Dürfen wir Widerstand leisten? – Frage und Antwort

Am letzten Wochenende habe ich einen interessanten Kommentar erhalten, den ich nicht unbeantwortet lassen möchte. Gerade weil ich dort um eine ernsthafte Antwort gebeten wurde, werde ich dem gern nachkommen und einen eigenen Eintrag dafür erstellen.

Der Benutzer Tom33 schrieb: „[…]Es heißt der Freimaurer darf nicht in einen Aufstand verwickelt sein. Was ist, wenn eine Kraft versucht das freiheitlich demokratische Konzept zu unterwandern in dem zum Beispiel die Menschenrechte für einige Gruppen nicht mehr gelten (Beispiel Judenverfolgung im 3. Reich oder auch Hartz 4 Empfänger heute und grundgesetzwidrige Sanktionen). Muss dann nicht eigentlich jeder Freimaurer in die Opposition gehen weil die Werte von Gleichheit, Einigkeit und Brüderlichkeit und die Grundfesten der Humanität verletzt werden oder muss man als Freimaurer dann tatsächlich hilflos daneben stehen da man ja nicht in einem Aufstand verwickelt sein darf?
Außerdem heißt es, dass der Freimaurer sich an die Gesetze des Landes halten muss, sind Cannabis Konsumenten damit automatisch ausgeschlossen oder ist das nicht ganz so eng zu betrachten wie ich denke? Ich würde mich über eine ernsthafte Antwort sehr freuen. […]“

Ich wüsste nicht wo es stehen soll, dass Freimaurer nicht an einer Demonstration oder an einem Aufstand teilnehmen dürfen. Gerade wenn die Ideale der Freimaurerei gefährdet werden, sollte es die Pflicht jedes Freimaurers sein, sich dafür einzusetzen, diese Ideale zu verteidigen. Gerade in der dunklen Zeit (NS-Zeit) haben sich viele Logen selbst aufgelöst (das Licht gelöscht) und im Verborgenen gearbeitet. Daher kann es nicht sein, dass wir hilflos daneben stehen. Es ist eher die Pflicht eines Freimaurers, das Unrecht zu bekämpfen, wo man es sieht. Inwiefern das dann von außen wahrgenommen wird oder in welcher Ausprägung das passiert, liegt primär am einzelnen Bruder selbst. Ich selbst gehe auch zu Demonstrationen, wenn mich das Thema bewegt und ich denke, dass es sich lohnt, sich dafür einzusetzen. Dies tue ich jedoch nicht als „Vertreter meiner Loge“, sondern als „Privatmann“. Aber immer mit voller Überzeugung, was meine freimaurerische Ansicht angeht.

Was die Gesetze angeht, ist das eine Sache. Es kann nur ein „Mann von gutem Ruf“ Freimaurer werden. Diese alte Aussage wird seit 1717 gelebt und gilt für alle Großlogen. Daher wird es schwer für jemanden sein, der eine Vorstrafe wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz hat. Natürlich kann das eine „Jungendsünde“ sein oder die Person bereut diesen Vorfall ebenso. Dann liegt es natürlich auch an der einzelnen Loge, wie streng sie dies auslegt. Strenge und sehr konservative Logen werden das Aufnahmegesuch dann ablehnen. Offenere Logen werden sich dies sicherlich genauer anhören und mit dem Suchenden besprechen. Daher ein kleiner Tipp: Immer offen in der Loge mit diesen Sachen umgehen. Die Brüder untereinander pflegen einen offenen, brüderlichen Umgang und daher sollten auch Interessenten offen und vor allem ehrlich sein. Also wenn es einen Cannabis Verstoß gegeben hat, dann würde ich Dir, lieber Tom 33, raten, dies offen zuzugeben, falls die Freimaurerei für Dich in Frage kommt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s