“ von Hans-Hermann Höhmann zitieren: „Ausdrücklich wird in einer Erklärung der UGLE (United Gand Lodge of England) vom Juni 1983 festgestellt, dass sich die Freimaurerei „in keiner Weise an die Gebräuche irgendeiner Religion anlehnt“ – normativ gewendet: anlehnen darf“. Noch im gleichen Absatz heißt es weiter: „Die Frage nach der religiösen Überzeugung eines Suchenden, ja danach, ob er überhaupt eine Gottesvorstellung hat, ist für die Freimaurerei völlig irrelevant, ja sie ist unzulässig. Der Freimaurer hat sich moralisch, nicht religiös zu verpflichten. Ein guter und redlicher Mann soll er sein, ein Mann von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf Bekenntnis und religiöse Überzeugung – dieser Forderung der Alten Pflichten ist nichts hinzuzufügen. Die Humanistische Freimaurerei ist offen für Menschen aller Weltanschauungen und Religionen, sie ist offen auch für Menschen mit keiner religiösen Bindung im herkömmlichen Sinn, und sie muss offen sein auch für Agnostiker und Atheisten“.

 

Die Alten Pflichten des Freimauers

Bedenken wir der Worte von Br. Hans-Hermann Höhmann, so sollten wir noch einen Schritt weitergehen. Schon James Anderson, der die Alten Pflichten (Old Charges) (1723) als eine Art erste Konstitution der Ersten Großloge England veröffentlichte, ging in seinem Dokument auf die Religion (und auch Politik, doch dazu kommen wir noch) ein. Für die Freimaurer weltweit ist dieses „Grundgesetz“ noch immer gültig, wenn auch sicherlich kritisch darauf geschaut und die Frage, ob dies noch zeitgemäß ist, gestellt werden muss. Natürlich gibt es neue Auslegungen dieser Alten Pflichten und oftmals werden diese Interpretationen vielseitig diskutiert.

Unter dem Punkt VI in den Alten Pflichten gibt es den Punkt „Vom Betragen – nämlich“ aus dem folgendes Zitat stammt: „[Es] dürfen keine persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen und erst recht keine Streitgespräche über Religion, Nation oder Politik in die Loge getragen werden.“

Von vielen Logen werden daher die Themen Religion und Politik grundsätzlich aus dem Logenleben gestrichen. Doch stimmt das wirklich? Führen wir uns den Absatz noch einmal vor Augen und schon werden wir feststellen, dass es dort um „persönliche Sticheleien und Auseinandersetzungen“ geht. Doch folgen wir tatsächlich den freimaurerischen Tugenden während eines brüderlichen Gespräches oder einer Aussprache, so werten wir ja ohnehin nicht, diskutieren nicht oder gehen den anderen persönlich an.

Natürlich ist das meine Interpretation der Alten Pflichten und meine Gedanken hierzu. Sie stellen keine Allgemeingültigkeit für alle Logen dar. Aber ich denke, dass eine moderne Form der Freimaurerei sich nicht vor diesen Themen verschließen kann, indem sie ihre Traditionen anführt. Es kommt immer auf das WIE an und nicht auf das WAS. Der Umgang untereinander wird über das Symbol der Winkelwaage, auf der sich alle Brüder begegnen, dargestellt.

 

Politik der Loge

Viel zu oft wird in den Logen darüber gesprochen (und diese Informationen an die Suchenden weitergegeben), dass innerhalb der Gemeinschaft der Freimauer/innen nicht über Politik gesprochen werden darf. Wie schon beim Punkt der Religion wird sich hier gerne hinter den Alten Pflichten „versteckt“ und auf diese verwiesen.

Aber ist nicht gerade die Politik eine unveränderbare Tatsache welche unser soziales Leben in einem Staat beeinflusst? Politik gehört zu einem mündigen Bürger. Sie prägt unsere Gesellschaft und Umgangsformen untereinander. Sie hat weitreichenden Einfluss auf die unterschiedlichen Länder und deren Interaktionen untereinander.

Natürlich erwarte ich keine politische Stellungnahme der Großloge VGLvD oder AFuAM. Das wiederum wäre übertrieben und würde nur in die Hand der „Verschwörungstheoretiker“ spielen, die der Freimaurerei einen enormen Einfluss auf die Politik unterstellen. Sogar bis zur Schaffung einer „neuen Weltordnung – New World Order“. Ist es aber nicht vielmehr so, dass ein Freimaurer, der durch die Grade der Maurerei zum in sich sehen und um sich sehen, ja sogar zum über sich sehen animiert wird, automatisch seine Gedanken und Wahrnehmung erweitert. Sich selbst erkennt als ein Teil der Gesellschaft und nicht nur seiner eigenen Loge? Er wird zu einem Freigeist, einem feinfühligen Menschen und offen für neue Gedanken und Strömungen. Somit aber auch zu einem mündigen Bürger in der Gesellschaft und im Staat, welcher auch eine politische Meinung vertritt. Genau hier müssen wir ansetzen. Die Meinungen zu aktuellen Themen und politischen Entscheidungen zulassen und einen wahrhaftigen brüderlichen Diskurs suchen. Denn auch bei der Reflektion einer politischen Meinung können mir meine Brüder und Schwestern helfen.

 

Der F.z.a.S und dein Standpunkt zur Politik

Natürlich möchte ich auch einen Blick auf den Standpunkt des Freimaurerbundes zur aufgehenden Sonne bezüglich Politik werfen. Dieser wollte die Freimaurerei Anfangs des 10. Jahrhunderts reformieren und verfasste hierzu eine „programmatische Erklärungen des Reformfreimaurerbundes“ im Jahre 1930. Unter Punkt 4 der geforderten Reformen findet sich folgendes wieder:
„Zulassung der Erörterung auch politischer und religiöser Fragen im Tempel: denn ihre Ausschaltung zeugt von mangelndem Vertrauen zur freimaurerischen Idee, die ja das gesamte persönliche und gemeinschaftliche Leben durchdringen und gestalten soll; es entsteht zugleich die Gefahr einer leeren Schönrednerei ohne fruchtbringende Wirkung für den Menschheitsbau.“ Wie man deutlich sehen kann, waren die Brüder vor fast 100 Jahren der festen Überzeugung, dass ein Austausch über Politik und Religion ein fester Bestandteil eines Logenlebens werden sollte. Sie setzten auf die freimaurerischen Tugenden eines jede Einzelnen und wollten sich somit neuen Themen öffnen.

 

Was tun wir?

Würden wir nun J. Andersons Text über die Alten Pflichten neu interpretieren, so lässt sich sicherlich sagen, dass wir durchaus über Politik und Religion in der Loge reden können. Allerdings eben ohne uns persönlich dabei anzugehen oder Partei-Politik zu betreiben. Das steht außer Frage!

Wenn wir das Bild des kleinen Jungen Hope ansehen müssen wir uns die Frage stellen, was wir tun. Wie können wir als Freimaurer helfen? Natürlich darf jeder der Organisation und den Menschen helfen, wo er denkt, dass die Hilfe zielführend ist. Aber müssen wir nicht auch einen offenen Diskurs zu Themen der Religion und auch der Politik führen? Wir müssen uns als Logen auf die tagesaktuellen Themen einstellen und offen über diese auch reden können. Themen wie der Krieg in Syrien, die Flüchtlingswelle und wirtschaftliche Probleme dürfen heute nicht mehr tabuisiert werden, nein, sie können zu einer Bereicherung der Themen innerhalb eine Loge beitragen und auch dazu, dass der mündige Bürger seine Meinung innerhalb der Gemeinschaft seiner Brüder reflektieren und diskutieren kann. Wir müssen in der Lage sein über religiösen Fanatismus, sei es in heidnischen Religionen oder den sogenannten Weltreligionen, reden zu können und dann auch handeln. Die Arbeit an uns selbst, der Bau des „Tempels der Humanität“ muss alle Menschen umfassen und somit müssen diese Vorurteile angegangen werden.

Ich möchte auf die Geschichte des Jungen Hope zurückkommen. Er wurde ausgeschossen und der Hexerei beschuldigt. Ein unschuldiges Kind von gerade mal 2 Jahren. Natürlich ist es ausgeschlossen, dass ein Kind in diesem Alter etwas mit einem Unglück zu tun hat was über die Familie hereinbricht wie eine Dürre, Tod eines Angehörigen oder ähnlichem. Es wird sich in den meisten Fällen um leicht erklärbare Dinge handeln, die nichts dämonisches oder Übernatürliches mit sich bringen. Einfache Logik und Wissenschaft bieten eine Grundlage für die Erklärung, ja hier muss sozusagen eine neue Aufklärung einsetzen. Denn in diesen Ländern wird mit der Angst der Menschen und der Armut der Menschen nur Geld gemacht, in dem Wunderheiler und selbsternannte Exorzisten eine Austreibung der Hexerei anbieten, natürlich für eine finanzielle Gegenleistung, welche sich die Familien dort nicht immer leisten können. In diesem Falle wird die vermeintlich besessene Person dann ausgesetzt oder sogar von der Familie oder Dorfgemeinschaft zu Tode gequält.

Hier müssen Aufklärung und Humanität dazu dienen, diesen religiösen Fanatismus zu unterbinden und ihn im Laufe der Zeit sogar abzuschaffen. Denn wie sagte nicht schon Immanuel Kant:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Also müssen wir in die Diskussion um Religionen und Dogmen gehen. Wir müssen dann auch Politiker an einen Tisch bekommen um solche Missstände in der Welt anzugehen und zu beseitigen. Das alleine dient dem Bau eines Tempels der Humanität, nämlich das HANDELN.

Mit dem Wegsehen machen wir uns nur selbst schuldig an dem Elend und Wegsehen von der Not, das sollte jedem Maurer bekannt sein, dass er das nicht soll. Sonst hört doch bitte den Schlussworten des Stuhlmeisters am Ende einer TA wieder zu.

Nun wird sich der ein oder andere noch fragen: Wir sind doch nicht schuld daran, dass Hope fast gestorben wäre. Waren das nicht die Menschen vor Ort in Nigeria? Ja, offensichtlich schon, aber tragen nicht auch die Menschen Verantwortung, die ihren Wohlstand auf Kosten anderer leben? Wir als führende Industrie Nation müssen uns mit dieser Frage unbedingt auseinandersetzten. Und das wiederum ist Politik. Und kann ein guter Politiker denn nicht auch ein guter Freimaurer sein? Ich denke schon, denn wenn einem diese Ideale am Herzen liegen und man sie verinnerlicht hat, dann trägt man diesen Gedanken nach außen. Ganz wie es die Bruderschaft handhaben sollte.

 

Fazit

Es gibt sie eben doch, die Momente, wo Religion und Politik Einfluss haben können auf die Ideen und das Handeln als Freimaurer. Und was man deutlich sehen kann ist doch auch, dass es hier nicht um Parteipolitik geht, sondern um eine offenere Form des Umgangs untereinander und die Politik dient hierzu als Mittel um dies zu verbreiten. Grenzen wir also diese Themen nicht hinter dem Mantel des „dürfen wir nicht“ aus, sondern stellen uns gezielt den Aufgaben, die eine Freimaurerei im 21. Jahrhundert hat. Denn dann wird sie auch wieder für Menschen interessant, die bisher nur denken, dass Freimaurer „schön reden“ und wenig handeln.

Wir Freimaurer haben uns dazu verpflichtet, niemals die Augen vor dem Unrecht zu schließen und die Menschen zu schützen, welche dies auch benötigen. Da diese Worte für mich nicht nur leere Versprechungen sind, habe ich mich entschlossen die Organisation von Anja Ringgren Loven zu unterstützen. Natürlich mag das nur ein Tropfen auf dem berühmten heißen Stein sein. Aber gehen wir einen Schritt weiter und über den Tellerrand hinaus. Wenn es viele solche Tropfen gibt, dann werden sie nicht mehr verdunsten und den Stein stetig abkühlen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Brüdern und Schwestern ein paar gute Gedanken und Einfälle, was sie mit der Sammlung für die Armen (was ja während so einer Ritualarbeit auch gemacht wird) anfangen und was oder wen sie damit unterstützen. Der sogenannte „Säckel der Witwe“ ist hierfür Ideal. Bitte lebt auch den Gedanken der Humanität und redet nicht nur darüber oder schmückt euch mit längst vergessenen Federn.

Freimaurerei lebt vom HANDELN und der UMSETZUNG. Und genau dieses, meine lieben Brüder und Schwestern, habt ihr alle während eurer Aufnahme und Initiation schließlich geschworen. Wir haben uns auf eine VERANTWORTUNG eingelassen, die wir nicht ignorieren dürfen und sollten nach ihr handeln. Denn so machen wir diese Welt ein kleines bisschen besser für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen. Wir müssen uns nur der Verantwortung stellen.

Liebster Award – Danke an Hagen und Philip

liebsteraward

Nun muss ich also doch ran…Nachdem mich „Hagenunterwegs“ (https://hagenunterwegs.wordpress.com/2015/09/24/liebsteraward-11-fragen-an-mich/) und nun auch noch mein Bruder Philip (http://www.freimaurer.online/2016/02/ausgezeichnet-mein-award-und-die-folgen/) für den Liebster Award nominiert haben, werde ich mir mal die Zeit nehmen und dieses Interview ausfüllen. Danke dass es nicht die „ice bucket challenge“ gewesen ist, denn für einen ausgesprochenen Warmduscher wie mich wäre das eine echte Herausforderung (und nun nicht auf dumme Gedanken kommen!!!)

Philip meinte ja „Na toll, ’schabdokeinezeitfürsowatt“ und da stimme ich ihm zu. Dennoch war ich sehr neugierig auf seine Antworten und möchte euch hier meine natürlich nicht vorenthalten. Also, los geht es:

Hier die Fragen von Hagen und Philip:

Warum hast Du zu bloggen begonnen?

Diese Frage stelle ich mir auch manchmal. Denn dieser Blog wird inzwischen von so vielen gelesen, dass damit auch eine gewisse Verantwortung verbunden ist. Aber begonnen hat das alles, als ich meinen ersten Vortrag für meine Loge fertig hatte. (https://freimaurergedanken.com/2013/01/28/soziale-netzwerke-pro-und-contra/) Ich wollte meine Arbeiten aber auch Brüdern außerhalb meiner Loge zur Verfügung stellen. Und somit verselbständigte sich das Ganze zunehmend mehr. Hinzu kam noch die Arbeit an der Geschichtsforschung des Freimaurerbundes zur Aufgehenden Sonne. Und was seit knapp 3 Jahren herauskam, dass seht ihr ja.

Ein weiterer Grund war die Suche nach Informationen als ich noch Interessent und Suchender war. Leider findet man im weltweiten Netz nicht viele sinnvolle und aussagekräftige Webseiten und wird mit den verschiedenen Verschwörungstheorien überschüttet.

Was ist Dein liebster / Dein subjektiv wichtigster Post bisher?

Oha, ich denke, dass es da keinen liebsten oder wichtigsten gibt. Alle sind Themen und Gedanken welche mich beschäftigt haben und zwar so sehr, dass ich ihnen einen Blogeintrag oder sogar einen ganzen Vortrag gewidmet habe. Aktuell mag ich meine Gedanken zum Thema Atheismus und Freimaurerei sehr. Auch gerade weil diese eine gewisse Diskussion auslösen, denn ich denke das ist ein großes Thema für die heutige Freimaurerei.

Gibt es einen Post von Dir, den Du aus heutiger Sicht nicht mehr veröffentlichen würdest?

Nein, nicht wirklich. Ich würde den einen oder anderen Post sicherlich heute und rückblickend anders gestalten oder anders verfassen. Man sieht einfach, dass auch ich weiter an mir als rauer Stein arbeite und meine Gedanken sich auch entwickeln. Somit würde ich die Kernaussage zwar sicherlich so lassen, die Formulierung jedoch ein wenig anpassen/ergänzen.

Was war die schönste Reaktion auf Deinen Blog / einen Post von Dir?

Ich mag grundsätzlich jede Reaktion, sei es positive oder negative. Denn sie dienen als eine Art der Reflektion meiner Gedanken durch andere Menschen. Ich mache mir sehr viele Gedanken zu den Kommentaren und Emails, welche mich erreichen. Herausheben möchte ich die Nachricht eines neuen Bruders, der als Suchender meinen Blog gelesen und verfolgt hat und der sich daraufhin entschlossen hat, Freimaurer zu werden. Seine Worte machten mich sehr glücklich und ich freue mich wenn ich ihn persönlich kennenlernen kann.

Was war die schlimmste Reaktion auf Deinen Blog / einen Post von Dir?

Ich bekam bisher eigentlich keine ernstzunehmende schlechte Reaktion. Denn auch negative nutze ich zur Reflektion, denn schließlich kann ich mich ja auch irren.

Welches Buch liest Du gerade oder hast Du zuletzt gelesen?

Aktuell habe ich das neue Buch von Hans-Hermann Höhmann „Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei – Funktion, Struktur, Praxis“ fertiggelesen welches eine tiefe Analyse des Rituals bietet. Auch für Nicht-Freimaurer geeignet. Danach werde ich mich an „Verschwörung“ von David Lagercrantz nach Stieg Larsson machen, da ich dieses Buch sofort am Tag der Erscheinung gekauft habe, jedoch bisher noch nicht dazu kam es zu lesen.

Was war Deine bisher inspirierendste Reise?

Darüber habe ich am meisten nachgedacht. Ich denke es war eine Reise nach Thailand in den Lam Ru Khao Lak National Park. Dort mussten wir uns ganz auf die Fähigkeit unseres einheimischen Reiseführers verlassen, der uns zu einem der beeindruckensten Wasserfälle mitten in einem tropischen Regenwald brachte. Hier konnte man die ganze Schönheit der Natur erleben. Dieser Anblick machte einem deutlich, wie wertvoll und wunderschön dieses schützenswerte Gut doch ist.

Nenne mir Deine Lieblingsfarbe und sage mir, warum sie das ist.

Seit frühester Kindheit ist es blau. Die Frage nach dem warum kann ich leider nicht beantworten, da ich es nicht weiß und es mir eher subjektiv erscheint. Es ist auch die Farbe meines Autos 🙂

Was wünschst Du Dir zu Weihnachten?

Tja, da der Weltfrieden noch immer auf sich warten lässt (weil Nikolausi den Weg nicht findet oder warum eigentlich?) muss ich auf das kommende Weihnachten hoffen. Da ich auch ein genügsamer Mensch bin und eigentlich alles habe was ich mir wünsche, war es zu Weihnachten 2015 eine Xbox One (jaaaaaaaaaaa, liebe PS Spieler).

Was war die letzte Anschaffung, die Du gemacht hast?

Für mich selbst war es eine Jacke (ist ja kalt draußen). Und sonst ein Gehäuse für eine externe Festplatte.

Stadt oder Land? Und warum?

Ich bin auf dem Land aufgewachsen und großgeworden. Daher nehme ich die Stadt, in der ich auch heute lebe. Ich mag das „Herumwusseln“ um mich. Einfach mal in einem Kaffee sitzen, die Ruhe genießen und dem Treiben folgen, Menschen beobachten. Diese Hetze des Alltages in einer Stadt mag sicherlich nicht gesund sein für den ein oder anderen, sie inspiriert mich aber zu Gedanken und Ideen. Treu nach dem Motto: „Mittendrin statt nur dabei“.

 

So, ich nominiere nun zuerst Hagen und Philip für die „Ice Bucket Challenge“ (ne ne, war nur ein Spaß meine Freunde). Für den #LiebsterAward! nominiere ich jedoch: Oliver Barckham (http://freimaurer.tv/) und Freemason75 alias Gabriel https://gedankenimnetz.wordpress.com/)