Ein Appell an das Leben – Gedanken zum Meistergrad

Dieser Tage hatte ich die Chance, Julia Engelmann, wohl die aktuell bekannteste Poetry Slammerin aus Bremen zu sehen, wie sie ihr Stück „Eines Tages Baby“ aufführte. Wer dies bisher nicht kennt, findet dieses Gedicht mehrfach auf youtube (https://www.youtube.com/watch?v=ti_iSp9zYHY).

Ich muss zugeben, dass ich das Gedicht schon mehrfach gehört habe und mich dieses Mal völlig auf ihre Worte und die Symbolik in diesem Text konzentrieren konnte. Und siehe da, es lassen sich einige Parallelen zum Meistergrad ziehen. Ohne dass ich hier etwas vorwegnehmen will oder gar verraten möchte, aber der Meistergrad beschäftigt sich viel mit der Symbolik des Todes. Was man daraus erkennen sollte ist, dass man das Leben bewusster leben und gestalten sollte. Es gibt keinen Grund, nicht mal etwas Dopamin zu verschütten wie es Frau Engelmann sagt. Einfach aufbleiben bis die Wolken wieder lila sind.

Der Freimaurer wird dazu angehalten, sich seiner Sterblichkeit bewusst zu werden. Und wenn man sich der Endlichkeit seines Lebens bewusst geworden ist, so kann man dann auch anfangen das Beste daraus zu machen. Einfach mal bewusst zu leben. Kennt ihr nicht auch das Gefühl von Morgentau an den nackten Füssen, wenn ihr früh morgens über eine Wiese lauft? Das Gefühl eines Sommerregens auf der Haut? Einfach mal im Park stehenzubleiben und den Geräuschen zu lauschen und dabei die Natur und die Tiere zu beobachten? Es gibt sicher tausende solcher Beispiele. Klar, als junger Mensch hat man viele Träume und Ideen und man will so viel machen und erleben. Doch dann werden wir von den Fesseln des Alltags, der Uhrzeit, der Leistung aus Arbeit, des Geldes und der gesellschaftlichen Normen und Regeln gefangen. Wir mutieren unauffällig zu einem kleinen Zahnrad im Getriebe der Gesellschaft und laufen den Träumen noch hinterher. Wie es schon Frau Engelmann auch aufgreift, reden wir uns ein, dass wir ja noch „so viel Zeit haben“. Und dann, eines Tages (Oh, Baby), werden wir wirklich alt sein. Und dann blicken wir zurück auf unser Leben. Sollen wir dann wirklich nur erzählen, welche Träume, Wünsche und Ideen wir hatten? Wäre es nicht so viel mehr wert, wenn wir sagen können was wir erlebt haben, was wir verändert haben, wo wir ein Zeichen setzen konnten? Wenn wir einmal unseren Kindern und Enkeln von unserem Leben erzählen, wollen wir da nicht ein paar aufregende Geschichten präsentieren können, mit denen wir allem was nach uns kommt sagen können, wie wir Einfluss genommen haben und eine Kerbe in der Geschichte hinterlassen konnten? Jeder wünscht sich, dass sein Leben Bedeutung hat. Dies geschieht aber nicht von selbst, nein, wir müssen diesen Schritt jeder für uns gehen und unseren Hintern hochheben und eine Bedeutung finden. Dem Leben einen Sinn geben, denn das macht uns glücklich und zufrieden. Wir sind nicht dafür hier, unseren Verstand abzuschalten, monoton zu funktionieren und vor uns hin zu leben. Nein, wir können bedeutende Dinge tun und wenn man eben schon mal klein anfängt. Denn für den einen mag es ein kleiner Schritt sein, eine kleine unbedeutende Handlung, aber für einen anderen Menschen kann eben diese Handlung ein bedeutender und großer Schritt sein. Beispielsweise einem Obdachlosen zu helfen kann für den einen nur eine kleine menschliche Handlung sein, aber für den Menschen, dem geholfen wurde, kann dies viel mehr bedeuten. Aber um solche Handlungen auszuführen, müssen wir uns bewusst werden, welch ein tolles und kostbares Geschenk das Leben ist. Es gilt es eben auch mit dem nötigen Sinn zu füllen. Und diesen Schritt muss jeder Mensch für sich selbst gehen. Da kann auch weder meine kleine Webseite etwas dagegen tun, noch die Freimaurerei selbst. Aber sie kann einem das nötige Rüstzeug mit auf den Weg geben. Und das fängt schon damit an, dass einem die Augen geöffnet werden und die Dunkelheit um einen erlischt. Dass man erkennt, dass sein Leben endlich ist und man sofort anfangen sollte es zu LEBEN.

Daher sollten wir, egal ob Freimaurer, FrauMaurer oder auch jeder andere profane Mensch, aufhören unsere Zeit sinnlos zu verschwenden und uns einzureden, das wir für das ein oder andere noch jahrelang Zeit haben. Lasst uns doch mal aufstehen und der Tatsache ins Auge sehen, dass heute der erste Tag vom Rest unseres Lebens sein kann und wir das LEBEN bewusster gestalten sollten. Das hier ist euer aller Erbe, diese Welt mit all ihrer Schönheit und auch allen Fehlern. Doch wenn sie euch nicht gefällt, dann werdet bessere Menschen und ihr kriegt eine bessere Welt. Und dazu muss man einen wichtigen Schritt gehen, nämlich selbst erkennen was man für sich möchte und dann auch was wir damit anderen bieten können. Und wenn man dazu noch weiß, dass seine eigene Zeit auf unserer wundervollen Erde begrenzt ist, dann wird es auch Zeit damit anzufangen…wie schon gesagt wurde, etwas Dopamin verschwenden…

Und da es ja bald wieder Wochenende ist, wünsche ich euch allen einen neuen Morgen mit den lila Wolken…genießt das Leben, Freunde!

P.S. Und ein paar Worte des Dankes an die Menschen, mit denen ich einen Morgen mit lila Wolken erleben durfte. Toll dass es euch gibt…

2 Gedanken zu “Ein Appell an das Leben – Gedanken zum Meistergrad

  1. Pingback: Ein Appel an das Leben – Gedanken zum Meistergrad | Masoneria357

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s