ein paar Worte des Dankes und der Grüsse

Ich möchte mal kurz die Zeit nutzen um mich bei meinen beiden Brüdern Philip Militz und auch Freemason75 für die Hinweise auf meinen Blog zu danken.

Denn deutlich nach dem Beitrag „Ferienlektüre: Freimaurer-Blogs und FM-Fitness-Check“ (http://www.freimaurer-in-60-minuten.de/2013/06/ferienlekture-freimaurerei-im-fitness-check/) von Philip sind auch meine Zugriffe gestiegen. Somit habe ich mich auch entschlossen eine neuen Seite zu erstellen und auf diese interessanten Blogs zu verweisen.

https://freimaurergedanken.wordpress.com/freimaurer-blogs/

Es stimmt ja auch, “ das gehört sich so“. Ich möchte mich den Worten von Bruder Freemason75 (http://freemason75.wordpress.com/2013/06/27/das-gehort-sich-so/) anschließen und schätze sehr, dass es einige sehr informative und objektive Blogs über Freimaurerei gibt. Gerade die verschiedenen Ansichten und Meinungen lassen immer einen neuen Blick zu.

Ich freue mich auf weitere interessante Themen von euch allen…

Warum ich schreibe….

Oft werde ich auf meinen Blog angesprochen und werde gefragt warum ich hier über Freimaurerei schreibe? Warum ich aus dem Schatten der „Geheimgesellschaft“ herauskomme.

Nun, ich möchte die kommenden Zeilen nutzen um dies euch zu beantworten.

Als ich Ende letzten Jahres mein neues Tattoo mit den Motiven Winkel und Zirkel (unter „über den Blogger“ zu sehen) bekommen hatte und einige Wochen später auf einer Firmenfeier gewesen bin, sprach mich eine Kollegin darauf an, was mein Tattoo bedeuten sollte. Sie hatte die Vermutung, dass es sich um ein „kommunistisches Symbol“ handelt. Ich verneinte dies höflich und wies sie auf die fast 300 Jahre alte Bruderschaft freier Männer, der Freimaurer hin. Als sie mir jedoch entgegnete „Was, die gibt es wirklich? Ich dachte die gibt es nur im Film!“, wusste ich, dass hier dringender Handlungsbedarf vorliegt. Das ganze verschlimmerte sich noch zunehmend, als ein Suchender unsere Loge zu einem Gästeabend besuchte und dies für eine Inszenierung hielt. Er wisse genau „dass hier Katzen geopfert werden und über die Eroberung der Welt gesprochen wird.“

Nun gut, was soll man dazu alles sagen…

Ja, wir sind eine Gesellschaft. Aber wie es eben schon Dan Brown so schön schrieb, wir sind keine Geheimgesellschaft, sondern eine „Gesellschaft mit Geheimnissen“. Würde man 30 Freimaurer fragen was das Geheimnis der Freimaurerei ist, so würde man 30 Antworten bekommen. Würden sie die gleichen Personen fragen warum sie Freimaurer wurden, so würden sie abermals 30 unterschiedliche Antworten bekommen.

Wir sind kein Religionsersatz und wollen dies auch nicht werden. Sicherlich finden sich je nach Ausrichtung einer Loge und Interessen der Brüder viele christliche Einflüsse. Aber genau deshalb raten wir auch jedem Interessenten und Suchenden sich unterschiedliche Logen und Systeme anzuschauen damit dieser besser beurteilen kann, wo er sich heimisch fühlt.

Wir sind ebenso keinen Sekte (wie ich es leider auch schon zu oft hörte!) und werden auch das nicht werden. Der gravierende Unterschied ist, dass Sekten aktiv und bewusst auf Mitgliedersuche gehen. Hier spielt die Mitglieder Akquise eine sehr große Rolle. Wir Freimaurer hingegen wollen, dass der freie Mann, der auf der Suche ist, von sich selbst aus auf uns stößt und die Gemeinschaft unter den Brüdern erleben möchte. Doch dazu zwingen wir niemanden, denn dies würde gegen unsere Grundsätze sprechen.

Dann gibt es ja noch die ganzen Theorien um die Neue Weltordnung (New World Order, NWO), den Illuminati, der geheimen Rituale. Ja, wir haben Rituale die dem Außenstehenden nicht bekannt sind, oder wenn er sie in den Tiefen des WWW gefunden hat eher fremd und unverständlich vorkommen. Das einzige Geheimnis liegt eher darin, dass nur ein Freimaurer dies im Detail verstehen und erfassen kann. Jeder kann für sich selbst darauf etwas anderes erfahren.

Wir sind auch keine Rassisten oder Frauenhasser. Ja, wir Freimaurer nehmen nur „freie Männer von gutem Ruf“ auf. Das ist seit nun mehr 1717 so. Es ist eine reine Männergesellschaft und das nicht weil wir keine Frauen wollen, sondern weil es eben so vor ca. 300 Jahren (als die Frau weniger Rechte hatte als heutzutage) festgelegt wurde. Es gibt aber für alle interessierten Frauen auch weibliche Freimaurerinnen und deren Logen (http://www.freimaurerinnen.de/). Hierüber können Suchende Frauen auch eine passende Loge finden.

Schon seit fast 300 Jahren stehen die Freimaurer (aller Systeme) für Gleichheit, Brüderlichkeit, Freiheit, Toleranz und Humanität. Unser großes Ziel ist auch die Arbeit am rauen Stein, an einem selbst, was wiederum zum Bau des Tempels der Humanität beitragen soll. Dabei benutzen wir Symbole und Zeichen in unseren Ritualen um diesem Ziel näher zu kommen.

Verwirrend genug? Dann solltet ihr mal erst als Lehrling dabei sein, am Anfang der Reise zum besseren Menschen…

Oder ihr könnt auch zu den Informationsabenden und Vorträgen während der Stadtverführungen in Nürnberg ins Logenhaus kommen (http://www.stadtverfuehrungen.nuernberg.de/). Hier kann offen gefragt werden und selbst ich werde dort mal wieder Rede und Antwort stehen und unsere Nachbarsloge „Zu den 3 Pfeilen“ unterstützen.

Zurückkommend zu dem Grund warum ich hier blogge:

Ich bin eigentlich weniger der Typ der stundenlang am PC sitzt und die das Netz mit seinen „Ergüssen beglücken“ möchte. Da ich beruflich sehr viel am Computer arbeite, genieße ich in meiner Freizeit eher die Ruhe. Aber wenn man von all den falschen Geschichten, den Weltverschwörungstheorien und den Falschaussagen zum Thema Freimaurerei so wie ich die Nase mal voll hat und vor allem aus dem Schatten des Geheimnisvollen raus möchte, dann bloggt man eben im Jahr 2013.

So habe ich mich persönlich entschlossen, der Welt mal etwas die Augen zu öffnen und die Freimaurerei auch wieder bekannt zu machen. Und zwar so wie sie wirklich ist und nicht wie viele Geschichten und Mythen um sie.

Ich selbst bin in einer Aufklärungsloge, welche geprägt ist vom Geist der Aufklärung und Humanität. Daher finde ich müssen wir im Jahr 2013 einen Spagat schaffen zwischen unserer wirklichen Vergangenheit, den Traditionen und Ritualen und auf der anderen Seite der Moderne, des 21. Jahrhunderts.

Wenn es mehr jüngere Brüder geben würde, die die starren Schranken der Vergangenheit überwinden wollen, die sich mitteilen wollen und tatsächlich an eine gemeinsame Bruderkette glauben, dann wären wir auf dem richtigen Weg für die nächsten 300 Jahre unserer einmaligen Bruderschaft.

Ist das Leben?

Die Luft, die durch meine Lungen strömt, wenn ich tief einatme…?

Ist das Leben?

Das Blut welches ich in mir spüre wie es durch meine Adern fließt…?

Ist das Leben?

Die Regentropfen, welcher meine Haut berührt an einem regnerischen Tag…?

Ist das Leben?

Das sanfte Rauschen der Bäume wenn ein Wind durch sie hindurch weht…?

Ist das Leben?

Der salzige Geschmack deiner Lippen auf meinen…?

Ist das Leben?

Das Leben ist vieles, aber vor allem kostbar und wunderschön…!

Besuch der Loge „Friedrich zum weissen Pferde“ i.O. Hannover 19

Am Dienstag, den 28.05.2013 durfte ich den Gästeabend der Loge „Friedrich zum weissen Pferde“ i.O. Hannover 19 besuchen. Das Thema des Abends war: „Bevölkerungsdynamik und Entwicklung“ vorgetragen von Herrn Denny Ehrlicher, einem Referenten der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.

Ich wurde herzlichst vom Bruder Meister, Herrn Dr. Siegfried Schildmacher und seinen Brüdern in ihrer angenehmen und offenen Runde empfangen. Ich lerne die Brüder als eine sehr gesellige und vor allem herzliche Gruppe kennen, die mir einen tiefen Einblick in die Freimaurerei in und um Hannover gewährten.

Die Loge „Friedrich zum weissen Pferde“ ist die älteste und größte Loge in Hannover und mit 130 Mitgliedern eine der größten Logen in Deutschland. Sie wurde bereits 1746 gegründet und besteht somit seit 267 Jahren. Dies ist ein lebendiger Beweis dafür, dass das Gedankengut der Freimaurerei von zeitloser Attraktivität ist.

Logenhaus Heiligengeiststraße 1
Logenhaus Heiligengeiststraße 1
Arbeitsteppich
Arbeitsteppich

Weitere Informationen findet ihr unter: http://fzwp.org/

Friedhof in Hannover

Auf meinen Geschäftsreisen schaue ich mir immer gern die Umgebung und auch die Logenhäuser der entsprechenden Städte an. Oder ich begebe mich auf die Suche nach Gebäuden und Symbolen der Freimaurer.

Bei meiner Reise nach Hannover im schönen Niedersachsen entdeckte ich einen alten Friedhof direkt in unmittelbarer Nähe. Die Kirche liegt an der Marienstrasse. Dort stößt man auf alte Gräber von Brüdern der ansässigen Logen. Leider sind die Namen und Steine wegen der Verwitterung schlecht lesbar. Dennoch erkennt man deutlich die Symbole der königlichen Kunst sowie brüderliche Grüße der Logen aus Hannover. Ein Bruder scheint aus der Loge „Zur Ceder“ i.O. Hannover Nr. 36 zu stammen (http://www.freimaurer-hannover-ceder.de/).

  • Karl Klopp (1805 – 1835)
  • Johann Ludewig Hogrewe

Anbei ein paar Bilder der Grabsteine:

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Aus meinem Leben – Ändere deinen Sinn

Musivische-Plaster

Einleitung

Das Thema meines 2. Vortrages in der Loge ist „Aus meinem Leben“. Ich habe dem Thema den Untertitel „Ändere deinen Sinn…“ gegeben, was der Schutzpatron der blauen Grade Johannes der Täufer einst sagte. Denn auch ich habe meinen Sinn, meine Bestimmung sicherlich überdenkt und neu ausgerichtet. Und dass mehrfach in meinem Leben. Diese Suche, nach der richtigen Ausrichtung führte mich einst in diese Loge und ich lies mich mit dem Geist der Freimaurerei „infizieren“. Ich möchte euch in den kommenden Minuten (denn länger wird der Vortrag heute nicht werden) von dieser Entwicklung erzählen, damit ihr mich noch etwas besser kennenlernt und auch wisst, wie dieses Feuer in mir, dieses Licht gezündet hat.

Rückblickend muss ich zwar zugeben, dass mein maurerisches Leben noch nicht allzu lang ist, aber einige Veränderungen sind eingetreten und prägen mich bereits heute. Der Weg den ich mit der Aufnahme eingeschlagen habe, den verfolge ich mit hohem Interesse und lerne auch in meiner „logenfreien“ Zeit viel hinzu.

Vor allem mein Umfeld nimmt diese Veränderung auf und eigentlich müssen es gerade diese Personen sein, die heute einen Vortrag über die Veränderungen an mir hier vor euch halten. Ich möchte daher versuchen euch in den kommenden Minuten einen Eindruck zu geben wer ich einst war, was ich wurde und wo ich als euer Bruder heute stehe. Wo diese Entwicklung dann noch hingeht, werden wir zusammen sehen….

Was (oder Wer) war ich früher…

Ich wuchs als Scheidungskind bei meiner Mutter und meinem späteren Stiefvater auf und wurde mit den Normen und Werten unserer christlich geprägten Welt erzogen. Ich besuchte Jugendgruppen, leitete diese später auch und setzte mich schon früh für die Kirchengemeinde ein. Leider musste ich feststellen, dass es hierbei zu einem starken Bruch zwischen dem gepredigten und dem gelebten Wort kam. Enttäuscht hatte ich mich abgewendet und öffnete mich der Ethik. Als in der Schule dieses Fach neu eingeführt wurde, trat ich aus Religion aus und Ethik bei.

Bereits damals hatte ich Lehrer, die mir Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles) sowie die Werte von Kant und der Aufklärung näher brachten. Diese Zeit, diese Jahre prägen mich noch heute. Schon damals diskutierten wir freiwillig und stundenlang über die angesprochenen Themen.

Als Teenager hat man jedoch irgendwann nicht mehr so viel mit diesen Themen am Hut und widmet seiner Zeit anderen Dingen. Mein Umfeld damals würde mich sicherlich eher als einen Rassisten, einen Chauvinisten, einen Egozentriker und Kontrollsüchtigen benennen. Meine Gedanken waren von linken und auch rechten Einflüssen geprägt. Liberale Einstellungen waren eher nicht mein Fall, ich liebte es zu polarisieren und vertrat auch in Diskussionen eher radikale Ansichten. Damals war ich der Meinung, dass der Mensch das „überflüssigste Säugetier“ auf diesem Planeten ist, da wir das einzige Lebewesen sind, welches aus materiellen Dingen wie Öl, Gold, Macht sich gegenseitig tötet. Also war ich eher ein Menschenfeind.

Meine Einstellung änderte sich über Jahre nicht viel und auch die Gedanken der Aufklärung, der Humanität und des Strebens nach Wissen, welche ich immer in der Schule so sehr schätzte lagen weit hinter mir. Irgendwann kam man an den Punkt wo man sich sicher fühlte, einen Beruf hatte und einen Freundeskreis, der einen für seine Ansichten nicht kritisierte sondern sie verstand oder auch vertrat.

Mit zunehmendem Alter, der gesicherten sozialen Stellung kam allerdings wieder die Frage in mir auf, ob das schon alles sei. Sind wir nur hier um von 9h bis 17h zu arbeiten, von Montag bis Freitag, am Wochenende Zeit mit unseren Freunden und Verwandten zu verbringen? Heißt das Streben nach Glück denn nur materielle Dinge und eine feste Frau an seiner Seite? Beschränkt sich Wissen aneignen auf das Anschauen diverser Fernsehsendungen? Da ich dies nicht akzeptieren wollte, begab ich mich abermals auf eine Suche. Die Suche nach der Bestimmung des Menschen. Warum sind wir hier?

Diejenigen unter euch, die bei meiner Aufnahme waren, wissen sicherlich noch die Antwort auf diese Frage, welche ich euch damals gab. Denn diese Frage war eine der 3 Fragen welche mir Thomas in der dunklen Kammer gab….

Die Suche nach dieser Frage brachte mich über die Möglichkeiten des Internets und der dortigen Recherchen zu der Türe unserer Loge. Dieser Schritt war nicht einfach. Das Internet ist voll mit den tollsten Verschwörungstheorien und Vermutungen über uns Maurer. Daraus die richtigen und für einen selbst sinnvollen Beiträge herauszufiltern war sehr schwer. Aber ich entschied mich den Schritt zu tun und nach meinem Rückzug nach Nürnberg unsere Bauhütte zu kontaktieren. Nicht speziell weil ich nach ihr gesucht hatte, nein, weil die die schönste und informativste Seite der Nürnberger Loge hatte. Nach einigem Hin- und Her Überlegen (wer weiß was an den Gerüchten über die „dunklen Seiten“ der Freimaurer dran ist), entschied ich mich unsere Bauhütte zu kontaktieren und an einem Gästeabend teilzunehmen. Gut, das Thema „Monismus“ war zugegeben nicht der einfachste Einstieg für mich und ich hoffte auf einfachere Themen für weitere Besuche. Nichts desto trotz regte es meine Gedanken an und so beschäftigte ich mich wieder über Internet Recherche mit dem Thema Monismus. Fasziniert von der Art der Gesprächsführung und den offenen Worten entschied ich mich die Gästeabende weiterhin zu besuchen.

Meine Lebensgefährtin hatte ich schon vor dem ersten Besuch über meine Absichten und Interessen informiert. Daher war es auch für mich selbstverständlich sie zu fragen, ob sie nicht auch einen Gästeabend mit mir besuchen möchte. Beeindruckt von dem Umgang der Brüder untereinander kamen wir seit dem immer wenn es die Zeit zuließ.

Ich fand hier in der Loge die Antworten auf die Fragen, welche ich vorher nicht fand oder nicht befriedigend für mich gewesen waren. Mein Streben nach Wissen entfachte sich wieder neu und gerade diese geistige Stimulation nimmt einen Großteil meiner Gedanken ein. Die Fragen, nach der Bestimmung des Menschen habe ich von euch, liebe Brüder beantwortet bekommen. Interessant ist, dass ich selbst für mich eine Antwort fand, da jeder von euch einen anderen Gedanken zu meiner Entwicklung und somit Meinungsbildung beigetragen hat.

Zudem ist es vor allem auch unsere freundschaftliche und ehrliche brüderliche Gemeinschaft, welche das Bild unserer Loge abrundet. Hier stellt man fest dass die Ideale der Freimaurerei doch gelebt werden und nicht unter der Ignoranz und „Vereinsmeierei“ untergehen. Der brüderliche Umgang war der Grund, warum ich mich für unsere Bauhütte entschieden habe.

Der Umgang miteinander, die Ideen und Gedanken welche mir durch unsere Gespräche gekommen sind, hatten meine Vorliebe für die Aufklärung, für die Wissenschaft und die Schönheit wieder ans Tageslicht gebracht. Ich sah mich hier einem Kreis von Gleichgesinnten gegenüber, welche Gedanken und Meinungen respektieren und durch den Austausch der Gedanken ein anregendes Gespräch führen konnten. Diese Eindrücke und Ideen hatten mich auch Tage nach dem brüderlichen Abend beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. Auch heute noch schätze ich gerade diesen Einfluss auf meine Eindrücke und Gedanken sehr. Die Abende in eurem Kreise entwickelten sich zu einem Ruhepol, bei dem man den Alltag hinter sich lassen kann und neue Kräfte auftanken kann.

Doch genug nun mit dem Lob. Es ist ja die Frage noch offen, was änderte sich in meinem Leben nach dem 14.06.12…

 

Wer bin ich heute…

Ich stelle mir oft die Frage wer bin ich heute, durch was wird mein Leben geprägt und wie veränderte mich meine Aufnahme in die Loge? Bin ich dadurch ein besserer Mensch als andere geworden? Wir hatten diese Frage schon einmal in dieser Runde diskutiert. Wo wird diese Veränderung von mir und meinem Umfeld war genommen?

Ich denke dass wir Freimauer nicht per se bessere Menschen als andere sind. Das würde dem Grundsatz der Gleichheit doch stark widersprechen. Ich denke jedoch dass wir bewusster Leben, ruhiger bleiben können und ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft und Toleranz haben. Das macht uns zu einem „bewussteren Menschen“, wie ich es gern nennen würde. Wir genießen unser Leben, nehmen diese Essenz in uns auf und leben vor allem bewusst.

Ich reflektiere ein paar Situationen aus meinem eigenen Leben, wo ich (und meine Partnerin sowie mein Umfeld) diese Änderungen spürten. Dazu muss ich allerdings noch sagen, dass ich ein hohes Maß an sozialer Verantwortung schon immer gern übernommen habe.

Wo bin ich ruhiger geworden? – Vor allem im Umgang mit meinen Mitmenschen. Als früherer Egomane war es sehr schwer mich zu überzeugen oder mich auf andere Meinungen einzulassen. Schon meine ersten beiden Abende in der Loge zeigten mir einen Weg Meinungen stehen zu lassen und die vor allem auf mich wirken zu lassen. Gerade dieses Wirken lassen kann dann noch tagelang anhalten und auch meine Meinung ändern. Dies hilft mir vor allem im beruflichen Umfeld sehr, dass ich andere Menschen ausreden lasse und versuche ihren Standpunkt zu verstehen. Klar muss ich ihn nicht annehmen, aber ich setzte mich dafür ein, dass sie ihn haben können. Das richtige Zuhören und jemanden aussprechen lassen hilft sogar schon in der kleinsten Einheit, der Partnerschaft. Auch hierbei versuche ich mich auf meine Partnerin einzustellen und sie mehr zu verstehen als es früher der Fall war. Dies klappt noch nicht immer (wie sie sicher bestätigen könnte) aber ich arbeite ja auch noch an meinem rauen Stein. Die Herangehensweise um ein Thema zu betrachten änderte ich ebenso. Ich versuche nicht nur die Meinung des Gegenübers zuzulassen, sie zu hören, nein, ich versuche nachzuvollziehen, warum er/sie gerade diese Meinung hat. Denn die Hintergründe zu betrachten, welche zu der Bildung dieser Meinung führte, kann durchaus hilfreicher sein, als die Meinung selbst, denn es macht sie transparent und leichter verständlich.

Auch im Straßenverkehr (was ja auch schon unser Bruder Thorsten darstellte) bin ich sehr viel ruhiger geworden und vor allem gelassener. Früher war ich eher der Mensch, der sich viel geärgert hat, viel geflucht hat und gerne mit Beleidigungen geglänzt hat. Kurzum, ich war leicht aufzuregen. Doch die Ruhe, die ich bei meinen Brüdern finde, lasse ich auch dort wirken. Warum aufregen wenn ich es eh nicht mehr ändern kann, wenn es schon geschehen ist? Das lohnt sich nicht mehr. Und etwas mehr Rücksicht auf meine Mitmenschen und vor allem auch Verständnis („vielleicht musste mich der andere gerade schneiden, weil er einen dringenden Notfall hat…“) helfen hier sehr viel weiter. Ich kann auch bestätigen, dass mit dieser Entwicklung meine Lebensqualität stark gestiegen ist. Ich versuche keinen Gedanken an Dinge zu verschwenden, die ich eh nicht mehr beeinflussen, noch ändern kann.

Mein Umgang mit anderen – Auch ist mein Umgang mit anderen Menschen sehr viel offener und herzlicher geworden. Ich versuche ohne Vorurteile an fremde Menschen und Meinungen zu gehen. Klar geht das auch bei mir nicht so wie ich es selbst möchte. Aber wie schon gesagt: Arbeit am rauen Stein.

Ich respektiere meine Mitmenschen, ihre Gedanken, ihre Ansichten und ihre Gefühle. Ich versuche sie zu verstehen und für mich nachvollziehbar zu machen.

Inzwischen kann ich nicht durch die Straßen gehen und meine Augen vor dem Elend anderer schließen. Als ich im November 2012 in Seattle war, kam nach einem nächtlichen McDonalds Besuch ein gebrechlich wirkender Farbiger auf mich zu. Interessant war nicht dass er um Geld bettelte, er stand vor mir und sagte, dass er Hunger habe. Allein dieser Satz führte dazu, dass wir noch einmal in dieses Fastfood Restaurant gingen und er sich etwas zum Essen aussuchen konnte. Einfach eine kleine Geste der Menschlichkeit gegenüber diesem Menschen bedeutete ihm viel. Gleiches wiederholte sich erst vor kurzem bei meinem letzten Besuch vor einigen Wochen. Wieder fragte einer nach Geld für Essen und erklärte mir kurz seine Lage und wie er in diese kam. Ich gab ihm ein paar Dollar und er verabschiedete sich mit den Worten „sie sind ein guter Mensch, Gott segne sie…“ hmmmm, diese Worte ließen mich nicht los. Ich stelle mir bis heute die Frage, ob ich das bin. Oder ob ich nicht einfach meine Meinung änderte und jedem Menschen mit dem nötigen Respekt gegenüber trete. Klar ist mir bewusst, dass ich nicht jedem helfen kann, aber wenn mehr Menschen so denken und alleine im Kleinen helfen, dann schaffen wir es tatsächlich am Tempel der Humanität zu bauen.

Letzte Woche bin ich aus meiner Tiefgarage gekommen und hatte es eilig nach Hause zu gehen. Dabei traf ich auf eine gehbehinderte Frau, welche durch den Schnee nur schwer durchkam. Sie musste zur Straße an die Ecke um ihr Taxi zur Krankengymnastik zu bekommen. Ich lieh ihr meinen Arm und wartete noch die Minuten ab, bis ihr Taxi kam. Dabei hörte ich mir auch ihre Sorgen an und hoffte noch ein paar tröstende Worte für sie gefunden zu haben. Als ich ihr anschließend ins Taxi half, stellte ich fest, dass ich es doch nicht mehr so eilig hatte. Diese Frau fand es toll, dass ihr mal jemand zuhörte.

Diese Kleinigkeiten, die anderen Menschen helfen und glücklich machen können, dies sehe ich als eine der wichtigen Aufgaben an um an mir selbst zu arbeiten und an unserem humanitäreren Zielen.

Meine Sichtweisen – Ich würde von mir selbst sagen, dass ich meine eher radikalen Seiten schon vor langem abgelegt hatte. Klar sind einige Vorurteile und festgefahrene Meinungen geblieben. Aber auch dies hat sich grundlegend geändert. Ich versuche ohne Vorurteile auf meine Mitmenschen zuzugehen. Auch wenn ich jemanden nicht kenne.

Als ich im Oktober 2012 meinen alten 3er BMW verkaufen wollte, meldete sich darauf ein Interessent aus Rumänien, der mit einem Kollegen abends um 20h vor meiner Türe stand. Das Auftreten dieser beiden Herren war einem sehr suspekt und als sie gefragt hatten ob sie den Wagen sofort mitnehmen und ihn selbst abmelden und zum Export fertig machen könnten, war es eine Übung um an mir selbst zu arbeiten. Meine Partnerin war eher skeptisch und meinte wir sollten es lassen. Ich zog mich kurz mit ihr zurück und sprach sie auf den einen Gästeabend zum Thema „Urteil und Vorurteil“ an. Ich entschied für mich meine Vorurteile stecken zu lassen und den beiden einen Vertrauensvorschuss zu gewähren. Das Fazit war: wir wurden nicht enttäuscht. Das Auto wurde wie ausgemacht nach 4 Tagen abgemeldet und exportiert. Das Geld war zu 100% echt J

Mein Streben nach Wissen – Gerade dieser Teil wird sehr durch unsere Gespräche in unserer Runde angeregt. Die Veränderung ist, dass ich Themen nach unseren Abenden noch tagelang reflektiere und mich darüber informiere. Diese rein geistige Arbeit ist eine enorme Stimulanz und möchte ich nicht mehr missen. Oder habt ihr euch schon mal Tagelang über die Bedeutung von „Frau Holle“ und die Deutungsmöglichkeiten unterhalten? Wann euch zum letzten Mal mit der Kabbala beschäftigt?

 

Wer will ich sein…

Wo diese Reise hingeht das weiß ich nicht. Mein Herz ist bei meinen Brüdern und bei unserer Loge und so wie ich es bei meiner Aufnahme versprochen habe werde ich mich immer für diese einsetzten.

Ich versuche nach unseren Idealen zu leben und wie ich es in dem Lehrlingsgrad beschrieben steht weiter in mich zu schauen. Ja, ich versuche täglich mein Tun und Handeln zu reflektieren und ggf. neu auszurichten. Zu lernen was es heißt ein Freimaurer zu werden und die Veränderungen auch zuzulassen. Mal geschieht das bewusst, mal im Unbewussten. Dann nimmt mein Umfeld diese Veränderung als erstes wahr und sie teilen es mir dann (hoffentlich) mit.

Das Idealbild, welches wir alle haben, zu erreichen wird ein steiniger Weg sein und bedeutet wirklich eine Arbeit am rauen Stein. Ich bin diesen Schritt gegangen und will ihn gern weiter gehen. Auf dem Weg zum Gesellen will ich dann anfangen um mich zu schauen und weiterhin an mir zu arbeiten. Ich weiß, dass ich hier Menschen finde, die mich unterstützen in meiner Entwicklung. Ich will mich aktiv für die Mitmenschen einsetzen und den Mantel des Geheimnisvollen um uns etwas lüften, so dass man die helfenden Hände von uns etwas mehr erkennt.

 

Fazit und persönlicher Gedanke

Die Arbeit am rauen Stein ist also eine lebenslange Arbeit. Immer mal wieder entdeckt man Ecken und Kanten. Ja, diese machen das Individuum des Einzelnen aus. Daher sollen sie auch nicht komplett verschwinden. Es geht aber darum sich zu einer Lebensweise zu bekennen, einer Bruderschaft beizutreten und sich für die Ideale der Freimaurerei einzusetzen.

Ziele setzen wir uns jeder selbst und ebenso die einzelnen Schritte, welche wir gehen müssen. Unsere Brüder können uns dabei unterstützen und helfen. Die Schritte müssen wir jedoch alleine gehen. Ich stehe gerade am Anfang meines Weges und schaue immer noch in mich und arbeite an meinem eigenen rauen Stein. Ich hoffe aber, damit einen Einfluss auf mein Umfeld zu haben und es zu prägen.

„Freimaurerei baut auf den bestehenden Menschen auf“ (Freimaurer in 60min, Philip Miliz). Nehmen wir diesen Gedanken also auf und bauen und arbeiten wir an uns weiter…

Nürnberg, Februar 2013

Freimaurer Gebäude in Seattle?

Auf meinem Weg durch die 7th Avenue in Seattle fiel mir ein Gebäude, das „the Tower Building“ auf.
Ich möchte euch dieses Gebäude nicht vorenthalten und so hab ich einige Bilder der interessanten Details gemacht.
Leider habe ich noch nichts über die Geschichte des Hauses ausfindig machen können, noch den Namen des Architekten.
Aber ihr werdet sicher auch die vielen Winkel und Zirkel, sowie die Säulen und Pyramiden erkennen.
Die Details sind deutlich herausgearbeitet aber für profane Augen nicht gleich ersichtlich.

Bitte macht euch eure eigenen Gedanken zu den Bildern…..

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Soziale Netzwerke – Pro und Contra

Einleitung

Als Informatiker war es naheliegend, als unser Bruder Redner Hartmut auf mich zukam, dass ich einen Vortrag über das Pro und Contra der vielen und vielseitigen Sozialen Netzwerke halten werde. Wer mich etwas länger kennt weiß, dass ich spezielle Netzwerke für hilfreich und förderlich erachte (sonst wäre ich seit Oktober 2012 nicht für meinen neuen Arbeitsgeber tätig) aber der weiß auch, dass ich von einigen Plattformen nicht viel halte oder ihnen sehr kritisch gegenüber stehe.

Daher versuche ich nun in den kommenden Minuten eine (fast) unvoreingenommene und objektive Betrachtung der Pros und Contras aus meiner persönlichen Sicht wiederzugeben.

 

Wer kennt nicht heutzutage die vielen Sozialen Netzwerke wie Facebook (wohl das berühmteste unter ihnen und deutlich mit den meisten Nutzern, aktuell knapp 1Milliarde Nutzer, 50% sind täglich online), XING (für geschäftliche Kontakte und CVs), StudiVZ (für Studenten und ehemalige Studierende), MySpace (um sich persönlich zu präsentieren, berühmter Vorgänger von Facebook), Lokalisten (von Menschen die sich gegenseitig helfen wollen gegründet), Wer-kennt-wen, usw. um mal die bedeutenden zu nennen.

Durch die fast täglich ansteigende Zahl von Benutzern kommen in die Medien (sei es digital oder Druckmedien) auch immer häufiger Berichte über Cyber-Mobbing, Datenklau und mangelnde Datensicherheit, Identitäten Diebstahl bis hin zu Morden und anderen tätlichen Übergriffen. Aber auch immer mehr Firmen haben die neuen Möglichkeiten erkannt und legen sich Facebook Seiten an mit all ihren „like(s)“ und „Followers“ oder Bedienen sich der Möglichkeiten um in Personalabteilungen private Informationen über neue Bewerber und Angestellte einzuholen.

Betrachten wir daher zuerst einmal die Bedeutung dieser Sozialen Netzwerke in der heutigen Zeit.

 

Bedeutung der sozialen Netzwerke heute

Stetig wächst die Anzahl der Nutzer dieser Netzwerke und auch die mobilen Möglichkeiten diese Plattformen auch von unterwegs aus zu nutzen. Der Sinn und Unsinn dieser Möglichkeiten soll hierbei einmal aus der Betrachtung genommen werden und nicht Teil dieser Zeichnung werden.

Viele Firmen, Menschen und auch Gruppen gehen mit dem Trend und treten dem ein oder anderen Netzwerk bei. Gerade Firmen nutzen diese Möglichkeit auch um kostengünstig ihre Bekanntheit zu vergrößern, Werbung zu machen oder Aufmerksamkeit zu bekommen. Man denke hierbei an den „like“ Button bei Facebook.

In der heutigen Zeit nutzen immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen die neuen Möglichkeiten, die diese Netzwerke bieten. Sei es einfach zu Twittern (man muss ja auch immer versuchen das was man denkt in 160 Zeichen an die ganze Welt „hinauszuposaunen“) bis hin zu der wichtigen Information „was man gerade macht“ auf Facebook. Jedoch sind Soziale Netzwerke (Social Networks) aufgrund der Vernetzung von Mitgliedern schnell in der Lage, die früher eher flüchtigen soziale Beziehungen (Bekanntschaften, Klassengemeinschaften etc.) mit der Institutionalisierung digitaler Verbindungen und Austauschverhältnisse zu stabilisieren.

Dies führt mich zu dem Punkt, die positiven Aspekte der Sozialen Netzwerke zu betrachten.

 

Pro der Sozialen Netzwerke

Die Kommunikationsmöglichkeiten über die sogenannten „Social Media“ eröffnen für das individuelle Engagement neue Wege der Selbstorganisation, der Aktivierung von Ressourcen in Netzwerken (Wissen, Kompetenzen, sowie finanzielle Mittel), der Bürgerbeteiligung und Einflussnahme. Das Engagement wird damit eigenverantwortlicher und selbstbestimmter als es früher der Fall war. Die Nutzer von sozialen Netzwerken sind miteinander durch die Möglichkeit der schnellen und unkomplizierten Interaktion verbunden. Einzelne können sich im Kontext eines gemeinsamen Themas miteinander vernetzen und aktiv werden.

Was heißt das nun konkret?

Der schnelle Austausch innerhalb einer Gruppe kann deutlich schneller und vor allem geordneter erfolgen als dies früher der Fall war. Benutzer können sich gezielt Zuspruch und vor allem Unterstützung zu einem Thema erhoffen und holen. Wissen kann schnell über große Distanzen ausgetauscht werden und durch die Vernetzung und den Input der einzelnen Mitglieder sogar noch deutlich verstärkt werden. Man kann sich informieren oder mit seinem Wissen etwas in der Gruppe beitragen. Meinungen werden hier gelesen und auch bewertet.

Auch die positive Einflussnahme und Bürgerbeteiligung muss noch einmal erwähnt werden. Die Benutzer können sich schnell gruppieren und auch einen gewissen Druck ausüben, wenn etwas nicht tragbar für eine gewisse Gruppe ist. So kann sich zum einen ein gewisser Widerstand gegen politische Entscheidungen regen, welcher sogar bis zu einem großen Einfluss auf die Politik wachsen kann. Jüngstes Beispiel wäre hier der ACTA Vertrag, welchen die EU nicht ratifiziert hat, nachdem der Druck immer mehr wuchs, welcher im Widerstand einzelner Gruppierungen auch in sozialen Netzwerken seinen Anfang nahm. Die Sensibilisierung jedes einzelnen zu einem bestimmten Thema steht hier oftmals im Vordergrund.

ACTA war ein Abkommen, das die in den USA und Europa sowie einigen anderen Ländern vorgefundenen Gemeinsamkeiten der Durchsetzung von Schutzrechten für geistiges Eigentum als Mindeststandards festschreibt, mit der Absicht, diese auch in weiteren Ländern zur Geltung zu bringen oder sie stärker zur Geltung zu bringen. Leider schneidet der Punkt „geistiges Eigentum“ einige Menschen auf dem Planeten von kostengünstigen Lösungen ab, da man sehr viel schützen konnte…..wie Medikamente, Saatgut und ähnliches.

Entscheidend für den stetig wachsenden Erfolg dieser Plattformen ist sicherlich auch die Zugangsmöglichkeiten unserer Zeit. Gerade kleinen Apps auf dem Smartphone oder installierte Plug-Ins auf dem privaten Rechner machen einen schnellen Zugriff möglich und mobil auch von jedem Ort der Welt (jedenfalls wo man ein Datennetz hat). Somit kann man schnell informieren und auch vor allem auch informiert werden.

Man denke einmal an die Aufstände in den arabischen Ländern in den letzten 2 Jahren. Auch wenn die Möglichkeit der medialen Berichterstattung durch die Machthaber unterbunden wurde, nutzten die Menschen die Möglichkeiten eben dieser Netzwerke um über ihre Lage die gesamte restliche Welt zu informieren. Private Videos von einzelnen Benutzern, welche diese auf diverse Plattformen geladen haben, dienten unseren Presseagenturen als Grundlage der Berichterstattung und was oftmals das einzige Bildmaterial aus der jeweiligen Krisenregion.

 

Contra der sozialen Netzwerke

 

Mein Contra zu den sozialen Netzwerken möchte ich beginnen mit dem Fall „Amanda Todd“.

„Ich habe niemanden“, steht in schwarzer Mädchen-Schrift auf einer weißen Karteikarte. „Ich brauche jemanden.“ Darunter hat das junge Mädchen einen traurig guckenden Smiley gemalt. Dann wird der nächste Zettel in die Kamera gehalten. „Mein Name ist Amanda Todd.“ Das Video ist der neun Minuten lange Hilferuf eines Mobbingopfers. Amanda mit den langen, braunen Haaren, die in dem schwarz-weißen Internetvideo zu sehen ist, bleibt während des gesamten Videos stumm. Und kaum einen Monat nach der Veröffentlichung ist sie tot. Sie hielt die Hänselei nicht mehr aus: Amanda Todd aus Kanada wurde monatelang von ihren Mitschülern wegen eines Nacktfotos im Internet gemobbt. Ein Mann hatte es an die ganze Schule verschickt. Mehrmals wechselt sie die Schule, doch die Mobbing-Attacken wird sie nicht mehr los, genauso wenig wie sie das Foto löschen kann. Die Hetzjagd geht immer weiter. Amanda nimmt Drogen, Alkohol, verletzt sich selbst, ritzt sich die Arme auf. Ein Selbstmordversuch mit Bleichmittel scheitert, der zweite am 10. Oktober gelingt.

Die URL des letzten Hilferufs kann man gern von mir erfahren:

http://www.youtube.com/watch?v=_kqqKW7N_xU

Hierzu noch weitere Beispiele:

  1. Im April 2010 stirbt Phoebe Prince im US-Bundesstaat Massachusetts, etwa 145 Kilometer westlich von Boston. Die 15-Jährige ist hübsch und intelligent, kommt neu an eine Schule, geht mit einem attraktiven Mitschüler und erweckt die Eifersucht ihrer Klassenkameradinnen. Sie wird im Internet gemobbt, eine Schülerin bewirft sie auf dem Heimweg mit einer Dose und fragt „Warum bringst du dich nicht um?“. Ihre kleine Schwester findet Phoebe wenig später, sie hat sich erhängt.
  2. Im Mai 2010 bekommt der 13 Jahre alte Joël aus Österreich eine bösartige E-Mail, in der er als Homosexueller beschimpft wurde: „Du bist schwuler, als die Polizei erlaubt“, steht darin. Es ist bloß der Höhepunkt einer monatelangen Quälerei. Der Junge wirft sich vor einen Zug.
  3. Im Oktober 2010 will sich Melanie aus Peine mit einer angeblichen Freundin treffen, die sie über Facebook kennengelernt hat. Tatsächlich stellt sich heraus, dass hinter der Identität ein 27 Jahre alter Mann steckt. Melanie wird wütend, da schneidet der Mann ihr die Kehle durch.
  4. Im September 2012 ermordet ein 14-Jähriger eine 15-Jährige in den Niederlanden. Der Grund: Das Opfer soll Gerüchte bei Facebook über ihre beste Freundin verbreitet haben. Diese beauftragt schließlich den 14-Jährigen – 50 Euro stellt sie ihm dafür in Aussicht. Der junge Auftragskiller sticht tatsächlich zu.

Dies sind nur wenige von vielen Beispielen des wachsenden Problems Cybermobbing. Tatsächlich gilt Cybermobbing weltweit als wachsendes Problem, unter anderem weil einer Studie der Europäischen Union zufolge das Alter der Kinder, die Zugang zum Internet haben, immer weiter sinkt. Einen eigenen Straftatbestand stellt Cybermobbing allerdings nicht dar – zumindest noch nicht. Dabei wurde mindestens jedes dritte Kind in Deutschland laut einer Studie schon einmal im Netz belästigt. Die Folgen dieser Attacken können dramatisch sein, wie ihr gerade gehört habt.

Soziale Netzwerke erhöhen unter anderem auch die Zeit, welche die Jugendlichen vor dem PC verbringen. Dies lässt sich auf verschiedene Art und Weise auslegen, jedoch ist es in vielen Fällen negativ. Dass das Vermögen zum sozialen Umgang sich zurückbilden kann oder durch soziale Netzwerke erst gar nicht ausgebildet wird, lässt sich häufig auch auf der Straße beobachten. Ein persönliches Gespräch zu führen tritt leider immer mehr in den Hintergrund. Die sozialen Kontakte beschränken sich auch Freunde und Bekannte in einer virtuellen, digitalen Welt.

 

Ein weiteres großes Problem ist das zu schnelle preisgeben von privaten Daten. Einige unterschätzen die Unsicherheit ihrer Daten, was nicht gerade für ihre eigene Zukunft förderlich ist. So ist es inzwischen üblich dass Personalabteilungen und Personaldienstleister im Internet ihre potentiellen Kandidaten suchen und sich über private Aspekte informieren noch vor dem Vorstellungsgespräch. Hierbei können bereits einige unüberlegte Urlaubsfotos oder Äußerungen über die spätere Karriere entscheiden. Datenschutz ist nicht gerade das Thema für die die Sozialen Netzwerke berühmt sind. Eher im Gegenteil: Gerade die Plattformen Facebook und Google+ stehen immer wieder in der Kritik bei den Datenschützern.

Gerade bei eingestellten Bildern verlieren die Benutzer gerne das „Recht am eigenen Bild“ und übertragen es unbewusst der jeweiligen Plattform. Wer liest sich denn schon die knapp 50- 100 Seiten des End-Benutzer Abkommens genau durch? Und hinterfragt diese? Daher wäre ein sensibilisierter Umgang mit diesen neuen Medien mehr als wünschenswert. Hier gilt es noch weitere Aufklärung zu betreiben und vor allem die Augen und Ohren nicht vor Cybermobbing zu verschließen. Gerade wir sollten helfen, wo wir nur können.

Man kann also sehen, dass eine zu schnelle Äußerung oder das Einstellen eines „falschen“ Fotos zu einer Hetzjagd im Netz führen kann, da sich die Täter im Mantel der Anonymität schützen und auch untertauchen können. Die Folgen können hierbei gravierend sein.

 

Bezug zur Freimaurerei

Gerade in Zeiten des Booms sozialer Plattformen kommt auch eines der ältesten Netzwerke nicht aus der Mode. Die Freimaurerei. Stand 2010 haben wir lt. meinen Recherchen rund 14.000 Brüder ohne die sogenannten irregulären Logen oder auch die Frauenlogen zu betrachten.

Auch wenn für viele Mitmenschen die Freimaurerei und der Begriff „Freimaurer“ wie ein Mythos aus der Vergangenheit klingt und eher mit Weltverschwörungstheorien in Verbindung gebracht werden, floriert auch unser eingeschworener Männerbund.

Betrachten wir diesen Aspekt und die Hintergründe einmal aus zweierlei Blickwinkeln:

Zum einen haben wir hier die brüderliche Liebe und Freundschaft welche eine unserer Grundsätze darstellt. Da wir uns als einen weltweiten Bruderbund sehen, ist es mehr als konsequent wenn wir Freimaurer uns gegenseitig unterstützen und helfen. Natürlich immer im Rahmen der Möglichkeiten des Einzelnen. Die kann auch (wie bei einigen anderen Logen scheinbar üblich) über ein „normales“ Maß hinausgehen und eine wirtschaftliche Bedeutung haben. Wir, die Loge zur Wahrheit distanzieren uns jedoch bewusst von diesen Untugenden und besinnen uns wieder zurück auf den eigentlichen Kern der Freimaurerei, was jedoch die gegenseitige Hilfe nicht ausschließt.

Zum anderen den Zuwachs und neue Suchende über die Möglichkeiten des Internets und eben dieser Netzwerke. Über diesen Weg kann sehr viel schneller der Zugang zur Freimaurerei geschaffen werden wie auch schneller ein erster Kontakt hergestellt werden. Ein Grundsatz lautet ja – To be one, ask one (willst du einer werden, so frag einen). Zudem werden diese Möglichkeiten auch gern genutzt um gemeinsame Erlebnisse zu planen oder Bilder von diesen online zu stellen. Auch die Großlogen stellen mit ihren eigenen Webseiten und Einträgen oftmals interessante Beiträge in Foren online.

Natürlich darf hierbei nicht außer Acht gelassen werden, dass die Geheimnisse unserer Gesellschaft nicht nach außen getragen werden dürfen (Verletzung des Arkanums). Solange dies nicht passiert werden diese Aktivitäten auch von der Großloge toleriert.

Jedoch gibt es einen großen und entscheidenden Unterschied der digitalen Sozialen Netzwerke zum Bruderbund der Freimaurerei: Wir kennen unsere Brüder (und Schwestern) persönlich und leben nicht in der Anonymität der Netzwerkes. Wir treffen uns regelmäßig und ziehen ein persönliches Gespräch dem digitalen Austausch vor. Natürlich mag nun der ein oder andere anmerken, dass nicht jeder Bruder immer bei den Treffen anwesend ist, aber dennoch steht hier der persönliche Kontakt immer im Vordergrund.

 

Pro und Contra für die Freimaurerei

Die neuen Möglichkeiten die sich auch für uns Freimaurer ergeben, werden natürlich auch in unseren Kreisen genutzt. Nicht nur die Möglichkeit eine Homepage einzurichten über die sich die Interessierten oder späteren Suchenden über uns informieren und die ersten Kontakte knüpfen, es werden auch Blogs zu Themen der Freimaurerei erstellt (ich darf hier auf einen sehr guten Blog unserer Bruders Kurt O. Wörl verweisen) oder auch Kontakte auf den bereits genannten und bekannten Plattformen geschaffen.

Einige unserer Brüder kommen durch ihr eher „öffentliches Auftreten“ nicht nur zu einem gewissen Bekanntheitsgrad, nein sie werden auch die „Aushängeschilder“ der modernen Freimaurerei im world-wide-web heute. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz Philip Militz erwähnen, der mit seinem Buch (Freimaurerei in 60 min) eine gewisse Aufmerksamkeit erreichte. Bruder Philip betreibt aber auch eine eigene Seite (http://www.freimaurerin60minuten.de) in denen er auf seine eigenen Blogs und Facebook Seiten informiert.

Viele gerade jüngere Brüder gehen aus dem dunklen und geheimnisvollen Nebel des Wissens, welchen die Freimaurerei nach wie vor umgibt heraus und gehen in die breite Öffentlichkeit. Dies erleichtert vor allem den Suchenden einen schnellen Zugang zur Thematik und zu den passenden Kreisen zu finden oder zumindest um sich vorab über sie zu informieren.

Das Dilemma ist jedoch, dass gerade das Internet mit einer Vielzahl an Informationen überladen ist, die weder gut recherchiert sind, inhaltlich falsch sind oder sogar zu manipulativen Gründen verwendet werden. Dies macht es vor allem den Interessenten und den Suchenden unmöglich, Wahrheit von Fiktion zu unterscheiden. Der Zugang zu Informationen ist leicht. Das Abwägen des Informationsgehaltes sowie des Wahrheitsgehaltes macht es einem Suchenden ohne einen direkten Kontakt fast unmöglich. Dies kann nur in einer Loge und in einem Gespräch entstehen.

Soziale Netzwerke verstärken also die Möglichkeiten einen schnellen Zugang zur Freimaurerei zu bekommen als auch einen persönlichen Kontakt herzustellen und diesen auch darüber hinaus zu pflegen. Dies kann in der Zukunft dazu führen, dass unsere Bruderschaft wieder anwächst, als auch die Wogen der Geheimniskrämerei verschwinden. Hier wird eine Plattform geschaffen, in der Brüder Außenstehende informieren können über die tatsächlichen Hintergründe und Grundlagen der königlichen Kunst. Der weltweite Bruderbund steht nicht nur auf dem Papier der Großlogen und in den Alten Pflichten, sondern steht hiermit auch vor einer weltweiten Umsetzung und Verflechtung. Die Möglichkeiten über Landesgrenzen schnell zu agieren und sich auszutauschen ist die neue Herausforderung für die Logen.

 

Leider bringt auch diese neue Möglichkeit ebenso Nachteile mit sich. Durch den Schritt in die Öffentlichkeit kommen auch die Kritiker und die Verschwörungstheoretiker immer mehr in den Vordergrund und weiteren Zulauf. Gerade auch in den bekannten Netzwerken gibt es Anti-Freimaurer Gruppen, die sich dort gehen die „New World Order“, also gegen die neue Weltordnung unter der „Herrschaft der Freimaurer“ formieren. Auch diese Gruppen erfahren gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krisen neuen und vor allem verstärkten Zulauf. Leider kann ich in meiner Zeichnung nicht die Tragweite dieser Entwicklung im gesamten erfassen. Dazu wäre die Zeit hier zu wenig und wir können uns in einem weiteren Vortrag gern über die Verschwörungstheoretiker unterhalten. Wichtig ist mir hierbei nur zu erwähnen, dass diese Entwicklung eben auch die typischen Anfeindungen mit sich bringt. Das „Mobbing“, das wir am Anfang der Zeichnung schon kennengelernt haben passiert auch hier wieder.

Daher lässt sich sicherlich die Entwicklung sowohl positiv als auch negativ zusammenfassen. Positiv sind die erwähnten Möglichkeiten für Suchende sich über das Thema insgesamt zu informieren, leider negativ eben bleibt zu erwähnen dass der Inhalt oft von Nicht-Freimaurern oder dubiosen Quellen stammt und die Anfeindungen gegenüber der Freimaurerei im Mantel der Anonymität noch gern zum Tragen kommen.

Zudem bringt das öffentliche Auftreten auch Neugierige auf den Plan. Nicht nur die Suchenden und Gäste finden den Weg in unsere Bauhütte, nein auch diejenigen, welche durch falsche Vorstellungen und Vorurteile geprägt sind. Dies ist immer wieder eine Gradwanderung zwischen Toleranz und Ablehnung.

 

 

Fazit und persönlicher Gedanke

Diese Zeichnung ist entstanden während meiner ersten Geschäftsreise in die USA und ich nutze die rund 2 x 10,5h um mir ausführlich meine Gedanken zu machen und diese euch heute vorzutragen.

Dabei fand ich ein schönes Zitat eines unbekannten Users (BKC) in einem Forum:

„Social Networks sind wie Rolltreppen – sie machen einiges bequemer und leichter, sprich man muss sich nicht so sehr anstrengen, um das Ziel (was auch immer dies sei) zu erreichen. Gleichermaßen aber machen sie einen auch faul, da es ja einfachere Wege gibt (man muss nicht mehr zu den Leuten hin)“

Die Vorteile und auch die Nachteile liegen offensichtlich auf der Hand. Jeder hier im Raum, der in dem ein oder anderen sozialen Netzwerk verwurzelt ist oder auch „nur“ einen Blog betreibt oder seine Gedanken twittert, hatte sicherlich schon Erfahrungen positiver oder negativer Art die er hierzu beitragen kann. Ändern werden wir sie nicht können, aber uns bewusst überlegen, wie wir mit diesen neuen Medien (es wird auch oft der Begriff Social Media verwendet) umgehen wollen und sollen. Gerade die Frage welche Informationen man über sich Preis geben will und sollte, muss jeder für sich selbst beantworten. Auch den Aspekt des Datenschutzes sollte nicht außer Acht gelassen werden. Wie wird mit den Daten umgegangen und wem gehören sie nachdem sie einmal online publiziert wurden. Denn Daten die einmal im Internet gelandet sind, sind im Internet und können  nicht mehr entfernt werden.

 

Ich selbst möchte es nun offen lassen und hiermit den Gedankenaustausch beginnen mit der Frage ob Soziale Netzwerke nun ein Fluch oder ein Segen der heutigen Zeit sind. Natürlich möchte ich gerne wissen wie ihr dies, verehrte Gäste, meine Schwestern und meine Brüder sehen. Ich schließe daher meinen Vortrag mit einem Zitat von Mark Zuckerberg:

„Menschen sind einverstanden damit, Informationen über sich mit anderen zu teilen und werden immer offener zu immer mehr Menschen. Die sozialen Normen hier haben sich in der Zeit entwickelt.“

Nun muss jeder für sich selbst wissen, wie weit er diesen Weg auch gehen möchte.