Worte zur Sommersonnenwende am 25.06.2017

1.

Sonnwendfeuerflammen

Künden von den Höhn:

Aus dem Feuer stammen

Werden und Vergeh´n

An den Gluten wurden

Erd- und Sonnenball,

Schwinden durch die Gluten

Wieder in dem All.

 

2.

Rings im Tal die Rosen

Stehn in Königspracht,

Duft und Schönheit kosen

Sinn und Herz mit Macht.

Sehr der Ähren Wellen

In der Sonne glühn,

Ihre Körner schwellen –

Reife folgt dem Blühn.

 

3.

Feuer, das ist Leben

Kälte bringt den Tod

Sonnenstrahlen geben

Rosen uns und Brot.

Sommersonnen walten

Füll´ auch unsre Brust,

Dass sich darin erhalten

Lebensmut und -Lust.

 

4.

All der Rosen Prangen

Allen Feuers Glut

Nehmen uns gefangen

In die Lebensflut

Führe uns zum Lichte!

Edler Menschensein

Reife alle Früchte:

Herzenssonnenschein!

 

 

 

Lieber Schwestern, liebe Gäste und meine lieben Brüder,

das kleine Gedicht von Br. Bergmann aus (Breslau) waren die Worte des F.z.a.S. zur Sommersonnenwende 1924. Ich möchte sie als Erinnerung und Hommage an unseren Freimaurerbund, der dieses Jahr 110 Jahre alt geworden wäre, gerne zitieren. 110 Jahre im Geiste der Freidenkerbewegung, Wissenschaft und Reformfreimaurerei. Was für eine besondere Freude.

Mit den Worten zum leben-bringenden Feuer, der Wärme, Sonnenstrahlen und Licht möchte ich überleiten zu ein paar Zeilen und Gedanken zum Leben selbst:

 Ein Appel an das Leben

Der Freimaurer wird dazu angehalten, sich seiner Sterblichkeit bewusst zu werden. Und wenn man sich der Endlichkeit seines Lebens bewusst geworden ist, so kann man dann auch anfangen das Beste daraus zu machen. Einfach mal bewusst zu leben. Kennt ihr nicht auch das Gefühl von Morgentau an den nackten Füssen, wenn ihr früh morgens über eine Wiese lauft? Den Anblick der lila Wolken an einem frühen Sommermorgen? Das Gefühl eines Sommerregens auf der Haut? Einfach mal im Park stehenzubleiben und den Geräuschen zu lauschen und dabei die Natur und die Tiere zu beobachten? Es gibt sicher tausende solcher Beispiele.

Klar, als junger Mensch hat man viele Träume und Ideen und man will so viel machen und erleben. Doch dann werden wir von den Fesseln des Alltags, der Uhrzeit, der Leistung aus Arbeit, des Geldes und der gesellschaftlichen Normen und Regeln gefangen. Wir mutieren unauffällig zu einem kleinen Zahnrad im Getriebe der Gesellschaft und laufen den Träumen noch hinterher. Wir reden uns ein, dass wir ja noch „so viel Zeit haben“, doch eines Tages werden wir wirklich alt sein und blicken zurück auf unser Leben. Sollen wir dann wirklich nur erzählen, welche Träume, Wünsche und Ideen wir hatten? Wäre es nicht so viel mehr wert, wenn wir sagen können was wir erlebt haben, was wir verändert haben, wo wir ein Zeichen setzen konnten?

Wenn wir einmal unseren Kindern und Enkeln von unserem Leben erzählen, wollen wir da nicht ein paar aufregende Geschichten präsentieren können, mit denen wir allem, was nach uns kommt, sagen können, wie wir Einfluss genommen haben und eine Kerbe in der Geschichte hinterlassen konnten?

Jeder wünscht sich, dass sein Leben Bedeutung hat. Dies geschieht aber nicht von selbst, nein, wir müssen diesen Schritt jeder für uns gehen und unseren Hintern hochheben und eine Bedeutung finden. Dem Leben einen Sinn geben, denn das macht uns glücklich und zufrieden. Wir sind nicht dafür hier, unseren Verstand abzuschalten, monoton zu funktionieren und vor uns hin zu leben. Nein, wir können bedeutende Dinge tun und wenn man eben schon mal klein anfängt. Denn für den einen mag es ein kleiner Schritt sein, eine kleine unbedeutende Handlung, aber für einen anderen Menschen kann eben diese Handlung ein bedeutender und großer Schritt sein. Aber um solche Handlungen auszuführen, müssen wir uns bewusstwerden, welch ein tolles und kostbares Geschenk das Leben ist. Es gilt dieses mit dem nötigen Sinn zu füllen und diesen Schritt muss jeder Mensch für sich selbst gehen.

Daher sollten wir, egal ob Freimaurer, Schwester oder auch jeder andere Mensch, aufhören unsere Zeit sinnlos zu verschwenden und uns einzureden, dass wir für das ein oder andere noch jahrelang Zeit haben. Lasst uns doch mal aufstehen und der Tatsache ins Auge sehen, dass heute der erste Tag vom Rest unseres Lebens sein kann und wir das LEBEN bewusster gestalten sollten. Das hier ist euer aller Erbe, diese Welt mit all ihrer Schönheit und auch allen Fehlern. Doch wenn sie euch nicht gefällt, dann werdet bessere Menschen und ihr kriegt eine bessere Welt. Und dazu muss man einen wichtigen Schritt gehen, nämlich selbst erkennen was man für sich möchte und dann auch was wir damit anderen bieten können. Und wenn man dazu noch weiß, dass seine eigene Zeit auf unserer wundervollen Erde begrenzt ist, dann wird es auch Zeit damit anzufangen…

Und da es ja gerade Wochenende ist, wünsche ich euch allen einen neuen Morgen mit den lila Wolken…genießt das Leben, liebe Freunde!

 

3 Gedanken zu “Worte zur Sommersonnenwende am 25.06.2017

  1. Peter und Christa Stumpe

    Lieber Brd.: Rene, ich möchte Dir jetzt einmal ganz herzlich für Deine wiederholten Bezüge zum F.z.a.S. danken.Ich freue mich immer wieder darüber, ist es doch schon seit langem mein Wunsch, diese Freigeistigkeit noch viel häufiger in unserem Bund anzutreffen. Mach weiter so! Mit brdl.: Grüßen von Peter Stumpe Prometheus Bonn

    Peter Stumpe von-Sandt-Straße 119 53225 Bonn 0228 – 463555

  2. Andreas Hornig

    Lieber René,

    Danke für den wirklich schönen Text. Von dem Appel habe ich übrigens wie jeder Mann auch schon gekostet:-)

    Herzliche Grüße Euch allen

    Andreas

    Andreas Hornig

    >

  3. Alexander Bekas

    Ich möchte mich bei ihnen für diese wunderschönen Gedanken bedanken.
    Die gewählten Worte verfingen sich unmittelbar nach dem lesen, in meinem Innern. Nun wäre es schön, das Leben auch so gestalten zu können. Aber Übung macht den Meister!!!

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